Kommt bald die Kilometersteuer auf E-Autos?

10. August 2026von 2,3 Minuten Lesezeit

Die französische Opposition glaubt, man treibe die Bürger in Elektroautos, um später abzukassieren.

Florian Philippot, Vorsitzender der Partei Les Patriotes, wirft der französischen Regierung vor, stillschweigend eine Kilometersteuer auf Elektrofahrzeuge vorzubereiten – gestützt auf einen Bericht des Conseil des prélèvements obligatoires (CPO) vom Juni 2026. Gleichzeitig verweist er auf das EU-Verbot neuer Verbrenner ab 2035 und fragt, was Brüssel und Paris „aushecken“.
Der CPO veröffentlichte Anfang Juni 2026 den Bericht „Quel avenir pour la fiscalité de l’énergie ?“ („Wie sieht die Zukunft der Energiebesteuerung aus?“). Der Bericht analysiert die Folgen der Energiewende für die Staatseinnahmen.

Die Steuern auf fossile Energieträger, die 2024 rund 33 bis 40 Milliarden Euro einbrachten, drohen massiv zu schrumpfen: Bei konstanten Sätzen rechnet die Generaldirektion für Staatsfinanzen mit Einbußen von 7 bis 10 Milliarden Euro bis 2030 und 15 bis 30 Milliarden Euro bis 2050 – vor allem im Verkehrssektor.

Der Staat verliert Geld. Der Bericht prüft daher Alternativen.

Eine Kilometersteuer wird als Option diskutiert, um die Nutzung der Straße und Externalitäten besser abzubilden. Er nennt konkrete Vorbilder: Island erhebt seit 2024 eine deklarative Steuer von etwa 4 Cent pro Kilometer auf reine Elektro- und Wasserstofffahrzeuge (1,3 Cent auf Plug-in-Hybride). Das Vereinigte Königreich plant ab April 2028 die E-Auto-Steuer: 3 Pence pro Meile (rund 2,2 Cent pro Kilometer) für reine E-Autos und die Hälfte für Plug-in-Hybride. Neuseeland verlangt für leichte E-Fahrzeuge seit 2024 eine Straßennutzungsgebühr von 76 Neuseeland-Dollar (ca. 42–45 Euro) pro 1000 Kilometer – denselben Satz wie für Diesel. Deutschland hat mit der LKW-Maut bereits ein etabliertes System für schwere Fahrzeuge.

Eine sofortige Einführung einer solchen Steuer empfiehlt der Bericht nicht. Er warnt vielmehr davor, die Attraktivität der Elektromobilität durch höhere Nutzungskosten zu schmälern, und schlägt vor, während der Übergangsphase die Strombesteuerung eher zu senken. Doch langfristig fordert man eine andere Strategie: Kilometersteuer, Besitzsteuer oder Stromsteuer. Eine reine Kilometersteuer stößt zudem auf rechtliche Hürden der EU-Eurovignette-Richtlinie.

Aktuell bereitet die französische Regierung offiziell keine solche Steuer vor. Medienberichte vom August 2026 betonen, dass Bercy sie als mögliches Hemmnis für den E-Auto-Absatz betrachtet. Gleichzeitig steigt der Haushaltsdruck, und der UK-Schritt wird als mögliches Vorbild diskutiert. Die EU-Regeln zum Verbrenner-Aus 2035 bleiben der Rahmen, der den Übergang beschleunigt und damit die Einnahmeverluste verschärft.

Ob und wann Frankreich (und der Rest der EU) eine Kilometersteuer einführt, ist offen, doch der Staat wird Geld haben wollen, das ihm durch die Elektrifizierung des Verkehrs verloren geht.

Bild KI

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6 Kommentare

  1. Informationsbefreier 10. August 2026 um 22:34 Uhr - Antworten

    Eine Kilometersteuer hätte auch den „Vorteil“, dass sich die Regierung auf diese Weise eine Rechtfertigung schaffen könnte, dass Autos ständig digital ihre Bewegungsdaten übermitteln müssen. Gestern unterfiel Privatsphäre noch dem Datenschutz, morgen ist es Steuerhinterziehung!

