Neue Eskalation: Israels Angriffskrieg gegen Iran und Libanon erreicht kritische Schwelle (Ticker 16:00 Uhr)

8. Juni 2026von 12,8 Minuten Lesezeit

Was sich in den letzten 48 Stunden im Westasien abgespielt hat, ist keine bloße Fortsetzung eines Konflikts — es ist der gefährlichste Eskalationssprung seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar. Netanyahu hat damit offenbar sein Ziel erreicht.

Die Ereignis seit Sonntagmorgen bis Montagfrüh zeigt eine massive Esakaltion Israels gegen Beirut, Iran antwortet mit ballistischen Raketen, Israel schlägt in Teheran und Isfahan zurück — und Washington steht daneben, unfähig oder unwillig, seinen Stellvertreter in Westasien zu zügeln.

Die Abfolge der letzten Tage liest sich wie ein Drehbuch zur regionalen Katastrophe:

Sonntag, 7. Juni — Morgens: Israelische Truppen stehen seit Monaten im Südlibanon und töten Zivilisten und zerstören Wohnhäuser, Ackerflächen und Olivenhaine; die Hisbollah betrachtet dies als Besatzung und handelt entsprechend. Hisbollah greift mit Raketen und Drohnen israelische Militärinstallationen und Kommandozentren jenseits der Grenze an Grenzgemeinden ab.

Sonntag, 7. Juni — Nachmittags: Israel bombardiert Dahiyeh, das südliche Vorstadtviertel Beiruts. Der Angriff erfolgt ohne Vorwarnung, trifft ein Wohngebäude, tötet mindestens zwei Menschen und verletzt 20 weitere — nur Tage nachdem die libanesische und israelische Regierung in von den USA moderierten Gesprächen einem erneuten Waffenstillstand zugestimmt hatten. Hisbollah war an diesen Gesprächen nicht beteiligt und lehnte den Deal ab.

Sonntag, 7. Juni — Abends: Iran startet mehrere Wellen ballistischer Raketen auf Nordisrael — der erste derartige Angriff seit der fragilen Waffenruhe vom April. Die Revolutionsgarden (IRGC) bestätigen, das Ramat-David-Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen zu haben, und nennen es eine Reaktion auf „die massenhafte Tötung und Vertreibung der unterdrückten Menschen in den Regionen Tyre und Nabatäa“. Die IRGC-Erklärung warnt unmissverständlich: „Sollten diese Aggressionen wiederholt werden, werden die Antworten umfassender sein und alle amerikanischen und zionistischen Ziele in der gesamten Region einschließen.

Montag, 8. Juni — 4:43 Uhr Ortszeit: Israelische Luftstreitkräfte schlagen in West- und Zentraliran zu. Explosionen werden aus Teheran, Isfahan, Täbris, Karadsch und Nadschafabad gemeldet. Die IRGC gibt an, Israel habe luftgestützte ballistische Raketen eingesetzt. Irans Luftraum über dem Imam-Khomeini-Flughafen wird gesperrt.

Berichte aus: BBC News Live-Blog, 7.-8. Juni 2026 , Al Jazeera Live-Blog, 8. Juni 2026, Al Mayadeen.

Netanjahu ignoriert Trump

Das vielleicht Aufschlussreichste an dieser Eskalation ist die vollständige Entmachtung des amerikanischen Präsidenten durch seinen eigenen Verbündeten.

Donald Trump hatte Netanjahu bereits vor einer Woche in einem Telefonat — das Berichten zufolge mit den Worten „You’re f*****g crazy“ gespickt war — davon überzeugt, Angriffe auf Beiruts Vororte zu unterlassen. Als Israel am Sonntag dennoch Dahiyeh bombardierte, sagte Trump gegenüber Fox News: „I‚m not happy about it.“

Nach den iranischen Raketenstarts rief Trump Netanjahu erneut an und drängte ihn, nicht zurückzuschlagen. Ein hochrangiger US-Beamter wurde mit den Worten zitiert, Trump habe „Bibi dazu gebracht, vorerst abzuwarten“. Trump selbst sagte gegenüber israelischen Medien, er wolle „heute Nacht keinen weiteren Angriff sehen“.

Wenige Stunden später schlug Israel im Iran zu.

