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Wissenschaft

Warum die Ozeane dem CO2-Narrativ den Boden entziehen

4 Kommentare 7. September 2026 9 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die Klimadebatte krankt an einer fundamentalen Schieflage: Während Politik, Medien und die notorisch gefügige „Wissenschaft“ gebetsmühlenartig CO₂ als großen Klimatreiber beschwören, bleiben die beiden tatsächlich entscheidenden Faktoren – Sonne und Ozeane – in den IPCC-Modellen grotesk unterbelichtet. Nicht weil sie unwichtig wären, sondern weil sie sich dem politischen Steuerungsanspruch entziehen.

Die Ozeane bedecken 71% der Erdoberfläche und sie speichern das Tausendfache an Wärme wie die Atmosphäre. Als praktische Faustregel kann gelten: Eine Wassersäule von nur 2 bis 3 Metern hat schon dieselbe Wärmekapazität wie die gesamte Luftsäule darüber. Deshalb kann sich die Luft um ein Grad erwärmen, während der Ozean denselben Energiezuwachs kaum merkt – und umgekehrt.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen gibt es noch eine fundamentale Asymmetrie zwischen einfallendem Sonnenlicht und abgestrahlter Wärme im Wasser. Und was das für die tatsächlichen Klimamechanismen?

Das optische Fenster des Wassers: Wo die Sonne dominiert

Sonnenlicht, das den Erdboden erreicht, liegt überwiegend zwischen etwa 0,3 und 2,5 μm, mit einem Maximum im sichtbaren Bereich um 0,5 μm. Reines Wasser besitzt im Blau-Grün-Bereich ein ausgeprägtes Absorptionsminimum. Der Absorptionskoeffizient α\alphaα liegt dort bei lächerlichen 0,01 bis 0,02 pro Meter.

Das Lambert-Beer-Gesetz:

I(z)=I,e^-alpha z

(Eulersche Zahl e = 2,718) macht die Konsequenz unmissverständlich klar: Die Intensität fällt auf 1/e erst nach mehreren zehn Metern. Deshalb erscheint tiefes Wasser blau. Deshalb ist der Meeresboden in klarem Wasser noch in 20–40 Metern erkennbar. Die Sonne heizt eine durchlässige Schicht – und zwar gewaltig.

Der Ozean empfängt 75 % der gesamten Sonnenenergie, die auf die Planetenoberfläche trifft. Mit einer Wärmekapazität, die tausendmal größer ist als die der gesamten Atmosphäre, speichert er 96 % der Energie im Klimasystem, wie Javier Vinós in seinem Buch Solving the Climate Puzzle detailliert belegt – ein Werk, das der IPCC-Klerus konsequent ignoriert, weil es dessen CO₂-Monokultur pulverisiert. Siehe Sonne und Ozeane sind entscheidend für das Klima

Übrigens: Menschen bestehen ungefähr zur Hälfte aus Wasser. Das ist der Grund warum die Sonne sehr tief eindringen kann, in den Kopf etwa 8 cm. Und die Menschen haben sich über Millionen Jahre daran gewöhnt und der Metabolismus kann nur mit Sonnenstrahlung klaglos funktionieren. Deshalb sind die leider schon weit verbreiteten Warnungen von Unwissenden  wie den Dermatologen vor der Sonne kontraprodukktiv.

Wo die Wärmestrahlung stirbt: Die undurchdringliche Haut

Jetzt kommt der entscheidende Punkt, den kein Klima-Alarmist in seinen PowerPoint-Präsentationen erwähnt. Die thermische Rückstrahlung der Wasseroberfläche bei rund 15∘C folgt dem Wienschen Verschiebungsgesetz

λmax⁡≈2898 μm⋅K/T

und liegt bei etwa 10 μm – tief im mittleren Infrarot. Ab dem nahen Infrarot explodieren die Absorptionsbanden des H₂O-Moleküls förmlich: O–H-Streckschwingung, Obertöne, Librationsbanden. Bei 3 μm und erst recht bei 10 μm erreicht α\alphaα Werte von 10^4 bis 10^5 pro Meter.

