Saudi-Arabien senkt Ölpreise drastisch – Wegen schwache Nachfrage aus Asien

8. Juni 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Saudi-Arabien, der weltgrößte Öl-Exporteur, hat erneut die offiziellen Verkaufspreise (OSPs) für seine Rohölsorten massiv gesenkt. Die Knappheit an Erdöl, die immer wieder behauptet wird, scheint so nicht zu existieren und Ölpreise nicht am Sinken zu hindern.

Für Juli-Ladungen werden die Preise für asiatische Kunden um bis zu 6 US-Dollar pro Barrel gekürzt – ein klares Signal für nachlassende Nachfrage, insbesondere aus China und anderen asiatischen Märkten. Auch für Europa und die USA gibt es deutliche Abschläge.

Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg berichten, setzt Aramco den Preis für das Flaggschiff Arab Light für Asien auf einen Aufschlag von nur noch 9,50 Dollar über dem Oman/Dubai-Benchmark. Das ist ein kräftiger Schnitt gegenüber den bisherigen Niveaus. Für Juni lag der Aufschlag noch bei 15,50 Dollar, im Mai sogar bei einem Rekord von 19,50 Dollar. Die Kürzungen betreffen alle Sorten und alle wichtigen Absatzmärkte: minus 10 Dollar für Lieferungen nach Europa (gegenüber Brent) und minus 2 Dollar für die USA.

Schwache asiatische Nachfrage als Treiber

Die Maßnahme kommt nicht überraschend. Asiatische Raffinerien hatten mit Kürzungen zwischen 3 und 8 Dollar gerechnet, eine Bloomberg-Umfrage ergab einen Durchschnitt von 5 Dollar. Die Realität fiel nun noch etwas deutlicher aus. Grund ist die spürbar abkühlende Nachfrage in China und anderen Schwellenländern Asiens, kombiniert mit sinkenden Spot-Prämien für nahöstliches Rohöl auf dem freien Markt.

Dies ist bereits die zweite monatliche Kürzung in Folge. Während die Ölpreise an den Terminmärkten zuletzt wieder etwas anzogen – nicht zuletzt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten –, zeigt der reale phys

Geopolitischer und wirtschaftlicher Kontext

Saudi-Arabien steht unter Druck. Einerseits versucht das Königreich durch hohe Produktion und Preisanpassungen Marktanteile zu sichern, andererseits belasten die anhaltenden Unsicherheiten im Hormus-Gebiet und die globale Konjunktur die Kalkulation. Gleichzeitig pumpt OPEC+ weiter zusätzliches Öl auf den Markt – eine Strategie, die kurzfristig auf Volumen statt auf hohen Preisen setzt.

Für Europa, das nach dem selbstverschuldeten Ausstieg aus günstigen russischen Lieferungen ohnehin höhere Energiepreise verkraften muss, bedeutet das zumindest vorübergehend eine gewisse Entlastung an den Tankstellen. Ob das anhält, ist fraglich: Geopolitische Risiken in Westasien können die Preise jederzeit wieder nach oben treiben. 

Die wiederholten Preissenkungen unterstreichen, was kritische Beobachter schon länger sagen: Die Nachfrageentwicklung hängt nicht an ideologischen Zielen, sondern an realer industrieller Aktivität. Wenn China und Asien schwächeln, spürt das der gesamte Ölmarkt sofort.

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