In Hamburg ist die Realität der deutschen Energiewende angekommen. Der städtische Netzbetreiber Hamburger Energienetze hat einen faktischen Anschlussstopp für neue Großverbraucher verhängt.
Die Sprengung von Kraftwerken schützt jetzt das Klima ganz effektiv, zumindest in Hamburg. Eine weitere Folge ist, dass mindestens bis Herbst 2027 keine zusätzlichen regulären Anschlüsse mit mehr als 1,5 Megavoltampere (MVA) vergeben werden können. Die verfügbare Kapazität an den entscheidenden Netzverknüpfungspunkten steht auf Null.
Betroffen sind vor allem datenintensive Rechenzentren, Batteriespeicher und energieintensive Industrieanlagen, die ihre Produktion elektrifizieren wollen – etwa in der Metall- und Chemiebranche rund um den Hafen. Privathaushalte und kleinere Betriebe bleiben unberührt, doch die Botschaft ist klar: Wer groß investieren und die politisch geforderte Elektrifizierung vorantreiben will, muss warten. Anfragen für zusätzliche Anschlussleistungen summieren sich bereits auf rund 3.000 Megawatt – bei einer aktuellen Höchstlast des gesamten Hamburger Netzes von etwa 1.800 Megawatt.
Die Ursache liegt nicht in fehlendem Strom an sich. Das Problem ist der Engpass an den Umspannwerken, die den Strom aus dem Höchstspannungsnetz von 50Hertz in das städtische Verteilnetz heruntertransformieren. Der notwendige Ausbau stockt. Lieferzeiten für Transformatoren sind lang, Genehmigungen dauern, und 50Hertz hat geplante Erweiterungen verschoben. Der Netzbetreiber warnt, dass die Engpässe bis in die frühen 2030er-Jahre andauern könnten – in manchen Stadtteilen sogar länger.
Statt der bisherigen „Wer zuerst kommt“-Regel gilt nun ein jährliches Zuteilungsverfahren namens „Fair Grid“. Unternehmen können bis Januar 2027 Anträge stellen, doch für den laufenden Zeitraum bis September 2027 gibt es schlicht nichts zu verteilen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte bereits im September gewarnt, es fehlten 16 Transformatoren und die Situation werde zum Risiko für die Energiewende und den Klimaschutz in Hamburg.
Die Wirtschaft reagiert alarmiert. Die Handelskammer und der Unternehmerverband UVNord sehen die Investitionssicherheit massiv gefährdet. Ohne verlässliche Anschlüsse bleiben Elektrifizierungsprojekte und neue Ansiedlungen auf der Strecke – ausgerechnet in einer Stadt, die per Volksentscheid die Klimaneutralität auf 2040 vorgezogen hat. Die Netzbetreiber kündigen Milliardeninvestitionen an: Hamburger Energienetze wollen in den nächsten fünf Jahren rund drei Milliarden Euro ausgeben und 15 neue Umspannwerke bauen, 50Hertz plant 800 Millionen Euro bis 2035. Doch bis die Hardware steht, bleibt die Kapazität blockiert.
Dieser Fall ist kein isoliertes Hamburger Problem. Er ist das logische Ergebnis einer Energiewende, die zuverlässige Grundlastkraftwerke abgeschaltet hat, den Netzausbau systematisch vernachlässigt und gleichzeitig eine massive Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Wärme fordert. Während der Wind im Norden weht, fehlt es an den physischen Verbindungen und Transformatoren, um den Strom dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird. Die politische Rhetorik von „Klimaneutralität“ und „grüner Industrie“ prallt auf die harte Realität überlasteter Netze und jahrelanger Lieferengpässe bei kritischer Infrastruktur.
Hamburg zeigt in aller Deutlichkeit, wohin die Politik der letzten Jahre führt: nicht zu einer erfolgreichen Transformation, sondern zu Rationierung, Warteschlangen und gebremsten Investitionen. Die Energiewende erweist sich erneut als ideologisches Projekt, das an den physikalischen und organisatorischen Grundlagen scheitert.
Passend dazu das Buch Zehn Jahr Grün und Dumm.
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Deutsche Politik in zwei Worten: „Grün und Dumm“
8 Kommentare
Es kommt, wie es kommen muss(te) – Hamburg macht nur den Anfang – Blackouts sind längst programmiert, und Lieschen Müller und ihr Michel sind sich gaaanz sicher: Der Putin ist Schuld…
Mit anderen Worten: Die Grünen taten genau das GEGENTEIL von dem, was die chinesische Regierung so erfolgreich aufzeigte: ERST Infrastruktur anbieten, dann kommt der Rest fast von alleine. Die Grünen wollten ERST Verbote, dann würde die Infrastruktur schon irgendwie kommen.
“ per Volksentscheid die Klimaneutralität auf 2040 vorgezogen „
Na, funktioniert doch wunderbar, am beklopptesten ist letztlich das ‚Volk‘
Da zerplatzen die grünen Märchen wiedermal. Dabei werden die Leitungen von Atom ja nicht mehr verstopft. Gibt aber immer noch die Zeitungsartikel und Leser die fordern wir brauchen einfach noch mehr PV, nur das Energiedienstleister 24/7 liefern müssen. Da redet man aber gegen eine Wand, aus Nichtkompetenz.
Das passt zum sozialistischen Deutschland. Auf unseren Autobahnen und sonstigen Straßen sieht es nicht anders aus! Überall Baustellen, auf denen vielleicht bestenfalls zu 10% gearbeitet wird! Im Rest der Zeit sind das Geister-Baustellen wo niemand arbeitet und die nur (absichtlich) den Verkehr blockieren! Ansonsten haben wir noch tausende marode Brücken und gerade die Großbauprojekte kosten immer mehr und werden nie fertig! Natürlich sind die Behörden wie immer überlastet. Aber wo sie nie überlastet sind und extrem schnell, das ist das Finanzamt! Wenn es um Geldeintreiben geht, steht Deutschland an erster Stelle in der Welt!
Haha, Putin zerstört die Transformatoren schon vor der Herstellung! So ein finsterer Fiesling!
ausserdem stellt er kühlvitrinen auf backmodus um und versteckt nägel etc. in süssigkeiten
Und „er springt bald zusammen mit seiner Familie aus dem Fenster“. Zum Glück wohnt er ebenerdig.
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