Westliche Experten erklären die neuesten Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump und seines Schwiegersohns Kushner als „Schuldumkehr“-Versuch, während der globale Süden es als Eingeständnis betrachtet. Es handele sich um „Schuldumkehr“. Schauen wir uns die Details an.
Innerhalb von 24 Stunden haben zwei Männer aus dem engsten Trump-Umfeld dasselbe Argument in zwei Variationen vorgetragen: Der Krieg in der Ukraine dauert an, weil Kiew nicht bereit ist, Zugeständnisse zu machen. Am 12. September erklärte Jared Kushner, Sondergesandter und Schwiegersohn des US-Präsidenten, auf dem YES-Forum in Kiew, das Abkommen läge bereits fertig in der Schublade – wenn die Ukraine nur bereit wäre, sich auf die von Wladimir Putin verlangte Linie im Donbas zurückzuziehen. Einen Tag später, am 13. September, verlangte Donald Trump am Rande eines Golfturniers in Irland von Wolodymyr Selenskyj, die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen – weil sie die globalen Dieselpreise in die Höhe trieben.
Die westlichen Unterstützer Kiews sagen, es seien zwei Aussagen, ein gemeinsamer Nenner: Verantwortung für die Fortdauer des Krieges wird an die angegriffene Partei delegiert. Ein Blick auf das, was gesagt wurde, was dabei ausgespart blieb und welche Fragen naheliegen.
Was die Aussagen konkret sagen
Beim YES-Forum in Kiew, wie die ukrainische Nachrichtenseite Ukrainska Pravda dokumentiert, formulierte es Kushner so: „Präsident Putin hat seine Linie dessen, was er erreichen will, dargelegt. Wenn die Ukraine sich auf diese Linie zurückziehen wollte, dann hätten wir den Rest des Deals bereits ausgearbeitet und zusammengestellt.“ Kushner sprach von einer nötigen „kreativen Lösung“ für die Gebietsfrage und beschrieb Krieg allgemein als „negativsummig“, Frieden und Geschäft dagegen als „positivsummig“ – eine Formulierung, die laut der Analyse des britischen Spectator unter westlichen Kommentatoren Kopfschütteln auslöste, weil sie den Krieg vor allem als Geschäftshemmnis rahmt.
Trumps Aussage vom 13. September, überliefert unter anderem von Bloomberg, war direkter: „Herr Selenskyj muss eine Sache tun: Er muss aufhören, in Russland Dieselraffinerien auszuschalten.“ Hintergrund sind die fast täglichen ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe auf russische Raffinerien, die laut Berichten der Nachrichtenagentur AP inzwischen spürbare Ausfälle bei der russischen Treibstoffproduktion verursacht haben – mit Rückwirkungen auf die Preise auch außerhalb Russlands.
Was der Westen behauptet
Beide Aussagen basieren auf dem Narrativ, wer den Krieg begonnen habe und wer ihn durch anhaltende Gebietsforderungen offenhalte. Die Vorgeschichte des Krieges wird vollkommen ausgeblendet. Richtig ist: Wie Al Jazeera in seiner Analyse zum Kiew-Besuch der US-Gesandten festhält, verlangte Moskau nach scheitern von Minsk2 und den Gesprächen in der Türkei nun nicht nur den Rückzug aus dem noch von Kiew gehaltenen Teil des Donbas, sondern auch ein Vetorecht bei der ukrainischen NATO-Frage, eine Begrenzung der ukrainischen Armee sowie die Auflösung bestimmter Einheiten. Die vier Russland 2022 durch Referendum beigetretenen Gebiete – Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja – seien von der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der UNO, nie anerkannt worden. Blutiger Staatsstreich 2014, Minsk2, die Vereinbarungen in der Türkei 2022, alles bleibt unerwähnt.
