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Politik

Plant Russland wirklich, die NATO auf die Probe zu stellen?

16 Kommentare 27. August 2026 4 Minuten Lesezeit von Andrew Korybko

CIA-Boss Ratcliffe soll Russland gewarnt haben, so die westliche Presse. Deshalb sein Besuch in Moskau. Aber tatsächlich könnte bald die NATO Russlands Entschlossenheit auf die Probe stellen.

Politico berief sich auf ungenannte Beamte und berichtete, dass der unangekündigte Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Russland vor allem dazu diente, Russland davor zu warnen, die Entschlossenheit der NATO durch nicht näher bezeichnete kinetische Aktionen gegen die baltischen Staaten zu testen. Dem war Ende Mai eine Warnung des russischen CIA-Pendants vorausgegangen: Russland sei bereit, gegen Lettland Vergeltung zu üben, falls das Land der Ukraine erlaube, von seinem Territorium aus Drohnenangriffe gegen Russland zu starten. Ende Juni sollen die USA dann Polen gewarnt haben, Russland bereite möglicherweise Provokationen gegen das Land vor.

Einen Monat später, Ende Juli, überquerte eine russische Marschflugrakete versehentlich die polnische Grenze – höchstwahrscheinlich aufgrund elektronischer Störmaßnahmen. Isoliert betrachtet, verleiht diese Ereigniskette dem Politico-Bericht Glaubwürdigkeit, Russland plane, die Entschlossenheit der NATO zu testen. Der größere Zusammenhang widerlegt das jedoch.

Seit Anfang dieses Jahres haben ukrainische Drohnen den baltischen Luftraum durchquert, um Sankt Petersburg anzugreifen. Anschließend starteten die USA und überraschenderweise auch Frankreich Mitte des Sommers eine neue, von der Ukraine geführte „Abnutzungskrieg“-Kampagne gegen Russland.

Obwohl Selenskys 40-tägige Einflussoperation, wie er sie selbst nannte, in den Regionen Charkiw und Odessa kläglich scheiterte, fügte sie Russlands Energie-, Logistik- und militärischer Infrastruktur dennoch greifbaren Schaden zu – während der de facto deutsche Anführer der EU seine rasche Wiederaufrüstung fortsetzte, genau wie der Block insgesamt.

Die einseitigen Dynamiken, bei denen Russlands Infrastruktur beschädigt wird, während seine EU-Rivalen weiter aufrüsten, sind der Grund, warum „die EU eine weitaus glaubwürdigere Bedrohung für Russland darstellt als umgekehrt“.

Nichtsdestotrotz veranlasste diese russische Beobachtung Kriegsfalken wie Sergej Karaganow, einen russischen Erstschlag gegen die NATO vorzuschlagen (zunächst einen konventionellen mit geringer Intensität oder direkt einen großangelegten Atomschlag). Putin wies die Falken, die ihn zum Angriff auf die NATO drängten, Anfang Juni jedoch entschieden zurück.

Putin hat kein Interesse daran, die NATO anzugreifen. Das würde genau die unkontrollierbare Eskalation riskieren, die er vermeiden will.

Gleichzeitig warnte der ehemalige hochrangige russische Geheimdienstler Andrej Besrukow im Juni, der Westen ziele darauf ab, Russlands nukleare Triade über die Ukraine als Stellvertreter zu neutralisieren – was letztlich in einem jahrzehntelangen „neuen Krieg“ gegen Russland enden könnte. Deshalb sei es dringend notwendig, die Abschreckung wiederherzustellen.

Genau wie Putin durch den „Abnutzungskrieg“ Mitte des Sommers gezwungen wurde, gegen die Ukraine milde zu eskalieren, um zu deeskalieren, könnte auch eine zukünftige Provokation der NATO selbst ihn dazu zwingen, dasselbe gegen sie zu tun.

