
Wenn in den USA Dämonenjäger in Vorwahlen gewinnen …
Ein Mann, der behauptet, mit sieben Jahren im Auftrag seines Stiefvaters einen Menschen getötet zu haben, der Journalisten nicht sagen will, wie viele weitere Menschen er als Erwachsener getötet hat, und der Dämonen routinemäßig am Telefon austreibt, ist der republikanische Spitzenkandidat für das Gouverneursamt von Colorado. Was nach Realsatire klingt, ist eine Meldung, die sich bei genauer Prüfung als im Kern zutreffend erweist – mit einigen Präzisierungen.
Victor Marx, ein 61-jähriger ehemaliger US-Marine und Gründer der evangelikalen Organisation All Things Possible Ministries, hat am 9. Juli 2026 die republikanische Vorwahl für das Gouverneursamt von Colorado gewonnen. Nach einer mehr als einwöchigen Auszählung setzte er sich denkbar knapp gegen die etablierte Senatorin Barbara Kirkmeyer durch: 39,9 zu 39,4 Prozent, ein Vorsprung von rund 2.500 Stimmen. Der dritte Kandidat, Abgeordneter Scott Bottoms, kam auf 20,8 Prozent.
Was nun passiert
Im November tritt Marx gegen den demokratischen Justizminister Phil Weiser an. Bemerkenswert ist, wie Marx überhaupt zum Spitzenkandidaten wurde: Ohne jede politische Erfahrung, dafür mit einer großen nationalen Anhängerschaft in sozialen Medien, die er über Jahre mit Geschichten über internationale Rettungsmissionen für Frauen und Kinder aufgebaut hatte.
In einem inzwischen viral gegangenen Interview mit dem Sender 9News im Mai 2026 bestätigte Marx, dass er Exorzismen praktiziert – und dass diese auch per Telefon funktionieren. Wörtlich sagte er dem Reporter Kyle Clark, es handle sich um eine Praxis, bei der man dem Dämon zunächst seinen Namen abfrage, um ihm anschließend zu befehlen, den Körper zu verlassen. Die Aussage, er berechne für Exorzismen selbst nichts, ist ebenfalls belegt – ergänzt allerdings um einen Punkt, den die kolportierte Version unterschlägt (siehe unten).
Was vergessen wird zu erwähnen
Die zitierte Version der Geschichte suggeriert, Marx verlange grundsätzlich keine Bezahlung und die 99 Dollar seien eine rein freiwillige Spende der Klienten. Journalistische Recherchen zeichnen ein etwas anderes Bild: Auf der Website von Marx wird zwar kein Preis für den Exorzismus selbst genannt, doch die konkreten Anleitungen dazu finden sich in einem kostenpflichtigen „Spiritual Warfare Guide“ für 99 Dollar. Genau deshalb konfrontierte Clark Marx im Interview mit der Frage, ob er verstehe, warum ihn Kritiker für einen Trickbetrüger hielten. Marx verneinte.
Die Meldung erwähnt auch nicht den größeren Kontext, in dem diese Aussagen fielen. Im selben Interview konnte oder wollte Marx nicht sagen, ob er als Erwachsener bei seinen selbst beschriebenen „Hochrisiko-Missionseinsätzen“ Menschen getötet hat – er wich der Frage mehrfach aus. Seine Kampagne hatte zudem lange behauptet, er habe mehr als 45.000 Frauen und Kinder aus Menschenhandel befreit – eine Zahl, die von der eigenen Website entfernt wurde, nachdem Belege dafür ausblieben. Auf Nachfrage, wie viele es tatsächlich seien, antwortete Marx laut Kolumnist Mike Littwin ausweichend, es seien „mehr als einer und weniger als ein Haufen“.
Auch die Behauptung, mit sieben Jahren auf Geheiß seines Stiefvaters einen Mann getötet zu haben, konnte bislang nicht verifiziert werden. Örtliche Strafverfolgungsbehörden in Mississippi, wo sich der Vorfall zugetragen haben soll, hatten keine Aufzeichnungen zu einem entsprechenden Tötungsdelikt. Die religiöse Praxis selbst reicht zudem weiter zurück als der Wahlkampf: Bereits im Juli 2025 beschrieb Marx in einem Podcast-Interview seine Rolle als „widerwilliger Exorzist“, der seit über drei Jahrzehnten mit dem konfrontiert sei, was er als Manifestation des Bösen bezeichnet. Bei einer Gedenkfeier für den im September 2025 getöteten Aktivisten Charlie Kirk nutzte Marx die Gelegenheit unter anderem, um sein eigenes Buch zu bewerben, und erklärte, der Teufel habe Kirk getötet.
