Haben wir „Fachkräftemangel“ in Deutschland?

26. August 2026von 7,1 Minuten Lesezeit

Wer kennt ihn nicht, diesen ständig von Managern und Politikern als Begründung für schlechte Wirtschaftszahlen oder mehr Migration genannte ominöse „Fachkräftemangel“. Wir schauen heute einmal, was das ist.

Während Politik und Wirtschaftsverbände unablässig vom „Fachkräftemangel“ sprechen und daraus die Notwendigkeit weiterer Zuwanderung ableiten, sind in Deutschland offiziell mehr als 9,2 Millionen Menschen arbeitslos, wenn man folgende Rechnung aufmacht. Addiert werden dabei die Zahlen aus vier Rechtskreisen: Arbeitslosengeld I (3,025 Mio.), Bürgergeld (5,55 Mio.), Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (0,52 Mio.) und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (0,15 Mio.). Die Schlussfolgerung liegt für viele nahe: Wieso mehr Einwanderung, wenn schon Millionen ohne Job sind?

Die Rechnung ist auf den ersten Blick bestechend einfach. Sie hält jedoch einer genaueren Prüfung nicht stand – und genau das lohnt sich zu untersuchen, denn beide Seiten der Debatte, Zuwanderungsbefürworter wie -kritiker, operieren häufig mit Zahlen, die mehr verschleiern als erklären.

Die Berechnung

Oft werden die vier weiter oben Kategorien nebeneinander gestellt und zu einer Gesamtsumme von rund 9,2 Millionen addiert. Die einzelnen Werte sind für sich genommen nicht erfunden – sie finden sich in der monatlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Auch die rund drei Millionen Arbeitslosengeld-I-Empfänger decken sich mit dem, was die BA zuletzt meldete: Im Juli 2026 lag die Arbeitslosigkeit bei rund 3,007 Millionen Menschen, die Quote bei 6,4 Prozent. Die implizite Botschaft: Fast jeder neunte Erwerbsfähige in Deutschland ist ohne Arbeit – ein Ausmaß, das jede Debatte über zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland absurd erscheinen lässt.

Was übersehen wird

Das Problem liegt in der Gleichsetzung von „Leistungsempfänger“ mit „arbeitslos“. Beide Begriffe sind in der Sozial- und Arbeitsmarktstatistik keineswegs identisch, wie auch die Caritas in ihrer Analyse „Fakten statt Polemik zum Bürgergeld ausführlich darlegt.

Von den 5,55 Millionen Bürgergeld-Beziehern ist rund ein Viertel gar nicht erwerbsfähig – es handelt sich überwiegend um Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften. Von den verbleibenden knapp vier Millionen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wiederum ist nur ein Teil tatsächlich arbeitslos gemeldet: Nach den bei Statista zusammengestellten Daten waren es zuletzt rund 1,75 Millionen. Der Rest verteilt sich auf sehr unterschiedliche Lebenslagen: Rund 737.000 sind „Aufstocker“ – Menschen, die trotz eigener Erwerbstätigkeit zu wenig verdienen, um ohne Ergänzung auszukommen. Weitere Hunderttausende gehen zur Schule, studieren, betreuen Kinder, pflegen Angehörige oder sind krankheitsbedingt vorübergehend nicht vermittelbar. Sie alle pauschal als „arbeitslos“ zu zählen, verzerrt das Bild erheblich.

Ähnliches gilt für die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (0,15 Mio.): Wer an einer Fortbildung oder Trainingsmaßnahme der Arbeitsagentur teilnimmt, gilt in der Statistik ausdrücklich nicht als arbeitslos – genau deshalb taucht diese Gruppe in einer eigenen Kategorie auf, statt in der Arbeitslosenzahl selbst. Auch beim Leistungsbezug nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sagt der Bezug für sich genommen wenig über die tatsächliche Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt aus: Viele Betroffene befinden sich noch im Asylverfahren, in dem eine reguläre Beschäftigung rechtlich gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.

Rechnet man die tatsächlich als arbeitslos gemeldeten Personen über die Rechtskreise SGB III (ALG I) und SGB II (Bürgergeld) zusammen, kommt man auf die von der BA selbst ausgewiesene Gesamtzahl von rund drei Millionen – nicht auf 9,2 Millionen. Selbst die weiter gefasste Unterbeschäftigung, die auch Maßnahmeteilnehmer und kurzfristig Arbeitsunfähige einschließt, liegt laut BA-Arbeitsmarktbericht bei rund 3,645 Millionen – immer noch weit unter der viral kursierenden Zahl.