  2. local.man 10. August 2026 um 19:44 Uhr - Antworten

    Wie immer wenig überraschend.
    Es wird immer eine neue Vorordung, Vorschrift, Maßnahme, Gesetz, Regulierung etc. gefunden, mit einer gut klingenden Begründung.
    Aber im Kern geht es nicht mal um Abzocke, es geht um Niederhaltung.
    Die Menschen werden dieses gemachte Gefängnis nicht verlassen, nicht verlassen dürfen, weil daran was gekoppelt ist?
    Abhängigkeit, Kontrolle und somit keine Gefahr von ökonomisch Unten. Das wird nicht aufhören, es wird immer etwas geben, dass dich, uns alle, in diesem geschaffenen Gefängnis hält.. Scheinbar unsichtbar, aber absolut wirkmächtig. Am Ende muss zur Machtsicherung die Masse an Menschen von ihrer Freiheit ferngehalten werden.. im Grunde egal wie.

    Und das ist sogar leicht.. Weil wir überall die Kontrolle verloren haben und alles irgendwo im Schatten zuasammenläuft, von wo diese erfundenen Regeln kommen. Keine Unabhängigkeit, genau das Gegenteil.. Wasserprivatisierung, Bauern kaputt machen, Hoheit über das Digitale usw. Überall steckt immer der Hebel drin, das niemand da raus kann.. Steuern.. Zinslasten, Staatsschulden, Inflation..

    Die Masse darf nicht frei sein.. das wird niemals passieren.. ich hoffe das ist jedem klar.. und wenn nicht.. In einer ruhigen Minute muss man sich das vor Augen führen.. Alle Hoffnung auf irgendeine Änderung durch das System was über einem thront, ist schall und rauch..

  3. Jan 10. August 2026 um 19:20 Uhr - Antworten

    Die deutsche Industrieproduktion ist seit 2017 um 24% gefallen – vor allem als Folge des Green Deals.

    Die EU-Kommission ist in das Honecker-Stadium des Denial of Reality eingetreten.

    Die kommende Energiekrise wird sie dahinfegen. Hunderte Milliarden für den Pipelinesprenger – meint Cruella in Be wirklich, die EU könne sich mit dem Krisenmanagement eines Zustands profilieren, den sie selbst herbeigeführt hat? So verblödet sind nicht einmal die Dumpfbacken!

  4. VerarmterAdel 10. August 2026 um 18:44 Uhr - Antworten

    „Kommt bald die Kilometersteuer auf E-Autos?“ Die wird für alle Autos kommen, und das wird nicht alles sein. Man wird sich erklären müssen, warum man fahren will. Falls man überhaupt noch eine Auto besitzen darf. Ich habe den Kanal so voll von all diesem geisteskranken Terror, das kannst du dir nicht vorstellen.

  5. 1150 10. August 2026 um 16:32 Uhr - Antworten

    ich finde es erheiternd, wenn die emissionsunbelasteten z.b. an den südlichen autobahnen in brütender hitze beim aufladen ewigkeiten haltung und gewissen zeigen, während die klimaattentäter nach kurzem tankstopp klimatisiert und entspannt ihrem urlaubsort entgegen eilen oder nach hause zurückkehren …..

    • K Kaefer 10. August 2026 um 23:26 Uhr - Antworten

      Das gleiche feeling hatte ich aus der Rückfahrt aus Spanien im Winter (mit dem pöhsen Diesel mit 4,7l/100 km in einem Rutsch easy machbar) an den E-Tankstellen Ansammlungen von wartenden und sich an warmen Getränken labenden BEV-Fahreren in Winterkleidung zu beobachten.

      Aber wie heisst es schön: „es ist ein Planet des freien Willens“.

      Wenn’s nicht das Reichweiteproblem gäbe (im Winter bis zu -50%) wären BEVs eine tolle Technik. Deswegen gibt’s in Norwegen ja auch 95% BEVs. Die 25 Milliarden Subventionen bezahlen wir Deppen mit.

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