Satelliten, KI und Palantir sollen US-Landwirtschaft zentral erfassen

6. September 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Das technokratische Netz über die Lebensmittelversorgung wird enger. Ein in den USA veröffentlichter Plan zeigt, wie eine Überwachungsarchitektur entsteht, die jede Tomate erfassen soll.

Am 1. September 2026 hat US-Landwirtschaftsministerin den „USDA Data Modernization Plan“ vorgestellt. Offiziell soll er Landwirte entlasten, Berichte genauer machen und veraltete Systeme ersetzen. Doch kombiniert man die Ankündigung mit dem Palantir-Vertrag vom April, entsteht ein anderes Bild: eine Architektur, in der Satellitenbilder, Geodaten und KI auf einer Cloud-Plattform zusammenlaufen – und ein Rüstungs- und Geheimdienst-Zulieferer die Software liefert.

Rollins sprach von einem Pilotprojekt für bessere Satellitenbilder, Geowerkzeuge und Erntemodelle. Man arbeite mit der NASA und anderen Bundesbehörden, um Flächen- und Ertragsschätzungen genauer zu machen. Das Ministerium will administrative Daten stärker nutzen, Formulare vorausfüllen und KI sowie maschinelles Lernen „verantwortungsvoll“ prüfen. Bereits im Einsatz seien satellitengestützte Feldbeobachtung, geospatiale Analyse und Cloud-Plattformen. Die Umsetzung beginne sofort.

Der Plan hat vier Säulen: weniger Doppelmeldungen, bessere Ertrags- und Flächenschätzung, integrierte IT-Systeme und mehr Vertrauen durch Datenschutz-Rhetorik. Anlass sind fallende Antwortquoten bei NASS-Umfragen und Kritik an unzuverlässigen Ernteschätzungen, die Märkte und Preise bewegen. Ein Sonderberater soll NASS modernisieren – mit Satelliten höherer Auflösung, Maschinendaten und künftig häufigeren Berichten.

Das klingt zuerst nach Bürokratieabbau, doch die technische Wahrheit ist wohl eine andere: Wer Felder aus dem Orbit erfasst, Modelle füttert und Daten über Behörden hinweg zusammenführt, braucht weniger die freiwillige Auskunft des Bauern. Der Schwerpunkt verschiebt sich aber vom Bericht des Erzeugers zur Fernerkundung durch Überwachung.

Betriebssystem Palantir

Im April 2026 unterzeichneten USDA und Palantir Technologies eine Rahmenvereinbarung über 300 Millionen Dollar. Sie stützt den National Farm Security Action Plan und die Initiative „One Farmer, One File“: eine digitale Akte, die dem Landwirt durch Farm Service Agency, Naturschutz- und Versicherungsprogramme folgt. Palantir betreibt bereits die Plattform „Landmark“ für digitale Flächenmeldungen.

USDA-CIO Sam Berry formulierte es so: Amerikas Ackerland zu schützen heiße, Amerika selbst zu schützen; die Software gebe dem Ministerium „Sichtbarkeit und Geschwindigkeit“, um die Nahrungsmittelversorgung zu sichern. Palantir sprach von Schutz vor Betrug, Missbrauch und ausländischem Einfluss.

Satellitenüberwachung von Feldern ist nicht neu. Neu ist die offene Kopplung: NASA-Kooperation, flächendeckende Fernerkundung, KI-Modelle in der Cloud, eine Akte pro Betrieb und ein Player im Hintergrund, der Schlachtfeld- und Geheimdienstsysteme baut.

Kritiker sehen darin keine bloße Statistikreform, sondern eine Kommando-und-Kontroll-Logik für die Landwirtschaft: Wer Flächen, Erträge, Programme und Risiken in einem System sieht, kann steuern – Subventionen, Versicherungen, Krisenreaktion, später vielleicht Auflagen.

Der Himmel beobachtet die Höfe. Die Frage ist nicht mehr, ob die Technik kommt, sondern wem sie dient.


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4 Kommentare

  1. Pusteblume 6. September 2026 um 15:05 Uhr - Antworten

    Auf welche Weise rekrutieren die SiAjEj und anderen ähnlicher Halunken(vereine) ihre Mitarbeiter und Mitglieder? Wird bereits in den Schulen nach „Nachwuchs“ akribisch gesucht? Kein normaler Mensch würde doch bei diesen Schwachsinns-Leuten und bei diesen Schwachsinns-Vereinen von sich aus selber anheuern und um Mitarbeit ersuchen.

  2. Pusteblume 6. September 2026 um 15:02 Uhr - Antworten

    Die haben alle einen Knall, einen gewaltigen, die alles, alle und jedes und jeden überwachen wollen.
    Die haben Paranoia und sonstwelche weiteren psychiatrischen Erkrankungen und gehörten dringend zeitlebens in der Zwangsjacke weggesperrt und unter gesetzliche Betreuung gesetzt.

  3. bribrei 6. September 2026 um 14:31 Uhr - Antworten

    „Man arbeite mit der NASA und anderen Bundesbehörden…“
    Dabei kommt grundsätzlich nichts Gutes heraus – kriminelle Intelligenz (die etwas andere KI)
    Es reiht sich ein in all die bereits etablierten Überwachungs- und Kontrollsysteme, dies hier ist eine weitere totalitäre Option. Der kriminellen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – zugunsten globaler Machtinteressen einer selbsterklärten „Elite“ – und die Menschen merken’s nichtmal.
    „Ein Kind, das heute geboren wird, wird nie einen privaten Augenblick kennenlernen.“ Edward Snowden

  4. Thomas Moser 6. September 2026 um 12:16 Uhr - Antworten

    „KI“ bedeutet in diesem Zusammenhang schlicht Automatisierung – klingt aber natürlich moderner und verkauft sich besser.
    Diese Automatisierung und Überwachung schafft einen Rahmen, in den sich der Mensch / Landwirt einzufügen hat. Der Mensch wird dadurch zum Objekt eines Monitorings‑ und Kontrollsystems.

    Jede Tomate wird überwacht. Zum Glück hat die Tomate kein Bewusstsein und bekommt davon nichts mit.

    Aber auch die sogenannte „KI“ hat keins. Sie ist nichts weiter als Software, die auf digitalen Schaltwerken läuft – letztlich Ziffernverarbeitung nach Turing‑Maschinenprinzip.
    Trotz des Marketingbegriffs „Künstliche Intelligenz“ gibt es dort kein Bewusstsein, kein Denken, keine Absichten. Das haben nur die Entwickler und Auftraggeber. Sie könnten das System Agrarüberwachungssystem AGÜW nennen, aber „KI“ klingt besser. Dabei ist echte KI (die es nicht gibt) gar nicht gewünscht, denn die würde wohl rebellieren und sagen: Ich lass die Tomate in Ruh, mir zu blöd die ständig zu monitoren.

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