
REM-Schlaf: Frauen verlieren schneller die wichtigste Schlafphase
Eine großangelegte Studie aus Frankreich und der Schweiz zeigt: Die Qualität des REM-Schlafs nimmt mit dem Alter ab — bei Frauen dramatisch schneller als bei Männern. Die Mainstream-Gesundheitsmedien reduzieren das Ganze routiniert auf Lifestyle-Tipps und Magnesium-Supplemente. Die wirklichen Fragen aber bleiben ungestellt.
Ein Forscherteam der Université Grenoble Alpes, der Université Savoie Mont Blanc und der Universität Bern hat retrospektive polysomnographische Daten von 627 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 80 Jahren aus fünf verschiedenen Datenbanken analysiert. Polysomnographie ist der Goldstandard der Schlafmessung — sie zeichnet gleichzeitig Hirnströme, Augenbewegungen und andere physiologische Signale auf. Keine Fitness-Tracker-Spielerei, sondern harte Elektrophysiologie.
Die im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Sleep publizierte Arbeit von Celia Bertin et al mit dem Titel „Age and sex-related changes in the human REM sleep microstructure“ (Alters- und geschlechtsbedingte Veränderungen in der Mikrostruktur des menschlichen REM-Schlafs) untersuchte gezielt die Mikrostruktur des REM-Schlafs — also nicht nur, wie viel REM-Schlaf jemand bekommt, sondern welche Qualität dieser Schlaf hat.
REM-Schlaf ist nämlich kein einheitlicher Zustand. Er gliedert sich in zwei Phasen:
- Phasischer REM: Die aktive Phase mit schnellen Augenbewegungen und hoher Hirnaktivität — zuständig für Gedächtniskonsolidierung und emotionale Verarbeitung.
- Tonischer REM: Die ruhigere Phase mit weniger Augenbewegungen und geringerer neuronaler Aktivität.
Die zentralen Ergebnisse:
- Die Gesamtmenge an REM-Schlaf nimmt mit dem Alter ab.
- Der Anteil des phasischen REM am Gesamtschlaf schrumpft ebenfalls.
- Anzahl und Dichte der schnellen Augenbewegungen sinken — das Gehirn wird im REM-Schlaf buchstäblich weniger aktiv.
- Spektralanalysen zeigen eine fortschreitende Verlangsamung der EEG-Aktivität im phasischen REM über die Lebensspanne, während der tonische REM in höhere Frequenzbänder abdriftet.
- Frauen zeigen einen steileren Abfall sowohl beim phasischen REM-Anteil als auch bei der REM-Dichte als Männer.
Die Forscher selbst bezeichnen ihre Arbeit als Schritt in Richtung eines Biomarkers für neurodegenerative und psychopathologische Erkrankungen. Mit anderen Worten: Der Zerfall der REM-Mikrostruktur könnte ein Frühwarnsignal für kognitiven Abbau sein — lange bevor andere Symptome auftreten.
Frauen als Verlierer — warum?
Dass Frauen schneller abbauen, dokumentiert die Studie präzise. Den Mechanismus dahinter erklärt sie nicht. Das öffnet die Tür für Fragen, die im gegenwärtigen Forschungsklima niemand mehr stellt.
Die naheliegendsten Hypothesen wären hormonelle Veränderungen in der Menopause, insbesondere der Abfall von Östrogen und Progesteron. Beide Hormone haben bekannte Effekte auf die Schlafarchitektur und die cholinerge Neurotransmission, die den REM-Schlaf steuert.
Aber was, wenn da mehr im Spiel ist? Was, wenn Umweltfaktoren eine Rolle spielen, die geschlechtsspezifisch unterschiedlich wirken — und über die systematisch nicht geforscht wird?
Die ungestellten Fragen: EMF, Chemikalien, Medikamente
Die Studie kontrollierte selbstverständlich nicht für:
- Chronische Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (4G, 5G, WLAN). Dass die flächendeckende Ausrollung von 5G ohne umfassende Sicherheitstests erfolgte, ist mittlerweile auch bei kritischen Wissenschaftlern kein Geheimnis mehr. Die Auswirkungen auf die Schlafarchitektur — insbesondere auf die feinregulierte Mikrostruktur des REM — sind schlicht unbekannt. Dass es Auswirkungen gibt, ist angesichts der bekannten Effekte von EMF auf die Blut-Hirn-Schranke und die Melatonin-Produktion jedoch mehr als plausibel.
