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Politik

CIA sucht öffentlich nach kubanischen Agenten

0 Kommentare 24. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Die CIA und US-Außenminister Marco Rubio, der selbst kubanische Eltern hat, rufen die Kubaner auf, für den US-Auslandsgeheimdienst zu arbeiten. Washington gibt damit ganz offen zu, an einem Umsturz in Kuba zu arbeiten.

Es ist nicht besonders überraschend, da Donald Trump Kuba bereits das ganze Jahr über rhetorisch droht und man dem sozialistischen Inselstaat mit Sanktionen wirtschaftlich enorm zusetzt. Der neue Schritt, der direkt nach jüngsten Äußerungen von Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida kam, ist dennoch selbst für Washington ungewöhnlich.

Trump sagte, die USA würden sich „um Kuba kümmern“ auf dem Rückweg aus dem Iran und Rubio schicken, um „den Deal zu machen“. Er sprach von Kriegsschiffen, die nahe der kubanischen Küste stoppen könnten. Rubio, Sohn kubanischer Einwanderer und langjähriger Hardliner in der Kuba-Politik, treibt unter Trump einen härteren Kurs voran. Während Trump in seiner zweiten Amtszeit wohl vor allem das islamische Regime im Iran stürzen sehen will, wäre Rubio gern der Mann, der die kommunistische Revolution besiegt.

Am Freitag richtete er dann gemeinsam mit der CIA einen direkten Appell an die Kubaner. In seinen Worten: Wer in Kuba positiven Wandel schaffen wolle, solle jetzt die Chance ergreifen – angesichts enttäuschter Versprechen, Korruption und der privilegierten Leben einiger weniger. Dann wirbt er für eine „diskrete Partnerschaft“ mit der CIA. Das US-Außenministerium und die CIA suchen also ganz öffentlich nach kubanischen Agenten. Kurz darauf veröffentlichte der offizielle CIA-Account denselben Text auf Spanisch und ein Video mit einer Anleitung zur sicheren Kontaktaufnahme.

Die CIA-Anleitung rät Interessierten zunächst, möglichst persönlich eine offizielle US-Einrichtung aufzusuchen, wenn das sicher möglich ist. Sonst soll man ein VPN nutzen (nicht aus Kuba, Russland, Iran oder China), private Browser, Wegwerf-E-Mails und Geräte ohne persönlichen Bezug einsetzen. Gefragt werden Wohnort, Beruf, Zugang zu relevanten Informationen und ein sicherer Rückkanal.

Der Schritt ist ungewöhnlich: Selten wirbt ein Außenminister so offen für die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst eines Gegners. Man kann es aber auch so deuten, dass der CIA die Kontakte in Kuba weiterhin fehlen oder zumindest nicht ausreichend vorhanden sind.

Kuba selbst geht es schlecht und steckt in einer tiefen Krise, die vor allem durch den de-facto-Regimewechsel in Venezuela ausgelöst worden ist. Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar 2026 verschärfte Washington unter anderem durch eine Ölblockade den Druck auf Kuba. Es herrscht schwere Treibstoffknappheit, und es kommt immer wieder zu lang anhaltenden Stromausfällen. Das kommt zum seit über 60 Jahren bestehenden US-Embargo hinzu.

Die UN-Wirtschaftskommission ECLAC prognostiziert für 2026 einen BIP-Rückgang von über 10 Prozent – den schwächsten Wert in der Region. Inflation, Lebensmittel- und Medikamentenmangel sowie Proteste belasten die Bevölkerung; die Auswanderung hält an.

Kubas Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossío reagierte sarkastisch: Die USA griffen nun zu öffentlichen CIA-Rekrutierungen. Es müsse viel Verzweiflung oder Armut in der Agentur herrschen, wenn sie ihre Angebote „wie Zahnpasta“ verkaufen müsse.


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