Die Eindringtiefe 1/α beträgt Mikrometer bis maximal Milimeter. Eine Wasserhaut von einem Haarstrich ist für die Wärmestrahlung praktisch undurchsichtig.

Das bedeutet in der Konsequenz:

  • Die Sonne heizt eine durchlässige Schicht von dutzenden Metern
  • Das Meer strahlt Wärme nur von der allerobersten Haut ab
  • Unter Wasser „sieht“ eine Wärmebildkamera kein Bild – Wasser ist im thermischen IR ein schwarzer Körper
  • Nachts kühlt ausschließlich die Haut aus, während die gespeicherte Wärme darunter konserviert bleibt

Genau dieser fundamentale Unterschied in den Absorptionsmechanismen ist der Grund, warum sich Ozeane von oben erwärmen und die gespeicherte Wärme nur extrem träge wieder abgeben. Die Wellenlänge ist kein nebensächliches Detail – sie entscheidet darüber, ob ein Photon eine erlaubte Molekülschwingung des Wassers anregt oder nicht.

Kann der „Treibhauseffekt“ die Ozeane überhaupt erwärmen?

Hier wird es für die CO₂-Hypothese endgültig absurd. Die „Gegenstrahlung“ aus der Atmosphäre – jene von CO₂-Molekülen re-emittierte langwellige Infrarotstrahlung, die das Herzstück des Treibhausmodells bildet – liegt selbstverständlich ebenfalls im Bereich um 10 μm und darüber. Also exakt dort, wo Wasser einen extrem hohen Absorptionskoeffizienten aufweist.

Die atmosphärische „Gegenstrahlung“ dringt keine tausendstel Millimeter in die Wasseroberfläche ein. Sie wird in der allerobersten Moleküllage – buchstäblich in der Haut des Ozeans – vollständig absorbiert und geht dort unmittelbar in Verdunstung oder Abstrahlung über. Sie erwärmt nicht das Ozeanvolumen, sondern treibt allenfalls die Verdunstung an der Grenzschicht minimal an. Der entstehende Wasserdampf steigt auf, kondensiert in der Höhe, gibt die Wärme wieder ab – und strahlt sie in den Weltraum.

Die Vorstellung, eine mikrometerdünne Absorption atmosphärischer Gegenstrahlung könne die oberen dutzende Meter des Ozeans nennenswert erwärmen, ist thermodynamischer Unsinn. Der Ozean wird durch kurzwelliges Sonnenlicht geheizt – nicht durch langwellige IR-Photonen aus CO₂-Molekülen, die an der Oberfläche wie an einer Ziegelmauer abprallen.

Übrigens schützt deshalb eine leicht feuchte Hautoberfläche schon perfekt vor der Gegenstrahlung des „Treibhauseffekts“.

Wasserdampf: Top-Wirkung im Treibhaus

Während CO₂ gerade mal 4–5 % des atmosphärischen Strahlungseffekts beiträgt, stemmt Wasserdampf gemeinsam mit Wolken rund 95 %. Das ist kein kontroverser Befund – es ist schlichte Physik. Siehe CO₂ macht reich aber nicht warm

Doch die Parallelen zwischen flüssigem Wasser und gasförmigem H₂O gehen noch tiefer. Das selbe Molekül, das im Ozean kurzwelliges Sonnenlicht dutzende Meter tief eindringen lässt, während es langwellige IR-Strahlung an der Haut erstickt, dominiert auch in der Atmosphäre das Strahlungsgeschehen. Die rotatorischen und vibratorischen Übergänge des H₂O-Moleküls überlappen mit den CO₂-Absorptionsbanden so stark, dass die CO₂-Wirkung in weiten Bereichen schlicht gesättigt ist.

Konkret: In den Spektralbereichen, in denen CO₂ überhaupt absorbieren kann, tut Wasserdampf dies bereits so effektiv, dass zusätzliches CO₂ kaum noch eine messbare Wirkung entfaltet. Die logarithmische Abnahme der CO₂-Wirkung ist seit Jahrzehnten bekannt – die ersten 20 ppm bewirken den Löwenanteil, jedes weitere ppm immer weniger. Bei den heutigen 420 ppm befinden wir uns längst im Sättigungsbereich.

