
Havanna im Würgegriff: Kuba 2026
Es ist ein Detail, das alles sagt. Fast 20.000 Tonnen Lebensmittel, bereitgestellt von UN-Organisationen wie dem Welternährungsprogramm, UNICEF und dem UNDP, lagern derzeit in den Häfen Mariel und Santiago de Cuba und in internen Depots. Aber die Hilfe für jene, welche weltweit selbst Ländern in Not halfen, kommt nicht an. Warum?
Obwohl in Kuba mittlerweile eine Hungersnot droht, stapeln sich die Container, die ungenutzt bleiben. Die Verteilung scheitert an der von Washington verhängten totalen Ölblockade: Benzin und Diesel sind so knapp, dass die UN, die mehr als fünf Millionen Liter Treibstoff für die Verteilung benötigt, sie nicht beschaffen kann. Hilfe ist da. Sie kommt nur nicht an. Das ist die Lage auf Kuba im Sommer 2026.
Der Dominostein fällt: Venezuela und das Öl
Um zu verstehen, was in den letzten Monaten geschah, muss man bei Venezuela beginnen. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den frühen 1990er Jahren war Venezuela unter Hugo Chávez zum wichtigsten Energielieferanten Kubas geworden — Öl gegen Ärzte, eine klassische Kooperation des Südens. Doch diese Achse hat Washington seit Jahren systematisch unter Druck gesetzt.
Mit der Corona-Pandemie rutschte Kuba in eine tiefe wirtschaftliche Krise, aus der sich das Land kaum wieder erholte. Aus Venezuela kamen nicht mehr die früher gewohnten 100.000 Barrel Öl pro Tag, sondern nur noch rund 35.000. Das war bereits ein harter Einschnitt. Was dann folgte, war der finale Schlag.
Kidnapping, Verrat und Kolonialismus
Am 3. Januar 2026 entführten die USA in einer Militärinvasion den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Dabei kamen auch 32 kubanische Sicherheitskräfte im Dienste des venezolanischen Präsidenten ums Leben. Offensichtliches Ziel war die Kontrolle über Venezuelas Ölproduktion. Der Nebeneffekt für Kuba war verheerend: Die letzte Öllieferung vor der Quasi-Blockade hatte die Insel bereits am 9. Dezember des Vorjahres erreicht.
Nach der Entführung Maduros unterband Washington alle venezolanischen Ölexporte nach Kuba;
zudem erpresste Trump allen Ländern, die die Insel weiter mit Rohöl und Ölderivaten belieferten, mit Zusatzzöllen.
Wichtige Verbündete wie Mexiko oder Brasilien schicken seitdem zwar weiter humanitäre Hilfe, aber kein Öl mehr. Niemand will sich den Zorn des US-Präsidenten zuziehen.
Der Mangel an Flugbenzin hat dazu geführt, dass kanadische, russische, türkische, französische und spanische Fluggesellschaften ihre Flüge auf die Insel eingestellt haben. Auch der Tourismus — die zweitwichtigste Devisenquelle des Landes — bricht ein. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Kuba 48 Prozent weniger Einnahmen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Leben im Dunkeln
Was das konkret bedeutet, lässt sich in Zahlen und in Alltagsbildern beschreiben — beides ist erschreckend.
Seit 2024 kommt es zu langanhaltenden Stromausfällen von mehr als 15 bis 20 Stunden täglich oder zu vollständigen Zusammenbrüchen des nationalen Stromnetzes. Diese Ausfälle lähmen die Wirtschaft, beeinträchtigen die Wasserversorgung, Krankenhäuser und Kommunikation.
Viele Familien sind dazu übergegangen, mit Holzkohle zu kochen, da auch Gas während längerer Stromausfälle oft nicht verfügbar ist. Da eine kontinuierliche Kühlung nicht möglich ist, können Lebensmittel kaum gelagert werden. Die meisten Menschen leben von Tag zu Tag, kaufen und konsumieren, mit dem ständigen Risiko, dass Lebensmittel verderben.