Die falsche Frage

Die berechtigte Frage hinter dem Tweet lässt sich damit nicht einfach vom Tisch wischen, sie muss nur anders gestellt werden: Warum ist von Fachkräftemangel die Rede, während gleichzeitig rund drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sind und Unternehmen zuletzt rund 653.000 offene Stellen meldeten?

Die Antwort liegt im sogenannten Mismatch-Problem: Fachkräftemangel bedeutet nicht, dass es zu wenige Menschen ohne Job gibt, sondern dass Qualifikation, Standort und Verfügbarkeit der Arbeitslosen häufig nicht zu den offenen Stellen passen. Gesucht werden vor allem Pflegekräfte, IT-Fachleute, Handwerker und Ingenieure – Berufsbilder, für die ein erheblicher Teil der aktuell Arbeitslosen keine passende Qualifikation mitbringt oder aus gesundheitlichen bzw. familiären Gründen nicht sofort verfügbar ist. Hinzu kommt eine demografische Komponente: Eine Analyse des IW Köln prognostiziert, dass die strukturelle Arbeitskräftelücke bis 2036 auf 4,3 Millionen anwächst, weil pro Jahr rund 1,3 Millionen Menschen aus den Babyboomer-Jahrgängen in Rente gehen, während nur etwa 800.000 Jüngere nachrücken.

Wer diese Fragen ernst nimmt, muss sich aber auch fragen lassen, warum die Aktivierung der vorhandenen inländischen Reserve – etwa durch gezielte Qualifizierung, bessere Kinderbetreuung oder Anreize für Teilzeitkräfte, ihre Stunden aufzustocken – in der politischen Debatte regelmäßig hinter dem Ruf nach Zuwanderung zurücksteht. Und ob zusätzliche Zuwanderung das strukturelle Mismatch-Problem tatsächlich löst, wenn neu Zugewanderte zunächst Sprache lernen und Qualifikationen nachweisen müssen, bevor sie in den gesuchten Mangelberufen arbeiten können – ein Prozess, der Jahre dauern kann, wie auch die hohe Zahl an Geflüchteten ohne bisherige Erwerbstätigkeit in Deutschland zeigt.

Der blinde Fleck

Der eigentliche blinde Fleck der Debatte liegt nicht bei einer Seite allein. Wer mit der 9,2-Millionen-Zahl operiert, blendet aus, dass die überwiegende Mehrheit dieser Menschen aus nachvollziehbaren Gründen nicht sofort vermittelbar ist – Kinder, Studierende, Pflegende, Kranke. Wer umgekehrt unreflektiert vom Fachkräftemangel spricht und daraus reflexhaft mehr Zuwanderung ableitet, blendet aus, dass drei Millionen real Arbeitslose und mehrere Hunderttausend Aufstocker eine erhebliche ungenutzte inländische Reserve darstellen – deren konsequente Aktivierung politisch wie finanziell deutlich günstiger wäre als jede Anwerbung im Ausland.

Am Ende zeigt der Streit um die richtige Zahl vor allem eines: Arbeitsmarktstatistik ist keine neutrale Ansammlung von Fakten, sondern ein Feld, auf dem beide Seiten der Migrations- und Sozialstaatsdebatte mit den für sie günstigsten Kennziffern operieren. Wer die Realität verstehen will, kommt nicht darum herum, zwischen Arbeitslosigkeit, Erwerbsfähigkeit, Bedürftigkeit und Unterbeschäftigung sauber zu unterscheiden – auch wenn das komplizierter ist als eine griffige Randnotiz mit vier Hashtags.

Nun schauen wir auf Alternativen, wie man Fachkräftemangel bekämpfen kann

Jede Art von Planung sollte eine Kombination von Ausbildung, Eignung und Aussichten sein. D.h. schon im nicht-akademischen- als auch im Studienbereich müssen Mangelberufe attraktiver gemacht werden, damit eben weniger Menschen sich für Gender- oder Kunst-Studium entscheiden, sondern z.B. für technische Berufsbilder. Und wenn bei VW bereits von der Möglichkeit der Entlassung von 50.000 Fachkräften gesprochen wird, sollte man schon frühzeitig die Möglichkeit einer Anders- oder Weiterqualifikation dieser Gruppen entwickeln.

