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Politik

Wird Tucker Carlson jetzt Politiker?

10 Kommentare 8. August 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Tucker Carlson, einer der einflussreichsten konservativen Journalisten Amerikas, hat diese Woche einen „10-Punkte-Plan“zur Rettung Amerikas präsentiert. Die Liste klingt zunächst harmlos und unangreifbar: Fairness, Souveränität, Produktivität, Schönheit, Gesundheit, Ehrlichkeit, Optimismus, Weisheit, Anständigkeit und Einheit. Will er damit ins Weiße Haus?

Carlson grundlegende Argumentation, wird viele Amerikaner ansprechen: Beide großen Parteien hätten sich gegen die Bevölkerung verschworen und bilden eine elitäre Kaste, die nur für sich selbst tätig ist. Die „Epstein-Klasse“ wird sie populistisch bezeichnet. Weiter: Amerika müsse souverän sein und sich von ausländischer Einflussnahme, insbesondere Israels, befreien.

Carlsons endgültiger Bruch mit Trump kam mit dem Iran-Krieg in den die USA durch „Bestechung oder Drohung“ gedrängt worden wären.

Er fordert den Wiederaufbau von Landwirtschaft und Industrie, saubere Städte, bessere Ernährung (im Sinne von RFK Jr.), Bestrafung von Lügen in der Regierung, mehr Kinder, realitätsbezogene Bildung, das Ende unnötiger Kriege und eine Pause bei der Massenimmigration. Kritiker sehen im Programm leere Slogans, die niemand ablehnen würde. Dahinter drehe sich zudem alles um Israel. Die USA finanzieren Israels Militär mit Steuergeld, das wiederum in die US-Rüstungsindustrie investiert wird. Die Unterstützung der USA für Israel wurde zum Hauptthema Carlsons, er will einen Bruch der USA mit dem zionistischen Staat.

Seit dem Iran-Krieg wirft er dem Präsidenten vor, das „America First“-Versprechen verraten und israelischen Interessen Vorrang gegeben zu haben. Im Juli erklärte er der Columbia Journalism Review, er werde „dabei helfen, eine dritte Partei aufzubauen“. Beide großen Parteien seien in Fragen von Krieg und Finanzen identisch – das sei keine Demokratie, sondern ein Einparteienstaat. Ein Ziel an dem vor Carlson schon viele andere gescheitert sind.

Kürzlich traf er sich auf seiner Farm in Maine mit Gleichgesinnten: Marjorie Taylor Greene, Thomas Massie und Joe Kent – weitere „MAGA-Abtrünnige“, die ehemals fantastische Trump-Unterstützer waren.

Die Gruppe drängt ihn, 2028 selbst zu kandidieren. Carlson hat das jedoch mehrfach klar abgelehnt. „Natürlich plane ich nicht, für das Präsidentenamt zu kandidieren“, sagte er im Juni. Er sei kein Politiker, habe kein Interesse an Ämtern und mag Politiker nicht. Er wolle lediglich eine Alternative anbieten.

Carlson positioniert sich als intellektueller Anführer einer abtrünnigen MAGA-Fraktion, die Trump und dem Establishment misstraut. Seine 10 Punkte dienen als Grundlage für „was auch immer als Nächstes kommt“ – eine Partei, eine Bewegung oder etwas anderes.

Carlson dürfte Profi genug sein, um vorsichtig zu bleiben. Er weiß, wie schnell man im Rampenlicht verbrennen kann. Doch das Projekt ist ein weiterer Ausdruck der tiefen Krise von „MAGA“. Gerade vor den Zwischenwahlen kann Trump die Organisation ehemaliger Weggefährten sicher nicht brauchen.

Bild Xuthoria, AmericaFest 2025 – Tucker Carlson 17, CC BY-SA 4.0

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10 Kommentare

  1. Pusteblume
    Antworten

    Tucker Carlson kann erst Politiker sein, da die meisten Menschen seine Ideen mittragen und bei der Umsetzung der Ideen mitmachen sowie dann erst mitmachen, da die Tiefenstaatler in ihrem Jenseits das Dasein genießen, sprich: in die ewigen Jagdgründe katapultiert wurden. Dies trifft ebenso auf die Pharma-Verbrecher zu.

  2. Daisy
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    Carlson lebt gefährlich, s. Attentat auf Charlie Kirk, der auch isr.kritisch war…geht er ernsthaft in die Politik, braucht er Leibwächter etc.