Bild: Operationen beim Schein von Mobiltelefonen.
Die Versorgungslage wird von Tag zu Tag dramatischer. Öl und Diesel werden immer knapper. Stromsperren legen das öffentliche Leben lahm, Betriebe stehen still. Und ohne Diesel für die Laster kommen keine Nahrungsmittel vom Land in die Stadt, beschreibt GIGA-Experte Prof. Dr. Bert Hoffmann, der Mitte März persönlich vor Ort war.
Ein Schweizer Arzt, der die Insel kürzeitig besuchte, wird noch direkter: „Die Lage ist dramatisch. Die Leute haben Hunger!“
Drohung und Anklage: Der politische Druck
Die wirtschaftliche Strangulation ist nur eine Seite der US-Strategie. Die andere ist die offene politische und militärische Einschüchterung.
Am 29. Januar 2026 erließ US-Präsident Donald Trump die Executive Order „Addressing Threats to the United States by the Government of Cuba„, wonach er Kuba zu einer „nationalen Bedrohung“ erklärt. Kurz darauf ließ das US-Justizministerium eine Anklageschrift gegen den 94-jährigen früheren Präsidenten Raúl Castro fallen — wegen des Abschusses von Flugzeugen einer CIA-nahen Exilgruppe, auch Terrorgruppe in Kuba genannt, im Jahr 1996. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus erneuerte Trump die Drohung einer Intervention: „Andere Präsidenten haben seit 50, 60 Jahren erwogen, etwas zu unternehmen. Und es sieht so aus, als wäre ich derjenige, der es tun wird.“
Das ist keine rhetorische Aussage. Das Pentagon hat nach Informationen des US-Magazins Politico in den vergangenen Monaten Truppen und Waffensysteme rund um Kuba positioniert, darunter der Flugzeugträger USS Nimitz. Militärexperten sehen in der verstärkten Präsenz ein Signal der Abschreckung, nicht nur gegen Kuba selbst, sondern auch gegen seine Verbündeten in der Region.
Trump und sein kubanisch-stämmiger Außenminister Marco Rubio, der zugleich als Nationaler Sicherheitsberater fungiert, haben wiederholt das Ziel eines Regimewechsels in Kuba ausgegeben. Die Strategie scheint zu sein, die kubanische Regierung durch eine Mischung aus massivem wirtschaftlichem Druck und militärischen Drohgebärden zur Kapitulation zu zwingen.
Was die Welt dazu sagt — und was nicht
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla sprach vor dem UN-Sicherheitsrat von einer drohenden „humanitären Katastrophe„. UN-Sonderberichterstatter prangerten an, dass die Kombination aus Sanktionen, logistischen Blockaden und extraterritorialem Sanktionsdruck die humanitäre Versorgung der Bevölkerung systematisch behindere. Sie forderten die sofortige Aufhebung der einseitigen Zwangsmaßnahmen und verwiesen auf die Verpflichtungen der Staaten nach der UN-Charta.
Internationale Reedereien wie CMA CGM und Hapag-Lloyd haben ihre Transporte nach Kuba ausgesetzt, zahlreiche westliche Investoren ziehen sich zurück, auch große Hotelketten reduzieren ihre Präsenz. Die sekundären Sanktionen wirken wie eine stille Mauer um die Insel.
Der Druck kommt auch von unerwarteten Seiten: Kuba verliert durch die anhaltende Krise seine eigene Bevölkerung. Nach Regierungszahlen hat Kuba in den vergangenen Jahren rund zehn Prozent seiner Einwohner verloren. Wer kann, geht. Was bleibt, ist eine Gesellschaft im Überlebensmode.
Ein Endspiel, das keines sein darf
Die kubanische Regierung hat versucht, auf die Krise mit einer Reihe von Maßnahmen zu reagieren: Zollbefreiung für den Import von Photovoltaikanlagen, steuerliche Anreize für Energieprojekte, die Genehmigung für privaten Import von Kraftstoff. Es sind Pflaster auf einer klaffenden Wunde.
