Die Kritik war vorhersehbar: „Nur ein Poster“, „nicht peer-reviewed“, „graue Literatur“. Wer die Mainzer Arbeitsgruppe um Herzchirurg Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl widerlegen wollte, musste sich auf Formalia zurückziehen – denn die Daten selbst waren eindeutig. Diese Ausrede ist jetzt vom Tisch.
Die Studie über die TKP im Mai berichtete, ist nun im offiziellen Tagungsband des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) erschienen – publiziert bei Springer Medizin Verlag:
Vahl, C.; Dietz, O. Significantly Increased Incidence of Heart Failure and Cardiac Arrhythmias in Municipalities with Substantial Wind Energy Expansion. In: Proceedings of the INNERE MEDIZIN, Springer Medizin Verlag 2026, Vol. 67, S. S169–S169.
Damit ist die Arbeit Teil des wissenschaftlichen Diskurses, zitierfähig, auffindbar. Wer sie weiterhin ignoriert, ignoriert nicht mehr ein Poster von „Windkraftgegnern“ – er ignoriert ein publiziertes Ergebnis eines der renommiertesten Herzchirurgen Deutschlands.
Was genau wurde untersucht?
Die Kernfrage der Arbeitsgruppe Infraschall an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: Schädigt der von Windkraftanlagen erzeugte, unhörbare Tiefton-Infraschall das menschliche Herz unter realen Lebensbedingungen – nicht nur im Labor?
Vorarbeiten hatten bereits am isolierten menschlichen Herzmuskelgewebe gezeigt, dass Infraschall zu Kontraktilitätseinbußen und Störungen des intrazellulären Calcium-Stoffwechsels führt – exakt jene Mechanismen, die Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen begünstigen. Die neue Studie prüfte nun, ob sich diese Effekte in der Bevölkerung nachweisen lassen.
Das methodische Vorgehen ist bemerkenswert sauber:
- Zwei Vergleichsgruppen im Kreis Paderborn, per systematischer sozio-geografischer Analyse ausgewählt:
- Exponierte Testgruppe (Borchen + Lichtenau): 25.550 Einwohner, massiver Windkraftausbau – Stand 2024: 533 MW, 224 Anlagen
- Kontrollgruppe (Delbrück + Hövelhof): 49.700 Einwohner, lediglich 14 MW, 8 Anlagen
- Vergleichbare klimatische Bedingungen, Windrichtungen, Alters- und Geschlechtsstruktur, sozioökonomische Parameter
- Keine konkurrierenden kardiovaskulären Noxen: keine Kernkraft, keine Chemie, kein Fluglärm
- Diagnostisch verblendete, neutrale Datenerhebung: Die Fallzahlen für Neuerkrankungen lieferte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe – auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes NRW – in elektronischer Form nach § 5 Abs. 1 Satz 5 IFG NRW
Ein Detail, das man nicht überlesen sollte: Die Autoren danken ausdrücklich Prof. Philipp Wild, Professor für Klinische Epidemiologie der renommierten Gutenberg-Gesundheitsstudie Mainz, für die konzeptionelle Beratung.
Die Ergebnisse: hochsignifikant und erschreckend
Die Daten decken den Zeitraum 2015–2024 ab – exakt die Jahre des massiven Windkraftausbaus. Erfasst wurden die ICD-Codes I50 (Herzinsuffizienz) und I49 (bedrohliche Herzrhythmusstörungen).
Die Zahlen sind nicht zu beschönigen:
| Gemeinde | Gruppe | Steigerung Herzinsuffizienz (Jahresmittel 2021–2024) | Signifikanz |
|---|---|---|---|
| Borchen | exponiert | +21 % bis +51 % | p < 0,0001 |
| Lichtenau | exponiert | +20 % bis +68 % | p < 0,0001 |
| Delbrück/Hövelhof | Kontrolle | 100 %-Referenz | – |
Auch bei den bedrohlichen Rhythmusstörungen (I49) war die Inzidenz in den exponierten Gemeinden auf dem Signifikanzniveau p < 0,0001 deutlich erhöht – in den Abbildungen des Posters ist der Unterschied nicht zu übersehen. Da die Altersstruktur der Bevölkerungen 2024 praktisch identisch war, kann eine Verzerrung durch Demografie ausgeschlossen werden.
