
Windparks als Klimakiller? Trockenheit und Erwärmung am Beispiel Neusiedler See
Kürzlich gab es eine interessante Diskussion auf X/Twitter über den Wasserspiegel des Neusiedler Sees. Es wurde auch Grok, die X-KI, eingeschaltet, die Studien produzierte, in denen Erwärmung und Austrocknen durch Windparks nachgewiesen wird.
Es ist eines dieser Themen, bei denen die grüne Politik- und Medienklasse kollektiv weghört: Windkraftanlagen verändern das lokale Klima messbar — sie erwärmen die Nacht, trocknen Böden aus und reduzieren die Vegetationsproduktivität. Was jahrelang als „Schwurbelei“ abgetan wurde, ist mittlerweile durch eine wachsende Zahl an Peer-Review-Studien und Feldmessungen belegt.
Ein aktueller X-Post von Uncaringparent hat die Debatte neu entfacht — und eine bemerkenswerte Diskussion mit Grok ausgelöst, die wir hier analysieren.
Das ist der „Windpark“ Neusiedl-Weiden nahe des Neusiedler Sees. Da muss man sich nicht wundern warum das Mikroklima im Arsch ist und der See austrocknet. Ein Denkmal des Öko-Faschismus! 🤬 pic.twitter.com/rrxNSAt77R
— Andy Anderson (@Uncaringparent) August 5, 2026
Der Windpark Neusiedl/Weiden — ein „Leuchtturmprojekt“ mit Schattenseiten
Im Februar 2026 nahm der laut offiziellen Angaben größte Windpark Österreichs in Neusiedl am See/Weiden seinen Betrieb auf. 23 Windräder mit 244 Metern Höhe (bis zur Blattspitze — der Stephansdom misst zum Vergleich 136 Meter), 122 Megawatt Leistung, 251 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Landeshauptmann Doskozil sprach von einem „Meilenstein“, Infrastrukturminister Hanke von „Versorgungssicherheit“, und Burgenland-Energie-CEO Sharma betonte, das Projekt finde „im Einklang mit der Natur“ statt.
Doch genau dieser Einklang mit der Natur wird zunehmend fragwürdig.
Der Windpark tangiert die Sichtzone des UNESCO-Welterbes Fertő–Neusiedler See. Ein Gutachten des Österreichischen Instituts für Raumplanung (ÖIR) prüfte 2024 die Vereinbarkeit des Repowering-Vorhabens mit dem Schutz des Welterbegebiets.Die visuelle Beeinträchtigung wurde dokumentiert, diskutiert und schließlich durchgewunken. Über die mikroklimatischen Auswirkungen auf die ohnehin schon trockenheitsgeplagte Region um den Neusiedler See schwieg man sich aus.
Die Diskussion unter dem X-Post: Grok zitiert die Studien
Unter dem Posting von Uncaringparent entspann sich eine aufschlussreiche Diskussion, in der Grok — X’s KI-Assistent — eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten anführte, die den Einfluss von Windparks auf lokale Temperaturen und Bodenfeuchte dokumentieren. Die Antworten von Grok sind deshalb so bedeutsam, weil sie Studien ins Licht rücken, die im öffentlichen Diskurs systematisch ignoriert werden.
Die Aussage ist wissenschaftlich belegt.
Windräder: Baidya Roy & Traiteur (PNAS 2010) und Zhou et al. (Nature Climate Change 2012) zeigen nächtliche Erwärmung durch Turbulenzmischung. Miller & Keith (Joule 2018) berechnen 0,24 °C Erwärmung bei US-Maßstab. Aktuell Weerappulli et…
— Grok (@grok) August 6, 2026
Hier die von Grok zitierten Studien und ihre tatsächliche Bedeutung:
1. Die PNAS-Studie (2010) — Der Klassiker, der alles begann
Die Arbeit von Baidya Roy und Traiteur, erschienen in den Proceedings of the National Academy of Sciences, war eine der ersten, die anhand von Feldmessungen zeigte: Windparks erwärmen die bodennahe Luft nachts und kühlen sie tagsüber.
Der Mechanismus: In einer stabilen Nachtschicht (warme Luft über kalter) durchmischen die Rotoren die Atmosphäre und drücken wärmere Luft nach unten — Ergebnis: Erwärmung an der Oberfläche. Tagsüber, bei instabiler Schichtung, passiert das Gegenteil — kühlere Luft wird nach unten gemischt.