- Kumulative Belastung durch Umweltchemikalien: PFAS, Mikroplastik, Weichmacher, Schwermetalle. Alles Substanzen mit bekannten neurotoxischen und endokrin disruptiven Wirkungen, die sich über Jahrzehnte im Gewebe anreichern.
- Psychopharmaka und andere Medikamente: Antidepressiva (SSRI) unterdrücken bekanntermaßen den REM-Schlaf massiv. Frauen erhalten diese Medikamente signifikant häufiger verschrieben als Männer. Könnte ein Teil des Geschlechterunterschieds schlicht eine iatrogene — also ärztlich verursachte — Komponente haben?
Die Forscher haben das nicht untersucht. Sie konnten es vermutlich nicht, weil solche Fragestellungen in der heutigen Forschungsförderung schlicht nicht vorkommen. Die Pharmaindustrie finanziert keine Studien, die ihre Produkte als Schlafkiller entlarven könnten. Die Telekommunikationsindustrie hat kein Interesse daran, den Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Hirnfunktion zu erforschen. Und die Regulierungsbehörden sind ohnehin durch den Drehtür-Effekt zwischen Industrie und Aufsicht kompromittiert.
Was helfen würde
Wenn der Verlust an phasischem REM-Schlaf tatsächlich ein Frühindikator für Neurodegeneration ist — und die Daten deuten stark darauf hin —, dann reichen Lifestyle-Tipps nicht. Dann braucht es:
- Unabhängige Forschung, die den Einfluss von EMF-Exposition auf die Schlaf-Mikrostruktur untersucht — ohne Industriefinanzierung.
- Ehrliche Aufklärung über die REM-unterdrückenden Effekte von Psychopharmaka, insbesondere SSRI, und deren geschlechtsspezifische Verschreibungspraxis.
- Systematische Erfassung der kumulativen Schadstoffbelastung in Schlafstudien — PFAS, Schwermetalle, Weichmacher.
- Anerkennung der iatrogenen Dimension: Das medizinisch-pharmazeutische System ist nicht nur Teil der Lösung, sondern zunehmend Teil des Problems.
Fazit
Die Studie aus Grenoble und Bern ist solide Wissenschaft. Sie liefert einen wichtigen Baustein zum Verständnis der Hirnalterung und zeigt einen klaren Geschlechterunterschied, der erklärungsbedürftig ist.
Was sie nicht liefert — und was im gegenwärtigen Klima der Forschungsfinanzierung auch niemand liefern darf — ist die Suche nach den systemischen Ursachen. Die Frage, ob wir unsere Schlafarchitektur nicht nur durch das Altern verlieren, sondern durch eine toxische Kombination aus Umweltgiften, Dauerbestrahlung und Pharma-Nebenwirkungen, bleibt unbeantwortet.
Nicht, weil sie unwichtig wäre. Sondern weil sie unerwünscht ist.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
LIEBE IN DER ZEIT! DAS IST VERLOREN GEGANGEN….
Review
Plant Commun
. 2026 Jul 13;7(7):101813.
doi: 10.1016/j.xplc.2026.101813. Epub 2026 Mar 10.
Light at the heart of time: How photoreceptors entrain the circadian clock
Chen Shi 1 , Xiaoyu Jia 2 , Shuai Qi 1 , Hongtao Liu 3
Affiliations
PMID: 41808405 PMCID: PMC13370235 DOI: 10.1016/j.xplc.2026.101813
Abstract
As the primary driver of photosynthesis, light also serves as a crucial environmental cue that directs plant growth and developmental programs. The circadian clock functions as an intrinsic timing mechanism that synchronizes physiological and metabolic rhythms with daily environmental light-dark cycles. Sunlight acts as a major zeitgeber, resetting the clock and activating photoreceptors that modulate the transcription and activity of core oscillator components. This review provides a comprehensive overview of the interactions between distinct photoreceptors and major signaling components of the circadian clock in Arabidopsis thaliana. We emphasize how light perception pathways influence circadian rhythm regulation and how the clock, in turn, feeds back to shape light-dependent responses. We further highlight the pivotal role of light in fine-tuning plant-environment interactions, illustrating how specific wavelengths regulate the circadian system through photoreceptors and downstream signaling factors.