Das ist nicht nur eine diplomatische Ohrfeige — es ist der Beweis, dass Netanjahu Washington als optionalen Konsultationspartner betrachtet, nicht als bestimmende Kraft. Ein US-Präsident, der einen Waffenstillstand vermitteln will, während sein „Partner“ jeden Stillstand als Gelegenheit zur nächsten Eskalation nutzt, steht vor einem Scherbenhaufen seiner Nahost-Politik.

Libanon: Israels wiederholte Angriffe seit vielen Jahrzehnten

Der Krieg im Libanon geht mit unverminderter Brutalität weiter. Die Zahlen sind verheerend:

  • Über 3.500 Tote im Libanon seit dem 2. März 2026.
  • Israels Bodeninvasion erreichte am 31. Mai ihre tiefste Penetration seit einem Vierteljahrhundert
  • Die Waffenstillstandsabkommen vom 17. April und 3. Juni wurden beide gebrochen, so wie alle anderen Waffenstillstände im Libanon oder in Gaza.

Die zentrale Blockade ist offensichtlich: Iran besteht darauf, dass jedes Abkommen mit Washington ein Ende der Kämpfe im Libanon einschließen muss. Israel und die USA wollen Libanon aus dem Deal heraushalten. Netanjahu, der später in diesem Jahr Wahlen anstrebt, steht unter massivem innenpolitischen Druck, den Libanon nun endlich zu zerschlagen.

Ein Teil der libanesische Regierung verhandelt in Washington — aber dieser Teil vertritt keineswegs die gesamte Regierung oder die im Parlament vertretenen Parteien noch kontrolliert er den bewaffneten libanesischen Widerstand wie die Hisbollah noch den Süden des Libanon. Die libanesische Armee besetzt zwar Kontrollpunkte an den Straßen im Inneren des Landes, ist militärisch unbedeutend.

Das Ergebnis ist ein diplomatisches Theater, bei dem alle Beteiligten so tun, als existiere ein Staat, der die Vereinbarungen durchsetzen könnte, die er unterzeichnet.

Die iranische Politk

Teherans Entscheidung, nach monatelanger Zurückhaltung wieder direkt Israel anzugreifen, folgt einer klaren strategischen Logik. Iran hat seit der April-Waffenruhe wiederholt erklärt, dass es israelische Angriffe auf libanesisches Territorium als Bruch jener Waffenruhe betrachtet. Die IRGC-Erklärung vom Sonntag war keine spontane Drohung, sondern die Einlösung einer seit Wochen aufrechterhaltenen roten Linie. Mohsen Rezaee, Militärberater des Obersten Führers, erklärte dazu: „Iran hat wiederholt erklärt, dass es Verstöße gegen die Waffenruhe und Aggressionen gegen den Libanon nicht tolerieren wird. Heute Nacht haben die Aggressoren ihre Antwort erhalten.“

Die regionale Brandgefahr

Die Eskalation beschränkt sich nicht auf Iran, Israel und Libanon. Die Nebenwirkungen breiten sich aus:

  • Jemen: Die IDF meldet Raketenstarts aus jemenitischem Gebiet Richtung Israel, parallel zu den iranischen Angriffen
  • Irak: Luftraum für 72 Stunden gesperrt nach den iranischen Raketenstarts; Explosionen nahe Bagdad wurden auf israelische Jets zurückgeführt, die über irakischem Territorium operieren
  • Syrien: 12-stündige Luftraumsperrung; Explosionen über Damaskus wurden israelischen Luftabwehrsystemen zugeschrieben
  • Saudi-Arabien: Raketenalarm in der Provinz Al Kharj, Heimat des Prince Sultan Air Base mit US-Streitkräften
  • Golfstaaten: Iran hat seit April wiederholt Raketen und Drohnen auf US-Präsenzen in Golfstaaten abgefeuert

8 Uhr 00 – aktuelle Entwicklungen seit 6 Uhr 30

Hochrangiger iranischer Beamter: Iran wird dem Druck nicht nachgeben

Ali Akbar Ahmadian, der Vertreter des obersten Führers des Iran im Obersten Verteidigungsrat, sagte, der Iran werde sich keinem Druck von außen beugen, und warnte, dass weitere Drohungen oder Angriffe eine noch stärkere Reaktion nach sich ziehen würden.

