
Unhörbar aber nicht harmlos – Gefährdung der Volksgesundheit durch Infraschall von Windparks in der EU
Windparks sind für einige Wenige das große Geschäft, bringen aber für Viele gesundheitliche Schäden. Eine der Ursachen ist der von Windrädern im Betrieb produzierte Infraschall.
In einem Podcast interviewt Fernand Kartheiser, Mitglied des Europäischen Parlaments, Professor Ken Mattson von der Universität Uppsala zu den weniger diskutierten Auswirkungen der Windenergie, insbesondere zu Lärm und Infraschall. Die beiden blicken zurück auf die im Europäischen Parlament abgehaltene Konferenz mit dem Titel „Unheard but not Harmless – Public Health & Wind Energy Infrasound in the EU“ und diskutieren ausführlich die gesundheitlichen Auswirkungen von Infraschall, der durch die Bewegung von Windkraftanlagen entsteht.
Während Windenergie im Hinblick auf angebliche Energieunabhängigkeit und Umweltfreundlichkeit weithin gefördert wird, hebt Professor Mattsons Forschung erhebliche, oft übersehene Gesundheits- und Umweltbedenken hervor, die sich aus dem Infraschall und dem hörbaren pulsierenden Lärm moderner Windkraftanlagen ergeben. Über die Forschungen von Professor Mattsson hat TKP hier, hier, hier und hier berichtet.
Infraschall bezeichnet Schallwellen unterhalb von 20 Hertz, die für Menschen im Allgemeinen nicht hörbar sind. Er kommt in der Natur vor (Strände, Wälder, Vulkane), aber Windkraftanlagen erzeugen einen einzigartigen „pulsierenden Infraschall“, der periodischen Explosionen ähnelt. Auch wenn die meisten Menschen ihn nicht hören, können sie ihn als Vibrationen wahrnehmen.
Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit
Aktuelle Studien zeigen, dass das Gehirn Infraschall wahrnehmen kann, auch wenn er nicht hörbar ist, unabhängig von den Ohren.
Pulsierende Geräusche sind im Allgemeinen störender als kontinuierliche. Menschen, die in der Nähe moderner Windkraftanlagen leben (insbesondere solcher, die seit 2019 gebaut wurden), berichten von Schlafstörungen, Migräne und Reisekrankheit, die wahrscheinlich durch diesen pulsierenden Infraschall verursacht werden.
Ein sicherer Abstand für diese neuen Anlagen ist noch nicht festgelegt; 600 Meter sind nachweislich unzureichend.
Neben Infraschall erzeugen Windkraftanlagen auch lauten, pulsierenden hörbaren Schall (amplitudenmodulierter Schall). Aufnahmen zeigen Pegel von bis zu 60 dBA in der Nähe von Wohnhäusern, deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert von 40 dBA.
Dieses Geräusch ist sehr störend und kann sich bis zu 10 km weit ausbreiten.
Auswirkungen auf Tiere und Wildtiere
Das pulsierende Geräusch (sowohl Infraschall als auch hörbares Geräusch) wirkt sich stark auf Tiere aus.
Es wurde beobachtet, dass sich Pferde in der Nähe von Windkraftanlagen vom Lärm entfernen und sich weigern, zurückzukehren. Wildtiere wie Rehe entfernen sich oft mehr als 5 km von Windkraftanlagen.
Windparks tragen zudem zum Tod von Vögeln und Fledermäusen bei. Und sie sind in noch stärkerem Ausmaß Insektenkiller.
Verstärkte Bedenken bei Offshore-Windanlagen
Offshore-Windkraftanlagen sind viel größer und geben erheblichstärkeren Infraschall an die Luft und – was entscheidend ist – über ihre Fundamente in den Ozean ab.
Schall breitet sich über Wasser und durch den Ozean viel weiter aus. Dies stört Meereslebewesen (z. B. Wale, Delfine), die über Infraschallfrequenzen kommunizieren.
Es stellt auch ein militärisches Problem dar, da der weitreichende Infraschall die Ortung von U-Booten erschweren kann, sodass diese sich im Lärm verstecken können. Das war mit ein Grund dafür, dass in den USA der Bau von Offshore Windanlagen komplett gestoppt wurde.
Herausforderungen und Reaktionen der Behörden
Professor Mattson stößt bei Politikern auf gemischte Reaktionen; einige hören zu, andere ignorieren ihn. Die Behörden weisen die Bedenken oft zurück und behaupten, dass Schall, der nicht gehört wird, keinen Schaden anrichten kann – ein wissenschaftlich fehlerhaftes Argument (z. B. wie bei Röntgenstrahlen).
Als Hauptgrund für diese Leugnung gelten wirtschaftliche Interessen, bei denen der raschen Ausweitung von Windparks Vorrang vor der öffentlichen Gesundheit eingeräumt wird.
Die Branche stützt sich oft auf veraltete oder mangelhafte Studien und weigert sich, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die einzigartige Natur und die Auswirkungen des Lärms moderner Windkraftanlagen anzuerkennen. Sie behauptet fälschlicherweise, die Infraschallpegel von Windkraftanlagen seien mit denen in natürlichen Umgebungen vergleichbar.
Professor Mattson betont die dringende Notwendigkeit fortgesetzter, von Fachkollegen begutachteter Forschung, um sichere Pegel und Abstände für Windkraftanlagen zu ermitteln, insbesondere angesichts der im Vergleich zu natürlichen Geräuschen deutlich pulsierenden Natur ihrer Emissionen.
Er plädiert für eine offene Debatte, die auf wissenschaftlichen Fakten statt auf Behauptungen der Industrie basiert, und unterstreicht damit seinen Fokus auf Gesundheit gegenüber einer ablehnenden Haltung gegenüber Windenergie.
In diesem TKP-Buch findet sich alles Wissenswerte über die Schäden durch Windparks: Windkraft: Schadet Umwelt, Menschen, Tieren und Pflanzen wie keine andere Energiequelle 2. Auflage
Hier das Gespräch von Kartheiser mit Mattsson:
Image by Dorothée QUENNESSON from Pixabay
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Empfindliche Personen bekommen auch Infraschall insofern „zu hören“, wenn sie etwa Tinnitus entwickeln oder das Gefühl bekommen, als würde das Hirn gleich platzen. Entsetzlich kann auch die Wahrnehmung feinster Vibrationen sein, die den ganzen Körper – vor allem in Ruhe und im Liegen erfassen. Manche sagen, es macht sie schier wahnsinnig… tolle Lebensqualität haben dann alle, die nicht flüchten können…