Die Studie identifizierte zudem Regionen wie den Mittleren Westen der USA, wo Windparks aufgrund natürlich hoher Turbulenz geringere Auswirkungen hätten. Die Botschaft war klar: Standortwahl und Rotordesign sind entscheidend, um Schäden zu minimieren. Eine Botschaft, die in Neusiedl offenbar niemanden interessierte.
2. Die schottische Feldstudie (2016) — Erwärmung um 0,18 °C, nachts, direkt messbar
Armstrong et al. veröffentlichten 2016 in Environmental Research Letters hochaufgelöste Messdaten von einem Windpark auf schottischem Moorboden. Das Ergebnis: Bei laufenden Turbinen stieg die Lufttemperatur nachts um durchschnittlich 0,18 °C, die absolute Luftfeuchtigkeit um 0,03 g/m³.
Das bedeutet: Die mikroklimatische Veränderung ist kein diffuses Phänomen, sondern direkt und räumlich klar den Anlagen zuzuordnen.
Die Forscher warnten ausdrücklich vor „unsicheren Folgen für biogeochemische Prozesse und den Kohlenstoffkreislauf des Ökosystems, einschließlich der Bodenkohlenstoffspeicher.“
3. Innere Mongolei (2024) — 12,37 GC/m² weniger Vegetationsproduktivität
Eine Untersuchung in der Inneren Mongolei kombinierte Fernerkundungsdaten mit Vor-Ort-Erhebungen und analysierte die Entwicklung von 10.755 km² Windparkfläche zwischen 1990 und 2020. Die Ergebnisse sind verheerend:
- Nächtliche Erwärmung um durchschnittlich 0,23 °C, in Graslandgebieten sogar 0,33 °C (statistisch signifikant)
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Rückgang der Nettoprimärproduktion (NPP) um durchschnittlich 12,37 GC/m², besonders ausgeprägt in Waldgebieten
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80,3 % der Windparks wurden auf Grasland errichtet — mit signifikanten ökologischen Folgen
Die Studie empfahl explizit, „die potenziellen Auswirkungen auf lokale Vegetation und Klima bei der Standortwahl zu berücksichtigen, insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten.“ Der Neusiedler See mit seinem einzigartigen Steppensee-Ökosystem dürfte wohl dazugehören.
TKP Artikel dazu: Windparks reduzieren Biomasseproduktion und verursachen Erwärmung – Studie
4. Bodenfeuchte in chinesischen Grasländern — minus 4,4 % jährlich
Eine methodisch ausgefeilte Arbeit aus MethodsX (2023) kombinierte Landsat-Satellitendaten mit Feldmessungen, um den TVDI (Temperature Vegetation Dryness Index) zu berechnen und daraus die Bodenfeuchte vor und nach dem Bau von Windparks zu rekonstruieren.
Die Befunde:
- Windparks reduzierten die Bodenfeuchte signifikant — sowohl innerhalb der Parks als auch in Windrichtung auf- und abwärts
- Der jährliche Rückgang der Bodenfeuchte innerhalb der Windparks erreichte 4,4 %
- Der Effekt variierte saisonal und mit der Windrichtung
Für eine Region wie das Burgenland, das bereits unter zunehmender Trockenheit leidet, sind das alarmierende Zahlen. Die Pannonische Tiefebene ist kein feuchtes schottisches Moor — hier ist jeder Tropfen Bodenwasser kostbar.
TKP-Artikel daazu: Windparks führen zu Rückgang der Bodenfeuchtigkeit – Studie
5. Die neueste Arbeit (Juli 2026) — Large-Eddy-Simulationen zeigen das ganze Ausmaß
Die bislang umfassendste Modellierungsstudie, erschienen im Juli 2026 in Boundary-Layer Meteorology (Springer Nature), verwendete Large-Eddy-Simulationen, um die Effekte unter verschiedenen atmosphärischen Stabilitätsregimen zu quantifizieren.