In einer Erklärung, die nach den Raketenangriffen des Iran auf Israel veröffentlicht wurde, sagte Ahmadian, das über Tel Aviv zu hörende Geräusch sei „die Stimme der iranischen Nation“ und bezeichnete die Operation als Demonstration der nationalen Entschlossenheit.

Israel bleibt in Alarmbereitschaft, während der Armeechef Angriffe auf den Iran „befehligt“

Das israelische Militär teilte mit, dass Generalstabschef Eyal Zamir und hochrangige Kommandeure die laufenden Angriffe auf den Iran von einem Luftwaffenstützpunkt aus überwachten, und fügte hinzu, dass die israelischen Streitkräfte in Alarmbereitschaft blieben und bereit seien, an allen Fronten zu operieren.

Das israelische Heimatfrontkommando gab bekannt, dass Zivilisten die Schutzräume und geschützten Räume verlassen könnten, nachdem die unmittelbare Gefahr abgeklungen sei.

Israelische Medien berichteten, dass der Flugverkehr am Ben-Gurion-Flughafen kurz nach dem Abfangen einer Rakete, die angeblich aus dem Jemen abgefeuert worden war, wieder aufgenommen wurde.

Unterdessen warnte Israels Botschafter in Washington, dass das Land, sollte die Hisbollah Angriffe auf Israel starten, mit „voller Kraft“ auf die Kommandozentralen der Gruppe in den südlichen Vororten von Beirut zurückschlagen werde.

Iran feuert Raketen auf Israel ab, während in der Nähe von Jerusalem Explosionen zu hören sind

Laut israelischen Medien und Militärvertretern waren Explosionen im Raum Jerusalem und in der Nähe des nördlichen Toten Meeres zu hören, nachdem der Iran Raketen auf Israel abgefeuert hatte.

Das israelische Heimatfrontkommando teilte mit, dass im Großraum Tel Aviv und in Teilen des südlichen Israels Sirenen ertönten, nachdem die Raketenstarts entdeckt worden waren. Das israelische Militär teilte mit, dass Luftabwehrsysteme im Einsatz seien, um die anfliegenden Raketen abzufangen, und forderte die Bevölkerung auf, die Sicherheitsanweisungen zu befolgen.

Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, dass ihm keine Berichte über Verletzte durch einen früheren Raketenangriff aus dem Jemen vorlägen.

Berichte über groß angelegte Raketenabwehr in ganz Israel, während das Sicherheitskabinett zusammentritt

Israelische Medien berichteten von umfangreichen Abwehrmaßnahmen gegen iranische Raketen über dem südlichen Israel, darunter in den Gebieten um das Tote Meer, Dimona und Beerscheba.

Channel 12 berichtete, dass Zivilschutz- und Rettungskräfte an mehrere Orte entsandt wurden, nachdem Berichte über Raketen- und Splittertrümmer in der Nähe von Beit Shemesh westlich von Jerusalem sowie in der Negev-Region um Beerscheba eingegangen waren.

Das israelische Armeeradio berichtete, dass das Sicherheitskabinett des Landes voraussichtlich am Dienstagmorgen zusammentreten werde, um die neuesten Sicherheitsentwicklungen zu erörtern.

Der Sender berichtete außerdem, dass eine Rakete in der Nähe der Siedlung Itamar im nördlichen Teil des besetzten Westjordanlands eingeschlagen sei, wobei zunächst keine Schäden oder Verletzten gemeldet wurden.

Israel bestätigt Angriff auf petrochemische Anlage im iranischen Mahshahr

Das israelische Militär teilte mit, seine Luftwaffe habe mehrere Ziele in einem petrochemischen Komplex in Mahshahr, einer Stadt in der südwestiranischen Provinz Khuzestan, angegriffen. In einer kurzen Erklärung erklärte das Militär, weitere Einzelheiten zu der Operation würden später bekannt gegeben.

Iranische Medien hatten zuvor unter Berufung auf lokale Beamte über den Angriff berichtet. Ein von der Nachrichtenagentur Fars zitierter Sicherheitsbeamter sagte, israelische Streitkräfte hätten die Karun Petrochemical Company ins Visier genommen und dabei einen Teil der Anlage beschädigt.