Schauen wir uns speziell den medizinischen Bereich an. Viele Ärzte verlassen Deutschland wegen fehlenden Forschungsmöglichkeiten, Gehaltsunterschieden, Arbeitsbelastung, und daher werden händeringend „Fachkräfte“ aus anderen Ländern angeworben. Ähnliches gilt für Pflegefachkräfte. Während Pflege in der Mehrzahl der Länder längst eine akademische Ausbildung bedeutet, was ihn für viele Menschen attraktiver macht, wird sie in Deutschland quasi als Lehrberuf gehandhabt. In erster Linie um vorhandene Wirtschaftsstrukturen nicht zu schädigen, die davon profitieren, und um die Gehälter beschränken zu können.Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Gehälter könnten Wunder bewirken.

Da keine dieser beispielhaften Maßnahmen wirklich entschlossen angegangen wird, muss man sich fragen, ob manche Kritik nicht doch zutreffende ist. Kritik, die z.B. behauptet, „Arbeitskräftemangel“ sei nur existent, weil die Unternehmen nicht bereit seien, angemessene Löhne und Gehälter zu zahlen, und versuchten, durch Anwerbung aus Niedriglohnländern das Gehaltsniveau zu drücken. Oder dass es lediglich als Begründung für eine unbegrenzte Migration dient, mit der die Politik die tatsächliche oder angebliche demoskopische Bombe der Überalterung der Gesellschaft bekämpfen will. Obwohl das wieder ein anderes Thema ist.

Zusammenfassung

Aufzuzeigen, wie China, ebenfalls eine Gesellschaft, welche zu überalternd droht, den Fachkräftemangel angeht würde leider diesen Artikel sprengen, aber man sollte sich darüber informieren. Arbeitskräftemangel ist ein umstrittenes Thema. Und offensichtlich sind noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden, um qualifizierte Bewerber für offene Stellen zu begeistern und/oder zu qualifizieren. Aber er ist auch nicht vollkommen erfunden. Wobei die Diskussion fast nie die offensichtlich schrumpfende Wirtschaft und das Freiwerden von Fachkräften, die eigentlich nur zusatzqualifiziert werden müssten berücksichtigt.

Bild: Screenshot eines typischen Werbevideos für „Fachkräftemangel“

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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12 Kommentare

  1. Jurgen 27. August 2026 um 8:16 Uhr - Antworten

    Die Bekämpfung von Fachkräfte-Mangel ist ganz einfach, man muss nur die entsprechenden Gehälter zahlen. Die 85-90%ige inflationäre Abwertung des Euro seit Einführung ist in den Gehältern leider nie angemessen gespiegelt worden, denn sonst könnte man heute noch locker ein Eigenheim finanzieren…

    Daher ist der Begriff Fachkräfte-Mangel nur der Schrei der Politik nach weiterer Versklavung und Verarmung der auf Arbeit angewiesenen Menschen. Leider sind wir schon da angekommen, wo das Pareto-Prinzip voll einschlägt, dass man mit 20% an Aufwand schon 80% Ergebnis erzielen kann. Aber eben auch nicht mehr!

  2. Jan 27. August 2026 um 1:24 Uhr - Antworten

    Es ist auch eine Frage des Unternehmens, Arbeitszeitmodelle anzubieten, die Kindererziehung ermöglichen, oder zB beim Umzug zu helfen, oder für die Probezeit, bevor die Familie nachzieht, ein Zimmer zur Verfügung zu stellen, oder Vorstellungsrunden in mehreren Städten anzubieten oder ein günstiges Pendlerzimmer. Ein Umdenken, im HR-Management ist unausweichlich und auch in der staatlichen Verwaltung ist noch Spielraum. 15-Min-Städte werden das Problem verschärfen!