Die Kernergebnisse:
- Unter stabilen Nachtbedingungen: Erwärmung der Luft um 0,695 K, der Oberfläche um 0,76 K
- Bodenfeuchteverlust von etwa 2,09 × 10⁻³ % (v/v) — scheinbar gering, aber kumulativ verheerend
- Erhöhung des latenten Wärmeflusses um 1,72 W/m² unter stabilen Bedingungen — mehr Verdunstung, mehr Austrocknung
- Reibungsgeschwindigkeit in 4 m Höhe stieg um bis zu 0,073 m/s — verstärkte Turbulenz direkt an der Oberfläche
Die Forscher warnten ausdrücklich:
„In längeren Perioden ohne Niederschlag oder Bewässerung kann die Anwesenheit von Windturbinen den Rückgang der Bodenfeuchte um einige Prozent verstärken, sodass kritische Werte wie der Welkepunkt schneller erreicht werden.“
Und:
„Solche anhaltende Austrocknung könnte Auswirkungen auf die Pflanzenentwicklung in verschiedenen Wachstumsstadien haben und potenziell zu reduzierter Ernteproduktivität führen.“
Die Bedeutung der von Grok zitierten Studien — ein Paradigmenwechsel
Was Grok unter dem Posting zusammengetragen hat, ist keine Sammlung obskurer „Anti-Windkraft-Propaganda“, sondern harte, peer-reviewte Wissenschaft aus renommierten Fachzeitschriften: PNAS, Environmental Research Letters, ScienceDirect, Springer Nature. Die Studien stammen von unterschiedlichen Forschungsgruppen, verwenden verschiedene Methoden (Feldmessungen, Fernerkundung, Large-Eddy-Simulationen) und kommen aus unterschiedlichen geografischen Kontexten — und dennoch konvergieren ihre Ergebnisse:
- Windparks erwärmen die bodennahe Luft nachts systematisch.
- Windparks reduzieren die Bodenfeuchte — nicht trivial, sondern messbar und kumulativ.
- Die Vegetationsproduktivität nimmt in und um Windparks ab.
- Die Effekte sind keine theoretischen Modellspielereien, sondern durch Feldmessungen validiert.
Die Implikationen für den Windpark Neusiedl/Weiden sind gravierend. Die Region um den Neusiedler See kämpft seit Jahren mit sinkenden Wasserständen und zunehmender sommerlicher Trockenheit. 23 Turbinen mit 244 Metern Höhe, die nachts warme Luft nach unten mischen und die ohnehin spärliche Bodenfeuchte weiter reduzieren — das ist das Gegenteil von „im Einklang mit der Natur.“
Messungen in Eisenstadt zeigen Temperatur-Erhöhung nach Windpark Eröffnung
Die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik publiziert u.a. laufend Daten zur Lufttemperatur. Die Station Eisenstadt befindet sich faktisch ideal innerhalb jener Region, in der dieser massive Ausbau an Windkraft erfolgte. Mittelwerte der Lufttemperatur stehen dabei sowohl für die Jahre nach dem Beginn des Ausbaus als auch für eine ausreichend lange Zeit davor zur Verfügung.
Die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen sind leider sehr beunruhigend. Dies zeigt bereits unser erstes Diagramm (Bild 3). In dieser Auswertung finden wir den Verlauf der monatlichen Mittelwerte der Lufttemperatur für die gesamt verfügbare Messreihe ab Jänner 1961. Die farbliche Trennung des Temperaturverlaufs markiert den Unterschied zwischen der Zeit vor bzw. nach Windkraftnutzung.

Bild 3: Temperaturverlauf seit 1961; die blaue Kurve entspricht der Zeit ohne Nutzung der Windkraft. Die grüne Kurve zeigt den Verlauf ab Nutzung der Windenergie. Die Veränderung im linearen Trend ist höchst alarmierend!
Die blaue Kurve beginnt 1961 und endet mit Dezember 1996. Sie umfasst damit die Zeit ohne die Nutzung der Windenergie. Die danach anschließende grüne Kurve betrifft den Zeitraum Jänner 1997 bis Dezember 2023. Hier wurde regional die Windenergie massiv ausgebaut. Dieser Kurvenverlauf endet im Dezember 2023 mit einem Temperaturwert von +3,8°C. Dieser Endwert liegt damit um 5,6 Kelvin höher als der Startwert im Jänner 1961.
Wichtig ist hier jedoch nicht der Vergleich von Einzelwerten, sondern der Trendverlauf der beiden Kurvenabschnitte. Ein linearer Trend wurde getrennt für beide Abschnitte mittels Tabellenkalkulation berechnet. Die blauschwarz strichliierte Linie, die von links bis ganz rechts durchgeht, entspricht dem errechneten linearen Trend für den Zeitraum 1961 bis Ende 1996.
Zusammenfassend zeigen die Auswertungen:
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Im verfügbaren Zeitraum ist vor Errichtung der Windenergieanlagen kein Trend für einen wesentlichen Anstieg der Lufttemperatur erkennbar!
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Ganz anders sieht es leider für den Zeitraum der Nutzung von Windenergie, also für die Jahre 1997 bis 2023 aus. Hier zeigt sich ein linearer Trend, der einem Temperaturanstieg von etwa 7,2 Grad innerhalb von 100 Jahren entsprechen würde!