Ob sie von den baltischen Staaten, Polen, einer ukrainischen False-Flag-Operation von deren Territorium aus oder von anderswo entlang der westlichen Front des neuen „Cordon sanitaire“ kommt, der sich im vergangenen Jahr um Russland gebildet hat – Putin könnte eine kinetische Reaktion autorisieren, selbst wenn sie nur milde ausfällt.

Er hätte die NATO bereits testen können, als deren Waffen direkt nach Beginn der Spezialoperation in die Ukraine flossen, noch bevor der Block sich konsolidierte. Er tat es nicht, weil er keinen Dritten Weltkrieg riskieren wollte.

Es ist daher argumentierbar, dass jede kinetische Aktion Russlands gegen die NATO eine Reaktion darauf wäre, dass die NATO Russlands Entschlossenheit testet – und nicht umgekehrt, dass Russland die NATO einseitig und ohne Provokation testet.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.


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16 Kommentare

  1. Sting2
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    Der Westen prügelt diese penetrante Propaganda eines angreifenden Russlands seit Beginn des SMO in unsere Köpfe 

    Der immer noch US-dominierte Finanziell-Industrielle-Komplex will mind. 2-3 Billionen (!) für den unersättlichen MIC aus den Europäern herauspressen, damit sie ihr $-System noch eine Weile halten könne, denn die USA sind so gut wie PLEITE!! 

    Dafür brauchen sie die ‚Bedrohung‘, um IHRE Aggression gegen Russland, und den Abbau des Sozialsystems bei uns legitimieren zu können.

  2. Sting2
    Antworten

    ALLE ALTPARTEIEN SIND GEKAUFTE BANDITEN, ALSO NUR DRECKIGSTE MAFIA !!

  3. Sting2
    Antworten

    Was muss noch alles geschehen bis es alle Bürger merken das uns diese ALTPARTEIEN auf einem falschen Weg gebracht haben.

    Diese Politiker haben uns von den Russen getrennt und haben uns den Räubern und Bankern in den USA ausgeliefert!Natürlich ist der Krieg der USA gegen den Iran völlig in Ordnung, weil eben die USA immer Recht haben!

    Die Russen haben uns immer mit Gas und Öl versorgt für billiges Geld obwohl Deutschland Russland überfallen hatten und Millionen von ihnen im 2 Weltkrieg umgebracht hatten!

    Sie haben Deutschland die Hand gereicht und haben Deutschland verlassen und wer ist noch hier?

    Diese sogenannten Freunde nehmen uns aus mit Hilfe seiner Vasallen (Altpartein) die nicht für die Bürger arbeiten!

    Und was tun Sie jetzt sie unterstützen ein korruptes Land mit einem Dieb und Schwerverbrecher Selenskyj an der Spitze!

    Haben den alle es vergessen wer der eigentlich schuld an dem Krieg in der Ukraine schuldig ist?

    Es waren die Amis, Tomis, Franzosen und der Westen mit Merkel die das provoziert haben.

    Sie haben die Ukraine aufgerüstet, Soldaten ausgebildet und finanziert!!So kam es 2014 zu dem Umsturz auf dem Maidan und die Massenmorde an die Russen im Donbas, mindestens 15 Tausend!

    Wer glaubt das die Amis unsere Freunde sind, das sind sie nicht und waren es auch nie!!

    Sie führen Kriege und nehmen sich was sie wollen und der Westen schaut zu ohne es zu verurteilen!!

    Jeder sollte Wissen ohne Russland wird Deutschland nie wieder auf die Beine gestellt werden können!!

    Aber wir haben ja eine Regierung die wollen das wir Kriegstüchtig werden und uns gegen die Russen stellen und uns an deren Reichtum bedienen.

    Wie geistig krank sind die Altparteien Politiker und vermutlich bekommen sie auch noch Prämien von BlackRock und Rockefeller !!

  4. Jan
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    Was passiert, wenn Putin die Nato besiegt hat? Der Einmarsch wird teurer als der Krieg, es gibt ja nichts mehr abzumontieren. VW-Werke? Nein, danke! Airbus? Bitte nicht. Monsanto? BionTech? Nein, danke!

