
Gibt es massive Insideraktivitäten im politischen System?
Insbesondere durch die diversen „Siege“ der USA, und „die Straße von Hormus ist offen“-Aussagen von Trump, welche jeweils zu heftigen Ausschlägen von „Märkten“ führte, ist die Diskussion über politischen Insiderhandel in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Wir haben uns eine der Analysen, welche Insiderhandel bestätigen sollen, genauer angeschaut und dann einen Vergleich der Regeln in den USA und den deutschsprachigen Ländern Europas vorgenommen.
Ein viraler Text, der seit kurzem auf sozialen Netzwerken kursiert, behauptet, eine KI-Plattform namens GovGreed habe „die größte illegale Insiderhandel-Operation Amerikas“ aufgedeckt. Der Text enthält einige überprüfbare Fakten, vermischt sie aber mit angeblich übertriebenen Schlussfolgerungen, teilweise „unverifizierbaren“ Zahlen und einer irreführenden Überschrift, meinen „Experten„.
GovGreed existiert tatsächlich und ist eine reale Analyseplattform. Die Seite wirbt damit, Insider-Handel im Kongress über 540 Politiker hinweg offenzulegen – 190.000 Trades, bewertet durch ein siebenschichtiges KI-System mit Mechanismen wie Politiker-Profiling, Herdenverhalten-Erkennung, Gesetzentwurf-Trade-Korrelation und „STOCK-Act„-Verletzungs-Tracking. Der Text gibt das korrekt wieder.
Was GovGreed ist
GovGreed ist ein kommerzielles Datenprodukt, das seine Analysemethoden nicht vollständig offenlegt und unter anderem eine kostenpflichtige API für Trading-Bots anbietet – ein Detail, das der virale Text verschweigt.
Das „Triple Signal“: reales Konzept, kritisierte Schlussfolgerung
Das sogenannte „Triple Signal“ löst aus, wenn ein Politiker
- gleichzeitig im Ausschuss sitzt, der einen Gesetzentwurf kontrolliert,
- Aktien eines betroffenen Unternehmens gehandelt hat und
- Kampagnenspenden aus derselben Branche erhalten hat.
Laut GovGreed gibt es aktuell 752 aktive solcher Signale im 119. Kongress. Diese Zahl ist direkt von der Plattform selbst und wurde von „keiner unabhängigen Quelle überprüft“, wie es so schön heißt. Was kritisiert, aber nicht investigativ widerlegt. Wichtig sei: Korrelation bedeutet keine Kausalität, und das Zusammentreffen dieser drei Faktoren kann auch zufällig entstehen – insbesondere bei Kongressmitgliedern, die von der Rüstungs- oder Technologiebranche Spenden empfangen und gleichzeitig in Tech-Aktien investieren. (Das mit Korrelation und Kausalität kennt man ja schon aus der Corona-Zeit.)
Die Behauptung, Gesetzentwürfe mit diesen Signalen würden 5,4-mal häufiger verabschiedet, entstammt ebenfalls ausschließlich GovGreeds eigenem Modell und sei nicht unabhängig replizierbar. Bzw. niemand hatte sich die Mühe dazu gemacht.
Nancy Pelosi: Portfolio-Größe variiert stark je nach Quelle
Der Text behauptet, Pelosis Portfolio liege bei 194 Millionen Dollar mit einem „Gier-Score“ von 98,1/100. Der Portfoliowert ist schwer zu fixieren, weil Kongressmitglieder keine genauen Summen, sondern nur Wertbereiche offenlegen müssen. Laut InsiderFinance wird Pelosis Vermögen zum Juni 2026 auf rund 638 Millionen Dollar geschätzt, davon rund 268 Millionen in offengelegten Trades. Quiver Quantitative beziffert das Gesamtvermögen auf etwa 261 Millionen Dollar, davon rund 128 Millionen in börsengehandelten Wertpapieren. Die im viralen Text genannten 194 Millionen liegen also im Bereich des Plausiblen, sind aber eine unter mehreren konkurrierenden Schätzungen – der „Gier-Score“ ist eine proprietäre GovGreed-Kennzahl „ohne akademische Validierung„. Mit anderen Worten, was nicht „akademisch validiert“ ist, sei nicht vertrauenswürdig. (Gut, dass die Voraussagen zu Corona akademisch validiert waren.)
Wichtig ist auch: Die Trades werden nicht von Nancy Pelosi persönlich, sondern von ihrem Mann Paul Pelosi, einem Venture-Kapitalisten, durchgeführt. Aufgrund des STOCK Act müssen Kongressmitglieder auch die Trades ihrer Ehepartner offenlegen. Aber natürlich hat Nancy niemals mit ihrem Mann über politische Entscheidungen gesprochen, nehmen Kritiker der Analyse wohl an.
Ro Khanna: 13.231 Trades über 800 Ticker?