Kushners Rede in Kiew, so berichtet Al Jazeera weiter, erkläre an keiner Stelle die von der Ukraine erhobenen Vorwürfe systematischer Kriegsverbrechen. Stattdessen sprach er davon, dass „beide Seiten viel Schmerz“ erlitten hätten und „viel Verlangen“ zeigten, den Krieg zu beenden – eine sprachliche Gleichsetzung von Angreifer und Angegriffenem, die die völkerrechtliche Ausgangslage verwische.
Auch Trumps Diesel-Vorwurf ließen einen zentralen Punkt aus, erklären westliche Experten: Die angegriffenen Raffinerien seien keine zivile Infrastruktur im luftleeren Raum, sondern speisten laut ukrainischen Angaben direkt die russische Kriegskasse. Mit anderen Worten, es wird ausschließlich die ukrainische Sichtweise gezeigt, nicht im Geringsten die Gegenargumente.
Russlands Reaktion auf die Signale aus Washington
Russland reagiert vorsichtig optimistisch und signalisiert eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft auf die jüngsten Vermittlungsversuche der US-Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff. Nach den vertraulichen Treffen in Moskau lobte der Kreml den Vorstoß und stellte konkrete diplomatische Fortschritte in Aussicht.
Mögliche Verhandlungen im Oktober
Kremlsprecher Dmitrij Peskow erklärte, dass neue dreiseitige Friedensgespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA noch in diesem Herbst – möglicherweise im Oktober – in „absehbarer Zukunft“ stattfinden könnten.
Rückzug von harten Vorbedingungen
Nach Angaben aus Diplomatenkreisen deutete Wladimir Putin an, von einer seiner zentralen Forderungen abzurücken. Er bestehe demnach nicht mehr zwingend darauf, dass die Ukraine den gesamten Donbass vor dem Beginn von Friedensgesprächen vollständig an Russland abtritt. Was logisch erscheint, angesichts der Tatsache, dass jede Stadt, die Russland übernimmt, nur zerstört übernommen werden kann.
Lob für die US-Unterhändler
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bezeichnete die Gespräche mit den Gesandten von Donald Trump als „konstruktiv, inhaltsreich und vertrauensvoll“. Zudem gab es ein Telefonat zwischen Putin und Trump, bei dem Moskau die Hoffnung auf eine Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen äußerte.
Einschränkung beim Verhandlungsort
Trotz der Annäherung wies der Kreml die Idee zurück, dass sich Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim G20-Gipfel im Dezember in den USA treffen könnten. Ein solches Treffen könne laut Peskow nur in der russischen Hauptstadt Moskau stattfinden.
Zusammenfassung
In Washington scheint sich hinsichtlich des Ukraine-Konfliktes Pragmatismus durchzusetzen, vermutlich unter der Erklärung Trumps „das ist nicht mein Krieg“, was so nicht stimmt, weil er maßgeblich am Ausbau der Spannungen an der Grenze zu Russland beteiligt war. Aber eine gute Begründung für den Rückzug ist. Derweil europäische Mächte nun auch von der Ukraine erwarten, Frauen mangels Männer an die Front zu schicken.
Bild: Screenshot von Bericht über Trumps Äußerungen
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10 Kommentare
Echt jetzt? Trump warnt seinen zionistischen Angestellten jetzt über die Medien und nicht direkt? Das ist ein unglaubhaftes Marionetten-Theater ohnegleichen, das USrael da abliefert! Die super einfachste Lösung für Trump wäre es, Waffenverkäufe und Lieferungen sofort zu stoppen, um Instant-Frieden zu bekommen. Tut er aber nicht, sondern liefert nur Blabla und lässt alles unter der Hand weiterlaufen. Ergo, Marionette!
Es ist sehr simpel: Die Ukraine war zu keinem Zeitpunkt bereit die langsam anwachsenden Bedingungen Moskaus zu erfüllen, nicht 2022, nicht 2023, nicht 2024, nicht 2025 und bis heute nicht. Das liegt vielleicht an den ausländischen Kriegstreibern und Geschäftsmännern, welche auf ukrainischen Bahnhöfen heumlungern..