Das heißt in der Konsequenz: Jeder fünfte bis zwei Drittel mehr Neuerkrankungen an Herzversagen in Gemeinden, in denen die Industrie ihre „sauberen“ Windräder hinstellt.
Die Schlussfolgerung der Autoren – ein politischer Sprengsatz
„Die Daten zeigen am Beispiel der Region Paderborn ein signifikant erhöhtes kardiovaskuläres Neu-Erkrankungsrisiko in Kommunen mit massivem Ausbau der Windenergie an. Es sind daher umgehend geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die exponierten Bürger systematisch über das Risiko von Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz aufzuklären, um zeitnah geeignete therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können. Für detaillierte Studien sollten Forschungsmittel bereitgestellt werden, um die Grenzwerte der aufklärungspflichtigen Infraschallbelastung exakt zu definieren.“
Man beachte die Aufforderung von Herzspezialisten: „umgehend geeignete Maßnahmen“, „systematisch aufklären“, „Grenzwerte der aufklärungspflichtigen Infraschallbelastung“. Das ist die Sprache eines Mediziners, der seine Patienten gefährdet sieht – nicht die eines Aktivisten. Vahl, der selbst früher Mindestabstände von 2.000 Metern empfohlen hat, stellt klar: Die bisherigen 1.000-Meter-Abstände und die bloßen „Schattenwurf“- und „Lärm“-Verordnungen, die Infraschall schlichtweg ignorieren, sind unzureichend.
Warum wird das totgeschwiegen?
Es passt nicht ins Narrativ. Die Energiewende ist zur ideologischen Glaubensfrage geworden – und Windräder gelten als ihr heiliges Symbol. Dass sie tieffrequenten Infraschall erzeugen, der Wände durchdringt, kilometerweit reicht und Herzmuskelgewebe direkt schädigt, zerstört das Bild vom „Klimaretter“.
Die betroffenen Bürger in Windkraftregionen berichten seit Jahren von Schlafstörungen, Herzrasen, Schwindel und Erschöpfung – und wurden als hysterisch, als Opfer des „Nocebo-Effekts“, abgetan. Jetzt liegen harte Zahlen vor, auf Basis echter Krankenkassendaten. Und sie kommen genau von der Arbeitsgruppe, die bereits im Labor die molekularen Schäden nachgewiesen hat.
Die Reihe der Studien verdichtet sich zudem – wie TKP bereits mehrfach dokumentierte: von Bestätigungen stressbedingter Cortisol-Anstiege und „Spukgefühle“ über die extrem weite Ausbreitung von Infraschall bis zur Gefährdung der Volksgesundheit durch Windparks in der EU. Die „erheblichen biologischen Auswirkungen“ sind inzwischen mehrfach unabhängig belegt. Wer die Evidenzlage kennt, kann die Mainzer Zahlen nicht mehr als Einzelfall abtun.
Was bedeutet das für die Politik?
Es reicht nicht mehr, von „Lärmbelästigung“ zu sprechen. Es reicht nicht mehr, Abstandsregeln zu verfeinern, die Infraschall schlicht ignorieren. Die Konsequenzen sind klar:
- Die Bevölkerung in Windkraft-Nähe muss informiert werden – über das Risiko von Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz
- Die Grenzwerte müssen neu definiert werden – mit Forschungsmitteln, die endlich für unabhängige Infraschall-Forschung bereitgestellt werden
- Der weitere Ausbau muss gestoppt werden – und bestehende Anlagen gehören bei Bedarf zurückgebaut
Stattdessen plant die Bundesregierung weiter: mehr Windräder, mitten in Wäldern, in Wohnnähe – auf Kosten von Gesundheit, Landschaft und Strompreisen. Die Ideologie triumphiert über die Wissenschaft. Dass ausgerechnet diejenigen, die behaupten, der Wissenschaft zu folgen, eine publizierte Studie aus einem Springer-Medizin-Organ ignorieren, sagt alles über den Zustand unserer politischen Debatte.
