Alarm: Deutschland gefährdet Klimaschutz

16. Juni 2026von 4,6 Minuten Lesezeit

Wenn es um Klimawandel geht, ist Deutschland äußerst konsequent. Deindustrialisierung hat dann immer höchste Priorität. Ein Fakt, den man bei Umgang mit Kohlekraftwerken sehr deutlich beobachten konnte. Nur bei der Handhabung von Gaskraftwerken scheint das Land kläglich zu versagen. Die Hintergründe.

Hinweis: der Artikel könnte Spuren von Ironie enthalten. Wer sie findet, möge darüber lachen. Auch wenn es eigentlich zum Weinen ist.

Auf der Webseite der deutschen Bundesregierung lässt sich unter der Überschrift „Ziele für nachhaltige Entwicklung Bezahlbare und saubere Energie“ nachlesen: „Energie ist eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Saubere Energiequellen sind ein Schlüsselfaktor für den Umwelt- und Klimaschutz. Derzeit stammt der Großteil der weltweit erzeugten Energie aber immernoch aus fossilen Energieträgern. Das belastet Klima, Böden und Gewässer, gefährdet unsere Gesundheit, die Artenvielfalt und damit die Zukunft unseres Planeten.

Weiter heißt es dort: „Die Bundesregierung strebt an, die Energiewende voll umzusetzen.“ Das ist löblich.

Schluss mit der klimaschädigenden Kohle

Wie konsequent Deutschland beim Abbrauch der fossilen Energieträger vorgeht, konnte man bereits beim ehemaligen Steinkohlekraftwerk Moorburg in Hamburg-Moorburg erleben.

Das Kraftwerk, das aus zwei Blöcken mit je 827 MW bestand, wurde erste 2015 in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen rd. 3 Milliarden Euro. 2021 erfolgte die Stilllegung und es wurde ab Ende 2023 zurückgebaut, um Platz für eine Wasserstoff-Infrastruktur zu schaffen. Dabei wurden mehrere große Bauwerke kontrolliert gesprengt: die Kamine der Rauchgasentschwefelungsanlage im November 2024 sowie die Kesselhäuser im Frühjahr 2025. Das Kraftwerk galt als eines der modernsten Steinkohlekraftwerke Deutschlands …

… und hatte wohl auch die geringsten Umweltemissionen. Aber wenn es um konsequente Dekarbonisierung geht, kennt man in Deutschland keinen kommerziellen Interessen. Da wird auch „wirtschaftliche Verschwendung“ in Kauf genommen, was zahlreiche Kritiker lt. Medien öffentlich geäußert haben.

Man muss CO₂ an allen Fronten zurückdrängen – dafür sprengt man dann auch eines der umweltschonendsten Steinkohlekraftwerke, das erst sechs Jahre in Betrieb war. Deutsche Gründlichkeit, löblich, nicht wahr?

Muss Erdgasverabeitung nicht auch ein Ende finden?

Aus Sicht des Klimaschutzes – der Klimaschützer – ist Erdgas ebenfalls keine sinnvolle Energieform, da bei Förderung, Transport und Verbrennung erhebliche Treibhausgasemissionen entstehen. Allein bei der Verbrennung wird eine Unmenge an Kohlenstoff freigesetzt, der über Millionen Jahre im Untergrund gespeichert war. Diese zusätzlichen CO₂-Emissionen tragen zur globalen Erwärmung bei. Ganz schlimm. Also so schnell wie möglich Schluß mit der Erdgasverarbeitung.

Daher waren bzw. sind die Stilllegung und Rückbau von Gaskraftwerken wie dem Gaskraftwerk Lubmin sicher von Vorteil.

Über das Kraftwerk in Lubmin erfährt man bei einer schnellen Netzsuche folgendes: „Das heutige Gaskraftwerk ist am Industriehafen Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt. Es wurde 2013 in Betriebgenommen und hat dank der Gasturbinen mit Kraft-Wärme-Kopplung eine elektrische Leistung von rund 38–84 MW (je nach Quelle). Es wurde am Anlandepunkt der Nord-Stream-Pipelines errichtet mit dem Ziel, die Bereitstellung von Wärme für die Gasaufbereitung sowie die gleichzeitige Stromproduktion zu leisten. Damit wurde des Erdgas aus Russland für den Weitertransport im deutschen Gasnetz erwärmt. Nach 2022 wurde das Kraftwerk stillgelegt, da der Wärmebedarf für die Gasinfrastruktur nicht mehr bestand und ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich war.“

Eine hervorragende Entwicklung aus Sicht des Klimaschutzes – nicht wahr? Mit der Abschaltung von Lubmin – also dem Nichtbetrieb des Kraftwerks – wird aktiver Klimaschutz betrieben. So soll es sein.

Aber was erfährt der geneigte Leser u.a. beim NDR? „Lubminer Kraftwerk wird in die Ukraine verschenkt

Aus humanitären Gründen.

„Ein stillgelegtes Kraftwerk aus dem Industriehafen Lubmin soll in der Ukraine verschenkt werden, muss allerdings auf eigene Kosten abgeholt werden. … Der Betreiber eines Kraftwerks im Lubminer Industriehafen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) will die stillgelegte Anlage an einen ukrainischen Kraftwerksbetreiber verschenken. … Alle Versuche, das Kraftwerk zu verkaufen, seien gescheitert, teilte ein Sprecher der zuständigen Sefe Energy GmbH mit. Nun solle es im Rahmen der humanitären Hilfe einem ukrainischen Kraftwerksbetreiber zur Verfügung gestellt werden und zur Aufrechterhaltung der ukrainischen Energieinfrastruktur beitragen.“

Wenn man dann etwas weiter sucht, erfährt man bei der WeltDas Kraftwerk ist seit der Verstaatlichung also mehrheitlich indirektes Bundeseigentum.