Mittlerweile wollen die Russen nicht nur Donbass in Gänze, sondern die Oblast Saporosche (wieder) auch – passend dazu ist die Festung Orechow südöstlich von Saporosche gerade gefallen. Dafür bestätigt sich aber die Ukro-Gegenoffensive nördlich von Liman – gestern markierte der Kartendienst Divgen den Verlust von 62,4 Km². Podoljaka meint im Podcast, die Lage dort würde sich langsam stabilisieren – es hängt jetzt davon ab, ob die Russen die Reste Limans und Zarjetschnoje halten können. Auf jeden Fall gibt es immer noch lokale Gegenoffensiven während an vielen Fronten die Frontlinie sich kaum bewegt.
Wenn man absichtlich immer weiter überhört wird, kommt halt das große Abwatschen hinten nach. Bin schon gespannt, wann der Vatikan auf die Abschußliste kommt als Mitkriegstreiber…
Die USA brauchen Russland im Iran und gegen China. Cruella ist eine schlechte Schachspielerin. Alles, was aie angreift, zerfält zu Asche!
Die USA haben Russland de facto deren Maximalforderungen zugestanden. Europa hat sich energiepolitisch in die Ecke manövriert und kann keinen Krieg gegen Russland mehr führen.
Wenn die Ukraine Frieden schließen muss, was de facto eine Niederlage bedeutet, dann sind die Verantwortlichen erledigt. Man wird fragen, wozu hunderte Milliarden verbrannt wurden, um am Ende zu erhalten, was man vorher hatte.
Die Verantwortlichen sind die Sozialdemokraten, die Konservativen, die Grünen und evtl. Linksparteien. Der Durchmarsch der Rechten ist absehbar!
Wie man im anderen heutigen TKP-Artikel lesen kann, die nichtwestliche Welt hat nichts gegen China. Es ist exklusiv westliche Idee fixe.
Wer nicht verstanden hat, dass der Bund sich abwickeln muss, geht immer noch wählen…
wegen der klimakrise finde ich hohe treibstoffpreise gut,
da braucht sich keiner mehr auf die strasse kleben und wer sich’s leisten kann, hat freie fahrt.
erinnert euch jean jacques rousseau, wenn ihr euch kein brot leisten könnt, esst doch brioches
ja genau, diese Klimavollidioten…
Lt. Trump gibt es eine Waffenruhe bzgl. Energieinfrastruktur.
Trump: „Die Ukraine willigte ein, russische Energieziele nicht anzugreifen. Russland stimmte dem ebenfalls zu.“
OK, doch beide Seiten haben das bisher nicht bestätigt. Es wäre ein erster Schritt zurück in die Normalität. Dass der WEF-EU das natürlich äh vermutlich ;-) nicht passt, ist klar…Sie wollen weitereskalieren. Die EU-NATO rechnet sich ernsthaft Chancen aus und schließt aus, dass Russland mit einer Oreschnik antworten könnte oder sowas. Und sie haben den Energielockdown schon vorbereitet. Dabei kann man die Menschen wieder einspxrren, aushungern und die Wirtschaft ruinieren…da reibt sich so mancher von den Menschenfeinden die Hände…
Trump soll endlich die Geheimdienstdaten abdrehen, wenn Schneelenski weiterhin Raffinerien zerbombt. Freilich ist er auch selbst schuld, weil er Koksi ja mit diesen Raketen beliefert hat, zum Zwecke, weit im russ. Hinterland Ziele zu treffen. Doch dann wurde die Ost West Pipline der Saudis zerstôrt und die liefern nun mittlerweile keinen Tropfen Öl mehr. Das wird halt auch eine Rolle spielen.
Ceterum censeo…legt euch einen Notvorrat an…
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