Was man fragen sollte
Warum konnte ein Kandidat ohne jede politische Erfahrung, mit unbelegten Kernbehauptungen zu seiner Biografie und einer religiösen Nebentätigkeit, die selbst konservative Kommentatoren irritiert, die Vorwahl der Republikaner in einem mittelgroßen US-Bundesstaat gewinnen? Ein Teil der Antwort liegt in der Struktur der Colorado-GOP selbst: Die Partei gilt als zerstritten und finanzschwach, während Marx über seine Dienstleistungsorganisation und seine Social-Media-Reichweite deutlich mehr Spendengelder mobilisieren konnte als seine etablierten Konkurrenten. Unterstützung erhielt er zudem von der rechten Kongressabgeordneten Lauren Boebert, die ihn als vollständig „in der Rüstung Gottes“ beschrieb.
Bezeichnend ist auch die Reaktion der eigenen Parteikollegen: Sowohl Kirkmeyer als auch Bottoms erklärten bereits im Wahlkampf, sie würden Marx im Falle seines Sieges nicht unterstützen. Bottoms bezeichnete ihn wörtlich als „Con Man“, Kirkmeyer nannte ihn ungeeignet für das Amt und sprach von einer möglichen „Katastrophe für den Bundesstaat“. Auch der ehemalige Landesvorsitzende der Colorado-Republikaner, Dick Wadhams, warnte öffentlich, Marx werde der Partei in mehreren Rennen schaden. Die Frage, die sich stellt: Handelt es sich um einen Einzelfall eigenwilliger Vorwahl-Dynamik, oder ist Marx Symptom eines breiteren Trends, bei dem mediale Reichweite und persönliche Erzählung politische Erfahrung und überprüfbare Fakten zunehmend ersetzen?
Was man berücksichtigen sollte
In der Berichterstattung über Marx dominiert der Kuriositätsfaktor – Telefonexorzismen, unbelegte Kill Counts, virale Interview-Ausschnitte. Das ist verständlich, aber es verstellt den Blick auf die strukturelle Seite der Geschichte: Colorado hat seit den 1970er-Jahren nur einen einzigen republikanischen Gouverneur gewählt (Bill Owens, 1999–2007), und der letzte GOP-Kandidat verlor die Wahl 2022 mit knapp 20 Prozentpunkten Rückstand. Weiser gilt entsprechend als klarer Favorit für November. Der eigentlich relevante politische Vorgang liegt daher nicht in der Frage, ob ein Dämonenaustreiber Gouverneur wird – unwahrscheinlich –, sondern darin, wie eine strukturell instabile Landespartei überhaupt in die Lage kam, einen solchen Kandidaten als „wählbar“ erscheinen zu lassen, und was das über den Zustand innerparteilicher demokratischer Prozesse aussagt, wenn Fundraising-Reichweite über Sachkenntnis entscheidet.
Amtsinhaber Jared Polis (Demokrat) kommentierte die Vorgänge mit einem trockenen Seitenhieb, er selbst habe „null Menschen getötet, und darauf könne man sich verlassen“. Ob Wählerinnen und Wähler in Colorado im November ähnlich pointiert reagieren, wird sich zeigen.
Bild: Screenshot aus Video in x.com
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Wenn Esoteriker aus dem Epstein-Netzwerk die USA und die Welt beherrschen, darf man sich nicht wundern, dass Exorzisten beauftragt werden! Und wie sehr wird sich jemand dem herrschenden Wahn entgegen stellen, der Bottom heisst?
Das wird sowieso nicht passieren, wenn man sich die aktuellen Flugpreise anschaut. Gestern stöberte ich ein wenig – sogar innerhalb Europas wurden Flüge astronomisch teuer.
Ich bereise die USSA aus politischen Gründen nicht. In einem Land, in dem Leute, wie dieser Sadist und Perversling sowie Vergewaltiger in ReGIERungsmacht überhaupt erst gelangen können, habe ich niemals etwas verloren.
Aha. Würde er D@m@nen aus Trump und Mileikowski vertreiben, würden vermutlich viele Leute gerne je 99 USD spenden.
Wie in jeder Hinsicht die USSA allüberall verkommen ist, beweist dies einmal mehr: dass ein Sadist und oder Vergewaltiger es bis ganz nach oben in der Politik schafft. Pfui!
Nie werde ich die USSA bereisen, die profaschistisch voll mit sadistischen Anteilen und frei herumlaufenden Vergewaltigern ist.
Einfach nur ein wenig warten! Sadisten und Vergewaltiger bevorzugen Opfer zwischen 0 und 25 Jahren.
Och, die USA sind teilweise landschaftlich sehr schön … gerade auch Colorado. Es gibt auch viele interessante Menschen dort. Als kultureller Ort sind sie meist nur attraktiv, weil es dort Geld gibt und das zieht eben Künstler und Freigeister an wie faeces die brachycera … Ansonsten ist das Leben dort wie überall. 😊