Abbau und Transport der Komponenten soll im Laufe des Sommers beginnen.

Wirkt CO₂ regional unterschiedlich?

Die Erdgasverarbeitung in der Ukraine ist – aus Sicht der Bundesregierung – offensichtlich nicht klimaschädigend, oder wie darf man das sonst verstehen? Sonst würde man das Kraftwerk ja nicht weiterverschenken sondern so konsequent zurückbauen wie man das mit dem Kohlekraftwerk in Hamburg getan hat, oder?

Meines Wissen ist die Erdgasverarbeitung und die damit verbundene negative Wirkung von CO₂ in der Ukraine doch die Gleiche wie in der Bundesrepublik. Hmm. Die Dekarbonisierung und damit Deindustrialisierung Deutschlands werden konsequent weiter vorangetrieben. Der Klimaschutz profitiert davon aber leider nicht. So ein Mist aber auch.

Fakt ist: Wenn das Kraftwerk abgebaut wird, kann der noch funktionsfähige Strang von Nord Stream NICHT wieder in Betrieb genommen werden. Diese Entscheidung ist unumkehrbar.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es andere Gründe für diese humanitäre Entscheidung gibt.

Aber das ist nur eine Verschwörungstheorie …

PS. Zur Sicherheit: NEIN. Ich glaube nicht an den CO₂-basierten Klimawandel. Ich beschreibe die Situation nur aus Sicht der CO₂-Gläubigen.

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7 Kommentare

  1. Konrad Kugler 26. Juni 2026 um 15:11 Uhr - Antworten

    Meine Frage zu Moosburg, wie viel hat eigentlich der Abbruch gekostet? Also zusätzliche Kosten, statt einfach stehen lassen?

  2. Lopadistory 16. Juni 2026 um 18:32 Uhr - Antworten

    Nicht mehr auszuhalten, was in D abläuft. Ich hoffe wir Ösis hetzen nicht hinterher. Obwohl- bei der derzeitigen Regierung …🥴

  3. VerarmterAdel 16. Juni 2026 um 15:41 Uhr - Antworten

    „Deutschland gefährdet Klimaschutz“ Oh mein Gott. Oh! Mein! Gott!
    Äh, was ist Klimaschutz? Wie schützt man einen statistischen Wert?

  4. triple-delta 16. Juni 2026 um 15:38 Uhr - Antworten

    In Anlehnung an eine alte Küchenfliese aus der Zeit von ’33 bis ’45 „Gelobt sei, was arm macht.“

  5. Jan 16. Juni 2026 um 15:31 Uhr - Antworten

    Ironie ist fehl am Platze! Die deutsche Industrieproduktion ist durch CDU/SPD um 24% eingebrochen. Das ist ein Viertel!

    Die Übersendung von Steuermilliarden sowie Maschinen an den Pipelinesprenger ist Korruption. Die Verantwortlichen haben nicht einmal die Größe, offenzulegen, dass sie von Milliardengeschäften nicht persönlich profitieren. Die Maskendeals eines Spahns sind dagegen kleine Fische. Der Rechtsstaat existiert offenbar nicht mehr.

    Dass sich die Bevölkerung in diesen Maßstäben auf der Nase herumtanzen lässt, ist unfassbar. Vermutlich Ausdruck des fehlenden Lebenswillens der debilen Wahlberechtigten in den Pflegeheimen.

  6. W. Baehring 16. Juni 2026 um 14:49 Uhr - Antworten

    Vorab-Warnung: Dieser Kommentar kann Spuren von Sarkasmus enthalten!

    Zitat: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass es andere Gründe für diese humanitäre Entscheidung gibt“.

    Nicht „andere Gründe“, sondern ZUSÄTZLICHE Gründe:
    Die „humanitäre Entscheidung“ wird flankiert von der nützlichen Entscheidung:
    Deutschland steigt im Ranking der abgeholzten konventionellen fossilen (und nuklearen) Kraftwerke im Interesse der Klimarettung weiter nach oben.
    Es kann somit sein international bereits hohes Ansehen bzw. seine Vorbild-Rolle als Gutmenschen-Nation, der es im heroischen Kampf gegen den menschenerdachten, CO2-bedingten Klimawandel nicht einmal zu schade ist, dafür sogar ihre Industrie (als Basis eines gewissen Wohlstandes) zu opfern, weiter festigen.
    Mehr Gutmenschentum geht nicht.

    Doch, es gibt noch eine Steigerung:
    Wir helfen der Ukraine direkt und indirekt (also militärisch und finanziell) sogar über unsere Möglichkeiten hinaus, einen siegreichen Krieg gegen Russland zu führen, weil in der Ukraine ja „UNSERE Demokratie“ verteidigt wird.
    Dafür zögern wir Gutmenschen auch nicht, die eigentlich dringend im eigenen Land benötigten Mittel massiv einzusparen, sorgen aber durch gute Kommunikation dafür, dass uns die Bevölkerung trotzdem die Treue hält, indem sie uns ihre fleißig erarbeiteten Steuern weiterhin bedingungslos anvertraut.

  7. Tabascoman 16. Juni 2026 um 13:38 Uhr - Antworten

    Ich finde, es ist Zeitverschwendung, sich mit Idioten und anderen Tiefbegabten zu unterhalten. Diese Zeit wendet man besser auf, indem man verhindert, dass die Ansichten von Teilmöblierten Wirkung entfalten. Denn diese richten – gesellschaftlich – deutlich mehr Schaden als Kriminelle an:
    Bei Kriminellen werden Werte nur verschoben, durch Dummheit aber final vernichtet!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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