Der Beamte erklärte, Informationen über das Ausmaß der Schäden und eventuelle Opfer würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

10 Uhr 00: Ausweitung droht

IRGC gibt an, israelische Luftwaffenstützpunkte als Vergeltungsmaßnahme angegriffen zu haben

Das IRGC gab bekannt, Angriffe auf die israelischen Luftwaffenstützpunkte Nevatim und Tel Nof durchgeführt zu haben, und bezeichnete die Operation als Reaktion auf die jüngsten israelischen Angriffe auf Radaranlagen im Iran.

In einer Erklärung teilte die IRGC mit, die Angriffe seien wenige Minuten nach den Angriffen israelischer Streitkräfte auf Radaranlagen in drei Regionen des Landes durchgeführt worden.

Man teilte auch mit, dass am Montag mehrere Ziele im Land bei einem Raketenangriff getroffen worden seien, und beschuldigte Israel, luftgestützte ballistische Raketen gegen Ziele auf iranischem Territorium eingesetzt zu haben.

Das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya warnte Israel davor, die Angriffe auf den Südlibanon und die südlichen Vororte von Beirut fortzusetzen.

Das Militärkommando erklärte, jede weitere Eskalation werde mit, wie es hieß, härteren und zerstörerischeren Reaktionen beantwortet, vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen dem Iran und Israel nach den jüngsten Raketen- und Luftangriffen.

Krankenhaus verlegt Betrieb in gesicherte Bereiche, während sich Israel auf Angriffe vorbereitet

Israelische Medien berichteten, dass das Soroka-Krankenhaus im Negev seinen Betrieb in gesicherte Bereiche verlegt hat und nur noch Notfälle aufnimmt, da die Behörden angesichts der eskalierenden Spannungen mit dem Iran verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Channel 12 berichtete, dass Bildungseinrichtungen landesweit geschlossen und öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen abgesagt wurden.

Mehreren israelischen Medienberichten zufolge wird der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu voraussichtlich eine Sitzung des Sicherheitskabinetts einberufen.

Die Zeitung „The Times of Israel“ berichtete unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Beamten, dass es sich um eine Sitzung im kleinen Kreis handeln werde, an der eine kleine Gruppe hochrangiger Minister teilnehmen werde, um die jüngsten Entwicklungen im Sicherheitsbereich zu erörtern.

Israel plant laut Berichten groß angelegte Mobilisierung in Erwartung eines langwierigen Konflikts

Das israelische Militär plant laut dem israelischen Armeesender eine groß angelegte Mobilisierung von Reservekräften, wobei Einheiten voraussichtlich entlang der Grenzen zum besetzten Westjordanland und zu Jordanien stationiert werden sollen. Der Sender berichtete zudem, dass die israelischen Sicherheitsbehörden davon ausgehen, dass sie sich am Anfang einer militärischen Konfrontation befinden, die mehrere Tage andauern könnte.

Unterdessen berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr, dass in und um die westliche Stadt Kermanshah Luftabwehrsysteme aktiviert wurden, um gegen sogenannte feindliche Luftziele vorzugehen. Diese Entwicklungen erfolgten, während die Feindseligkeiten zwischen Israel und dem Iran nach einem Austausch von Raketen- und Luftangriffen weiter eskalierten.

Houthis erklären mit Israel verbundene Schiffe im Roten Meer zu militärischen Zielen

Die jemenitischen Streitkräfte haben ein vollständiges Verbot der israelischen Seeschifffahrt im Roten Meer verkündet und gewarnt, dass jede Bewegung von mit Israel verbundenen Schiffen in dieser Wasserstraße als militärisches Ziel behandelt werde.

In einer Erklärung sagte Militärsprecher Yahya Saree, jemenitische Streitkräfte hätten zudem ein von ihm als sensibles Ziel bezeichnetes Objekt in Jaffa angegriffen, ohne weitere Details zu nennen. „Jede zionistische Bewegung im Roten Meer wird als militärisches Ziel betrachtet und angegriffen“, hieß es in der Erklärung.

Iran startet „Operation Nasr“ gegen israelische Militärstützpunkte

Der Iranische Revolutionsgarde-Korps (IRGC) gab den Start der sogenannten „Operation Nasr“ bekannt und erklärte, seine Luft- und Raumfahrtstreitkräfte hätten Raketen auf wichtige Einrichtungen der israelischen Luftwaffenstützpunkte Nevatim und Tel Nof abgefeuert. Die Operation wurde als Reaktion auf israelische Angriffe auf iranische Radaranlagen an mehreren Standorten beschrieben.

