
Nord Stream kommt zurück
Auch Nord Stream dürfte im Zentrum eines „Großen Deals“ zwischen Moskau und Washington stehen. Die verbliebene Leitung könnte wieder russisches Gas nach Deutschland transportieren.
Die USA und Russland arbeiten auf diplomatischer Ebene an einer Normalisierung ihrer Beziehungen. Bei der Wiederaufnahme von freundschaftlichen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen spielt auch Nord Stream eine entscheidende Rolle. Am Wochenende wurden Meldungen öffentlich, wonach die USA als „Vermittler“ auftreten und damit russisches Gas nach Deutschland leiten wollen. Der Kreml dementierte, doch Nord Stream ist zurück am Tisch.
Die Financial Times berichtete am Wochenende: „Putin-Verbündeter drängt auf Deal zur Wiederaufnahme von Nord Stream 2 mit US-Unterstützung“. Eine wesentliche Rolle soll dabei Matthias Warning, der „Putin-Verbündete“ vom Titel, zukommen. Warning soll dasselbe wollen, das schon zuvor vorgeschlagen wurde: Die USA übernimmt Nord Stream, und transportiert über die eine unbeschädigte Pipeline russisches Gas nach Deutschland. Dies soll ein Teil eines großen Deals zwischen Washington und Moskau werden. Der US-Investor Stephen P. Lynch hatte einen ähnlichen Plan erstmals im November aufgebracht – TKP hat berichtet.
Der neue Vorstoß kommt von einem anderen Konsortium, klingt aber sehr ähnlich. Auch wenn der Kreml umgehend dementierte, dass das Thema über die FT wieder in den Medien ist, zeigt die aktuellen Verschiebungen deutlich. Die mögliche Entspannung zwischen den USA und Russland ist ernst. Und Deutschland, vor allem der neue Kanzler Merz, braucht weniger teures Gas, um die Deindustrialisierung zu stoppen. Ungeachtet der ökonomischen Streitigkeiten (Zölle) zwischen den USA und der EU, werden auch die USA den deutschen Markt als Exportzone weiter brauchen.
Trump hat sich während seiner ersten Amtszeit vehement gegen Nord Stream ausgesprochen. Er warnte damals, dass sich Deutschland dadurch von Russland abhängig mache. Dahinter steckten natürlich US-Interesse und die Sorge, dass der Einfluss der USA auf Europa zurückgedrängt werden könnte. Außerdem ging es ihm um den riesigen europäischen Markt für amerikanisches Flüssiggas. Diese Interessen der USA gibt es noch immer. Aber andere geopolitische Vorzeichen sehen 2025 gänzlich anders aus als 2018.
2025 sind rund drei Jahre seit der „Schocktherapie“ für Europa und ihre „Abkoppelung“ von russischem Gas. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, aber die Folgen sind schon jetzt enorm. Die Realwirtschaft leidet, die Industrie verliert durch die Energiepreise ebenso wie die privaten Haushalte durch die Inflation. Die USA verkauften LNG-Gas nach Europa wie nie.
Mit der Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Deutschland könnte die „Schocktherapie“ abgeschwächt und zumindest ein langfristiger Übergang geschaffen werden. Die USA würde dann einen Kompromiss machen und auch russisches Gas für Europa zulassen. Die von Deutschland geführte EU müsste zugleich selbst einiges aufgeben. Immerhin bis heute russisches Gas absolut Böse, dafür wird Energie wieder billiger. Russland wiederum würde den Besitz an der Pipeline verlieren, bekommt dafür aber eine beschleunigte Aufhebung der Sanktionen.
Energiediplomatie dürfte eine wesentliche Grundlage für den neuen „Großen Deal“ zwischen Washington und Moskau sein – sofern er wirklich zustande kommt. Und Nord Stream kann dabei eine zentrale Rolle spielen. Andrew Korbyko glaubt, dass ein solcher Deal so aussehen könnte:
„Es geht insbesondere darum, dass die USA der teilweisen Wiederaufnahme der russischen Gaspipeline-Importe durch die EU zustimmen, einen Teil der beschlagnahmten russischen Vermögenswerte als Entschädigung dafür zurückgeben, dass die USA die Kontrolle über Nord Stream erlangt haben, und dass die USA einige Sanktionen wie die SWIFT-Sanktionen aufheben, um die Wiederaufnahme des Energiehandels zwischen Russland und der EU zu ermöglichen.“
Elon Musk teilt die Erklärung von Jeffrey Sachs über Ursachen des Ukraine Krieges
2024_11_12
https://tkp.at/2024/11/12/elon-musk-teilt-die-erklaerung-von-jeffrey-sachs-ueber-ursachen-des-ukraine-krieges/
https://x.com/elonmusk/status/1856172877688570095
Westeuropa soll also mehr Öl und Gas aus den USA importieren, aber aus Russland ebenso? Das ginge nur dann, wenn die USA den „Green Deal“ mit ETS2 verklappen, was irgendwie zur Vereinbarung gehören müsste. Eventuell müsste Frau Von Der wie Schnorrlensky aus dem Weg geräumt werden.
Amerikaner beabsichtigen, die Leitungen kaufen, das „böse“ russische Gas wird – während es durch Nord Stream 2 strömt – in amerikanisches, gutes, verwandelt.
Dieses Kunststück kostet natürlich … und die Abhängigkeit Europas von den USA wird noch größer. So in etwa bei den NachDenkSeiten nachzulesen.
Das ließe sich abwenden, wenn das Eigentümerkonsortium doch wieder selbst die Pipeline in Betrieb nehmen würde.