  3. 1150 26. August 2026 um 17:57 Uhr - Antworten

    fachkräftemangel in deutschland? da hat es österreich eindeutig besser,
    wie der damalige aussenminister und spätere bundeskanzler kurz erklärte,
    kämen ausschliesslich besser ausgebildete, hochqualifiziertere fachkräfte in mangelberufen
    die händerringend im land benötigt werden.
    (vermutlich meinte er die mängel, die z.b. bärbock so unbedarft zur schau stellt)
    die sind also nun alle in österreich geblieben und nicht nach deutschland weitergereist,

  4. Pierre 26. August 2026 um 14:52 Uhr - Antworten

    Viele Betriebe meinen, dass sie eigentlich noch zu viele Mitarbeiter haben, da kommt es gerade recht, dass die Boomer so langsam den Sinkflug machen. Leider hilft das den Jüngeren nicht, da die Stellen nicht nachbesetzt werden, um Personalkosten zu sparen.

    Es geht grundsätzlich um möglichst billige, fertig und von irgendwem anderen ausgebildete Arbeitskräfte, die laut Industrie bitte sofort überall für jede Aufgabe verfügbar seien sollen.

    Es wird immer von Wettbewerb gefaselt, aber einem Wettbewerb um Arbeitskräfte wollen sich die Wenigsten (größeren) Betriebe wirklich stellen.

    Gleichzeitig gibt es offenbar einen Leistungsverfall bei den Schülern bzw. deren Bildung, was vor allem auch Handwerksbetriebe monieren.

    Ich glaube fest daran, dass es stark daran hängt, dass jedermann nur noch am Sch***** Smartphone hängt, kaum noch praktische Fertigkeiten erlernt und die Zeit durch Social Media usw. geraubt wird. „Früher war alles besser“… jaja ich weiß wir haben auch gezockt am PC und an der PlayStation, aber da konnten die Eltern ggf. noch nen Riegel vorschieben und die PS konnte man auch nicht mit aufs Klo nehmen. Das Smartphone ist allgegenwärtig und teilweise ist man ja darauf angewiesen, z.B. bei bestimmten Dienstleistungen.

    Hier muss man in der Schule und im Elternhaus ansetzen, das ist schwierig, aber notwendig. Und genauso müssen die Betriebe ihre Leute großziehen und in sie investieren.

  5. Bernhard 26. August 2026 um 14:11 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für so viel Differenzierungsvermögen!

  6. Glass Steagall Act 26. August 2026 um 13:40 Uhr - Antworten

    Man muss sich einmal die Deutschkenntnisse ansehen, mit denen junge Leute heute die Schule verlassen, denn das sagt bereits alles! Gleiches gilt auch für das Rechnen. Und Deutschland ist heute am Tiefpunkt der sogenannten Pisa-Studien angekommen! Da bei sogenannten „Fachkräften“ auch gute Rechtschreibung und Rechnen eine Voraussetzung ist, sind viele einfach untauglich. Somit schafft man sich den Fachkräftemangel einfach selbst oder mit anderen Worten, die falsche Politik hat diesen Zustand selbst erzeugt!

  7. Fritz Madersbacher 26. August 2026 um 13:21 Uhr - Antworten

    „Nun schauen wir auf Alternativen, wie man Fachkräftemangel bekämpfen kann“

    „Fachkräftemangel“ ist nur ein Ausdruck davon, ein Symptom dafür, das uns jetzt die Probleme der geliebten „sozialen Marktwirtschaft“ an allen Ecken und Enden über den Kopf wachsen. Jene, die behaupten, den Stein der Weisen zu besitzen und alle Probleme zu lösen, wenn sie ans Ruder kommen, werden sehr schnell den Nachweis erbringen, dass sie die Leute gleich täuschen wie ihre Vorgänger …

  8. local.man 26. August 2026 um 12:00 Uhr - Antworten

    Ein sehr massiv verschleiertes und recht emotional geführtes Gesprächs-Thema.
    Der Grund liegt darin, dass das Arbeiten stark in der Beziehung zum Wirtschaftsmodell und der Verteilung der Güter/Werte steht, also die Machtpyramide speist. Nun wo diese KI laufen lernt, wird sich das sicherlich verschieben, daher auch der Systemumbau seitens der Machtsekte.
    Daher wurde hier schon immer massiv getäuscht und die breite Masse an Leute, schlicht angelogen, seit wieviel Jahrhunderten, 3 auf jeden Fall?

