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Technologie

Euro-Office: Souveräne Alternative oder trojanisches Pferd der EU-Überwachung?

9 Kommentare 7. Juni 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die EU-Kommission und europäische Tech-Firmen feiern die Geburt einer neuen „souveränen“ Office-Lösung: Euro-Office. Ein open-source-basiertes Pendant zu Microsoft 365 und Google Workspace, entwickelt von europäischen Anbietern wie Nextcloud, IONOS und anderen. 

Auf den ersten Blick gibt es durchaus positive Aspekte dieses Projektes. Statt Daten auf US-Servern zu lagern und Microsoft oder Google der vollen Zugriffsmöglichkeit via Cloud Act auszuliefern, soll Euro-Office auf europäischer Infrastruktur laufen. Der Quellcode ist weitgehend offen (basierend auf OnlyOffice mit AGPL-Lizenz), was Transparenz und Auditierbarkeit verspricht. Für Behörden und Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten, klingt das verlockend – weg von der Abhängigkeit von amerikanischen Konzernen.

Doch genau hier ist Skepsis durchaus berechtigt, schließlich es die EU, die jegliche Privatsphäre aufheben will. Dieselben europäischen Regierungen und Institutionen, die nun „digitale Souveränität“ predigen, verabschieden gleichzeitig Gesetze wie den Chat Control-Gessetzesentwurf, ds Client-Side-Scanning und die Abschaffung sicherer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorantreiben.

Welchen Wert hat eine „souveräne“ Office-Suite, wenn die gleichen Akteure die Verschlüsselung untergraben, auf der sie eigentlich laufen soll? Wenn Behörden jederzeit Zugriff auf Cloud-Daten fordern können oder Backdoors gesetzlich vorgeschrieben werden?

Die gleiche EU, die jahrelang die Abhängigkeit von US-Cloud-Diensten kritisiert hat, baut nun parallel ein Überwachungsregime auf, das die eigenen Bürger und Unternehmen noch gläserner macht.

Souveränität nur auf dem Papier?

Euro-Office wird als Gemeinschaftsprojekt europäischer Firmen vermarktet. Dennoch bleibt die Frage: Wie unabhängig sind diese Unternehmen wirklich? Viele von ihnen leben von öffentlichen Aufträgen und sind eng mit Brüsseler Fördertöpfen und Regulierungen verflochten. Echte Souveränität würde bedeuten, dass der Bürger oder das Unternehmen die volle Kontrolle behält – inklusive der Möglichkeit, alles selbst zu hosten, ohne staatliche Hintertüren.

Stattdessen droht ein neues zentralisiertes System, das zwar „made in EU“ heißt, aber letztlich denselben Behörden Zugriff gewährt, die bereits mit dem Digital Services Act, dem AI Act und diversen Chat-Control-Varianten die Meinungsfreiheit und Privatsphäre zur fernen Erinnerung machen wollen – und die natürlich alle Arten von Enteignung planen wie zwangsweise Verschrottung von Verbrenner-PKWs, das Verbot in Wohnung zu schlechter Energieklasse zu wohnen oder die Konfiszierung von Vermögen zur Finanzierung des Krieges gegen Russland

Die eigentliche Agenda

Die EU will die Abhängigkeit von US-Tech verringern – nicht aus Liebe zur Freiheit, sondern um die Kontrolle selbst zu übernehmen. Statt Microsoft 365 nun Euro-Office, statt NSA nun europäische Nachrichtendienste und Behörden mit erweiterten Zugriffsrechten.

Die Bürger sollen glauben, sie bekämen mehr Souveränität. In Wahrheit wechseln sie nur den Überwacher.

Wer wirklich digitale Souveränität will, setzt besser auf dezentrale, vollständig selbst gehostete Lösungen wie Nextcloud in Kombination mit bewährten open-source-Office-Tools – und vor allem auf echte Verschlüsselung, die nicht durch EU-Gesetze ausgehebelt werden kann.

Das Vorhaben erinnert frappant an das was im Geld- und Zahlungssektor passiert. Bis 2027 führt die EU eine dreifache Neuregulierung im Zahlungssystem durch. Es soll die größte Umgestaltung des Euro-Währungssystems seit 1999 werden, Bargeld wird massiv beschränkt, Bitcoin und Co weiter reguliert.  Auch sollen alle Zahlungssystem, die nicht unter EU-Kontrolle stehen, wie etwa Visa oder Mastercard durch von der eU kontrollierte ersetzt werden.


