Nach dem Wahlsieg der Berliner Linken erschien Issa Remmo, der als Oberhaupt des Remmo-Clans geltende Unternehmer, auf der Wahlparty in Neukölln. Kurz darauf veröffentlichte sein Sohn Firas Remmo Chatverläufe mit dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak. Der BSW-Co-Chef sieht darin eine „Mafia-Signatur“.
Die Berliner Partei Die Linke (PdL) hat die Hauptstadtwahl gewonnen. Vor allem Jüngere, Frauen und Muslime wählten die Linke teilweise mit deutlicher absoluter Mehrheit. Die türkischstämmige Kommunistin Elif Eralp könnte Bürgermeisterin werden. Die Linke hat besonders im arabischen und muslimischen Milieu in Berlin erfolgreich mobilisiert, wohl auch, weil dieses Milieu durch die Palästina-Frage seit dem 7. Oktober bisher untypisch geeint ist. Gab es auch Wahlkampfhilfe vom Remmo-Clan?
Der Remmo-Clan ist eine arabische Großfamilie aus dem Libanon und wird seit Jahren mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht. Berühmt wurde er durch den Diebstahl der 100-Kilo-Goldmünze aus dem Bode-Museum 2017; der Coup wird dem Clan zugeschrieben. Issa Remmo selbst gilt trotz polizeilicher Auffälligkeiten als nicht rechtskräftig verurteilt.
Er erschien auf der Wahlparty; die Partei distanzierte sich schnell. Er sei nicht eingeladen gewesen und wieder weggeschickt worden. Kurz darauf veröffentlichte sein Sohn Firas Remmo auf Instagram Chatverläufe mit dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak.
Beide sprechen sich mit „Bruder“ an. Koçak richtet „Grüße mit Respekt“ an den Vater und bittet um Verbreitung einer Bundestagsrede, in der er den Begriff „Clankriminalität“ als rassistischen Kampfbegriff kritisiert. Auch Koçak distanzierte sich schnell; er habe nicht gewusst, mit wem er kommunizierte. Die PdL ist in Neukölln in einem Höhenflug, der auch auf Koçak zurückzuführen ist.
Zum Thema ethnische Wahl gibt es in Berlin erneut viel zu beobachten. Schon bei der Wahl in Schweden wurden die außereuropäischen Wähler zum Zünglein an der Waage und haben die Wahl de facto entschieden – TKP hat berichtet. In Berlin konnte die PdL bei dieser Wahl jedenfalls außerordentlich in diesem Milieu mobilisieren. Das ist jedenfalls erwähnenswert und bekräftigt die Tendenz, die ganz Europa (und vor allem die multikulturellen Hauptstädte) erfasst.
Brisante Überlegungen zum Verhältnis zwischen der PdL und der Remmo-Familie äußerte BSW-Co-Vorsitzender Fabio De Masi, früher selbst bei der Linken. Er sieht im Auftauchen Remmos und in der Veröffentlichung der Chats durch den Sohn eine „Mafia-Signatur“: Man bringe in Verlegenheit und fordere Dankbarkeit ein. Für Remmo gehe es in Berlin um ein kleines Imperium. Bereits vor der Bundestagswahl sei per Messenger massiv in der arabischstämmigen Community für die Linke mobilisiert worden. Wie organisch das gewesen sei, fragt De Masi.
Nur mal so theoretisch: Wenn es eine Verbindung zwischen der Linken und einem Clan in Berlin gibt, könnte es dann nicht sein, dass eben dieser Clan auch tatkräftig und sehr pragmatisch – etwa durch Einschüchterung – „Wahlkampfhilfe“ gegeben hat?
Könnte das nicht auch den Zuwachs… pic.twitter.com/IjhmtQvXvQ— Dr. Friedrich Pürner, MPH (@DrPuerner) September 22, 2026
Der parteilose EU-Abgeordnete Friedrich Pürner, der im Zuge der Covid-Proteste zum Politiker geworden ist, fragt in dieselbe Richtung:
„Nur mal so theoretisch: Wenn es eine Verbindung zwischen der Linken und einem Clan in Berlin gibt, könnte es dann nicht sein, dass eben dieser Clan auch tatkräftig und sehr pragmatisch – etwa durch Einschüchterung – ‚Wahlkampfhilfe‘ gegeben hat? Könnte das nicht auch den Zuwachs der Linken erklären? Und was hat es mit den Chatnachrichten zwischen dem Bundestagsabgeordneten der Linken Ferat Koçak und dem Clan auf sich? Weshalb werden diese Chats jetzt vom Clan veröffentlicht? Warnung? Rache? Wie tief steckt die Partei ‚Die Linke‘ im Clan drin? Und der Clan bereits im Bundestag? Im Berliner Abgeordnetenhaus?“
Berlin hat jedenfalls ein ernstes Problem mit organisierter Kriminalität. Gewalt nimmt zu, Mafia-Strukturen wie Schutzgeldforderungen ebenfalls. Die Polizei hat Sondereinheiten eingerichtet. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Linke oder Akteure aus ihr erpresst werden. Nun könnte die Partei aber die Kontrolle über die Berliner Polizei bekommen.
CDU-Bürgermeister Kai Wegner nannte Remmos Auftritt ein „verstörendes Signal“. Die Linke muss nun glaubwürdig klären, wie sie Nähe zu kriminellen Strukturen vermeidet, während sie in denselben Milieus um Wähler wirbt. Doch medial gibt es kaum Druck auf die Linke, sodass sie und Koçak den Vorfall schlichtweg durchtauchen können.
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