    Cruella in Be würde den Zusammenbruch gern Putin in die Schuhe schieben. Aber so einfach ist das nicht! Wenn Putin wartet, bis die Energiekrise im Winter losschlägt, wird man sich fragen, wer dem Pipelinesprenger Milliarden überwiesen hat.

    Putin könnte dann als Lichtgestalt „Freundschaft“ rufen, während der europäische Todesengel in den Orkus geworfen wird.

    Außerdem würde Russland gern in Syrien und im Iran eine internationale Aufgabe übernehmen.

  5. alter Mann
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    Hallo, hatte ja gestern angemerkt, es geht gegen ein spezielles Natoland ohne Namen zu nennen. Heute wurde ja nun von Maria Sacharowa die Briten offiziell genannt einschl. Begründung. Lest selber nach und vergesst bitte nicht Frankreich. Auslöser ist der volle unbegrenzte Einsatz von Storm Shadow / SCALP-EG gegen Rußland. Ach ja, nicht den Autobombenanschlag in St. Petersburg aktuell unterschlagen. Schönen Resttag und ja, aktuell ist ziemliches Chaos auch in NahOst. TKP wird noch paar Artikel schreiben müssen.

  6. cb56
    Antworten

    Zu der Reise von CIA-Direktor Ratcliffe hat Scott Ritter in seinen am 26.8.2026 veröffentlichten Interview mit Nima auf dem Kanal „Dialogue Works“ eine interessante These präsentiert:
    Bei der CIA ist man zu der Einsicht gekommen, dasss der Krieg in der Ukraine für die Ukraine und den Westen verloren ist. Bei den langen Gespräche des CIA-Direktors mit dem Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes habe man nach einem praktikablen Ausstieg gesucht.
    Diese These finde ich sehr plausibel. Für irgendwelche Warnungen, Ultimaten usw. recht ein kurzes Telefonant der Aussenminister oder wenn es formal sein soll ein Auftrag für den amerikanischen Botschafter in Moskau.
    Wenn man in Washington zu der Einsicht gekommen ist, dass der Krieg verloren ist und dass die USA jetzt dringend aussteigen sollten, während man anderseits eine Eskalation zum Atomkrieg unbedingt vermeiden will, dann ist es schon sehr sinnvoll, dass die beiden Geheimdienstchefs sich treffen und das Thema gemeinsam diskutieren.
    Siehe zu dem ganzen Thema auch die verschiedenen Interviews auf den Kanälen von Glenn Diesen, Jugde Napolitano und Daniel Davis.

  7. triple-delta
    Antworten

    Da wollte der CIA-Chef die Russen bitten, den anderen Ländern nicht zu verraten, dass sie mit runtergelassener Hose dastehen. Das haben die anderen aber längst selbst gesehen.

  8. 1150
    Antworten

    wenn das bandera404gebilde endlich abgewickelt ist,
    können die ungebetenen wieder zurück, zum aufbau und uns nicht mehr auf der tasche liegen

  9. Andreas_Sch.
    Antworten

    Irgendwie habe ich immer den Eindruck, dass kurz bevor Realität passiert jeder Schwätzer noch einmal die Gelegenheit nutzt, um … ja, um zu schwätzen halt. Erwähnte ich übrigens, dass es keine „ehemaligen“ Geheimdienstler gibt? Das ist wie bei Tucholsky, wenn er sagt, dass Menschen auch still sein können, dann allerdings tot sind … 😜

  10. Daisy
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    Ich glaub das auch nicht. Eher arbeitet die CIA an der Agenda (der „Democrats“ (Sxrosch, Schwarzfels, Rrottshild etc.)) und kam zum Blitzbesuch, um Wladimir mitzuteilen, dass es jetzt aus ist…niemand glaube mehr, dass Russland nicht in der Lage sei, den Donbass zu „befreien“. Er soll jetzt aufhören. Darauf Putin: Ich hol mir noch Odessa. Der CIA-Chef: Wie lange brauchst? Putin: Im Winter sind wir fertig… CIA: OK, aber zah au…

    1. Varus
      Antworten

      Putin: Im Winter sind wir fertig…

      Bei der Zeitplanung müsste man schon jetzt mindestens zwei Gänge dazulegen, also hop-hop. Ob Mattz und Von Der es politisch überleben?