Prof. Jeffrey Sachs hat es so ähnlich ausgedrückt: es ist sehr schwierig die USA zum Feind zu haben, aber die USA zum Freund zu haben ist absolut tödlich. Die guten Zeiten, wo wir zu günstigen Preisen und mit einem zuverlässigen Partner in Russland Energie- und Rohstoffgeschäfte machten, sind vorbei. Wir haben uns selbst ins Knie geschossen. Die Amerikaner haben noch viel mehr Möglichkeiten uns in Europa handlungsunfähig zu machen als die Russen oder Chinesen. Wenn die Amis nicht wollen das F-35 oder F-16 Kampfjets aufsteigen, stellen sie diese einfach ab. Schutzschilde, orbitale und digitale Netze funktionieren auch nicht ohne die Amis. Aber Vorsicht: Trumps Deals sind immer clever, aber schnell geht es zu Lasten des Gegenübers. Ohne Schutzhandschuhe sollte man den Amis nicht den kleinen Finger reichen. Aber es ist vermutlich jetzt zu spät, Trump installiert überall win, win, win-Zustände nach seinem Verständnis. Und vermutlich wird demnächst auch Grönland ein neuer US-Bundesstaat werden. Daher auch Trumps Großzügigkeit bei den ukrainischen und russischen Gebietsreformen.
Erst kaputt machen, dann fürn Ramschpreis kaufen und in Zukunft als Wegelagerer und Erpresser Geld drucken auf Kosten der Deutschen. So weit nichts Neues.
Hallo,
Financial Times …
Es mag ja sein, dass es in USA (in der Trump-Regierung und in Geschäftskreisen) solche Überlegungen gibt.
Aber was bietet USA für die Übernahme der Gasröhre an?
Dass Russland sich bezüglich seiner Gasexporte in die EU von USA abhängig machen darf?!
Dass die Ukraine nicht in die Nato kommt, aber dafür USA (bei diesem Teil der Gasverkäufe) Russland jederzeit ökonomisch pisacken könnte?!
Keine weiteren USA-Waffenliferungen an die Ukraine?! Das entlastet die USA, dafür müsste USA Russland was schenken.
Man sollte ja auch bedenken, dass Russland auch Flüssiggas verkauft und es deswegen nicht so stark unter ökonomischem Druck ist, dass es jedes halbseidene ,,Angebot“ annehmen muss.
USA kann die Transitröhren in der Ukraine übernehmen, da ändert sich für Russland wenig, ob nun die Ukraine oder die USA die Transitgebühren kassiert und nach Belieben mal abdreht.
Die Amerikaner kaufen oder haben die Peiplen schon gekauft. Sie kaufen dann von Russland das Gas und verkaufen dies zu einen weit höheren Preis als Deutschland das gas noch selber dierekt von Russland kaufte. Der Plan der USA ist aufgegangen. Vonwegen Amerikaniche Freunde.
Amerikaner haben behauptet das durch menschgemachtes CO2 dei Welt untergeht.
Sie haben daher den Handel mit CO2 eingeführt. CO2 wird an der B örse gehandelt. Gewinner sien Amerikaniche Großbanken. Jetzt wo immer mehr Menschen erkennen
das CO2 nichts mit der Erwärmung zu tun hat, steigt Tramp aus dem Klimaabkommen aus.
Und die neue Pundeskanzler will noch mehr Geld für Reduzeirung ausgeben.
Ach nein, die Einzige Weltmacht als »Vermittler« für den Gastransport von Russland nach Europa. Hierfür ist die Redewendung: »Den Bock zum Gärtner machen.«
Was mir an dem Vorschlag nicht schmeckt wäre, dass die USA die Pipeline übernehmen wollen und dann direkte Kontrolle über die Gaslieferungen haben! Sie könnten dann die Pipeline nach ihren Vorstellungen an- und abschalten! Wahrscheinlich auch mit extra Gebühren für den deutschen Steuerzahler. Ob das wirklich ein Gewinn ist?
Mmh, der böse Trump lässt NS wieder zu im Gegensatz zum guten Biden. Passen da die MSM Narrative etwa nicht. Ok abwarten. Richtig lustig wärs ja, wo er grad dabei ist, die Akten dazu zu öffnen. ;)
Über ungelegte Eier sollte man nicht sprechen.
Der mögliche neue deutsche Kanzler Merz hat es sich (wenn ich mich richtig erinnere) bereits verbal mit allen Seiten verdorben, so dass er im Nord-Stream-Deal kein zuverlässiger Partner werden könnte. Dafür bräuchte es in Deutschland eine unbelastete Regierungskoalition (die nicht in Sicht ist) oder ein anderes EU-Land, das hier die Führung übernehmen kann. Das macht die Auswahl sehr klein.
Die Deutschen werden sicher gegen die Bevormundung durch die USA auf die Straße gehen: Wir wollen kein günstiges Gas! Wir wollen Freie Energie!
Letzteres steht so unter (auch mentalen) Verschluss, dass sogar an solchen Orten (1, 2, 3) kaum mehr konstruktiv (4) darüber diskutiert wird!
1) tinyurl.com/3xwx5jhj
2) tinyurl.com/2a5j2xuj
3) tinyurl.com/2zd7vwmz
4) tkp.at/2025/02/18/trumps-energieminister-empfiehlt-europa-die-aufgabe-des-klimawahnsinns/
Insiderwissen (justpaste.it/schappeller) für zukünftige Technologien …