Ein 87-jähriger Mann, der als Kind vor den Nazis versteckt wurde, wird von der britischen Polizei verhört, weil er Blumen für tote Palästinenser niederlegte. Seine Aussagen stellen das offizielle Narrativ fundamental in Frage – und zeigen, wie tief die epistemologische Krise reicht.
Stephen Kapos wurde 1937 in Budapest geboren. Als Deutschland im März 1944 das unzuverlässige Verbündete Ungarn besetzte, war er sieben Jahre alt. Er überlebte die Nazi-Besatzung mit falschen Papieren, versteckt, gejagt. Fünfzehn Mitglieder seiner Familie wurden in Auschwitz ermordet. Sein Vater wurde nach Belsen und Theresienstadt verschleppt – und kam, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, zurück.
Heute ist Kapos 87. Und er tut etwas, das vielen unbequem ist: Er spricht. Laut. Öffentlich. Über das, was er in Gaza sieht.
„Ich sehe die ausgebrannten Autos, Panzer, toten Pferde und menschlichen Körper, Munition und Helme, ausgebrannte Gebäude, Berge von Schutt und zerbrochenem Glas überall – genau wie das tragisch zerstörte Gaza heute aussieht.“
Das schrieb Kapos selbst in einem eindringlichen Artikel für Stop the War.
Die epistemologische Krise: Wer bestimmt, was wir glauben dürfen?
John Leake und Dr. Peter McCullough, die das Substack-Magazin The Focal Points betreiben, haben genau den Punkt getroffen, der unsere Zeit charakterisiert: die Unfähigkeit zu wissen, was man glauben soll.
Wir werden belehrt, dass wir beim Nahost-Konflikt ausschließlich offizielle US-amerikanische und israelische Regierungsnarrative in Betracht ziehen dürfen. Alles andere sei – natürlich – „Missinformation“.
Leake und McCullough gründeten ihr focal Points samt Newsletter gerade deshalb, weil sie die offiziellen Narrative zu COVID-19 hinterfragten. Und sie stellen fest: Netanyahus Regierung führte 2021 einen „Green Badge“-Impfpass ein, der den Zugang zu Fitnessstudios, Hotels, Schwimmbädern und Kulturveranstaltungen nur mit QR-Code-Impfzertifikat erlaubte.
Ein 87-jähriger Holocaust-Überlebender wird von der Polizei verhört
Im Januar 2025 nahm Kapos an einer propalästinensischen Demonstration in London teil. Er legte Blumen am Trafalgar Square nieder – zum Gedenken an die zehntausenden getöteten Palästinenser in Gaza. Die Metropolitan Police lud ihn daraufhin zum Verhör vor, wie The Independent berichtete.
77 Personen wurden an jenem Tag verhaftet, 21 angeklagt. Kapos war einer von neun, die zum Polizeiverhör vorgeladen wurden.
Vor der Polizeistation Charing Cross versammelten sich rund 100 Unterstützer – darunter Holocaust-Überlebende und Nachkommen von Holocaust-Opfern. Ein Transparent lautete: „Holocaust survivor descendants against Gaza genocide!“ – Nachkommen von Holocaust-Überlebenden gegen den Gaza-Genozid.
Eine Gruppe von 40 Holocaust-Überlebenden und Nachkommen verfasste einen offenen Brief, in dem sie die polizeiliche Befragung von Kapos als ungeheuerlich verurteilten:
„Jede Einschränkung des Demonstrationsrechts ist schlimm genug – aber einen jüdischen 87-Jährigen zu verfolgen, dessen Holocaust-Erfahrungen ihn dazu zwingen, sich gegen den Gaza-Genozid auszusprechen, ist geradezu entsetzlich.“
Die Parallelen
Kapos stellt in seiner Rede in Hyde Park vom April 2024 klar:
„Wir Juden, die all diesen Schmerz, die Tötungen, die Erniedrigung und Zerstörung überlebt haben, sind gegen die Verwendung der Erinnerung an den Holocaust durch die israelische Regierung als Deckmantel und Rechtfertigung für den andauernden Genozid am palästinensischen Volk in Gaza und im Westjordanland.“
Er ist nicht naiv genug, um die Unterschiede zwischen der Nazi-Vernichtungsmaschinerie und Israels Vorgehen zu leugnen. Aber er erkennt Echos, Reime, Muster:
- Belagerung und Entzug von Nahrung, Wasser, Treibstoff und Medikamenten – Kapos erlebte dasselbe 1944, als die Frontlinie Budapest erreichte und monatelang alle lebensnotwendigen Güter fehlten
- Zerstörte Häuser, Verschwundene, getötete Familienmitglieder ohne Vorwarnung – das sind Erfahrungen, die er als Kind selbst durchlitt
- Entmenschlichung der Palästinenser – bei einem Besuch bei Verwandten in Haifa war Kapos schockiert über den Rassismus, der ihn an die Nazi-Propaganda erinnerte, mit der Juden entmenschlicht wurden
Wer will es wagen, diesem Mann zu sagen, er wisse nicht, wovon er rede?
