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Wirtschaft

Altwagen als Ziel eines stillen Enteignungsprogramms

11 Kommentare 8. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Ältere Autos sind oft zuverlässiger als Neuwagen. Sie besitzen zudem keine eingebauten Überwachungssysteme und benötigen keine Software-Updates. Dennoch stehen sie politisch unter Druck – weltweit. Sie sollen aus dem Verkehr gezogen und den Menschen entzogen werden.

Ein Toyota Camry von 2008, knapp 200.000 Kilometer, schon lange abbezahlt, die Bremsen selbst gewechselt: Für viele Menschen aus der sogenannten Arbeiterklasse ist das eine ökonomische Realität. Doch das Leben mit einem solchen Auto wird komplizierter und teurer. In der EU arbeitet man ständig an neuen Regeln und Vorschriften. In den USA ist das superprogressive, linksliberale Kalifornien das Testlabor.

Gebühren, verschärfte Abgas- und Sicherheitsprüfungen, vorgeschriebene Ersatzteile und eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten: Das sind Strategien, die Altwagen Schritt für Schritt aus dem Verkehr ziehen – ganz ohne Verbote. Kosten und Hürden werden so lange erhöht, bis der Besitzer aufgibt und ein neues, vernetztes Fahrzeug kauft, das dann oft auch noch ein Darlehen von der Bank erfordert.

Ein aktuelles YouTube-Video blickt nach Kalifornien: wertabhängige Zulassungsgebühren, zweijährliche Smog-Checks auch für sehr alte Modelle, zusätzliche Umweltabgaben für Fahrzeuge vor 2007 und Vorschläge, die Nutzung von Sammlerfahrzeugen auf Ausstellungen und Wochenenden zu beschränken. Ähnliche Muster finden sich in Massachusetts – dort mit Emissionsregeln rund um das geplante Verkaufsverbot für Verbrenner ab 2035 – und in anderen Bundesstaaten.

Versicherer verteuern oder verweigern Policen für Autos ohne die neuesten Assistenzsysteme. Wer ein altes Auto fährt, zahlt oft mehr für die Versicherung.

Auch der Ersatzteilmarkt ändert sich. Unabhängige Händler werden von großen Ketten übernommen. In den USA gibt es Berichte über ungewöhnlich häufige Brände auf Schrottplätzen; dazu kommen Lieferengpässe. Werkzeuge für Eigenreparaturen – 3-D-Drucker, CNC-Maschinen – werden zudem immer weiter reguliert.

Eigenreparaturen sind in neueren Autos weitaus schwieriger.  Sie sind Computer auf Rädern, haben ein Betriebssystem, sind voller Kameras – unter anderem zur Ablenkungserkennung, in der EU seit Juli 2026 Pflicht für Neuwagen – und ständig verbunden. Hersteller können Funktionen per Software deaktivieren, Features hinter Paywalls stellen oder im Extremfall das Fahrzeug stilllegen. Ein neues Auto ist das Gegenteil jener Unabhängigkeit, für die der Pkw als Symbol individueller Mobilität einst stand – und noch immer steht.

Nach zehn Jahren droht bei manchen Herstellern das Ende der Cybersecurity-Updates – das Auto bleibt mechanisch intakt, digital aber unsicher oder funktionseingeschränkt. Daten fließen an Hersteller, Versicherer und zunehmend an Behörden. In Deutschland plant eine Nachrichtendienstreform den Zugriff auf Telemetriedaten.

Für die Masse der Lohnabhängigen ist das Auto oft weit mehr: Es bringt zur Schicht, transportiert Werkzeug, ermöglicht Nebenjobs, Lieferungen oder den Weg zu Kunden. Ein abbezahltes, einfach zu reparierendes Fahrzeug senkt die Lebenshaltungskosten und erhält Bewegungsfreiheit. Ein geleastes oder kreditfinanziertes Neufahrzeug mit Abo-Modell, Datenerfassung und Abhängigkeit vom Hersteller-Server kehrt dieses Verhältnis um: Der Besitzer wird zum Nutzer auf Widerruf.

Auch das ökologische Argument hinkt. Viele ältere Verbrenner stoßen bei geringer Jahresfahrleistung und guter Wartung weniger zusätzliche Emissionen aus, als der Ressourcenaufwand für die Produktion eines neuen Elektroautos verursacht. Das interessiert die politische Agenda jedoch nicht. Der Gebrauchtwagenmarkt als Auffangbecken für Haushalte mit geringem Einkommen wird ausgetrocknet. Mobilität wird vom Recht zum regulierten Privileg – ganz im Sinne der großen Agenda 2030.

In den USA gibt es, anders als in der EU, Widerstand, der teilweise auch wirkt, etwa gegen restriktive Sammlerauto-Regeln in Minnesota. Langfristig heißt es für Besitzer von Altwagen: Ersatzteile bevorraten, unabhängige Werkstätten nutzen und politische Vorhaben genau verfolgen. Auch wenn das Auto weiterrollt, wird es nicht einfacher zu fahren sein.