Die Lage ist zugespitzt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Was in Kuba gerade geschieht, ist kein Naturphänomen und kein Versagen eines Systems im Vakuum. Es ist das Ergebnis einer bewussten, dokumentierten, offen erklärten Politik:
Das Ziel dieser Strategie, das von hochrangigen US-Beamten zugegeben wurde, besteht darin, den Lebensstandard der kubanischen Bevölkerung zu senken, um einen sozialen Aufstand zu provozieren, der einen politischen Wandel herbeiführt.
Einordnung
Jeder der mit den USA Geschäfte macht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er dabei mithilft, dieses System aufrecht zu halten und zu immer größeren Verbrechen zu befähigen. Jedenfalls, soweit man Taten aus Sicht des größeren Teils der Welt nach dem verblichenen Völkerrecht beurteilt. Und nicht entsprechend den Interpretationen der „regelbasierten Ordnung“.
Das kleine gallische Dorf kämpft — diesmal nicht mit dem Speer, sondern gegen den Hunger. Und die Welt schaut größtenteils zu. Sie schaut zu, wie bei den anderen Angriffskriegen der USA, wie bei den Völkermorden in Gaza und nun beginnend im Libanon. Das so genannte Völkerrecht vermodert und man sieht bereits das Skelett. Es lag im Koma, als Donald Trump an die Regierung kam, aber er hat ihm den Stecker gezogen. Und wir warten nun auf den nächsten großen Krieg, nach dem dann wieder einmal gesagt werden wird „nie wieder„.
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Wie sich die USA gegenüber seinen nächsten Nachbarn verhält, enttarnt deren moralisch/ethischen Maßstäbe um ein weiteres Mal. Und zu so einem Staat sollen wir freundschaftliche Beziehungen pflegen? Ob sich die Politiker der USA damit selber einen Gefallen tun, ist sehr die Frage. Denn Russland und China werden mit Freuden Kuba unterstützen – soweit es möglich ist. Die arme Bevölkerung Kubas.
Wie schon zuvor gesagt, die treibenden Kräfte spielen immer das gleiche Spiel. Versailler Vertrag erpresst mit Hungertoten, selbes Spiel nach Wk2, aber Deutscheland installierte den kalten Krieg, hatte etwas gelernt aus der Geschichte, jetzt gilt nur noch die Abwicklung des Deutscheland in die EU, um alle potentiellen Reparationsforderungen zu Wk2 ein für allemal abzuwenden. Dazu spielt man sogar wieder Kriegstheater im reinen Handelsrecht (obwohl? die Transenatlantiker Schauspieler sind einfach unterirdisch schlecht…)!
Mal abgesehen davon das das eine Schweinerei ist, hätte sich Kuba auch mehr aus der starken Abhängigkeit von externem Öl befreien müssen.
Wie bitte?
In meinem Traum sehe ich Atomuboote aus verschiedenen Ländern ( verbündete Atommächte) vor den US-amerikanischen Küsten. Das Weitere regelt sich von selbst.
Sofortiger jeglicher Abbruch (Ausnahme: humanitäre Hilfe für tatsächlich Notleidende in den USA) jeglicher Beziehungen (gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich) zu den USA.
Die USA müssen als weltweit größter und gefährlichster Schurkenstaat geächtet werden. Die Verantwortlichen dieses Schurkenstaates müssen sich vor Gericht verantworten und mit hohen Strafen (entschädigungslose Enteignung, Gefängnis-Einsitzen, Abarbeiten sieben Tage der Schuld, die die Kriegstreiber und Mörder, diejenigen, die Aktien auf Kriegsindustrie gezeichnet haben und von von den Kriegstreibern begangenen Morden, Brandschatzungen etc. profitiert haben, müssen ebenso hart bestraft werden; ebenso diejenigen, die biologische Waffen herstellen (Insekten als Kriegsbeteiligte). Zu den letztgenannten Kriegstreibern gehört unmissverständlich Bill-the-killer-Gates.