
Der VW-Showdown in Wolfsburg, ein Beispiel
VW ist ein Beispiel dafür, was in Deutschland derzeit passiert. Verlust von Märkten, Überregulierung, falsche Energiepolitik und falsche Schwerpunkte der Politik führen zu einem Niedergang, der kaum noch zu verschleiern ist.
Symptomatisch dafür ist der dramatische Machtkampf bei Volkswagen. Auch wenn die weltweite Bedeutung sinkt, hat das Unternehmen für die deutsche Wirtschaft immer noch eine große, wenn nicht dominante Bedeutung. Die lang herrschende Verunsicherung bei Volkswagen hat heute ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bei der außerordentlichen Betriebsversammlung in der Wolfsburger Konzernzentrale kam es zum offenen Bruch zwischen der Belegschaft und der Unternehmensleitung.
Die Punkte über die gestritten wird
- Wut der Belegschaft: Vor mehr als 10.000 aufgebrachten Beschäftigten wurde VW-Chef Oliver Blume lautstark ausgepfiffen. Die Mitarbeiter protestierten mit Transparenten gegen die drastischen Pläne des Vorstands.
- Kritik vom Betriebsrat: Die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo griff die Konzernführung in einer emotionalen Rede frontal an. Sie erklärte, dass das Vertrauen in Oliver Blume massiv beschädigt sei. Grund dafür ist die unklare Kommunikation des Vorstands. Laut Cavallo lässt sich mit einem CEO, „der seinen Leuten nicht sagt, was ist“, nicht zusammenarbeiten.
Die Position des Vorstands
Oliver Blume verteidigte seinen Sparkurs vehement. Er betonte, dass Volkswagen angesichts neuer Wettbewerber, geopolitischer Risiken und neuer Zölle überdimensioniert, zu langsam und zu kompliziert sei. Seine zuvor im Raum stehende Zahl von bis zu 50.000 bedrohten Arbeitsplätzen und der Schließung von vier Werken versuchte er zu entschärfen, indem er sie als „theoretische Rechengröße“ bezeichnete. Dennoch stellte er klar: Schließungen seien zwar die letzte Lösung, aber die Lage ist „mehr als kritisch“.
Politischer Widerstand
Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies ging ebenfalls deutlich auf Distanz zum VW-Chef. Er erteilte Werksschließungen eine klare Absage und forderte stattdessen Investitionen in die E-Mobilität oder alternative Auslastungen. Dank des historischen VW-Gesetzes besitzt das Land Niedersachsen ein Vetorecht im Aufsichtsrat und kann Schließungen blockieren.
Wie es weitergeht
Die Versammlung am 25. August war nur der Auftakt. Bis Ende August folgen acht weitere Krisen-Versammlungen an den Standorten wie Emden, Hannover und Zwickau.
Die deutsche Wirtschaftskrise und das Staatsdefizit
Flankiert wird das VW-Beben von alarmierenden Daten des Statistischen Bundesamtes. Zwar verzeichnete die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal dank starker Exporte ein überraschendes Wachstum von 0,3 Prozent. Die Kehrseite ist jedoch ein gewaltiges Loch in den öffentlichen Kassen.
- Explodierende Schulden: Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit ist im ersten Halbjahr auf 71,3 Milliarden Euro angestiegen und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.
- Riss der EU-Vorgaben: Mit einer Defizitquote von 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts reißt Deutschland offiziell die 3-Prozent-Obergrenze des europäischen Stabilitätspakts.
- Die Ursachen: Während die Einnahmen des Staates nur um 2,8 Prozent wuchsen, schossen die Ausgaben um 6,1 Prozent in die Höhe. Haupttreiber sind massiv gestiegene Zinskosten für Staatsanleihen (+11,6 Prozent), hohe Mehrausgaben für Verteidigung, gestiegene Kosten in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie Subventionen für die Energiewende und Batterietechnologie.
Der parallel dazu anhaltende Krieg im Nahen Osten und die Blockaden wichtiger Seehandelswege belasten die von Rohstoffimporten abhängige deutsche Industrie zusätzlich.
Zusammenfassung
Noch versucht die Politik das Ausmaß der katastrophalen Wirtschaftspolitik irgendwie zu managen. Aber spätestens, wenn die 50.000 VW-Mitarbeiter arbeitslos werden, dürfte der letzte Wähler in Deutschland verstehen, was die Politik die letzten Jahre zu verantworten hat.
Bild: Screenshot von Video zur Krise bei VW
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