Angesichts der Ankündigung der AfD-Bundessprecherin Alice Weidel, dass eine von der AfD geführte Bundesregierung den Euro durch eine neue deutsche Währung ersetzen würde, haben etliche EU-freundliche Journalisten und Politiker die Behauptung aufgestellt, dass die Wiedereinführung einer nationalen Währung, egal ob in Deutschland oder Österreich, die betreffenden Länder infolge einer zu erwartenden Aufwertung ärmer machen würde.
Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Der Wechselkurs einer Währung ist die Folge der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes. In den Jahrzehnten vor der Einführung des Euro verlor die italienische Lira immer wieder an Wert gegenüber den Hartwährungen, wie dem österreichischen Schilling, der deutschen Mark oder dem Schweizer Franken, weil die Inflation in Italien höher war und das Land gegenüber Österreich, Deutschland und der Schweiz an Wettbewerbsfähigkeit verlor. Der Euro ist nun eine viel weichere Währung als der Schweizer Franken. Die Inflation ist in der Schweiz deutlich niedriger als im Euroraum. Bei Einführung des Euro am 1. Jänner 1999 war ein Euro 1,61 Franken wert, derzeit sind es nur noch 0,93 Franken. Dies spiegelt auch die unterschiedliche Entwicklung des Wohlstands wider: Im Jahr 1998, also im Jahr vor der Euro-Einführung, betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in der Schweiz rund 43.000 US-Dollar, in Österreich hingegen rund 27.200. Das heißt, die Schweizer waren im Durchschnitt um ca. 58 Prozent reicher als die Österreicher. Im Jahr 2024 betrug das BIP pro Kopf in der Schweiz ca. 104.700 US-Dollar, in Österreich hingegen nur 57.200. Die Schweizer waren somit im Durchschnitt um ca. 83 Prozent reicher als die Österreicher. Dieser wachsende Vorsprung der Schweiz ist wohl nicht nur der inflationshemmenden Geldpolitik des Landes zu verdanken, sondern auch der Tatsache, dass die Schweiz nicht Mitglied der EU ist und somit nicht dem EU-Recht unterworfen ist. In der Folge müssen Unternehmen in der Schweiz viel weniger bürokratische Vorschriften einhalten als jene in Österreich.
Für eine Währung zählt natürlich nicht nur der Vergleich mit dem Ausland, sondern auch wie wertstabil sie im Inland ist. Auch hier zeigt sich ein negatives Bild: Seit 2014 leiden wir in Österreich durchwegs unter einer sogenannten negativen Realrendite, das heißt, die Zinsen für zehnjährige österreichische Staatsanleihen sind niedriger als die Inflation. Das bedeutet, dass der Sparer zusehen muss, wie sein Erspartes an Wert verliert. Fairerweise muss man sagen, dass dies nicht nur an der inflationstreibenden Geldpolitik der EZB, sondern auch an der inflationstreibenden Budgetpolitik diverser Bundesregierungen liegt. Insgesamt muss man jedoch sagen, dass wir vor der Euro-Einführung, in den Jahren 1965 bis 1998, durchwegs positive Realrenditen hatten. Der Euro hat uns aus Sicht der Wertstabilität definitiv ärmer gemacht.
Was würde nun passieren, wenn Österreich aus der EU austritt, der EFTA beitritt und im Zuge dessen einen Freihandelsvertrag mit der EU abschließt? Die EFTA hat zwar nur vier Mitglieder (Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island), verfügt aber ähnlich wie die EU über Freihandelsverträge mit vielen Drittstaaten. Das heißt der Handel mit diesen Staaten würde wie bisher weiterverlaufen. Dank des Freihandelsvertrags mit der EU würde auch der Handel mit der EU stabil bleiben. Der Wegfall des EU-Rechts wäre jedoch der größte Abbau von Bürokratie in der Geschichte Österreichs, was unser Land enorm entlasten und wettbewerbsfähiger machen würde. Infolgedessen würde die neue österreichische Währung ähnlich dem Schweizer Franken im Zeitverlauf an Wert zulegen und die Österreicher wohlhabender machen. Ein Euro-Austritt ohne EU-Austritt würde hingegen deutlich weniger Änderungen mit sich bringen.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Mag. Christian Ebner (*1970 in Krems) ist als selbstständiger Unternehmensberater tätig und Obmann der Partei CFU (Christlich Freisinnige Union)
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Die EU-Budgetverhandlungen sind eine Chance
12 Kommentare
Das ist alles kompletter Unfug. Deutschland war der große Profiteur des Euro – eben weil der „weiche“ Euro nicht zu der Aufwertung geführt hat, wie es der Fall gewesen wäre, wenn der „Exportweltmeister“ Deutschland die D-Mark behalten hätte (wie es eben auch mit dem Schweizer Franken gegenüber dem Euro passiert ist). Dann wären aber die Exporte Deutschlands teurer geworden – und damit weniger wettbewerbsfähig. Als es die Finanzkrise in Griechenland gegeben hat, wurde auch der Vorschlag gemacht, zur Drachme zurückzukehren. Das wäre aber ein Schuss ins eigene Knie gewesen – die Abwertung der Drachme hätte zur Explosion der Schulden geführt.