      1. 1150

        @varus,
        im winter sind wir fertig, die gasspeicher sind leer und die bestie vom ural wird keines liefern …

      2. Daisy

        Örschi bekommt wie Môrkel div. Orden. Sie ist aufgrund ihrer eiskalten Gewissenlosigkeit schwer ersetzbar. Leider ist Annalena schon anderweitig vergeben. Da hätten wir wenigstens was zum Lachen. Weber ist in Warteschleife, ein Sorxsch-Anbeter, aber zu unsympathisch, Kallas?? Vielleicht wird Koksi ja EU-Präsident, nachdem ihn in der Ukr. keiner mehr haben will? Die Brüsselaner sind ja alles lauter abgetakelte ausrangierte Lokalpolitiker. Korrupt ist er jedenfalls auch genug….für hohere Weihen muss man dort mind einen Fuß im Krxminal haben. Passt alles… ;-)

  11. Varus
    Antworten

    Böses Medium zum Thema: „… Demnach ist Kiew im Konflikt mit Moskau nur noch wenige Monate von der Niederlage entfernt. … Tatsächlich bleiben der Ukraine nur noch wenige Monate bis zum Beginn des kompromisslosen Winters. Dann wird eine erschöpfte Ukraine ohne Luftverteidigung und mit einer in den letzten Zügen liegenden Stromerzeugung vergeblich versuchen, den unaufhaltsamen, unerbittlichen russischen ballistischen Angriff auf ihre kritische Schlüsselinfrastruktur abzuwehren. … Es scheint, dass nicht nur Teile der ukrainischen Eliten, sondern auch die CIA die Zeichen der Zeit erkannt haben. Direktor Ratcliffe und die Strippenzieher eilen nach Moskau, um die Russen wieder einmal mit schönen Worten und Versprechungen davon abzuhalten, an der Herz-Lungen-Maschine, an der die komatöse Ukraine hängt, endgültig den Stecker zu ziehen. …“ – Es klingt optimistisch, doch genauso Podoljaka wie Wojenne Swodki berichten auf Rutube über zwei Ukro-Gegenoffensiven nördlich von Liman – die 20. Armee ist aus mehreren Dörfern zurückgewichen. Unter Zusammenbruch verstehe ich, dass versprengte Banderas zuerst nach Kiew und dann nach Lemberg fliehen. So etwas sehe ich immer noch nicht.

    1. Dideldum
      Antworten

      Die Ukraine ist mittlerweile in einem ähnlichen Zustand wie Deutschland zum Ende des von WK-1, nämlich stehend K.O. und wird nur noch von den westlichen Hilfs- und Militärlieferungen am Leben gehalten. Ansonsten fehlt es mittlerweile an allem insbesondere auch an Kanonenfutter. Die noch bestehenden Reste an kriegswichtiger Infrastruktur werden systematisch zertrümmert..
      Irgendwann wird die Bevölkerung das aktuelle Regime abräumen oder Russland macht es zum Schluß selbst.
      Ähnlich ist es mit den Kriegsfraktionen in den westlichen Ländern. Die schrumpfen politisch im Rekordtempo.

      1. Varus

        Irgendwann wird die Bevölkerung das aktuelle Regime abräumen oder Russland macht es zum Schluß selbst.

        Irgendwann. Gerne würde ich Berichte in Vergangenheitsform sehen wie „Sumy wurde besetzt“ oder „Charkow erreicht“ – dann sieht wirklich jeder, dass es vorbei ist.

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