Hinzu kommt: Wasserdampf hat eine atmosphärische Verweildauer von etwa neun Tagen, während CO₂-Moleküle im Schnitt vier Jahre in der Atmosphäre verbleiben. Der Wasserkreislauf ist ein selbstregulierendes, dynamisches System – Verdunstung, Wolkenbildung, Niederschlag. CO₂ hingegen wird zum politischen Steuerungsinstrument stilisiert, obwohl sein Strahlungseffekt neben dem Wasserdampf-Ozean in der Atmosphäre physikalisch verblasst.

Das selbe Molekül, das als Ozean 96 % der Klimaenergie speichert und als Wasserdampf 95 % des Treibhauseffekts stellt, wird in den IPCC-Modellen als bloße „Rückkopplung“ zum CO₂-Antrieb degradiert. Nicht weil die Physik das hergibt, sondern weil sich Wasserdampf nicht besteuern, nicht bepreisen und nicht in Emissionszertifikate verpacken lässt.

El Niño, La Niña und die atlantische Multidekaden-Oszillation

Diese physikalische Asymmetrie zwischen Einstrahlung und Abstrahlung ist der Schlüssel zum Verständnis der tatsächlichen Klimatreiber. El Niño und La Niña sind im Kern gigantische Umverteilungen der in den oberen Ozeanschichten gespeicherten Sonnenenergie.

Während El Niño-Jahren gibt der Pazifik geballt gespeicherte Wärme an die Atmosphäre ab – die globalen Temperaturen schnellen hoch, völlig unabhängig vom CO₂-Gehalt. In La Niña-Phasen geschieht das Gegenteil: Der Ozean saugt Wärme auf, die Atmosphäre kühlt ab. Das hat mit Treibhausgasen exakt gar nichts zu tun, sondern mit der schieren thermischen Trägheit eines Systems, das 265-mal mehr Masse besitzt als die Atmosphäre.

Noch entscheidender ist die Atlanische Multidekadische Oszilation (AMO). Sie zeigt eine verblüffende Korrelation mit den Sonnenzyklen – die zeitlichen Intervalle zwischen Spitzen und Einbrüchen der AMO stimmen präzise mit den Sonnenzyklen überein.Siehe Klimawandel durch Sonne und Meeresströmung gesteuert Das ist kein Zufall, sondern Kausalität: Die Sonnenzyklen treiben direkt oder indirekt die Meeresoberflächentemperaturen des Nordatlantiks.

Die atlantische meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) – jene große Meeresströmung, deren angeblicher Kollaps regelmäßig für apokalyptische Schlagzeilen sorgt – erweist sich bei genauer Betrachtung als bemerkenswert stabil. Eine Studie von Foukal et al., die statt unzuverlässiger Oberflächentemperatur-Messungen die Luft-Meer-Wärmeflüsse analysierte, fand keinen signifikanten Rückgang der AMOC seit den 1960er Jahren. Siehe Neue Studie zeig keine Veränderung der größten Ozean-Strömung seit 60 Jahren

Die Klima-Alarmisten brauchen den drohenden AMOC-Kollaps als Schreckgespenst. Die Daten geben das schlicht nicht her.

Warum das CO₂-Märchen physikalisch scheitert

Die hier dargelegte Physik der Wasserabsorption hat eine vernichtende Implikation für die Treibhaus-Hypothese:

CO₂ trägt ohnehin nur 4–5 % zum atmosphärischen Strahlungseffekt bei – 95 % entfallen auf Wasserdampf und Wolken. Der anthropogene Anteil daran beträgt wiederum nur 4 % der Gesamtemissionen, der Rest ist natürlichen Ursprungs. Siehe CO₂ macht reich aber nicht warm

Die Vorstellung, dass ein Spurengas, dessen atmosphärische Verweildauer im Schnitt gerade einmal vier Jahre beträgt – zugegeben selbst vom IPCC – den thermischen Giganten Ozean mit seiner tausendfach größeren Wärmekapazität nennenswert beeinflussen könnte, ist physikalischer Unfug. Der beobachtete CO₂-Anstieg von 300 auf 420 ppm hat den atmosphärischen Strahlungseffekt in keiner erkennbaren Weise verändert, wie selbst kritische Stimmen innerhalb der etablierten Wissenschaft einräumen.

