Am Sonntagmorgen traf eine russische Drohne die Lokomotive des internationalen Passagierzugs, der von Kiew nach Warschau unterwegs war. Der Angriff ereignete sich in der ukrainischen Region Wolyn, rund zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, mit 206 Menschen an Bord, die aber evakuiert worden waren. Niemand wurde verletzt.
Die russische Drohne traf punktgenau die abgekoppelte Lokomotive. In westlichen Medien wird der Vorgang als brutaler Angriff auf Zivilisten dargestellt. Zu Schaden sei niemand gekommen, weil die Ukraine vorbildlich gehandelt habe. Dabei sollte man die Präzision, mit der Russland Infrastruktur und Militärgüter außerhalb des Frontbereichs angreift mit Angriffen von westlichen Ländern in vorherigen Konflikten vergleichen.
Kollateralschäden
Da gab es zum Beispiel den Beschuss des Personenzuges D 393 bei Grdelica am 12. April 1999. Während des Angriffskriegs der Nato gegen Serbien wegen der falschen Vorwürfe eines beginnenden Völkermordes (Es begann mit einer Lüge).
Vor 20 Jahren, am 12. April 1999 feuerten zwei US-Kampfflugzeuge Raketen auf einen Passagierzug ab, der über eine Brücke bei Grdelica fuhr. 17 Menschen starben, darunter 12 Zivilisten, und über 60 wurden verletzt. Die NATO bezeichnete den Angriff zunächst als „tragischen Fehler„, später als „versehentlichen Treffer„. Doch Zeugen und Experten zweifeln an dieser Version.
Der Angriff im Detail:
Der Zug, ein regulärer Passagierzug von Belgrad nach Thessaloniki (Griechenland), fuhr um 11:15 Uhr durch die Schlucht von Grdelica. Plötzlich schlugen zwei AGM-130-Lenkflugkörper ein – einer zerstörte den vorderen Waggon, der zweite traf den hinteren Teil. Der Lokomotivführer Branislav Jovanovic (54) und 11 Passagiere starben sofort. Unter den Opfern waren Familien, darunter Kinder. Überlebende beschrieben Panik und Schreie: Eine Frau namens Slavica Markovic (damals 28) verlor ihren Ehemann und ihre beiden Töchter (3 und 5 Jahre alt). Sie sagte: „Es war wie in einem Albtraum. Der Zug explodierte einfach.“ Die Brücke blieb weitgehend unversehrt, was darauf hindeutet, dass der Zug selbst das Ziel war. NATO-Piloten filmten den Angriff aus der Ferne und behaupteten, sie hätten einen „militärischen Konvoi“ gesehen. Doch der Zug war zivil und unbewaffnet.
NATO-Version vs. Realität:
NATO-Sprecher Jamie Shea erklärte: „Es war ein Fehler – der Pilot hat den Zug für einen militärischen Transport gehalten.“ Später räumte die NATO ein, dass der Angriff „nicht versehentlich“ gewesen sei, da der Pilot den Befehl zur Zerstörung des Ziels bestätigt hatte. Dennoch wurde kein Pilot bestraft. Der Artikel zitiert serbische Ermittler, die feststellten: Die Flugzeuge flogen in 7 km Höhe und nutzten Infrarotkameras, die klare Bilder liefern sollten. Experten wie der britische Journalist John Pilger argumentieren, dass es sich um einen gezielten Angriff auf Zivilisten handelte, um Druck auf Belgrad auszuüben. Die NATO führte insgesamt 38.000 Einsätze durch, von denen viele zivile Ziele trafen – Schätzungen gehen von 500 bis 2.500 zivilen Todesopfern aus. (Aus Endnote des Buches „Deutschlands Angriffskriege“)
Ein zweiter, prominent besetzter Zug in derselben Nacht
In westlichen Medien wird der Eindruck erweckt, dass hochrangige Politiker, die in einem VIP-Zug auf der gleichen Strecke unterwegs waren, nur knapp einer Katastrophe entgangen seien. So schreibt Euronews z.B. dass „fast zeitgleich“ auf derselben Strecke ein weiterer, privat gecharterter Sonderzug in Gefahr geraten sei. Dieser Zug war in der Nacht von Samstag auf Sonntag von Kiew Richtung Polen unterwegs und habe gegen fünf Uhr morgens unweit der polnischen Grenze halten müssen – wegen der Drohnenangriffe in der Grenzregion seien Teile des Zuges evakuiert wurden. Warum nur Teile evakuiert wurden, bleibt unerklärt.