In einer Erklärung erklärte die IRGC, der Angriff sei Teil einer umfassenderen Vergeltungskampagne und betonte, dass ihre Streitkräfte für weitere Maßnahmen in voller Einsatzbereitschaft blieben.

Die Pressestelle der IRGC teilte mit, die Operation habe am Montagmorgen begonnen, sei den Märtyrern des 12-Tage-Kriegs gewidmet und unter dem Codewort „Ya Heydar Karrar“ durchgeführt worden.

16 Uhr 00: Anscheinend De-Eskaltion

Iran stellt Angriffe nach „schmerzhafter Reaktion“ gegen Israel ein

Das iranische Militärkommando gab heute früh bekannt, dass es seine Operation gegen Israel einstelle, nachdem beide Seiten zum ersten Mal seit Inkrafttreten des Waffenstillstands im April Feuergefechte ausgetragen hatten.

Der Iran habe Israel eine „schmerzhafte Antwort“ erteilt und „dementsprechend wird hiermit die Einstellung der Operationen der Streitkräfte verkündet“, erklärte das Kommando Khatam al-Anbiya in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Erklärung.

„Es wird jedoch betont, dass, sollten Aggressionen und feindselige Handlungen, auch im Südlibanon, anhalten, weitaus strengere und vernichtendere Maßnahmen als zuvor folgen werden“, fügte es hinzu.

Irak öffnet Luftraum wieder, nachdem Iran Operation gegen Israel beendet

Der Irak hat seinen Luftraum wieder geöffnet, teilte die Zivilluftfahrtbehörde des Landes am Montag mit, nachdem der Iran angekündigt hatte, die Angriffe auf Israel einzustellen.

Die Zivilluftfahrtbehörde öffne den „irakischen Luftraum wieder für Flüge zu und von allen Flughäfen“ und werde die „regionale Lage weiterhin beobachten und bewerten“, hieß es in einer Erklärung.

Sie hatte am Sonntagabend nach iranischen Raketenangriffen auf Israel, den ersten seit Beginn des Waffenstillstands am 8. April, eine 72-stündige Schließung ihres Luftraums angekündigt.

Israel stellt Angriffe auf den Iran auf Trumps Bitte hin ein, heißt es in einem Bericht

Israel hat auf Bitte von US-Präsident Donald Trump die Angriffe auf den Iran eingestellt, wie ein hochrangiger israelischer Beamter laut dem israelischen Sender Channel 12 sagte.

Der Beamte fügte hinzu, dass Israel die südlichen Vororte von Beirut angreifen werde, sollte die Hisbollah israelische Städte angreifen.

Der Bericht von Channel 12, der sich auf den hochrangigen israelischen Beamten beruft, besagt zudem, dass die israelischen Angriffe im Südlibanon in den kommenden Tagen mit voller Kraft fortgesetzt würden.

Pezeshkian: Iran weiterhin am Verhandlungstisch

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian sagte, Teheran bleibe am Verhandlungstisch, nachdem es die Angriffe auf Israel nach dem ersten Feuergefecht seit dem Waffenstillstand im April eingestellt habe.

„Diplomatie und Verteidigung sind die beiden Flügel der nationalen Macht; wir haben weder das Schlachtfeld noch den Verhandlungstisch verlassen“, sagte Pezeshkian in einem Beitrag auf X und fügte hinzu, dass Teheran „angesichts keiner Bedrohung zurückweichen wird“.

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Der Iran geht das Risiko eines Krieges ein

13 Kommentare

  1. Varus 8. Juni 2026 um 16:29 Uhr - Antworten

    Der Beamte fügte hinzu, dass Israel die südlichen Vororte von Beirut angreifen werde, sollte die Hisbollah israelische Städte angreifen.

    (Und wenn Hisbollah Isr-Soldateska angreift?) Damit werden Zivilisten im Süden Beiruts zu Geiseln? Der Wertige Wertewesten schaut zu und akzeptiert das?