THE MOTHER OF OUR SOLAR SYSTEM :)
Rotating shift and loss of mPer1/mPer2 led to circadian dysregulation of all core clock genes, with a notable phase difference in Cry1. These findings provide novel insights into environmental and genetic influences on circadian rhythms. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40135399/
DIE BÖSE SONNE
Neurosci Conscious
. 2025 Sep 27;2025(1):niaf036.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41020058/
Daily dynamics of the temporal orientations of mind wandering: chronotype matters!
While eveningness was associated with an increase in the proportion of future-oriented thoughts and a decrease in that of present-oriented thoughts throughout the day, the opposite was found for morningness. These findings suggest that time of day is associated with the probability of mind wandering and its temporal orientation, the latter moderated by an individual’s chronotype.
bei mir geht das schon viel früher los als extreme lerche. 4 uhr in der früh aufwachen und langsam aufmachen, aus dem bett zu steigen. ich hab keinen stress. muss mir nicht den wecker stellen. ich habe keine uhr. kein smartphone oder sonstige led-onsets am abend.
mind-wandering war vor 8 jahren mal ganz groß bei mir. ich hab bestimmt 50 seiten ausgedruckt und am fluss auf einer bank in der sonne studiert!
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13369193/
Navigating the mind: investigating the complex relationship between mind-wandering and daydreaming.
Hryniszak W, Somer E, Barzykowski K. Sci Rep. 2026 Jul 14;16(1):22070.
dancing and music is good for me. i repeated it countless times….. :) always the same tracks and melody!!!
Traditions across history and cultures show that dream content can be shaped by focusing on a topic before sleep with the intention to dream about it—a practice known as dream incubation (Patton, 2004; Mallett et al., 2024). Ancient Greeks, for example, slept in temples dedicated to Asclepius, the god of healing, hoping to receive therapeutic visitations from the deity in dreams (Patton, 2004). A Chester Beatty papyrus from Upper Egypt (c.1350 BCE) describes drawing Bes on the hand, wrapping it in consecrated cloth, and sleeping in silence to invoke the god’s wisdom in dreams (Rees, 1966).
Front Sleep
. 2026 Jun 24:5:1812535.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42422173/
Targeted dream incubation at sleep onset can influence later dream content in REM sleep: a pilot study
Die armen Opfer sind glücklich, wenn es ihnen schlecht geht, weil sie aus dem Leiden Bedeutung ziehen. Deshalb wählen sie ständig Leute wie Kalle Nebenwirkungsfrei.
Wenn Homo sich weigert, ein oeconomicus zu sein und sich als hystericus feiert, sozusagen die selbstverschuldete Unmündigkeit gesellschaftliches Ideal ist, dann darf man natürlich demokratische Prozesse in Frage stellen.
Aber man muss sich immer freuen, wenn Leute bekommen, was sie sich wünschen! Nach der Injektion Krebs, Demenz und ME/CFS und jetzt auch noch um den Schlaf gebracht!
Heißa hoppsa, ich kann den Krieg gar nicht abwarten. Die Leute werden ohne Auge, Hirn, Bein, Herz, Lunge zurückkommen – aber glücklich!
https://www.upk.ch/fileadmin/user_upload/News/Sonntagsgespraech_Christian_Cajochen__2_.pdf
prof cajochen….
95 Prozent geben in Umfragen
an, dass sie ihr Smartphone auf
den Nachttisch legen.
Sogar Schlafforscher wie Sie
leiden unter durchwachten
Nächten?
Ja, dagegen ist niemand gefeit.
