Sieben EU-Staaten blocken Aufweichung der Auto-Emissionsregeln

8. Juni 2026von 2,3 Minuten Lesezeit

Die europäische Autoindustrie kämpft mit massiven Absatzproblemen und hohen Kosten. Dennoch stemmen sich sieben EU-Länder gegen jede Lockerung der strengen CO₂-Grenzwerte für PKW und Vans.

Dänemark, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Spanien und Schweden haben in einem gemeinsamen Non-Paper klargemacht: Keine weiteren Flexibilitäten für Hybridfahrzeuge oder Kraftstoffe aus Bio-Quellen. Die ideologische Schiene Richtung reiner Elektromobilität soll um jeden Preis beibehalten werden.

Die EU-Kommission hatte im Rahmen der geplanten Überprüfung der CO₂-Standards für 2026 angedeutet, Hybride und Bio-Kraftstoffe stärker zu berücksichtigen und damit etwas mehr technologische Neutralität zuzulassen – vor allem jenseits des magischen Jahres 2035. Doch genau das lehnen die sieben Staaten entschieden ab. Jede zusätzliche Flexibilität für die Hersteller müsse „strikt begrenzt“ bleiben und an harte industrielle und ökologische Auflagen gekoppelt werden, heißt es in dem Dokument.

Diese Haltung steht im krassen Gegensatz zu einer anderen Gruppe von Mitgliedstaaten – darunter Italien, Polen, Ungarn, aber auch Deutschland und Bulgarien –, die mehr technologische Offenheit fordern. Während die Realität auf den Straßen und in den Bilanzen der Hersteller eine andere Sprache spricht, klammern sich die sieben Hardliner an das Dogma der reinen Elektromobilität. Sie argumentieren mit „Energieversorgungssicherheit“ und verweisen auf volatile Kraftstoffpreise. Gleichzeitig ignorieren sie, dass die Stromnetze in vielen Ländern bereits am Limit sind und der Ausbau der Ladeinfrastruktur weit hinterherhinkt.

Besonders bemerkenswert: Die Gruppe beruft sich auf eine Studie der Kommission selbst, wonach Plug-in-Hybride im realen Betrieb 3,5-mal mehr CO₂ ausstoßen als im Labor. Statt daraus die logische Konsequenz zu ziehen – nämlich mehr ehrliche Technologieoffenheit –, nutzen sie das Argument, um jede Abweichung vom Elektro-Kurs zu blocken.

Die sieben Staaten fordern stattdessen mehr Subventionen, mehr Ladesäulen und Maßnahmen, um Gebrauchtwagen-Märkte für e-autos anzukurbeln. Mit anderen Worten: Noch mehr Steuergeld, um ein Geschäftsmodell künstlich am Leben zu halten, das der Markt so nicht annimmt.

Industrie und Verbraucher als Verlierer

Diese Haltung ist fatal für die europäische Automobilindustrie. Während China den Weltmarkt mit günstigen E-Autos dank günstiger Energie und hoch entwickelter Infrastruktur punktet, fesselt Brüssel die eigenen Hersteller mit immer strengeren Vorgaben.

Die bereits getätigten Milliarden-Investitionen in die Elektromobilität sollen geschützt werden – auf Kosten von Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit und bezahlbarer Mobilität für die Bürger.

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Ein Kommentar

  1. Varus 8. Juni 2026 um 17:08 Uhr - Antworten

    Die sieben Staaten fordern stattdessen mehr Subventionen, mehr Ladesäulen und Maßnahmen, um Gebrauchtwagen-Märkte für e-autos anzukurbeln.

    Mich wunderte schon, dass Spanien und Portugal dabei sind, während beim Klimagedöns bisher am meisten Nordwesteuropa spinnte. Vielleicht geht es aber nur darum, mehr Geld aus Brüssel zu erpressen? (Macronistan, Dänemark, Schweden oder Niederlande könnten allerdings tatsächlich bloß spinnen.)

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