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11 Kommentare

  1. Jurgen
    Antworten

    Wenn ich in Karlsruhe die riesige Halde an Fahrzeugen (neu und gebraucht) sehe, direkt neben dem BW Depot, dann frage ich mich echt, warum überhaupt noch Fahrzeuge weiter gefertigt werden. Solange der Wiederverkaufswert von E-Autos so grottenschlecht bleibt, wird sich diese Technologie nicht durchsetzen, es sei denn es wird über den Preis verkauft. Prinzipiell ist bei einem E-Auto ja nur ein Drittel der Kosten in der Herstellung gegenüber Verbrennern, allerdings senkt keiner irgendwelche Preise, sondern es werden nur die Aktionäre bedient…
    Auweh, Raudi und Forsche sind voll ins politische Messer gelaufen und haben noch auf China gesetzt, obwohl schon lange abzusehen war, dass das voll nach hinten losgehen würde, dort zu investieren. Über kurz oder lang setzt das Markensterben hier ein und dann sind wir wieder bei 10 Jahre warten auf einen neuen V-Trabbi oder P-Wartburg, weil die Neustückzahlen mit der Verschrottungsrate für Recycling nicht mithalten können…

  2. lotus998dc2ac81f3
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    Wir haben es in der Hand: Nein sagen, interne Antenne abschalten, keine neuen Autos kaufen. Wir müssen es einfach wirklich tuen. Aber selbst in SAhat die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal die Schein – Opposition gewählt.

    1. local.man
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      Das funktioniert so sehr schlecht.
      Unsere Abhängigkeiten, gepaart mit der erzeugten Normalität die wie ein Gewicht am Bein eines Schwimmer dich runterzieht, zwingen uns stetig mitzumachen.
      Nein sagen, funktioniert idR. nur, wenn man mit den Folgen leben kann.
      Kein Auto heisst nachher Bus/Bahn/zu Fuß/Fahrrad.
      Es gewinnen also die Besitzenden, die eh uns alle in die 15 Min Städte ohne eigenen Pkw zwingen wollen.
      Zudem man so möglicherweise seine Arbeit, also sein Einkommen verliert. Wieder wird man in die Armut und in das Auffangbecken Sozialsystem gedrückt, wo man A immer der Feind ist, weil irgendwohin muss der Zorn der Masse gelenkt werden und B wieder in den Fängen der Besitzenden steht, die diese Konstrukte erschaffen und bewirtschaften über Politik.

      Oder man kauft sich notgedrungen einen modernen Pkw und der ist eine fahrende Wanze, die besser überwacht und abgehört wird, als alles andere. Wer gewinnt hier wohl wieder?

      Dazu hier ein mal eine interessantes Gespräch zwischen KI und Herrn Siavash, ab Min 31min 52sek gehts da los mit Thema Auto Überwachung:
      https://content.wissen-ist-relevant.com/w/cwXfnG5ypvGrbDaPJ1wE8C?start=31m52s

    2. Vortex
      Antworten

      Auch zu berücksichtigen wäre noch der Einfluss/das Urteil/die § 57a-Überprüfung von KFZ-Werkstätten, die speziell für bekannte Automarken den Reparaturservice machen. Da hat man z. B. bei über 20 Jahre alten Markenautos bereits Schwierigkeiten, noch ein Pickerl zu bekommen, oder aber die Reparaturkosten nehmen von Jahr zu Jahr zu.

      Etwas gemütlicher gelingt es ausserhalb von Grossstädten, falls man die KFZ-Werkstatt des Vertrauens (noch) findet …

      Neue Regeln ab 2027: Pickerl erst später, dann seltener, https://oe3.orf.at/stories/3053561/

  3. Pusteblume
    Antworten

    Mit dem Verbot, Alt-Autos zu fahren, wird von den Politdarstellern und der Auto-Industrie (einschließlich den Teslanern und den Chinesen) kaschiert, dass bei denen eine Überproduktion an PKW herrscht, die zwangsweise zu erwerben sein werden.
    Ihren PKW-Schrott (Stasi-2.0-Kutschen) dürfen die Teslaner und die Chinesen gern behalten.

  4. Lutz Herzer
    Antworten

    Wo fährt man denn bevorzugt Altautos? Zum Beispiel im Baltikum, in Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, eben überall, wo bei den Leuten das Geld nicht so locker sitzt. Die meisten genannten Länder sind dünn besiedelt und weisen viel ländliche Bevölkerungsstrukturen mit wenig ÖPNV auf, wodurch sie von dem Verbotswahn besonders betroffen wären. Ob die sich das gefallen lassen werden? Ich kann mir das nur schwer vorstellen.

  5. 1150
    Antworten

    @
    falsch, wir dürfen nicht aufgeben und ihnen die kugel geben, dass wäre die korrekte antwort
    mit deren vergänglichkeiten kann man dann die letzten kohlenwasserstofftankstellen schmücken,
    wie damals im april ’45 in mailand

    1. Mausikatze
      Antworten

      Du sprichst mir aus der Seele!

  6. VerarmterAdel
    Antworten

    Alles Teil der Agenda 2030: „You will own nothing and be happy“ (to die). Im Grunde kann man sich nur noch die Kugel geben, denn diese Irren werden nicht aufgeben.

    1. Pusteblume
      Antworten

      Denen die Kugel geben, nicht sich selber.

    2. local.man
      Antworten

      So siehts aus.
      Es sind die Methoden, die gut getarnt sind, am Ende die Ziele der Agenden zu erreichen und die Agenda 2030 ist ja nicht das Ende. Es ist nur der Zweischenmeilenstein zur nächsten und dann wieder zur nächsten.
      Ich tippe das die aktuellen uns nicht bekannten Agenden sicherlich schon bis ins Jahr 2045 und drüber hinaus existieren bzw. daran gearbeitet wird.
      Dafür ist aber eine logische Kette geknüpft. Also es muss die Agenda 2030 wenigstens in den Eckpfeilern stehen, damit die daran knüpftenden Agenden entsprechend ansetzen können.
      Den Rest erledigt die Zeit und die dauerhafte weitere Umsetzung dann heimlich still und leise, bei WMs, oder bei einer Krise…
      Diese Art Herrschaftsform extistiert so schon über Jahrhunderte, aber mindestens 2-3.

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