
Erstmals seit 20 Jahren: Weltweit mehr Sympathie für China als für die USA
Eine am 15. Juli veröffentlichte Studie des Pew Research Center markiert nach Angaben der Autoren einen Wendepunkt: Erstmals seit rund 20 Jahren, in denen die Organisation globale Stimmungsbilder zu den beiden Großmächten erhebt, sehen die Menschen in der Mehrheit der befragten Länder China positiver als die USA. Befragt wurden zwischen 8. Februar und 13. Mai 2026 gut 42.000 Erwachsene in 36 Ländern und Territorien.
Die folgenden Umfrageergebnisse muss man, um es noch einmal betonen, unter Berücksichtigung der immer stärker werdenden Anti-China-Propaganda sehen. „Dumping“, „Kopieren“, „unerlaubte Wirtschaftsförderung“, „unfaire Praxis“, „Menschenrechte“, „Diktatur“, „Unterdrückung“, „Ausbeutung“, „Sklaverei“ … wer kennt sie nicht, diese Argumente.
In 25 der 36 untersuchten Länder überwiegt inzwischen die positive Meinung zu China gegenüber jener zu den USA – darunter traditionell enge US-Verbündete wie Kanada, Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland. Nur noch sechs Länder bewerten die USA günstiger als China: Indien, Japan, die Philippinen, Südkorea, Polen und Israel – mehrheitlich Staaten mit direkten Sicherheitsinteressen gegenüber Peking. Österreich war in der Erhebung nicht enthalten.
Auch beim Vertrauen in die jeweiligen Staatschefs zeigt sich der Umbruch: Insgesamt äußern mehr Befragte Vertrauen in Xi Jinping als in Donald Trump, wobei das Vertrauen in beide Politiker insgesamt niedrig bleibt. In Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Großbritannien liegt Xi zweistellig vor Trump – wobei Xis höchster Zustimmungswert mit 37 Prozent in Großbritannien selbst dort nur mäßig ausfällt.

Wie sich die Stimmung über die Jahre verschoben hat
Der Bericht liefert auch Vergleichsdaten, die den Trend über mehrere Jahre sichtbar machen. Kanada dient dabei als Beispiel: 2023 hatten noch 57 Prozent der Kanadier eine positive Meinung zu den USA, gegenüber nur 14 Prozent zu China. 2025 lagen beide Werte bereits gleichauf. 2026 sehen nun mehr Kanadier China (44 Prozent) positiv als die USA (33 Prozent) – eine Verschiebung von über 20 Prozentpunkten in drei Jahren, wie sie sich laut Pew in ähnlicher Form auch in mehreren anderen untersuchten Ländern zeigt.

Parallel dazu bröckelt ein Wert, der die USA traditionell klar von China abhob: die wahrgenommene Achtung persönlicher Freiheiten durch die jeweilige Regierung. In Schweden sank der Anteil, der den USA diese Achtung zuschreibt, seit 2021 von 61 auf 27 Prozent. Rückgänge von 25 Prozentpunkten oder mehr verzeichnet Pew auch für Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Südkorea und Spanien. Die USA liegen bei dieser Frage zwar weiterhin vor China – der Abstand schrumpft aber deutlich, weil sich die Werte für die USA verschlechtern, nicht weil sich jene für China entsprechend verbessern.
Auch in Ländern mit mittlerem Einkommen, in denen Pew zusätzliche Fragen zur Außenpolitik stellte, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Im Median sagen 75 Prozent, die USA mischten sich stark oder ziemlich stark in die Angelegenheiten anderer Länder ein, nur 45 Prozent sagen dies über China. In Südafrika etwa gilt China für 72 Prozent als verlässlicher Partner, die USA nur für 46 Prozent; der Anteil, der China einen Beitrag zu Frieden und Stabilität zuschreibt, stieg dort von 47 Prozent (2023) auf 64 Prozent (2026).
Was die Studie nicht sagt
Die Studie benennt selbst mehrere Faktoren, ordnet sie aber kaum ein. Der Erhebungszeitraum (Februar bis Mai 2026) fiel mit einer Phase besonders sichtbarer US-Außenpolitik zusammen: dem von den USA und Israel geführten Krieg gegen den Iran, Trumps Forderungen nach Kontrolle über Grönland sowie der von US-Streitkräften durchgeführten Festnahme des venezolanischen Ex-Präsidenten Nicolás Maduro. Wie stark diese Einzelereignisse die Umfragewerte kurzfristig beeinflusst haben – im Unterschied zu einer längerfristigen strukturellen Neubewertung – lässt der Bericht offen.
Unerwähnt bleibt zudem, dass die Verbesserung der China-Werte in vielen Ländern kleiner ausfällt als die Verschlechterung der US-Werte: Der Wendepunkt entsteht also überwiegend durch sinkende Sympathie für die USA, nicht durch eine gleichermaßen wachsende Zustimmung zu China, was auch überraschend gewesen wäre, angesichts der massiven Anti-China-Berichterstattung in westlichen Ländern. Pew selbst ist jedoch, wie andere Forschungseinrichtungen mit Sitz in Washington, kein neutraler Beobachter im geopolitischen Sinn, auch wenn die Methodik als Fact Tank ohne politische Positionierung ausgewiesen wird. Sondern seine Positionierung ist prinzipiell anti-chinesisch.
Was interessant erscheint
Erwähnenswert ist der Verweis von Pew auf das Meinungsforschungsinstitut Gallup, das bereits im Vorjahr einen ähnlichen Befund veröffentlicht hatte: China habe die USA in der globalen Zustimmung überholt, mit dem größten gemessenen Abstand zugunsten Chinas seit 20 Jahren. Der aktuelle Pew-Bericht bestätigt diesen Trend also eher, als dass er ihn neu entdeckt. Was die Argumentation „Trump ist alleine schuld“ hinterfragen sollte.
Die Tatsache, dass diese Ergebnisse TROTZ der eindeutigen und einheitlichen Verurteilungen chinesischer Politik in vom Westen massgeblich beeinflussten Massenmedien festgestellt wurden, werden einiges Kopfzerbrechen in der politischen Elite dieser Länder auslösen. Zu vermuten ist aber, dass nicht nur in Deutschland, das „Primat der Politik“ zum Zuge kommen wird, und die Umfrageergebnisse in erster Linie eine Verstärkung der Propaganda bewirken wird. Wie von Angela Merkel schon 2010 ziemlich eindeutig klar gemacht.
Bild: Wikipedia
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die diktatorischen chinesen können niemals den demokratischen us-amerikanern das wasser reichen
wenn man bedenkt, wieviele menschen alleine seit 1945 durch amerikanische demokratiebomben vom leben befreit wurden und die amerikanische botschaft der freiheit kennenlernen durften.
die hatten aber wirklich glück, dass sie stattdessen nicht in chinesischen zwangslagern schuften mussten
Es braucht schon eine fundamentale kognitive Störung um das Land der muliplen Kriege und Kriegsverbrechen und der psychisch gestörten Präsidenten gut zu finden.
Der US-Imperialismus ist ein Feind der ganzen Menschheit.
Donald Trump, als Konservativer ein großer, erfolgreicher Kämpfer gegen Abtreibung, ist als Amerikaner ein Übel.
Das kann man dem Trumpel zugute halten: dass er gegen Abtreibung ist. Aber alles andere ist Bullshit, was er weltweit macht.
Also ich sehe auf der Grafik 81% Liebe für die USA und nur 19% Liebe für China – wenn man ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Die restliche Welt muss wohl falsch liegen.