
Stimmen der „Freedom Flotilla“ über das Vorgehen Israels
Abgesehen von diplomatischen und völkerrechtlichen Folgen, sind die Aussagen von Aktivisten der Freedom Flotilla Coalition und der Global Sumud Flotilla, die nach ihrer Festnahme in internationalen Gewässern schwere Vorwürfe gegen die israelischen Behörden und das Militär erheben zutiefst bewegend.
Während die israelische Regierung die Missionen als illegale Provokationen einstuft und Vorwürfe der Misshandlung vehement als „dreiste Lügen“ zurückweist, zeichnen die freigelassenen und deportierten Teilnehmer ein völlig anderes Bild. Ihre Berichte, die über soziale Netzwerke und Medien verbreitet werden, klagen das Vorgehen als völkerrechtswidrige „Piraterie“, Folter und systematische Erniedrigung an. Nur einige Beispiele:
Margaret Connolly (Irland): „Dieses Regime muss zerschlagen werden“
Die Ärztin und Schwester der irischen Politikerin Catherine Connolly fand nach ihrer Festnahme auf der Flotilla radikale und kompromisslose Worte gegen die israelische Führung und deren westliche Unterstützer:
„Was sie uns antun, ist nichts im Vergleich zu den Leiden der Palästinenser. England, Frankreich und alle westlichen Regierungen stehen hinter Israel. Sie selbst sind eine Plage, die Pest und Gewalt überall hinbringt, wohin sie gehen. Und ich sage als Mutter, Ärztin und irische Bürgerin: ‚Geht zum Teufel!‘ Dieses barbarische und grausame israelische Regime muss zerschlagen werden! Palästina gehört euch nicht! Israel muss zurückgeben, was es genommen hat.“
- Originalquelle/Kontext: Video-Statement auf X
David Adler (USA): „Regelmäßig geschlagen und traumatisiert“
David Adler, Co-Koordinator der linksgerichteten Organisation Progressive International, verurteilte nach seiner Abschiebung die physische Gewalt in der berüchtigten Ketziot-Haftanstalt in der Negev-Wüste:
„Wir wurden über einen Zeitraum von fünf Tagen im Gefängnis regelmäßig geschlagen, gefesselt, psychologisch gefoltert und uns wurden Nahrung und Medikamente verweigert.“ (Facebook-Video)
- Kontext: Bericht dokumentiert über Middle East Eye.
Lorenzo D’Agostino (Italien): „Schockiert von der grundlosen Grausamkeit“
Der italienische Journalist, der die Flotilla begleitete und in internationalen Gewässern festgenommen wurde, berichtete gegenüber internationalen Medien von gezielten Demütigungsritualen, insbesondere gegen prominente Gesichter wie Greta Thunberg:
„Wir waren schockiert über das Ausmaß an Demütigung und grundloser Grausamkeit, das diese Leute an uns ausgeübt haben. […] Greta Thunberg wurde gezwungen, vor einer israelischen Flagge auf dem Beton zu knien, während Soldaten Fotos machten, um sie gezielt zu demütigen.“ (Facebook Reel)
- Kontext/Video: Interview veröffentlicht auf Saudi Gazette.
Noa Avishag Schnall (USA/Frankreich): „Sie haben mir die Luft abgeschnürt“
Die jüdische Journalistin, die für das US-Medium Drop Site News von Bord berichtete, schilderte unter Tränen und mit sichtbaren Blutergüssen im Gesicht die Brutalität der Wärter:
„Ich wurde an Metallfesseln an meinen Hand- und Fußgelenken aufgehängt und von einer Gruppe von Wärtern in den Bauch, den Rücken, das Gesicht und gegen den Kopf geschlagen. Einer saß auf meinem Hals und Gesicht und schnürte mir die Atemwege ab.“
- Kontext/Video: Zeugnis dokumentiert im Video von Yahoo News.
Anonymer Aktivist (Großbritannien/Sumud Flotilla): „Sie traten und schlugen uns“
Nach der gewaltsamen Kaperung der Gobal Sumud Flotilla berichteten britische Teilnehmer von schweren Knochenbrüchen und mangelnder medizinischer Erstversorgung an Bord der israelischen Marineschiffe:
„Wie Sie sehen können, ist meine Nase wahrscheinlich gebrochen. Meine Rippen schmerzen, vielleicht sind sie auch gebrochen. Mein Nacken ebenso. Sie traten uns, schlugen uns und schleiften uns über den Boden, und wir hörten sogar Schüsse, die auf Menschen abgefeuert wurden.“
- Kontext/Video: Videomaterial und Zeugenaussage verbreitet über Instagram.
Paolo Romano (Italien): „Wie Tiere behandelt“
Der italienische Aktivist beschrieb den Moment des Zugriffs durch die israelische Marine ca. 70 Seemeilen vor der Küste Gazas als kriegsähnlichen Akt gegen unbewaffnete Zivilisten:
„Sie haben unsere Boote mit Kriegsschiffen umzingelt, Wasserwerfer eingesetzt und uns gezwungen zu knien, während sie jeden schlugen, der sich bewegte. Wir wurden wie Tiere behandelt.“
- Kontext: Veröffentlicht im Bericht von Anadolu Agency. (Facebook Reel)
Die Aktivisten der Flotilla haben aus Beweisen über die Behandlungen der Friedenaktivisten eine Zusammenfassung erstellt. Woraus auch das Titelbild extrahiert wurde. Dazu gibt es auch ein Dokument.

Reaktionen
Diese Bilder und Videos führten zu scharfer internationaler Kritik und dazu, dass europäische Staaten wie Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien die israelischen Botschafter einbestellten. Während Menschenrechtsorganisationen wie Adalah und Euro-Med Monitor von schweren systematischen Völkerrechtsverletzungen und Übergriffen sprechen, bleibt die israelische Position unverändert: Die Flotilla sei keine humanitäre Mission, sondern Unterstützung von Terrorstrukturen. Für die Aktivisten hingegen zeigt die Härte, mit der gegen sie vorgegangen wurde, nur im Kleinen, was Palästinenser in den Gefängnissen täglich ohne Kameras erleiden müssen.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Ben-Gvirs Video zu Gaza-Flotilla-Aktivisten löst internationale Kritik aus
Wassermelonen-Emoji als Hassrede: Der deutsche Verfassungsschutz überwacht jetzt Obst
Die Komplizen beim Völkermord in Gaza
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.