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Politik

„Euro-atlantische Ordnungsoperation“? Militärübung der „Koalition der Willigen“ in Polen

1 Kommentare 3. November 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Mitten im polnischen EU-Putsch schickt die Euro-Nato fast 3.000 Soldaten nach Polen. Offiziell für eine Übung nahe an der ukrainischen Grenze. Andere sehen darin eine „euro-atlantische Ordnungsoperation“.

Der französische Politiker Florian Philippot (Les Patriotes) hat die bevorstehenden Militärübungen der sogenannten „Koalition der Willigen“ in Polen scharf kritisiert. In einem Beitrag auf X vom 3. November 2026 bezeichnete er die Mobilisierung von fast 3.000 Soldaten – überwiegend Franzosen – als „Operation der euro-atlantischen Ordnungsaufrechterhaltung“. Dies geschehe „mitten im europäischen Putsch“, den er der polnischen Regierung unter Donald Tusk und der EU gegen souveränistische und friedensorientierte Kräfte in Polen vorwirft.

Die Übungen namens „Koalicja“ („Koalition“ auf Polnisch) finden vom 9. bis 22. November im südostpolnischen Nowa Dęba statt, rund 100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Laut Berichten, darunter ein Artikel der französischen Tageszeitung Le Monde vom 2. November, werden etwa 2.800 Soldaten aus rund zehn Ländern eingesetzt. Frankreich stellt mit rund 1.100 Mann das größte Kontingent, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit etwa 300 Soldaten. Weitere Teilnehmer sind unter anderem Deutschland, Estland, Litauen, die Niederlande, Spanien, Schweden und Belgien. Auch ukrainische Beobachter sind vorgesehen. Die NATO ist informiert, nimmt aber nicht direkt teil. Die USA gehören der Initiative nicht an.

Das offizielle Ziel des Manövers soll es sein, die Einsatzfähigkeit der Multinationalen Force Ukraine (MNF-U) der „Koalition der Willigen“ zu testen. Es geht um Logistik, Kommandostrukturen, Truppenverlegungen und Fähigkeiten wie die Drohnenabwehr. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Kampftruppe mit Panzern und Raketen oder um klassische Friedenssicherung während laufender Kämpfe, sondern um die Vorbereitung einer möglichen Stabilisierungs- und Abschreckungsmission nach dem Ende des Krieges. Frankreich und Großbritannien betonen, die Truppe sei bereit, sobald die Waffen schweigen.

Philippot sieht darin etwas ganz anderes: eine Demonstration der Stärke der euro-atlantischen Oligarchie, um den von ihm so genannten „Prokonsul“ Tusk in Warschau abzusichern und die Eskalationsspirale fortzusetzen. „Frankreich hat dort nichts verloren“, schrieb er. Er forderte den sofortigen Austritt Frankreichs aus der EU und der NATO (Frexit und NATEXIT), um die nationale Freiheit wiederzuerlangen. In den Reaktionen auf seinen Beitrag wurde der Zeitpunkt der Übungen ebenfalls kritisch gesehen: Während in Polen interne Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und oppositionellen Kräften toben, würden französische und britische Truppen in der Nähe eingesetzt.

Die „Koalition der Willigen“ wurde 2025 gegründet und hat sich bisher vor allem auf politische Gipfel beschränkt. Die Übungen in Nowa Dęba gelten als erster konkreter Praxistest ihrer militärischen Relevanz. Sie kommen zu einem Zeitpunkt, der politisch kaum brisanter sein könnte.


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1 Kommentar

  1. cwsuisse
    Antworten

    Die politische Lage in Polen ist schwer zu verstehen und die polnische Haltung zum Ukrainekrieg ist nicht homogen. Russland könnte sich mit Polen, Ungarn und Rumänien die Ukraine aufteilen. Das wird auch Brüssel gefallen, denn dort hatte man auch keine Einwände, als sich Trump Grönland unter den Nagel gerissen hat.

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