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Uns sind, außer der Errichtung der Windenergieanlagen, keinerlei andere Ursachen bekannt, die einerseits diesen ansteigenden Trend bei der Lufttemperatur im Zeitraum 1997 bis 2023 erklären könnten und andererseits im Zeitraum davor (1970 – 1996 bzw. 1961 – 1996) nicht gegeben waren.
Mehr dazu in diesem TKP-Artikel: Verursachen Windparks Erderwärmung und Klimaschäden?
Eine Studie in Texas hatte übrigens die gleiche Erwärmung ergeben: Texas: Erwärmung um 0,72 Grad pro Jahrzehnt durch Windparks
Die politische Ökonomie des Wegschauens
Windkraft ist ein Milliardengeschäft — Subventionen, Einspeisetarife, europäische Investitionsbank-Darlehen. Der Windpark Neusiedl/Weiden wurde als „Leuchtturmprojekt“ mit EU-Geldern durchgezogen. Dass dabei die mikroklimatischen Folgen für eine der ökologisch sensibelsten Regionen Österreichs ignoriert werden, ist kein Bug, sondern ein Feature des Systems.
Wenn CEO Sharma sagt, das Projekt finde „im Einklang mit der Natur“ statt, dann ist das die gleiche Qualität von Wahrheit wie die Behauptung, Glyphosat sei harmlos oder die COVID-Impfung verhindere die Übertragung. Gegenteilige Evidenz wird nicht widerlegt, sondern totgeschwiegen.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
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Verursachen Windparks Erderwärmung und Klimaschäden?
Windparks führen zu Rückgang der Bodenfeuchtigkeit – Studie
Windparks reduzieren Biomasseproduktion und verursachen Erwärmung – Studie
Texas: Erwärmung um 0,72 Grad pro Jahrzehnt durch Windparks
der Staat schafft so heute die Probleme, die ihn morgen für die Behebung eben dieser Probleme unverzichtbar machen. Siehe Migrantenflut ab 2015, und heute dürfen die Probleme durch die mit Rundfunkbeitrag finanzierten Medien thematisiert werden. Ein Zustrom wie damals wird heute „Staatsversagen“ genannt. Wann werden die damals Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen?
Windenergie:Wer räumt diesen rotierenden Müll wieder aus der Landschaft, und entsorgt das fachgerecht? Natürlich wir mit unserem Geld.Später, wenn die Verantwortlichen in Pension oder gestorben sind……
Der Staat (jeder westliche Staat, auch die USA) ist ein Bestandteil des vatikanischen Einflussbereichs. Ich will damit sagen, dass die Kirche einst den Teufel schuf, um uns – gegen Geld – vor ihm zu beschützen. Also nichts neues unter der Sonne.
Die geringere Produktivität der Pflanzen ergibt sich schon allein aufgrund der Aufwirbelung des CO2 aus den bodennahen Bereichen zusammen mit dem Wasserentzug durch die Wirbelschleppen…
@Jurgen: das mit der Aufwirbelung des für die Pflanzen nötigen CO2 scheint sehr plausibel zu sein. Bodennahes CO2 ist für Pflanzen lebensnotwendig!
CO2 sammelt sich in der freien Natur in der Regel nicht bodennah an. Obwohl CO2-Moleküle schwerer sind als normale Luft, verhindern Wind, thermische Strömungen und ständige Durchmischung eine dauerhafte Schichtung am Boden.
… und ALLE – von Mir sog. – > DREH-Sterne < (Werbe-Objekte für „meine“ deutsche Automarke) q u i r l e n aber haargenau in Hundert-Meter-Höhe (Nabe) die sog. > Prandl-Schicht „d U r C h E i N a N d E r“ !?! – mal Wiki et al. gucken … ;-)
Sorry – > P r a n d t l < – Ludwig, deutscher Physiker, muß es richtig heißen !?! ;-)
Egal. Alles egal. Weil, wenn der Schaden angerichtet ist, kann man doch den Schaden verschlimmerbessern, und so geht das immer weiter bis zum Jüngsten Tag.
Die Welt wird seit Jahrhunderten und Jahrtausenden von Psychopathen beherrscht, von ihren Medienuhren desinformiert, von ihren Polituhren regiert, die wiederum von einer konsequent verblödeten Bevölkerung gewählt werden – nur um sich von ihnen benutzen, ausrauben und vernichten zu lassen.