
Trumps UFC-Kampf im Weißen Haus: Revolution
In der US-amerikanische Kultur vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel. Trumps Präsidentschaft und besonders der UFC-Kampf im Weißen Haus sind ein Zeichen dieser Veränderung.
Es ist ein absurder Anblick: Im Garten des Weißen Hauses steht ein Kampfsportkäfig wie er für Ultimate Fighting Championship (UFC) Kämpfe genützt wird. UFC, eine besonders heftige Form von Mixed-Martial-Arts ist seit Jahren enorm populär. Aber hinter dem absurden Theater versteckt sich etwas Wichtigeres.
John McCain kandidierte 2008 für die Republikanische Partei gegen Barack Obama. Das ist noch keine 20 Jahre her. Er hatte ein Verbot von Mixed Martial Arts gefordert. McCain stand für eine ältere, zivilisiertere Republikanische Partei – trotzdem galt er 2008 im Wahlkampf als besonders „rechts“ und so weiter.
McCain und Trump sind völlig unterschiedlich, wenn gleich sie für dieselbe Partei als Präsident kandidierten. MacCain hatte andere Standards, was in der Politik gelten soll, an Konventionen, an Anstand an Höflichkeit.
Das sozialdemokratische US-Magazin Compact veröffentlicht nach dem UFC-Fight im Weißen Haus eine bemerkenswerte Analyse, die versucht, hinter das Symbolische zu blicken. Was es findet? Einen Ausdruck von Trumps amerikanischer Revolution:
Eine Stimme, die McCains Sicht auf Politik weiterhin vertritt, ist der konservative Kolumnist George Will. Für ihn ist Baseball die ideale Metapher für die amerikanische Politik. Denn selbst die besten Teams verlieren etwa ein Drittel ihrer Spiele – genau wie in einer Demokratie: „ein Spiel, das man nicht mögen kann, wenn Gewinnen alles ist“.
Will gefällt außerdem, dass im Baseball kein einzelner Spieler – nicht einmal der Pitcher – das Geschehen allein bestimmen kann. Dahinter steht ein klassisches republikanisches Ideal: Niemand soll die Gesellschaft dominieren.
In all diesen Punkten steht Baseball im krassen Gegensatz zum American Football. Dort koordiniert ein einziger Mann – der Quarterback – das gesamte Spiel und beeinflusst es überproportional. Das passt perfekt zum Bild der imperialen Präsidentschaft, die Amerikaner seit Andrew Jackson über Franklin D. Roosevelt bis hin zu Donald Trump immer wieder gefürchtet haben. In Wills Worten ist Football „Gewalt, unterbrochen von Komiteesitzungen“ – ein Sport für eine Nation, die Großprojekte stemmt und dafür nicht nur Ressourcen und Macht, sondern auch hoch spezialisierte Experten und straffes Management braucht.
„Baseball ist der Sport eines vergangenen Amerikas.“
Baseball verkörpert das pastorale Ideal einer vergangenen Ära. Konservative schätzen daran bürgerliche Tugenden wie Fairplay, Rechtsstaatlichkeit und soziale Gleichheit. Football hingegen ist der Sport des amerikanischen Imperiums mit seinen managerialen Strukturen. Deshalb hat er Baseball nach dem Zweiten Weltkrieg auch in der Popularität überholt.
Jetzt gewinnt eine ganz andere Sportart an politischer Bedeutung. Joe Rogan, langjähriger UFC-Kommentator, ist der erfolgreichste Podcaster der Welt. Und nun hat der Präsident der Vereinigten Staaten einen UFC-Kampf direkt auf dem Rasen des Weißen Hauses ausgetragen. Kampfsportarten verdrängen Football zwar noch lange nicht, doch sie besitzen eine politische Resonanz, die Football fehlt. Sie transportieren die Energie einer neuen Politik – verkörpert in der Figur Donald Trump.
