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Wirtschaft

Dieselkrise voraus

7 Kommentare 14. September 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Man sollte tanken gehen, besonders wenn man einen Dieselmotor fährt. Eine eindringliche Warnung kommt aktuell aus Polen, wo der Dieselpreis bereits ein Rekordniveau erreicht hat.

„Es ist wirklich sehr nah dran, dass der Kraftstoff im Land 10 Zloty pro Liter (2,31 Euro) erreicht. Und das ist leider nicht das pessimistischste Szenario“, warnt der Präsident von Unimot.

Vor allem die Stilllegung der saudischen Ost-West-Pipeline nach einer Serie von Drohnenangriffen bringt den Ölmarkt heftig unter Druck. Wieder stehen Engpässe und Rationierungen im Raum – wie schon im Frühjahr zu Beginn des Angriffs der USA auf den Iran. Zunächst treiben aber die Preise. Der Präsident von Unimot in Polen, der größten unabhängigen Multi-Energie-Gruppe, warnt: „Es ist wirklich sehr nah dran, dass der Kraftstoff im Land 10 Zloty pro Liter (2,31 Euro) erreicht. Und das ist leider nicht das pessimistischste Szenario.“

Die besagte Pipeline befördert 7 Millionen Barrel pro Tag und war einer der wichtigsten Wege, um die Straße von Hormus zu umgehen. Wann sie wieder in Betrieb geht, ist offen. Diese Ölversorgung macht etwa 4 Prozent der weltweiten Ölflüsse aus. Die Frage ist nun, ob Reparaturen an der Pumpstation nicht einfach zu einer weiteren Runde von Drohnenangriffen führen.

Autofahrer werden das sehr bald sehr deutlich spüren. Auch in Österreich und Deutschland steigt der Spritpreis bereits wieder deutlich über die Zwei-Euro-Marke. Nun kommen wieder die Warnungen aus der Wirtschaft. Adam Sikorski, Präsident von Unimot, ist einer der Ersten, der warnt:

„Die Wirtschaft ist unerbittlich. Der veröffentlichte Großhandelspreis für Dieselkraftstoff am Freitag, inklusive Mehrwertsteuer, lag bereits bei 8,95 Zloty pro Liter (2,07 Euro). Bei diesem Großhandelspreisniveau können an anderen Tankstellen bereits Einzelhandelspreise über 9 Zloty pro Liter auftauchen“, sagte er dem polnischen Medium Fakt.

Ein zusätzliches Problem seien die unzureichenden Raffineriekapazitäten in Europa und die Stilllegung einiger Anlagen im Nahen Osten. Laut Sikorski führt das zu Rekordmargen bei der Raffinierung. „Es ist wirklich sehr nah dran, dass der Kraftstoff im Land 10 Zloty pro Liter erreicht. Und das ist leider nicht das pessimistischste Szenario.“

Auch der größte Gas- und Ölkonzern Polens, Orlen, hat sich zu der Lage geäußert. Das Unternehmen versichert, über ein diversifiziertes Lieferantenportfolio und eigene Ressourcen zu verfügen, dank derer es auf Veränderungen am Weltmarkt reagieren könne. Die Regierung könnte versuchen, die Preissteigerungen durch Steueränderungen abzumildern, etwa bei der Mehrwertsteuer oder der Verbrauchsteuer.

Sikorski weist jedoch darauf hin, dass künstlich gesenkte Preise die Nachfrage in einer Situation begrenzten Angebots noch erhöhen könnten. Seine Warnung klingt ähnlich wie das, was man im Frühjahr hörte. Damals standen Rationierungen und „Energie-Lockdowns“ im Raum – so weit kam es dann aber nicht: „In einem Extremfall würde ich mich nicht mehr auf den Preis konzentrieren. Die physische Verfügbarkeit von Kraftstoffen könnte zu einem viel ernsteren Problem werden.“


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7 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    Bitte füllt keine Pflanzenöle in Eure Diesel, wenn sie nicht über 30 Jahre alt sind.
    Ihr macht moderne Diesel damit kaputt. Wenn Ihr Chemiker seit, die wissen, wie man Methylester aus dem öl herstellt und Euch mit Additiven auskennt, sowie über eine entsprechende Garage verfügt, bitte, aber sonst lasst es!

  2. Jurgen
    Antworten

    Dann halt Sonnenblumen- und Rapsöl in den Tank. Beim Diesel geht das ganz gut. Ich verlängere schon seit einer ganzen Weile damit, aufgrund des Steuer-Preisvorteils…

  3. local.man
    Antworten

    Die Leute haben jetzt also die 2,40€ Literpreis geschluckt.. Gehen wir auf die 3 Euro zu.

    Immer daran denken.. Die meisten Probleme sind gemacht und es könnte maximal anders aussehen.. Aber.. nicht mit diesem uralten Systemproblem..

    1. Jurgen
      Antworten

      „uralten Systemproblem..“ Ja, ja, das gute alte Zeckenproblem! Diejenigen, die nicht säen aber immer einen Großteil der Ernte haben wollen, die Zocker mit den Hebelpapieren, die Kolonialisten und Philantropen…

  4. Der Zivilist
    Antworten

    Ein Segen für Elektrotrucks

    Elektrotrucker @ YT

  5. 1150
    Antworten

    das treibstoffpreise zu nieder sind, ist aber auch das einzige, womit ich in den letzten
    dreissig jahren mit den grünen konform ging.
    neuerdings, bei der idee der renaturierung bin ich auch mit dabei,
    weg mit einkaufszentren, windrädern, strassenwildwuchs, unkontroliertes verbetonieren,
    die städteplanerische vorstellung der damaligen cottagesiedlungen finde ich vorbildhaft,
    keine grundstücke mehr unter 5000qm inkl. bauverbot, ausser dem eigentlichen wohnhaus,
    dafür verpflichtend eine parkähnliche grünanlage herum.
    mich hat es als jugendlicher auch schon gestört, dass kreti und pleti sich ein kfz leisten konnten
    bald ist schluss damit, endlich wieder freie strassen, freie parkplätze, freie erholungsgebiete

  6. Glass Steagall Act
    Antworten

    Ja dann bekommen wir ja bald den angekündigten Energie-Lockdown, genauso wie es die Politik liebt und bereits gewollt hat! Nur der Krieg wird natürlich nicht abgesagt, da steht immer genug Diesel zu Verfügung!

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