  2. Daisy 8. Juni 2026 um 12:49 Uhr - Antworten

    Telefoninterview Trumps gestern mit der Financial Times….hahaha

    Wörtlich:

    „Er wird keine Wahl haben. Ich habe das Sagen. Ich habe das alleinige Sagen. Er [Netanjahu] hat nicht das Sagen.“

    Ich erwarte nun, dass Trump zornig wird. Dann wissma, obs echt ist. Er hat ja das Sagen :-)))

    Jedenfalls kann Amerika in dieser Situation nicht die Waffenlieferungen einstellen, denn Isr. ist jetzt den Vergeltungsschlägen ausgesetzt. Das geht ned, es wäre unmenschlich. Sowas tut mannicht. Aber es sollte Isr. nun allein lassen. Keine Unterstützung mehr. Bitte, Donald, sei kein Waschlappen… ;-)

    • Varus 8. Juni 2026 um 13:53 Uhr - Antworten

      Larry Johnson heute in den Ungeschnittenen: „Israel überschreitet Irans rote Linie in einer Mission, um Trump daran zu hindern, einen Friedensvertrag mit Iran zu unterzeichnen“ – „… Sollte Trump standhaft bleiben und sich weigern, wieder in den Krieg einzutreten, um Israel beizustehen, könnte sich die Lage ähnlich entwickeln wie im Zwölf-Tage-Krieg vom vergangenen Juni – also in jenem Szenario, in dem Israel die USA anflehte, Iran dazu zu bewegen, den Raketenbeschuß auf Israel einzustellen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert, und ich glaube nicht, daß Iran einem weiteren inszenierten Ende des Konflikts zustimmen wird. Stattdessen wird Iran auf Zeit spielen und den Abzug Israels aus dem Libanon sowie aus dem Gazastreifen fordern – andernfalls wird Iran Israel weiterhin mit Raketen beschießen, bis es zur Kapitulation gezwungen ist. …“ – Dazu wurde Hormuz gerade von Iran komplett geschlossen, wie Liveticker der Webseite meldet. Die EUdSSR reagiert auf denkbar absurde Weise: „… 08. Juni 12:19 … Kaja Kallas zufolge hat die EU es seinen Schiffen im Mittelmeer gestattet, russische Öltanker zu beschlagnahmen. …“ – Wenn kein Öl und Gas aus der Golf-Region, wieso sollte es welches aus Russland geben? Im schnellen Fall von der Klippe ist Piraterie das Letzte, was Westeuropa sich leisten kann.

  3. Glass Steagall Act 8. Juni 2026 um 12:11 Uhr - Antworten

    Und immer mittendrin freut sie die Rüstungsindustrie und ihre Investoren. Würde diese elende „Todesindustrie“ nicht existieren und nicht ständig für Nachschub sorgen, wären solche Kriege nicht möglich!

  4. cwsuisse 8. Juni 2026 um 11:10 Uhr - Antworten

    Netanjahu ist ein serieller Kriegsverbrecher, der gefangen in der Spirale des Bösen, auch zu Atomwaffen greifen könnte. Die internationale Gemeinschaft, wenn es die noch gäbe, müsste ihn mal ordentlich auf den Topf setzen.

    • Varus 8. Juni 2026 um 11:30 Uhr - Antworten

      Ungeschnittene-Liveticker: „… 08. Juni 11:17 … Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagt, dass die USA die direkte Verantwortung für die aktuellen Waffenstillstandsverletzungen tragen und dass die Handlungen Israels nicht von der US-Politik getrennt werden können. …“ – Ob Seine Trumpigkeit wenigstens unterlässt, sich bei den Bombardierungen direkt einzuschalten? Herr Mileikowski hat ihn immerhin lächerlich gemacht.

  5. Jan 8. Juni 2026 um 9:43 Uhr - Antworten

    „es ist der Beweis“

    Trump sind bis 8.11. die Hände gebunden, wenn er den Krieg nicht im Wahlkampf diskutieren will.

    Für einen Beweis, dass die Expansion von Bibi getriggert wird und nicht umgekehrt, würde ich mir mehr erwarten.

  6. Varus 8. Juni 2026 um 8:42 Uhr - Antworten

    Donald Trump hatte Netanjahu bereits vor einer Woche in einem Telefonat — das Berichten zufolge mit den Worten „You’re f*****g crazy“ gespickt war — davon überzeugt, Angriffe auf Beiruts Vororte zu unterlassen.