Das EWR-Abkommen zwischen EU und EFTA (ausgenommen Schweiz) sieht vor, dass die EFTA-Länder alle Binnenmarktregeln übernehmen müssen – ohne sie beeinflussen zu können. Keineswegs bedeutet dies „Wegfall des EU-Rechts“ (wenn auch manche Bereiche wie die „Gemeinsame Agrar- und Fischereipolitik“ nicht inkludiert sind). Die Schweizer haben zwar mehrere Ausnahmen ausgehandelt, aber die meisten Regeln für den Warenverkehr müssen sie dennoch einhalten. Das würde natürlich auch für ein Freihandelsabkommen mit Österreich gelten. Wobei die Frage ist, ob die EU sich solche Sonderverhandlungen – nach den Erfahrungen mit der Schweiz – überhaupt antun würde.
@,
sofort würde die eu sonderregelungen für österreich genehmigen,
wenn sachverständige plötzlich einen mehrjährigen sanierungsbedarf an österreichischen autobahnbrücken und eisenbahntunnels entdecken würden, die österreich nicht bezahlen könnte …
Die EU ist eine von vielen Extremstherrschaftsinszenierungen, welche sich sowieso extremstbestialistischt ultraextremstextremistischt kollateralst selbst abfackelt und zwar seit dem ersten Tag ihrer Gründungsabsicht – Spätestens am Ende dieser krudesten Schindschändparty wird der Austritt aus diesem prächtigen Sadomaso Schändschindkultus sowieso stattfinden…
Herrschaft ist einfach.
manchmal ärgere ich mich,
dass ich vor der euroeinführung keinen richtig fetten schillingkredit aufgenommen habe,
um diesen betrag unmittelbar in die aurumversicherung zu investieren.
beinahe über nacht waren damals schon 30% kaufkraft verpufft …
Der Artikel ist als Satire gemeint, gell? 🤣
Heute fuhr ich übers Land….und sinnierte…früher, so sagte ich zu mir selbst (mein Auto hat keine Wanze), gab es viele ö. Märkte, Handelsketten… Meinl, Spar, ADEG, Nah&Frisch, Zielpunkt, Billa…seit dem EU-Beitritt ging alles ans Ausland, besonders an REWE…es gibt keinen ö. Supermarkt mehr, nur noch Spar?? Und das heißt, die EU ist nicht Hüterin des Wettbewerbs, sondern fördert Kartell- und Monopolbildungen. Sie dient den Konzernen und den Globalisten. Btw, mein Mann war damals dafür, ich dagegen. Ich hielt ihm vor, vom Anschluss zu träumen und meinte, wir hätten das nicht nôtig, wären Nettozahler….usw. Ergo gingen wir beide nicht zur Volksabstimmung, denn unsere Stimmen hätten sich aufgehoben. Ich bin Kritikerin der EU der ersten Stunde. Und nochmals btw…ich möchte den Schilling zurück!!!
Der Euro war von Beginn an als Inflations-Währung geplant… und eingeführt…
Damit ging bereits das Ende der Nationalstaaten einher, also nationale Staaten aufzulösen, da dies als nazistisch gilt – seit Jahrzehnten vorbereitet, damals eher im Verborgenen, während es heutzutage offen ausgesprochen wird – wie u.a. von Draghi.
aber es gibt anlässe, in denen die landesverräter ihren anlasspatrioten heraushängen lassen,
wie bei z.b. sportveranstaltungen.
der austriakischen mussolinikarikatur und seiner schmarotzenden entourage
ist der heuchelpatriotismus in den usa mindestens € 100 000.- steuergeld wert gewesen ….
Das Pro Kopf Bip mit dem individuellen Reichtum zu verwechseln, ist schon ziemlich daneben.
Und Wen hat der Euro reicher gemacht ?
Zuerst hat der Euro die Konzerne und Unternehmen reich gemacht. Gleichzeitig aber die Bürger im deutschsprachigen Raum ärmer, weil sie ihre harte Währung gegen eine weichere Gemeinschaftswährung eintauschen mussten. Gewonnen haben auch die Bürger Südeuropas wie Spanien, Italien, Griechenland, da sie für ihre schlechte weiche Währung eine starke bekommen haben im Vergleich zur Wirtschaftsleistung ihres Landes. Somit konnten sie sich fast alle Häuser leisten, die heute zu ihrem Vermögen gehören. Wir (z. B. in Deutschland) haben in der gleichen Zeit einen zu niedrigeren Reallohn hinnehmen müssen, da die Kaufkraft des Euro für uns geringer war. Deswegen konnten sich die Bürger bei uns bis heute kaum Eigenheime leisten! Hinzu kam noch, dass die armen Südländer ihre Währung mit dem Euro nicht mehr abwerten konnten und somit mussten wir später deren aufgebaute Schulden auch noch mitfinanzieren, was sich bei uns in einem weiteren Kaufkraftverlust bemerkbar gemacht hat!
Natürlich wurden die Menschen ärmer gemacht, weil die Löhne die Inflation nicht einpreisen. Der Maßstab ist das Gold und andere Edelmetalle…
Ein Haus kostet in Gold gerechnet immer noch gleichviel wie vor 50 Jahren…
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.