    Da die Menschen sich massiv über ihre Tätigkeit definieren, was von Außen extrem indoktriniert wurde, um den Widerstand des Proletariats zu brechen, und daran die Verteilung von Geld und Gütern gekoppelt ist, sowie die Abgabe an den Staat und die ganzen Zinslasten ebenso verwoben sind mit miterarbeitet werden müssen, ist dieses Thema stetig heikel, brisant und berührt jeden emotional stark, auch weil ein Großteil seiner Lebenszeit hier versenkt wird.

    Fachkräftemangel existiert wohl eher lokal und nur in bestimmten Segmenten.

    IdR. sind aber genug Leute da.. aber die Bezahlung ist trotz der massiv gesteigerten Produktivität immer schlechter bis hin zu nicht überlebensfähig.

    Zeit/Leih-Arbeit ist zum Großteil nur ein besserer Ausdrück für moderne Zuhälter.
    Ich stehe da auf der Seite von Frau Wagenkecht.
    Diese „Arbeitsvermittler“, die an der Arbeit dann mitverdienen und an Subventionen genannt Vermittlungsgutscheine der Agenturen/JC vergnügen, genannt Leih/Zeitarbeit kann es geben, aber nur wenn man da besser verdient, nicht um Reiche auf Kosten der abhängig Beschäftigten unter Zwang/Erpressung dahin zu verfüttern und reicher zu machen, um sie nach x Monaten gegen neue Sklaven auszutauschen, wieder mit saftigen Subventionsscheinen die pro Schein etliche Tausend Euro bedeuten pro Erwerbsarbeitslosen der da den Vertrag unterschreibt.
    Man muss bedenken, dass Leih/Zeitarbeit, keine sichere Zukunft bietet. Man kann also keine echte Lebensplanung durchführen.
    Wenn ein neues Rechenzentrum erbaut wird und daneben das passende modulare KKW, und das soll bitte bis 2032 stehen, dann ist eine Leih/Zeitarbeit sinnvoll, wenn man weiß, es endet in 3-4,5 Jahren je nach Einsatzgebiet des Arbeiters, aber ich bekomme statt 2700€ netto im Monat eben 3800€ netto, also ca 40% mehr pro Monat, dann würde ich dies als Gewinn für die Menschen bezeichnen. Gleichzeitig würde man tatsächlich Leute motivieren, irgendwohin im Lande zu gehen und da etwas zu leisten, auch wenn man danach wieder ohne Job dasteht.

    Ansonsten wächst die Zahl der Erwerbsarbeitslosen stetig seit Jahrzehnten und wurde immer wieder mit Gegenmitteln ua. auch statistiche Nachbearbeitung, schöngerechnet.
    Der Fortschritt erzeugt ganz zwangsläufig immer mehr Erwerbsarbeitslose.
    Sie wurden nur in immer mehr Bürokratie und Sinnlosjobs abgeschoben, wie es ebenfalls klare Statistiken zeigen.
    Das findet aber schon seit einem Jahrhundert statt, nicht erst jetzt.

    Erwerbsarbeitlose werden gerne im Licht der Ausbeuter als irgendwie schlechtere Menschen dargestellt. Es sind Leute, wie alle anderen, unbescholten, sie haben halt einfach nur keine Erwerbsarbeit, was nicht bedeutet, das sie nicht selbst was tun.. Es wird halt nur nicht in dem Falle wegnehmbar, besteuerbar. Zudem der Hass induziert und gepflegt werden muss.
    Das System als Problem selbst, steht nicht gerne im Rampenlicht. Also sind die Opfer der Sündenbock und werden permanent durch den Kakao gezogen, neuestes Mittel des Baschings und gleichzeitig der neuen entfachten Ausbeutung durch Maßnahmen heisst „Vollverweigerer“. Wobei ich jedem der dieses System vergweitert eher die Hand schütteln würde, vor allem wenn er für die richtige Sache einsteht und es nicht aus „keine Lust“, sondern aus einem trifftigen Grund tut, wobei einem die Lust durchaus vergehen kann bei dem Irrsinn der hier abgeht.