Während in westlichen Darstellungen russische zivile Opfer stets „unbeabsichtigte Kollateralschäden“ sind, werden russische Angriffe stets als bewusste Gefährdung von Zivilisten beschrieben. Ein Beispiel:
Vorfall in Brjansk
In der russischen Oblast Brjansk wurde während des Krieges in der Ukraine durch eine ukrainische Sabotageeinheit eine Straßenüberführung gesprengt, genau zu dem Zeitpunkt, als sich ein russischer Personenzug näherte. Der Zug fuhr in die Trümmer und entgleiste. Dabei starben sieben Menschen, und Dutzende wurden verletzt.
Eskalation
Nach den Attentaten ukrainischer Spezialeinheiten und Saboteure tief im Hinterland Russlands und Angriffen auf rein zivile Lagerhäuser, hatte Russland den Krieg deutlich eskaliert. Jeder Angriff der Ukraine gegen russische Infrastruktur wird mit einem Mehrfach an Angriffen beantwortet. In der Vergangenheit lagen die Schwerpunkte der russischen Angriffe im Bereich der Front und den Nachschublinien im Osten des Landes sowie gegen die Stromversorgung der Zugverbindungen. Das hat sich durch die Angriffe der Ukraine mit täglich hunderten von Drohnen gegen Ziele tief im Inneren Russlands geändert. Auch hierzu ein Beispiel:
Angriffe der Ukraine gegen zivile Schiffe Russlands
Die Ukraine führte massive Drohnenangriffe gegen die zivile Schifffahrt im Asowschen und im Schwarzen Meer durch, wodurch hunderte von Frachter und Tanker beschädigt oder versenkt wurden. Als Reaktion darauf verstärkte Russland seine Angriffe auf Odessa und die Häfen der Ukraine, so dass der Export über ukrainische Häfen fast vollständig zum Erliegen kam.
Zusammenfassung
Der Angriff auf die Lokomotive in der Nähe der polnischen Grenze ist die logische Eskalation des Krieges durch Russland nach Angriffen der Ukraine mit Hilfe europäischer Militärhilfe tief im Inneren Russlands. Zur Erinnerung: Hätte der Westen Minsk2 als Friedensvertrag akzeptiert, statt die Vereinbarung lediglich als Zeitgewinn für eine erneute Aufrüstung zu sehen, und den östlichen Provinzen Autonomie zugestanden und das Referendum zugunsten eines Russlandbeitritts der Krim akzeptiert, gäbe es diesen Krieg vermutlich nicht.
Bild: Screenshot von Bericht über den Drohnenangriff
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5 Kommentare
Es is offenkundig, dass sich Russland geradezu extrem
bemüht, Zivilisten zu schonen, während es bei der Ukraine genau umgekehrt ist. ; systematische Kriegsverbrechen dort führen bisher zu den einzigen russischen Kriegsverbrechen, die mir bekannt sind. Ukrainische Drohnenpiloten überleben seit einiger Zeit kaum eine Gefangennahme mehr.
Man muss es mal so sehen: Ich glaube nicht, dass in Europa viele Tränen vergossen würden, falls einige unserer Politschranzen auf dem Weg nach Kiew oder zurück auf der Strecke bleiben würde, oder?
Im ORF wurde der Verdacht laut, dass die Drohne eventuell IRRTÜMLICH den falschen Zug angriff. Möglicherweise hätte der Angriff dem VIP-Zug gegolten.
Dass dem Putin doch nichts, aber auch gar nichts gelingt! In Leipzig hat die Zündung nicht funktioniert. Jetzt war der Zeitplan durcheinander geraten. Er versucht es immer wieder – ohne Erfolg. Fragt sich nur, warum wir vor einem solchen Dilettanten solche Angst haben sollen.
Wenn nur die Lok draufgeht und kein Fahrgast verletzt wird, hätte Putin ruhig westlichen Honoratioren demonstrieren können, wie der Zug plötzlich auf der Strecke bleibt. Hautnah erlebt wirkt stärker.
Vielleicht würden darauf die Pilgerfahrten zum Heiligen Bandera enden?
Die EU ist ein Köter, der hinter der Glastüre bellt und die Zähne fletscht – aber wehe, man macht die Tür auf, dann findet man ihn winselnd unter der Couch.
Abgesehen davon ist immer Vorsicht geboten, wenn sich der Wertewesten besonders echauffiert: der wartet einfach zu ungeduldig auf 5:45…
Wer immer noch nicht begriffen hat, dass wir (nach wie vor) der größte Arsch sind, der hat mehr als nur ein Brett vorm Kopf.
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