
Der Krieg gegen den Iran und den Libanon eskaliert weiter
Noch vor wenigen Wochen waren möglichen Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran in Aussicht, nun eskaliert die militärische Konfrontation auf mehreren Fronten massiv. Die USA führen direkte Luftangriffe gegen iranische Ziele, der Iran schlägt mit Raketen und Drohnen auf US-Militäreinrichtungen in der Region zurück, und parallel zerstört die israelische Armee systematisch Dörfer im Südlibanon.
Es handelt sich um einen koordinierten Krieg gegen die „Achse des Widerstands“ – mit dem Iran als zentralem Gegner und dem Libanon und mittlerweile auch dem Yemen als weitere Schauplätze. Die Start- und Landebahn des internationalen Flughafens in Sanaa wurde bei einem Luftangriff getroffen. Während die AnsarAllah-Bewegung (Huthi-Miliz) Saudi-Arabien direkt für das Bombardement verantwortlich macht
Eskalation zwischen USA und Iran
Die Lage im Persischen Golf hat sich in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt. Die USA haben neue Wellen von Luftschlägen gegen iranische Ziele durchgeführt, darunter auch gegen Einrichtungen in der Ölregion nahe Bandar Abbas und Qeshm. Explosionen wurden in der Provinz Hormozgan gemeldet. Gleichzeitig meldet der Iran erfolgreiche Vergeltungsschläge gegen US-Militärbasen in Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien. Die Revolutionsgarden (IRGC) beanspruchen Treffer auf Raketenabschussvorrichtungen und andere Einrichtungen.
Iranische Quellen wie Fars News, Tasnim News und PressTV berichten detailliert über die Abschuss einer US-Drohne über Bandar Abbas und die gezielten Angriffe auf US-Basen in der Region. Die USA hingegen sprechen von „präzisen“ Operationen als Reaktion auf iranische Angriffe auf Schifffahrt im Straße von Hormus. Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die lebenswichtige Meerenge stark eingeschränkt oder zeitweise blockiert – mit dramatischen Folgen: Die Ölpreise sind um fast 5 Prozent gestiegen, der kommerzielle Schiffsverkehr ist auf nahezu Rekordtiefs gesunken.
Die Live-Berichterstattung von Middle East Eye dokumentiert die Eskalation: US-Streitkräfte (CENTCOM) bestätigen neue Angriffswellen, während der Iran seine Fähigkeit unterstreicht, die Kontrolle über die Straße von Hormus nicht den USA zu überlassen.
Der Krieg im Libanon geht weiter – mit voller Härte
Parallel dazu setzt Israel seinen Feldzug gegen den Libanon unvermindert fort. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte öffentlich, die israelische Armee wende das „Rafah-Modell“ auf den Südlibanon an: Ganze Dörfer entlang der Grenze werden systematisch dem Erdboden gleichgemacht. Bulldozer und Sprengstoff zerstören 90 Prozent der Häuser in bis zu 24 Grenzdörfern – zwischen 15.000 und 20.000 Wohnhäuser. Ziel sei die Schaffung einer dauerhaften Pufferzone, da diese Dörfer angeblich von der Hisbollah als militärische Stützpunkte genutzt worden seien.
Bereits seit März 2026 läuft eine groß angelegte israelische Bodenoffensive im Südlibanon. Brücken über den Litani-Fluss wurden zerstört, um den Süden vom Rest des Landes abzuschneiden. Über 1,2 Millionen Libanesen sind auf der Flucht – mehr als ein Sechstel der Bevölkerung. Historische Dörfer werden unbewohnbar gemacht. Diese Zerstörungen werden von israelischer Seite als notwendig zur „Sicherheit“ dargestellt.
Iranische Medien wie Fars News, Tasnim News und PressTV sehen darin einen direkten Angriff auf einen Verbündeten der Islamischen Republik und Teil des größeren Krieges gegen den Iran. Die Hisbollah gilt als Partner und Verbündeter
Frühere Friedensbemühungen gescheitert
Noch im Juni 2026 gab es Versuche, den Konflikt diplomatisch einzudämmen. Das Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran wurde beschlossen. Doch das iranische Verhandlungsteam verzögerte die Abreise explizit wegen der israelischen Angriffe im Südlibanon. Die Eskalation im Libanon torpedierte die ohnehin fragilen Gespräche.