All das und noch viel mehr finden Sie im neuen TKP Buch:
- Die Windkraft-Lüge. Was Windräder in Wahrheit anrichten Dr. Peter F. Mayer, Torsten Engelbrecht. TKP Verlag, 1. Auflage 2026. Paperback ISBN 978-3-9506363-0-7.
Quellen
- Vahl, C.; Dietz, O. Significantly Increased Incidence of Heart Failure and Cardiac Arrhythmias in Municipalities with Substantial Wind Energy Expansion. Proceedings of the INNERE MEDIZIN, Springer Medizin Verlag 2026, Vol. 67, S. S169–S169 (Publikation des DGIM-Kongresses 2026, Poster P-15-07, Abstract ID 85384): zum
- Poster P-15-07 zum Download (Universitätsmedizin Mainz, Arbeitsgruppe Infraschall)
- Arbeitsgruppe Infraschall der Universität Mainz
- TKP-Originalbericht vom 2. Mai 2026
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
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Infraschall von Windrädern bringt kleinste Blutgefäße durcheinander – neue Studie
6 Kommentare
„…die exponierten Bürger systematisch über das Risiko von Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz aufzuklären, um zeitnah geeignete therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können…“
Das ist also die Quintessenz – nicht die Beseitigung der pathogenen Ursache, um auch kommende Neuerkrankungen zu verhindern, sondern „geeignete therapeutische Maßnahmen“ zu ergreifen – mit chemischen Keulen der Pharmafia? Nicht alle Menschen kennen einen Naturheilmediziner, der ihnen evtl. helfen kann. Im Übrigen kann auch das nicht das Ziel sei: Symptombehandlung…
Leider Schaumschlägerei und auch wieder nur ein Teilauschnitt der gesamten Sachlage.
Infraschall hat diese Auswirkung, ja, ist bewiesen, aber wie sieht die 5G Versorgung und die WLAN Verteilung in diesem Gebiet aus? 5G/WLAN haben dieselben Auswirkungen auf das Herz und sogar auf das Blut. Und obendrein wäre zudem noch aufschlußreich, wie sich die Lage darstellt, wenn man bzgl. der Geschädigten die Vorerkrankungen und den Impfstatus in die Erhebung mit aufnimmt. Erst dann würde man vielleicht sehen können, was wirklich Sache ist.
Ein weitere perfekt Waffe gegen die Überbevölkerung… und sie kann, genau wie die „Impfungen“ auch noch als notwendiger Segen verkauft werden.
Ich weiß nicht, was bzw. wer schlimmer ist – die Erfinder oder all die Idioten, die ihnen glauben.
@,
wie die geschichte beweist, eindeutig die gläubigen idioten, weil sie immer in der mehrheit sind
und die biomasse macht immer unreflektiert alles mit, was man ihnen erzählt, mähhhhh
Ändern sie bloß nicht Ihre Ziffernkombination!
Meine Speib,,,sacker…l sind sonst ganz schnell aus!
Ich danke tkp für diese Info bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Bei der Brisanz stockte in Deutschland in jeder MSM-Redaktion der Atem, oft mit dem Motto: Kollegen, Finger weg. Ich kenne die Paderborner Hochfläche wegen der hohen Dichte von WKA und habe dort bei meinen privaten Besuchen immer die Wolkenbilder für mich bewertet, konnte aber leider (noch) nie Zeitrafferaufnahmen machen. Die Wolkenbildung vor Ort zeigte mir meist, wir haben es (auch dort) im Lee der Windparks mit absteigenden Luftmassen zu tun, die Wolkenauflösung und Erwärmung bringen, klimatologische Effkte die überregional noch unzureichend untersucht sind. Das hat mit den dramatischen Infraschall-Problemen zwar nichts zu tun, zeigt aber, wir erkaufen uns die Energiewende sehr teuer und möglicherweise/hoffentlich werden uns die Gerichte wieder die Grenzen setzen müssen. Die Mainzer Studie nenne ich in jeder Diskussion über „unsere“ Energiewende im Bekanntenkreis.
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