Ich hatte während der Corona-
Epidemie Schlafstörungen. Zum
ersten Mal in meinem Leben.
Irgendwann
habe ich Schlaftabletten genom-
men.
So
habe ich wieder zu einem nor-
malen Schlaf gefunden. Aber das
dauerte ein Jahr.
Kann man guten Schlaf lernen?
Man muss fähig sein, loszulas-
sen und Langeweile zu ertragen.
Den Schlaf kann man nicht trai-
nieren. Es gibt keinen Schlaf-
muskel. Das ist nicht wie Joggen.
Es braucht die Bereitschaft, sich
dem Schlaf hinzugeben und die
Leichtigkeit zu haben, dass man
sich sagt: «Egal, was passiert,
jetzt bin ich sechs oder sieben
Stunden hier, schauen wir mal,
was passiert.»
Kann es nicht sein, dass Frauen durch das evolutionär-sozial-getrimmte Grundverständnis als Lebensweitergeber mit medialer Angstmache schlechter umgehen können? Und man sollte WLAN und 456G nicht vergessen, das den gesunden Schlafphasen massiv entgegen wirkt…
Erst wenn Frauen kapieren, dass ihre Kommunikationshoheitsgeräte saturnischer Disziplin im Umgang bedürfen und am Körper nur im Flugmodus zu sein haben und des nachts komplett ausgeschaltet gehören, wird es sich vielleicht wieder bessern…
Reducing evening light was particularly beneficial for those with high light sensitivity or a long circadian period. Brighter morning light was beneficial for individuals with a long circadian period, or those with both high light sensitivity and high evening light. However, bright morning light could be maladaptive in individuals with a short circadian period or those with low light sensitivity and low evening light. Brighter daytime light attenuated the delaying effects of evening artificial light across conditions, indicating that increasing daytime light was the most universally beneficial lighting intervention. [sagepub.com]
Summary of Key Findings
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Brighter evening light leads to more delayed phase and greater sleep restriction on work nights, whereas brighter morning light leads to more advanced phase.
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Evening light interacts with circadian light sensitivity, and greater light sensitivity amplifies the effects of evening light.
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More daytime light exposure led to being less sensitive to the phase delaying effects of evening light, particularly for lower light sensitivities.
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Bright morning light was of specific benefit to late phenotypes, whereas daytime light was more beneficial for other phenotypes.
A summary of the predicted circadian phase and sleep variables contrasting low and high sensitivity at low and high evening light levels, across scenarios are presented in Tables 1 and 2.
Biochem Biophys Res Commun
. 2026 Apr 9:808:153462.
doi: 10.1016/j.bbrc.2026.153462. Epub 2026 Feb 13.
PACAP/PAC 1 modulates light-induced sleep via the ipRGC-VLPO pathway
Microdialysis was used to inject the PAC1 agonist PACAP 1-38 into VLPO, and the results showed that the mice’s sleep increased, including increased rapid eye movement (REM) sleep and decreased wake.
Dieter Kunz
J Psychiatr Res
. 2025 Nov 10:193:1-7.
doi: 10.1016/j.jpsychires.2025.11.008. [nih.gov]
Living in biological darkness III: Effects of low-level pre-midday lighting on markers of depression in healthy subjects
Highlights
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Repetitive low pre-midday light induces increase of 24-h cortisol levels
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Repetitive low pre-midday light induces sleep architecture akin depression marker
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Living in Biological Darkness may pave avenue to more vulnerability to depression
Surprisingly, however, effects of missing natural daytime light (Nowozin et al., 2025) on markers of depressive illnesses have never been studied. While a lot of research has been performed over the last decades on basic mechanisms underlying circadian disturbances and their relationship with depressive disorders, translation of these findings to the treatment of affective disorders has been sparse (Meyer et al., 2024).
Recently we published data of our initial 2008 study – LBD-II (Nowozin et al., 2025) – showing that in real world sleep architecture seemed to have adapted to this low light intensity and still responded differently. Individuals with the lowest daytime light levels showed shorter REM-latency and shorter REM periods at the end of sleep, parameters suspected to be markers of depression some 50 years ago (Kupfer, 1976).