Nun spricht US-Präsident Trump von einem „überholten“ Abkommen, neue US-Schläge folgten.
Was wir erleben, ist kein zufälliger Konflikt, sondern die konsequente Fortsetzung der Strategie, den Iran und seine Verbündeten militärisch und wirtschaftlich zu schwächen. Die direkte Beteiligung der USA – neben den israelischen Operationen im Libanon – zeigt, dass es um mehr geht als nur um „Selbstverteidigung“. Die Kontrolle über die Straße von Hormus und die Schwächung der iranischen Öl-Exporte stehen im Zentrum.
Westliche Medien fokussieren sich meist auf iranische „Aggression“ und „Bedrohung der Schifffahrt“, während die Vorgeschichte – jahrelange Sanktionen, israelische Sabotageakte, US-Militärpräsenz in der Region und die Zerstörung libanesischer Infrastruktur – weitgehend ausgeblendet wird. Der Schweizer Historiker Daniele Ganser hat die bis ins Jahr 1953 zurückreichende Aggression von USA und UK penibel dokumentiert.
Haaretz berichtet aus israelischer Sicht relativ offen über die Verzögerung der iranischen Delegation wegen der Libanon-Angriffe und die laufenden Operationen – ein seltenes Fenster in die internen israelischen Debatten.
Die humanitären Folgen sind verheerend: Zerstörte Dörfer im Libanon, Tote und Verletzte im Iran durch US-Schläge, steigende Energiepreise weltweit. Ob die Eskalation noch kontrollierbar ist oder in einen größeren regionalen Krieg mündet, bleibt offen.
Aktuelle Situation um 8 Uhr
Es wurde über neue US-Angriffe im gesamten Iran berichtet, obwohl US-Präsident Donald Trump kürzlich angedeutet hatte, dass ein Abkommen mit Teheran weiterhin „möglich“ sei.
Unterdessen bekannte sich die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) des Iran zu Angriffen in der gesamten Region, die sich gegen Schiffe, Militärstützpunkte und Infrastruktur sowie Radarsysteme richteten.
Hier sind die neuesten Entwicklungen:
- US-Präsident Donald Trump erklärte, er wolle, dass die Golfstaaten Washington für die Hilfe beim „Schutz der Straße von Hormus“ entschädigen.
- Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, dass zwei Schiffe des Landes in der südlichen Fahrrinne der Straße von Hormus von zwei iranischen Marschflugkörpern getroffen wurden, wobei ein indisches Besatzungsmitglied getötet und acht weitere verletzt wurden – darunter vier schwer. Der Erklärung zufolge ereignete sich der Angriff in omanischen Hoheitsgewässern.
- Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Iran erklärte, zwei „angreifende Supertanker“ seien in der Straße von Hormus getroffen und manövrierunfähig gemacht worden. Nach Angaben des IRGC wurden die Schiffe getroffen, nachdem sie Warnungen ignoriert, ihre Navigationssysteme ausgeschaltet und versucht hatten, „eine verminte Route“ zu passieren.
- Eine Rakete traf einen Standort einer iranisch-kurdischen Oppositionsgruppe östlich von Erbil im Irak, berichtete Reuters unter Berufung auf Sicherheitsquellen.
- Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sagte während einer Besichtigung des nördlichen Gazastreifens, die weitreichende Zerstörung in der belagerten Enklave gebe ihm ein „gutes Gefühl“. Er kündigte zudem Pläne zur Errichtung von drei militärisch verbundenen Siedlungsaußenposten im Gazastreifen an.
IRGC gibt an, US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien angegriffen zu haben
Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) gab an, einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien angegriffen zu haben, berichtete Fars News.
In der Erklärung wurde das jordanische Volk dazu aufgerufen, die US-Stützpunkte in ihrem Land aufzulösen.
„Ihr wisst sehr gut, dass wir nicht nur keinerlei Feindschaft gegenüber eurem Land hegen, sondern dass wir euch, das edle Volk, das den Schmerz und die Unterdrückung des palästinensischen Volkes besser versteht als jede andere Nation, auch lieben“, erklärte die IRGC.
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