Skip to content
Wissenschaft

Grönlands Eis im letzten Jahr gewachsen

0 Kommentare 8. September 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Wenn Grönlands Eis schmilzt, dann wird jeder Verlust zur Klima-Katastrophe inszeniert. Im historischen Rahmen ist die Entwicklung aber harmlos, zuletzt wuchs das Eis auch wieder.

Homewood hat im Daily Sceptic dagegen und die Zahlen aus dem historischen Rahmen. „Grönlands Eiskappe schmilzt dank der globalen Erwärmung dahin – zumindest das wird uns erzählt“, schreibt er. Der EU-Bericht European State of the Climate 2025 beziffere für das Vorjahr einen Verlust von 139 Gigatonnen. Das entspreche „etwa dem 1,5-fachen der in allen Gletschern der europäischen Alpen gespeicherten Eismenge“ und habe den Meeresspiegel um 0,4 Millimeter angehoben. Seit 1972 summiere sich der Verlust auf 5.747 Gigatonnen; die Rate habe sich seit den 1980ern etwa verfünffacht.

Die Summe klingt gewaltig. Homewood: „Bei den derzeitigen Raten würde Grönland 27.000 Jahre brauchen, um vollständig zu schmelzen.“ Besonders problematisch ist der gewählte Startpunkt der 70er Jahre: Trends seit den 1970ern seien verdächtig, weil die Erde zuvor drei Jahrzehnte Abkühlung erlebt habe und ernsthaft vor einer Rückkehr der Kleinen Eiszeit gewarnt worden sei. Offizielle Daten zum Eisschild reichten bis 1840 zurück.

Eine peer-reviewte Studie von 2021 hat die jährliche Massenbilanz seit 1840 berechnet. Der Graph bestätige Verluste seit den 1980ern. Entscheidend sei aber etwas anderes: „Das Schmelzen begann um 1900. In der Zeit von 1920 bis 1970 lag der Eisverlust auf ähnlichem Niveau wie in den letzten drei Jahrzehnten.“ Das sei kaum überraschend, weil Temperaturreihen aus ganz Grönland damals ähnlich „warm“ zeigten wie heute. Dazwischen sei die Temperatur in den 1970ern und 80ern stark gefallen: „Das ist kein neues Phänomen, wie man uns glauben machen will. Es ist Teil eines viel längeren Prozesses, der lange vor dem sogenannten menschengemachten Klimawandel begann.“

Das 19. Jahrhundert sei wahrscheinlich die kälteste Epoche Grönlands seit der Eiszeit gewesen. In wärmeren Phasen – Mittelalter, Römerzeit, frühere Jahrtausende – sei die Eiskappe kleiner gewesen als heute. Jede Schrumpfung des letzten Jahrhunderts müsse als Teil dieser Zyklen gelesen werden.

Für das Hydrojahr 2025/26 (September bis August) nennt er vorläufige Daten: Seit der Studie von 2021 habe sich der Eisverlust verlangsamt und liege wieder auf dem Niveau der 1920er. „Die Saison 2025/26 verzeichnete tatsächlich einen leichten Anstieg der Eismasse um 6 Gigatonnen.“ Grönland habe „eigentlich keinen richtigen Sommer“ gehabt. Kaltes, schneereiches Wetter habe bis weit in den Juli angehalten; die Sommerschmelze sei „um etwa 200 Gigatonnen unter dem Normalwert“ geblieben. Ursache sei die Jetstream-Lage: Hochdruck über Europa, Regen und Kälte über dem Atlantik und Grönland.

Homewood warnt selbst vor Überdeutung. Sechs Gigatonnen seien winzig. Direkte Messung der Eiskappe gebe es nicht; die Zahlen kämen aus Modellen, die mit Niederschlag und Temperatur gefüttert würden. „Die Experten räumen ein, dass sie oft um bis zu 100 Gigatonnen danebenliegen können.“

Trotzdem bleibt sein Fazit eindeutig: „Es ist überdeutlich, dass es Grönlands Eiskappe gut geht. Sie ist immer noch viel größer, als sie die meiste Zeit der letzten 10.000 Jahre war, und wenn sie überhaupt schrumpft, dann nicht schneller als vor einem Jahrhundert.“


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇



Dänische Dokumente zeigen US-Grönland-Spionage

Grönland Eisschild wächst langsam

Teile diesen Artikel

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Entdecke mehr von tkp.at

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen