Telegram-Durov beschuldigt Frankreich

27. August 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Telegram-Chef Pavel Durov wird von Ost und West verflogt. Er steht in Russland unter Anklage, und in Frankreich wird seit zwei Jahren gegen ihn ermittelt. Durov sieht politische Motive.

Der Telegram-Gründer und CEO Pavel Durov übte erneut scharfe Kritik an Frankreich. Er sieht sich einer politischen motivierten Strafverfolgung ausgesetzt und sieht versteckte Motive hinter den Ermittlungen, die Frankreich verdeckt.

In einer aktuellen Erklärung auf seinem Telegram-Kanal sagt Durov, die inzwischen seit zwei Jahren laufende Untersuchung „ergibt mit jedem weiteren Jahr weniger Sinn“.

Sie begann mit seiner Festnahme in Frankreich am 24. August 2024.Die Vorwürfe gegen ihn lauten auf „Beihilfe zu Straftaten Dritter“, die Telegram nutzen – und das „Vergehen“ des Unternehmens bestehe darin, dass es Inhalte nicht „moderiert“, also nicht zensiert, und Nutzerdaten nicht an die Behörden weitergibt. Mit anderen Worten: Telegram steckt in Schwierigkeiten, weil es seine Nutzer Nutzer nicht verrät.

Reclaim the Net berichtet ausführlicher:

Der schwerwiegendste Vorwurf gegen Durov lautet, er betreibe faktisch eine Plattform, die illegale Transaktionen zwischen organisierten Gruppen ermögliche. Das könnte ihm eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und eine Geldstrafe von 500.000 Euro einbringen.

Durov lässt sich davon nicht überzeugen. In seiner Erklärung führt er aus, der Fall gegen ihn und sein Unternehmen sei ein klarer Versuch der Behörden, Telegram die Schuld für ihr eigenes Versagen aufzubürden und die Plattform zugleich dazu zu zwingen, zum Werkzeug für „illegale Zensur oder Überwachung“ zu werden.

Telegram sei, so Durov, „stillschweigend unter Druck gesetzt worden, politische Gefälligkeiten zu erweisen – etwa illegale Zensur oder Überwachung“. Wenn das Unternehmen sich weigere, werde es mit „orchestrierten Kampagnen“ ins Visier genommen, „die Telegram als Sumpf der Kriminalität darstellen, von Kinderpornografie bis Terrorismus“.

Durovs Erklärung macht deutlich, dass er die Vorwürfe gegen sich und sein Unternehmen schlicht als Bestrafung dafür sieht, dass Telegram sich konsequent weigert, nach den Regeln der Behörden zu spielen, die es als Instrument für massenhafte illegale Überwachung und Zensur nutzen wollen.

Zum Fall in Frankreich: Durov wurde ursprünglich im August 2024 festgenommen und gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro freigelassen. Damals erhielt er ein Ausreiseverbot aus Frankreich und musste sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden. Eineinhalb Jahre später lief die Untersuchung immer noch. Im November 2025 wurde das Ausreiseverbot aufgehoben und die regelmäßige Meldepflicht bei der Polizei entfiel.

Durov wurde seit seiner Festnahme mehrfach vernommen, der Fall wurde jedoch nicht eingestellt – obwohl er und Telegram bisher in keiner Weise für schuldig befunden wurden.

Bild Yuri SamoilovTelegram app icon on smartphone screen (perspective render) (49896396508)CC BY 2.0

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