Zu Beginn der Übertragung wurden Bilder von Abraham Lincoln und Franklin D. Roosevelt mit Szenen aus UFC-Kämpfen geschnitten. Diese Montage drückte eine typisch trumpianische Vorstellung von Präsidentschaft aus. „Es gibt eine Fighter-Mentalität – ob man im UFC kämpft oder Präsident ist“, sagte Trump bereits 2018. Viele sahen genau diese Mentalität, als er nach dem Attentatsversuch in Butler, Pennsylvania, die Faust erhob und rief: „Fight! Fight! Fight!“
„Die Wahrnehmung, Trump sei ein Kämpfer, war schon lange zentral für seine Anziehungskraft.“
Diese Wahrnehmung war schon immer ein Kern seiner Wirkung. Beim Republikanischen Nationalkonvent 2016 brachte UFC-Präsident Dana White es auf den Punkt: „Ich bin mein ganzes Leben im Fight-Business. Ich kenne Kämpfer. Meine Damen und Herren, Donald Trump ist ein Kämpfer – und ich weiß, dass er für dieses Land kämpfen wird.“
Sportarten wie MMA widersprechen dem Prinzip des „Leben und leben lassen“. Sie sind zutiefst individuell. Ihre wachsende Popularität deutet daher darauf hin, dass nicht nur die alte bürgerliche Ethik des Baseballs verblasst, sondern auch der nachkriegszeitliche manageriale Imperialismus des Footballs mit seinen hoch spezialisierten und perfekt aufeinander abgestimmten Teams. Der UFC-Kampf im Weißen Haus passt damit zur breiteren populistischen Revolte gegen das Elite-Management der Gesellschaft.
Kampfsportarten galten schon immer als Möglichkeit, das Establishment herauszufordern. Es ist kein Zufall, dass Norman Mailer, der in Werken wie The White Negro den Bruch mit konventionellen Werten feierte, das Boxen liebte. Historiker haben gezeigt, dass die Popularität des Boxens in Ländern wie Kuba oder Mexiko eine klare politische Dimension hat. Wenn, wie die Historikerin Ilene O’Malley schrieb, „rassistische Klassenunterdrückung Männer aus der Unterschicht entmannt“, dann kann die demonstrative Männlichkeit von Kampfsportarten als anti-imperial und revolutionär verstanden werden.
Aus genau diesem Grund haben linke Führer wie Fidel Castro das Boxen als Ausdruck nationaler Würde gefördert. Trump tut dasselbe mit dem MMA. Auch er sieht sich als Anführer eines Volkes, das seiner Rechtfertigung bedarf. Auch er verbindet nationale Größe mit Männlichkeit. Der UFC-Kampf auf dem Rasen des Weißen Hauses war kein Brot-und-Spiele-Spektakel zur Ablenkung von der Politik. Er war ein direkter Ausdruck von Donald Trumps agonistischer, anti-elitärer Haltung – und damit Teil seiner ganz eigenen amerikanischen Revolution.
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UFC ist die würdeloseste Form des „Kampfsports“. Einfach mal nachdenken: erwachsene Männer lassen sich freiwillig in einen Käfig! sperren um sich dann letztendlich in der 69er Stellung zu fixieren. Absurd. Kein Vieh wäre so doof. Typisch Amerikanisch. Traditionelle Kulturgüter wie die ehrenwerten Kampfkünste solange deformieren bis sich endlich genügend Geld damit verdienen lässt.
Wenn der Kapitalismus keinen Wohlstand mehr schaffen kann, rutscht er ab ins Symbolische.
Offensichtlich Dinge, die mit dem Trumpigsten endgültig abgekommen sind. Ähnlich läuft es aber überall im Grandiosen Westen – in Brüssel oder Berlin doch nicht besser. Endgültige Dekadenz mit dem endgültigen Verfall.
Wir begrüßen uns, geben uns die Hände, geloben Fair Play.
Dann gehen wir in den Käfig.
Jetzt schlagen wir uns mit aller Kraft die Schädel blutig, renken uns wenn’s denn passiert und sein muss die Gelenke aus, prügeln auf den anderen ein bis der nicht mehr kann weil verletzt oder ohnmächtig am Boden liegend.
Der noch halbwegs aufrecht stehende wird zum Sieger erklärt, wenn auch selber blutend und hinkend.
Sollte der Unterlegene noch aufrecht stehen können, geben wir uns die Hände, umarmen uns und beglückwünschen uns – still und leise – noch am Leben zu sein.
Hoch lebe unser Sport, die modernen Gladiatorenkämpfe.
Noch, aber es wird nicht mehr lange dauern, werden wir solange – natürlich fair den Regeln entsprechend – kämpfen bis einer von uns tödlich verletzt ist.
Wir freuen uns auch schon darauf, wenn wir mit Waffen kämpfen dürfen – ernsthaft; oder gegen wilde Tiere antreten dürfen.
Hoch lebe unser Sport, die modernen Gladiatorenkämpfe unserer zivilisierten, kulturell hochstehenden und voll aufgeklärten Gesellschaft.
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Wir befinden uns gerade mal im Jahr 2026 und die KI könnte viele Berufe überflüssig machen (Richter z.B).
Es könnte eine so groteske Zukunft geben, wie in Mad Max
Die Donnerkuppel oder Django Unchained.
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In der EU werden schwammige Formulierungen gefordert, um Neureiche (Milliardäre) durch 3D Druck zu verhindern (betrifft mich).