    Offenbar nicht. Lieferungen komplett und sofort einzustellen, kommt dem Trumpigsten nicht in den Sinn?

  7. Jochen Mitschka 8. Juni 2026 um 8:05 Uhr - Antworten

    Damit ist die Türkei weit entfernt, sich zum Anführer einer von US-Einfluss freien Welt zu machen, denn die Massen der Region sehen nun den Iran als Zukunftshoffnung auf Befreiung von US- und israelischen Erpressungen, Aggressionen und Kriegen. Diese Eskalation durch Israel schlägt ein neues Kapitel in Westasien auf.

    „Was für ein Chaos!

    Bis heute Abend basierte das israelische Einsatzhandbuch auf einer Annahme, die alle regionalen Akteure durch Untätigkeit akzeptierten.

    Ein Angriff auf ein nicht-iranisches Einsatzgebiet (Libanon, Syrien, Jemen, Irak, Gaza oder Sudan) hatte Folgen, die auf dieses spezifische Einsatzgebiet beschränkt blieben.

    Jedes Einsatzgebiet trug seine eigenen Lasten.

    Dies war die tragende Annahme der IDF-Doktrin „Kampagne zwischen den Kriegen“ (MABAM).

    Heute Abend hat diese Annahme ihre Gültigkeit verloren, und alle Kommandozentralen überdenken nun die Auswirkungen auf ihre Sicherheitsarchitektur.

    Der Iran hat die „Einheit der Einsatzgebiete“ von einer rhetorischen Allianz in eine operative Garantie umgewandelt.

    Mit dem iranischen Raketenangriff als Reaktion auf einen Angriff im Libanon hat sich Teheran gerade zum zentralen Abschreckungsmittel der gesamten Widerstandsachse gemacht, von der der Westen spricht. Nicht zum Lieferanten. Nicht zum Förderer. Sondern zum tatsächlichen Garanten mit harter Macht.

    Aber warum ist das über die heutigen Schlagzeilen hinaus so wichtig?

    Weil „regionale Sicherheitsarchitektur“ auf gelebten Verpflichtungen und nicht auf Versprechungen beruht.

    Versprechen überzeugen niemanden. Taten verändern die Anreizstrukturen in einer ganzen Region…..“
    https://x.com/aj_geo_analysis/status/2063832678252601838

    • Jan 8. Juni 2026 um 9:36 Uhr - Antworten

      Türkei und Iran werden sich zusammentun. Saudi-Arabien ist wegen des hohen Anteils an Migranten relativ uninteressant. Eine fundamentalislamistische Union könnte bis zu 1,5 Mrd umfassen. 20% von Global Oil, brandarme Leute, da ist Wachstum einfach.

    • Varus 8. Juni 2026 um 10:23 Uhr - Antworten

      In den Ungeschnittenen lese ich von Larry Johnson: „Neue Variablen erschweren die Verhandlungen zwischen den USA und Iran“ – Demnach ist Isr-Spionage keine Neuigkeit mehr, doch vielleicht bedeutet der Zeitpunkt der Enthüllung, dass die USA wirklich aus dem Abenteuer aussteigen wollen? Seine Trumpigkeit mag den Isr-Spendern hörig sein, doch vielleicht Teile des Deep State weniger?

      Isr macht sich alles möglichst schwer – neben Hisbollah haben die auch einen libanesischen Brigadegeneral und weitere Soldaten get@tet. „… Die libanesischen Streitkräfte waren erwartungsgemäß empört. …“

    • K Kaefer 8. Juni 2026 um 10:42 Uhr - Antworten

      „Israel bombs Lebanon with white phosphorus, similar to napalm–a chemical weapon. This is yet another war crime. We used it in Fallujah in 2004“
      „Israel officially run by a Mafia. One Israeli newspaper, Ha’aretz, its „paper of record“ tells the critical, hard truths.“

      Beides Meryll Nass substack.

      In jedem Fall stehen die Zeichen auf „totalen Krieg“. Kommt uns das irgenwie bekannt vor?

      Wer oder was steckt hinter dem polnischen Immigranten Netanyahu, (bzw. ehemaliger Familienname Mileikowsky)?

    • cwsuisse 8. Juni 2026 um 11:13 Uhr - Antworten

      Ein guter Kommentar auf einen guten Artikel. Danke!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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