    Dann haben wir die Arbeitsbedingungen, die oftmals sehr bescheiden sind. Und da reden wir nicht nur von tatsächlichen Umfeld und Mitteln, sondern auch von viel zu wenig Mitarbeiter auf viel zu viel Arbeit.
    Nehmen wir die Pflege.. schlecht bezahlt, miese Bedingung, alleine schon weil Kosten gespart werden und man am Ende alleine soviele Leute betreuen muss, dass man sie nur abfertigen kann, von Pflege, also Zeit und Einbringen, kann da keine Rede sein.
    Aber die Aktionäre, die noch niemals in einem der Heime gewesen sind, wollen ihren Profit abschöpfen.

    Der Fachkräftemangel ist also durchaus auch hausgemacht. Aber er ist auch größtenteils eine Erzählung, um, wie man an der Migration sehen kann, politische Maßnahmen durchzudrücken.
    Selbst wenn diese Ausländer mal arbeiten, dann natürlich oftmals nochmals schlechter bezahlt.
    Aber in der Systemerzählung, sind die AG immer die Guten auf allen Ebenen von Leistungsträger, bis Land Aufbauer, wieviel würden die ohne Arbeiter nochmal schaffen? wohl eher nichts…

    Verteilungsidiologien sind eine mieserable Story von Gerechtigkeit.
    Darauf auch noch einzugehen..

    Ich weiß nur, dass wenn man sich auf Stellen bewirbt, man stetig eine Armee Mitkonkurrenten hat. Das macht den AG wählerisch und steht gegen einen Fachkräftemangel.

    Es ist da wie mit den Frauen.. Wenn sie eine zu große Auswahl bekommen, ist niemand mehr gut genug, wenn er nicht dem Profil des James Bond ähnelt. Sogenannte Arbeitgeber sind da auch nicht anders.
    Am Ende nehmem sie nicht mal den Besten, sondern den der die gleiche Arbeit für den geringsten Lohn verrichten und dazu am besten ein Mitläufer und Ja-Sager ist, kurz die beste auszubeutende Batterie aus dem Sortiment.

    Ich sehe keinen Fachkräftemangel, aber eine schöne propaganda-Story und wie immer das Systemproblem, das einfach ausbeuterischer Natur ist.

    • Waldgaengerin 26. August 2026 um 14:47 Uhr - Antworten

      „Ich sehe keinen Fachkräftemangel, aber eine schöne propaganda-Story und wie immer das Systemproblem, das einfach ausbeuterischer Natur ist.“

      Sehe ich genauso; es gibt keinen Fachkräftemangel. Sonst hätten wir nicht so viele Arbeitslose.

      Man könnte ja was für die deutschen Arbeitslosen tun. Dafür ist kein Geld da. Aber Migranten fördern.
      Ich erinnere mich noch an Th. Sarrazins erstes Buch: Deutschland schafft sich ab. Sarrazin wies nach, daß keine Fachkräfte einwandern. Was sollen die auch im Niedriglohnland brd. Fachkräfte gehen woanders hin, wo sie anständig bezahlt werden. In die brd reisen nur Messerfachkräfte und ähnlich seltsame Figuren ein.

      Auch richtig erkannt: das System ist der Fehler. Das System nennt sich „Kapitalismus“ oder „Neoliberalismus“ und es handelt sich immer um dieselbe Sauce:: Es beutet Menschen aus. Alles mit Ismus ist deshalb abzulehnen.

  9. Der Zivilist 26. August 2026 um 11:26 Uhr - Antworten

    Na, dann ist doch ‚VW setzt 50.000 Fachkräfte frei‘ eine Super Meldung.

    Ich glaube, ohne Regierung ginge es uns besser.

    • Glass Steagall Act 26. August 2026 um 13:43 Uhr - Antworten

      Das Problem mit den echten Fachkräften ist, dass sie auch leider größtenteils „Fachidioten“ sind! Somit sind sie leider oft untauglich für andere freie Stellen.

  10. Varus 26. August 2026 um 10:55 Uhr - Antworten

    Fachkräftemangel bedeutet nicht, dass es zu wenige Menschen ohne Job gibt, sondern dass Qualifikation, Standort und Verfügbarkeit der Arbeitslosen häufig nicht zu den offenen Stellen passen.

    Das wird nicht besser, wenn man gezielt welche holt mit der einzigen „Qualifikation“, um die Ceuta-Zäune zu schwimmen. Gibt es Stellenanzeigen, wo so etwas verlangt wird?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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