USA ziehen Luftabwehrsysteme aus Südkorea ab

11. März 2026von 1,8 Minuten Lesezeit

Die USA verlegen Raketenabwehr, die in Südkorea stationiert ist, in den Nahen Osten. Die Abwehrsysteme sorgten bei der Beschaffung für massive diplomatische Verstimmungen zwischen Südkorea und China. Jetzt sind sie weg.

Zunächst berichteten südkoreanische Medien mit Verweis auf Quellen aus der Regierung. Es ist fraglich, ob die USA erfreut sind, dass diese militärischen Details ans Licht kommen. Eher nicht – und es lässt die Supermacht ziemlich peinlich dastehen. Man verlegt THAAD- und Patriot-Raketenabwehr aus Südkorea in den Nahen Osten.

Laut Washington Post und Yonhap News Agency werden bereits Abfanggeräte des Terminal High Altitude Area Defense (THAAD)-Systems per US-Transportflugzeugen (C-5 Galaxy und C-17 Globemaster) vom Stützpunkt in Seongju abtransportiert. Auch mehrere Patriot-Batterien (PAC-3) vom Luftwaffenstützpunkt Osan sind betroffen – teilweise bereits demontiert und verladen.

Südkoreanische Medien veröffentlichten Fotos der Abbauarbeiten, die weltweit für Aufsehen sorgen. Südkoreas Präsident Lee Jae-myung reagierte ungewöhnlich offen: „Wir haben der Verlegung widersprochen, doch die harte Realität ist, dass wir unsere Position nicht immer durchsetzen können.“ In einer Kabinettssitzung soll er zwar betont haben, die Abschreckung gegenüber Nordkorea bleibe gewahrt – Südkorea verfüge über eigene Systeme. Dennoch sei die US-Entscheidung „nicht zu verhindern“. Außenminister Cho Hyun bestätigte Gespräche über weitere Patriot-Verlegungen nach Saudi-Arabien oder in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Diese militärische Frage hat aber auch eine brisante politisch-diplomatische Dimension. Das THAAD-System in Seongju wurde 2017 gegen nordkoreanische Raketen stationiert. China reagierte damals empört und mit massiven Wirtschaftssanktionen – Boykotte koreanischer Produkte, Absage von K-Pop-Konzerten, Rückzug von Investitionen. Seoul nahm dies alles zugunsten der USA hin. Die Raketensysteme wurden nie verwendet – jetzt, neun Jahre später, werden sie zumindest teilweise abgezogen.

Für US-kritische Beobachter ist die Verlegung ein weiterer klarer Beweis für eine Überlastung Washingtons. Andere – pro-amerikanische – Kommentatoren sprechen von einem „Verrat an Verbündeten“. In Nordkorea dürfte man die Sache wohl recht belustigt beobachten. Nordkorea meldete erst in der Nacht auf Mittwoch einen neuen Raketentest.

Bild „US deploys THAAD to Romania“ by NATO is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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8 Kommentare

  1. Jan 11. März 2026 um 18:34 Uhr - Antworten

    Es macht Sinn, veraltetes Material zu verheizen. Die Frage ist, ob etwas nachkommt?

    • maxstirner 12. März 2026 um 9:29 Uhr - Antworten

      Woher denn? Sie kriegen ja auch keine Überschallrakete hin :D

  2. therMOnukular 11. März 2026 um 15:18 Uhr - Antworten

    Naja, dann haben sie jetzt dieselbe „Lebenserfahrung“ wie die Prinzen im mittleren Osten, als die USA die Systeme von dort nach Issrael transferierte, nachdem die in Issrael zerstört waren.

    Danke USA, dass du auch dein allerletztes Aufgebot in diese letzte Schlacht wirfst, die du dir zugetraut hast. R.I.P.

    • 1150 11. März 2026 um 15:57 Uhr - Antworten

      @,
      stalingrad wurde mittlerweile globalisiert

      • Jan 11. März 2026 um 18:31 Uhr

        Richtig!

      • maxstirner 12. März 2026 um 9:30 Uhr

        Copycat-Effekte!

  3. OMS 11. März 2026 um 12:09 Uhr - Antworten

    Wer Frieden auf diesem Planeten will, schmeißt die USA mit ihrer Botschaft und den Militärbasen aus dem Land. Denn wo die USA ihr Militär stationiert haben, ist Krieg vorprogrammiert! Ami go home, bleib in deinem Land und lass´ die Welt in Frieden leben!

  4. OMS 11. März 2026 um 11:59 Uhr - Antworten

    Den guten Amerikanern geht es ja nur darum, dass dem bösen Iran nicht die militärischen Ziele ausgehen um nicht wie sie und das gute Israel selber ja praktizieren, die Zivilbevölkerung mit Raketen beschießen zu müssten.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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