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9 Kommentare

  1. Patient Null
    Antworten

    Euro-Office hat noch einen anderen Aspekt. Da wurde ein Softwareprojekt kopiert (OnlyOffice) und einfach ein anderer Name draufgeklebt. Schwups haben wir Euro-Office. OnlyOffice ist zu 100% von russischen Entwicklern. Die wollte man nicht dabei haben. Dank Open source kann man Projekte forken. Ob sich Euro-Office aber weiterentwickelt von den beteitligten Firmen wird sich erst noch zeigen müssen.

  2. Daisy
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    Wer seine Daten online abspeichert, ist selbst schuld. Ich habe die Cloud nie benützt, sondern alles im PC belassen. Auch auf Windows 10 laufen zB noch die alten Programme MS Works, Office mit Word, Exel und Publisher usw. aus dem Jahre 2000 und darunter.
    Merke: Keine Updates, immer offline gehen, benütze Ubuntu für Mails und Internet…lasse Windows niemals online über Nacht…

    Die EU entwickelt sich zu einem Horror-Überwachungsstaat mit Sozialkreditsystem. Sie macht das jetzt schon, dass sie Kritiker aushungert. Dieses Bestrafungssystem wird sie ausweiten. Wenn sie das Bargeld abschafft und dir dann das Konto spxrren lässt, dich mobbt und falsch beschuldigt…bist du bald txt. Da braucht sie keine Gefängnisse und Irrenhäuser für Systemkritiker, die „Rechtsextremen“…

    Die EU führt die Vogelfreiheit wieder ein. Aus Wxki:
    Die Ächtung wurde in ein Achtbuch eingetragen. Folge war beispielsweise, dass der verurteilten Person keine Behausung gewährt wurde.[6] Nach dem Tode wurde die Leiche nicht bestattet, sondern den Vögeln[7] und Wölfen zum Fraß überlassen.

    Jeder durfte sich straflos an den Vogelfreien vergehen…

    1. Daisy
      Antworten

      Man kann alte Windows Programme noch kaufen. Sie funktionieren immer noch. Es gibt auch externe Floppy Disk Laufwerke, die man via USB anschließen kann. Ich habe zB einen MS Publisher auf 5 Floppies, win 3.x. Das war damals so frei, dass keine Spxrren eingebaut wurden, die ein Update erfordern. Es greift tapfer auf das neue System zu, erkennt den Drucker, die Bilder, die es verwenden kann, die Schriftarten, alles aus dem System…es kann sogar etwas Neues lernen, faszinierend. Denn normalerweise kennt das Neue das Alte. Umgekehrt geht das ja nicht…nicht bei MS Pub..:-)

  3. Glass Steagall Act
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    Je mehr ich von diesem ganzen digitalen Überwachungs- und Kontrollwahnsinn lese und höre, umso mehr möchte ich mich davon zurückziehen! Es stößt mich regelrecht alles ab! Alles fühlt sich so an, als wenn jemand sagt, sieh dir doch dieses schöne Gefängnis an, es wird gerade für dich gebaut. Gefällt es dir? Und ich sage, nein, das gefällt mir alles nicht und fühlt sich auch nicht richtig an! Es fühlt sich an, als wenn einem die Freiheit weggenommen werden soll! Was ja auch letztendlich geplant ist, denn das Böse kommt immer als trojanisches Pferd, als etwas gutes im Tarnanzug! Als Täuschung.

  4. Jan
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    Der Service-Anbieter kann den Zugang außerdem jederzeit einstellen.

  5. BAG ZEPHRODATEV
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    GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER

    Bitte lass mich kurz überlegen … Ah, nein – passe. Lieber nicht!
    Wenn’s vom Teufel 👹 kommt, ist immer ein Haken dran 👀.

  6. Pusteblume
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    Bei jeder EDV, die von der EU verzapft wurde, muss man vorsichtig sein und lieber diese EDV mit spitzen Fingern anfassen.

    1. Vortex
      Antworten

      Seltsam, es gibt anscheinend 2 Varianten: Euro-Office (github.com/Euro-Office) und Office EU (office.eu), wobei letztere nicht kostenlos ist …

      Hm, ein Löschantrag auf Wiki? … https://de.wikipedia.org/wiki/Euro-Office

      1. Pusteblume

        „… es gibt anscheinend 2 Varianten: Euro-Office …§
        Das habe ich nicht überprüft. Die EU hat offensichtlich Wind davon bekommen, dass sich die Leute von Windoof und Co. abwenden. Und versucht nun offensichtlich, sich bei den alternativen Leuten einzuschmeicheln und anzugeben, dass sie selber EDV-Programme entwickeln, jenseits von Windoof und Co.

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