    Er hat aber evtl. Chancen, wenn Elon Musk ihn unterstützt. Das ist nicht ganz unrealistisch, zumal auch Musk die Epstein-Clique stinkt. Musk würde es ja gerne selbst versuchen, aber er ist aus Südafrika. Lt. US Verfassung muss man für dieUS-Präsidentschaft ein „natural born citizen“ sein. Dafür bräuchte er eine Verfassungsänderung.

  3. Jan
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    Drehen wirs einmal um:

    Angenommen Österreich hätte soviel Öl wie Saudi-Arabien, Deutschland 10x soviel und jedes weitere Land der Welt mindestens dies. Hätten wir dann Kriege in Nahost? Könnten Cruella und der Pipelinesprenger die Europäer in Geiselhaft nehmen?

    Dazu gibt es drei Standpunkte: Der erste sagt, diese Mengen sind vorhanden, aber man darf nichts, wirklich gar nichts unternehmen, um diese Mengen zu heben.

    Der zweite Standpunkt sagt, alles sei eine Verschwörung von einer Handvoll Leuten, aber man dürfe nichts, aber auch wirklich nichts unternehmen, um diese Leute von der Verschwörung abzubringen.

    Und der dritte Standpunkt sagt, man braucht den ganzen Krempel nicht, da es eine Technologie gäbe, die ohne auskomme, aber man dürfe nichts, wirklich gar nichts unternehmen, dass diese Technologie bekannt wird und sich verbreitet.

    Solar und Wind lassen wir hier einmal aus, tkp schreibt genug dazu.

    Wir stellen uns vor, dass wir mit einem Raumschiff uns selbst, die Erde besuchen, und aus der Höhe das Menschengeschlecht beobachten wie die Ameisen auf ihren Wegen. Wie lange wird eine Spezies, die so dumm ist, überleben?

    Carlson und Weidel und Cruella und Putin und Trump werden uns nicht retten. Die Unterschiede sind marginal. Das Problem ist die auf uns zurollende Energiekrise.

    Die USA wird diese Krise weniger treffen, die Spezies dort ist klar intelligenter als die Anbeter des Pipelinesprengers. Aber wenn der Euro fällt, wird er den Dollar mitziehen.

    1. Jurgen
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      Der Euro fällt mit dem Dollar nach dem Yen. Aber alle Fiat-Währungen ohne Goldbezug werden fallen bis spätestens 2030. Und die Zinsen für Kredite werden durch die Decke gehen. Man sollte sich unbedingt vor Krediten hüten und seinen Besitz selbst horten…

  4. Jurgen
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    Die Frage ist doch schon länger, auf wessen Payroll der Carlson eigentlich läuft…

    1. Konrad Kugler
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      Auf wessen Payroll? Er ist bereits ein Todeskandidat. Genau so wie JFK. Dessen Widerstand gegen das israelische Atomprogramm reichte aus.
      Wohlgemerkt, das ist der Zionismus, nicht das Judentum.

      1. Jurgen

        JFK wollte vor allem den Silberdollar einführen, der nicht unter FED Kontrolle gewesen wäre…

  5. GeBa
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    Sehr mutig von ihm!

  6. Der Zivilist
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    Die wenigsten verstehen das G in MAGA. Heute hat China seine G Phase und wenn nicht Typen wie Trump (Erfolg ohne nützlich zu sein) die Macht übernehmen, kann die andauern. Die Amis haben vor dem WWII verdammt hart gearbeitet, schon damals hat die US Ökonomie, das Kapital das Vertrauen in Win Win verloren: Weltwirtschaftskrise, der Krieg hat New Deal gerettet, ja das größte Vertrauen haben US Investoren in den Krieg. Nach dem WWII hat die USA dann die Ernte seiner erworbenen Fähigkeiten eingefahren (economic hit man) und heute kommt die Ernte nur noch Trump Typen zugute. D hatte seine G Phase nach dem Wiederaufbau, dem Wirtschaftswunder in den 70ern, 80ern. Aber heute will auch niemand mehr arbeiten, wie die Amis 1930 oder die Deutschen 1950, jeder träumt davon, ein Trump zu sein.

    Und Carlson ? Als Präsident müßte er doch nur die Entscheidungen anderer verkaufen, das könnte er gut. Aber wo will er ein Team hernehmen, das gegen alle etablierten Lobbys arbeitet. Und welche großen Investitionen würden sich in den USA lohnen, die man dann der ganzen Welt verkaufen kann ? KI ? glaub ich nicht. Mars ? Nein, die Amis müssen sich einfach der Frage stellen, wie sie den gemeinsamen Reichtum verteilen wollen. Und mit ‚the winner gets it all‘ wird das nix.

    1. Jurgen
      Antworten

      Und ich dachte, GPunkte haben nur Frauen…

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