Die Gleichschaltung der Narrative
Was wir hier beobachten, ist ein Lehrstück über die Funktionsweise der Meinungsmanipulation in westlichen Gesellschaften:
- Offizielle Narrative werden als alternativlos dargestellt. Wer abweicht, wird nicht widerlegt, sondern kriminalisiert – siehe Kapos‘ Polizeiverhör.
- Die Sprache wird umgedreht. Ein Holocaust-Überlebender, der Blumen niederlegt, wird zur Gefahr. Die Demonstrationen werden als „Hass-Märsche“ diffamiert, obwohl Juden wie Kapos mittendrin stehen und das Gegenteil bezeugen.
- Historische Opferrollen werden instrumentalisiert. Kapos sagt es selbst: Die Erinnerung an den Holocaust wird als Deckmantel für heutige Verbrechen missbraucht. Das ist nicht nur intellektuell unredlich – es ist eine Beleidigung für jeden Überlebenden wie ihn.
Die aktive Gegenwehr
Kapos hat verstanden, worum es geht – und er hat es auf einer persönlicheren Ebene verstanden als die meisten von uns jemals könnten. Er spricht vor Schulklassen, auf Kundgebungen, in Interviews. Er bringt seine Familie mit – Sohn, Enkelkinder. Er lässt sich nicht einschüchtern.
Die britische Polizei mag glauben, sie könne einen 87-jährigen Holocaust-Überlebenden einschüchtern. Sie hat sich getäuscht. Kapos stellte nach seinem Verhör unmissverständlich klar, dass er weitermachen werde. Und er tat das umringt von hundert Menschen, die genau verstanden haben, was auf dem Spiel steht.
Dr. Agnes Kory, ebenfalls Holocaust-Überlebende und Holocaust-Forscherin, erklärte vor der Polizeistation:
„Im Namen einer Holocaust-Überlebenden, die ich bin, und einer Holocaust-Forscherin, die ich ebenfalls bin, sage ich: Nein, nicht in unserem Namen. Ich muss an vorderster Front der Friedensbewegung für Palästina stehen.“
Die Frage, die sich jeder mündige Bürger stellen sollte, lautet nicht: Darf ich das glauben? Sondern: Warum wird mir verboten, es auch nur in Betracht zu ziehen?
Dieser Artikel basiert auf Recherchen von The Focal Points, Stop the War, The Independent und Counterfire.
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4 Kommentare
Die Zionisten sind die ärgsten Feinde der Juden, sie vergiften mit ihrer aggressiven Politik das Judentum.
Und skandalös ist auch, daß die 6 mio Juden des Holocaust uns zu der Staatsräson verpflichten sollen, Israels Verbrechen zu unterstützen, während die 27 mio toten SU Bürger (es war ganz offiziell ein Vernichtungskrieg) uns zu nichts verpflichten, im Gegentum, D sich für einen weiteren Krieg gegen Ru rüstet. Israel hat enorm Kapital geschlagen aus dem Holocaust (> Norman Finkelstein), während Stalin die BRD verschont hat vor der Konfrontation mit den D Verebrechen.
Das Judentum ist vorerst „nur“ eine Religion!
Religiös waren Anhänger von Theodor Herzl auch. Er war nicht religiös! Ob er gegen Gott war wie ich weiß ich nicht!
Keiner konnte damit rechnen, dass diese besondere Konstellation in der Weltgeschichte derartige Schwerstverbrecher wie Netanjahu plus Anhang gebiert!
Ganz im Gegenteil sollte davon ausgegangen werden, dass Menschen mit solchem Hintergrund, den Schutz von Minderheiten als besonderes Anliegen haben sollten! Das ist leider zu oft, nicht der Fall!
Für was sich Nachkommen verpflichtet fühlen, wie da Indoktrination wirkte, was die Historiker und das Schulsystem alles ausließ ist ein breites Thema.
In wie weit Aufarbeitung ausreichend war und da kann das Schicksal von Juden ausgeklammert werden und die Geschichte ist immer noch schlimm genug, kann wenigstens im Vergleich zu hiesigen, weniger negativ beantwortet werden!
Die Ohrfeige für Kiesinger von Beate Klarsfeld wirkte allerdings im Vergleich als Streicheleinheit!
Waldheim hätte man auch nicht unbeding,t nicht mal theoretisch hinter seinen SA Pferd durch den Donaukanal schleifen müssen!
Und schon gar nicht hätte die Vergiftung 1 Million deutscher Großstädter nach dem Krieg irgendetwas gebracht! Da war dann noch Hoffnung bezüglich Mitmenschlichkeit statt „albanischer“ Weltsicht!
Na wenn schon 0 dann wirklich 0!
Sollte ich hier 13 Kommentare gegen die „Vereinsamung“ schreiben????……
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