Die Sonne hingegen – mit ihren 11-jährigen Zyklen, den Schwankungen des Magnetfelds und der daraus resultierenden Modulation der kosmischen Strahlung, die wiederum die Wolkenbildung steuert – ist der tatsächliche Taktgeber. Die von Henrik Svensmark und Nir Shaviv entwickelte Kosmische-Strahlen-Hypothese sowie die Winter-Gatekeeper-Hypothese von Javier Vinós liefern ein kohärentes, durch Daten gestütztes Erklärungsmodell, das ohne den Klima-Sündenbock CO₂ auskommt. Siehe wieder Klimawandel durch Sonne und Meeresströmung gesteuert

Der Ozean macht, was der Ozean will

Die physikalische Asymmetrie zwischen kurzwelligem Sonnenlicht und langwelliger Wärmestrahlung im Wasser ist kein akademisches Kuriosum – sie ist der fundamentale Mechanismus, der das Klimageschehen tatsächlich bestimmt.

Während die Sonne dutzende Meter tief in die Ozeane eindringt und dort ihre Energie deponiert, kann die thermische Rückstrahlung nur aus einer mikrometerdünnen Hautschicht entweichen. Das Ergebnis ist ein gigantischer Wärmespeicher, der das Klima mit einer Trägheit steuert, neben der die marginalen Strahlungseffekte eines Spurengases wie CO₂ physikalisch bedeutungslos sind. Die atmosphärische „Gegenstrahlung“ prallt an der Ozeanoberfläche ab wie Regentropfen auf heißem Asphalt – sie verdunstet, aber sie erwärmt nicht. Und in der Atmosphäre selbst wird das Strahlungsgeschehen von Wasserdampf dominiert, dessen Absorptionsbanden die ohnehin schwache CO₂-Wirkung längst in die Sättigung getrieben haben.

El Niño, La Niña, AMO und AMOC – das sind die wahren Klimaakteure. Die Sonne dirigiert sie, die Ozeane führen aus. Wer stattdessen auf CO₂-Reduktion setst, bekämpft einen Popanz und verschwendet Billionen, während die tatsächlichen Mechanismen unbeachtet bleiben.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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4 Kommentare

  1. sejwal
    Antworten

    Interessante Schilderung des Vorfalls.

  2. Revo Luzzer
    Antworten

    Man komme den Klimafanatikern nicht mit Wissenschaft. Mit gleichem Erfolg kann man einen Ochsen ins Horn petzen. Wissenschaft geht um Lichtjahre über ihren geistigen Horizont hinaus. Ideologen wollen nicht wissen sondern glauben. Vor allem diejenigen, die sich damit die Taschen voll machen. Sie würden auch niemals ein Buch anfassen, das ihr schräges Weltbild zum Einsturz bringen würde. Z.B. „Klimawahrheit“ von Werner Huber oder „Die Erde im Umbruch“ von Hans-Joachim Zillmer. Wissenschaft und (Ersatz-)Religion liegen nun mal weit auseinander.

  3. Jurgen
    Antworten

    Wenigstens erkennt man an dem Artikel, dass es ein extrem retardierendes Regulativ gibt (gegen den Klimawahn), das da heißt Ozean. Ab jetzt nenne ich die Leute, die das Wort Klimawandel dauern in den Mund nehmen, nur noch Klimavollidioten!

  4. triple-delta
    Antworten

    Es ist doch reine Ergotherapie, sich mit dem physikalischen Märchen „CO2-Klimawandel“ zu beschäftigen. Wer würde denn wissenschaftlich nachweisen wollen, dass Frösche nicht reden können, wenn im Märchen was anderes steht?
    Es ist ein politisches Projekt mit politischen Zielen. Es wäre zielführender, den Menschen diese Zusammenhänge von Klassengesellschaft und herrschender Klasse zu erklären.

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