Die Zahl 13.231 Trades liegt im verifizierbaren Bereich. Laut Amsflow hat Khanna 12.460 offengelegte Trades, laut Capitol Trades sind es etwa 13.461 – je nach Datenquelle und Stand. Die Anzahl der gehandelten Ticker wird von Capitol Trades mit rund 981 angegeben, nicht 800, wie im Text behauptet. Inhaltlich ist auch bedeutsam, dass Khanna selbst zu den prominentesten Befürwortern eines Handelsverbots für Kongressmitglieder gehört, während er gleichzeitig aktiv Aktien handelt – ein offensichtlicher Widerspruch, den der Text allerdings nicht thematisiert.
Lisa McClain und der xAI-SpaceX-Deal: Weitgehend korrekt, aber vereinfacht
Hier ist der Kern des Sachverhalts belegt. McClains Ehemann kaufte am 15. Dezember 2025 xAI-Anteile im Wert von 100.000 bis 250.000 Dollar. Im Februar 2026 fusionierte Musk xAI mit SpaceX zu einer gemeinsamen Bewertung von 1,25 Billionen Dollar. SpaceX ging am 12. Juni 2026 an die Nasdaq, mit einer Marktkapitalisierung von über 2 Billionen Dollar. Schätzungen zufolge könnte der Papierwert des McClain-Investments durch den IPO um bis zu 150.000 Dollar gestiegen sein.
Der virale Text deutet dies als offensichtlichen Insiderhandel. Aber Kritiker sagen, es gebe keinerlei Belege dafür, dass McClain vorab von den Pentagon-Plänen für xAI wusste oder auf nicht-öffentliche Informationen zugegriffen hat. Sie sitzt in keinem Ausschuss mit Zuständigkeit für Verteidigung oder Technologie. Und natürlich spricht auch kein Kollege mit ihr über solche Dinge, nimmt man an.
Die STOCK-Act-Strafe und das Handelsverbot: Korrekt
Dass die Strafe für verspätete STOCK-Act-Meldungen 200 Dollar beträgt, ist zutreffend. Ebenso, dass seit Verabschiedung des STOCK Act im Jahr 2012 kein Kongressmitglied strafrechtlich verfolgt wurde. Am 15. Januar 2026 brachten die Senatoren Ashley Moody (R) und Kirsten Gillibrand (D) den parteiübergreifenden „Restore Trust in Congress Act“ ein, der Kongressmitgliedern und ihren Familienangehörigen den Besitz und Handel mit Einzelaktien vollständig verbieten würde. Laut einer zitierten Umfrage unterstützen 86 % der Amerikaner ein solches Verbot.
USA vs. Deutschland, Österreich, Schweiz: Aktienhandel von Politikern
Das amerikanische System gilt im direkten Vergleich paradoxerweise als das transparenteste – trotz aller berechtigten Kritik. Amerikanische Politiker müssen jede private Aktientransaktion über 1.000 Dollar innerhalb von 45 Tagen ausweisen. In Deutschland und der Schweiz gibt es kaum vergleichbare Vorschriften, was den Nachweis von Insidergeschäften beinahe unmöglich macht.
Deutschland:
Bundestagsabgeordnete müssen Unternehmensbeteiligungen nur offenlegen, wenn sie mehr als fünf Prozent der Stimmrechte oder des Kapitals halten – eine Schwelle, die bei Einzelpersonen mit Aktien an DAX-Konzernen praktisch nie erreicht wird. Für den Bundeskanzler und Bundesminister gibt es gar keine Offenlegungspflichten bezüglich des privaten Vermögens, selbst bei erheblichen Beteiligungen. Der Europarat (GRECO) hat 2020 explizit gefordert, diese Transparenz „erheblich“ zu verbessern – bislang ohne durchgreifende Wirkung Die Kritik von Lobbycontrol und, Transparency International Deutschland war bisher vergeblich.
Schweiz:
Schweizer Parlamentarier müssen keine Aktientransaktionen offenlegen. Sie müssen lediglich berufliche Tätigkeiten und andere Mandate deklarieren. Bundesräte – die Regierung – können theoretisch während ihrer Amtszeit handeln, ohne dass es öffentlich bekannt wird. Die NZZ zeigte jüngst, dass sich etwa zu Beginn der Covid-Pandemie, als der Bundesrat über den Lockdown beriet, die Frage nach dem Informationsvorsprung der Regierung dringend gestellt hätte.
Österreich:
Nationalrats- und Bundesratsmitglieder müssen leitende Stellungen in Aktiengesellschaften sowie Tätigkeiten, aus denen Vermögensvorteile erzielt werden, melden – aber individuelle Aktientransaktionen sind nicht offenlegungspflichtig. Das Unvereinbarkeits- und Transparenz-Gesetz erfasst also strukturelle Beteiligungen, nicht laufende Trades.
Fazit
Alle drei deutschsprachigen Länder haben geringere Transparenzpflichten für den laufenden Aktienhandel von Politikern als die USA – mit dem wesentlichen Unterschied, dass das dortige System wenigstens Datenmaterial für die öffentliche Debatte erzeugt, während in Deutschland, der Schweiz und Österreich schon der Nachweis eines Problems strukturell verhindert wird.
Das ist keine Neuigkeit, sondern seit Jahren Gegenstand breiter politischer Debatte. Wie bisher erklären Kritiker, dass der Ethos der Kontrolleure der Macht so groß sei, dass sie keine Kontrolle benötigen. Die Frage ist, ob Abgeordnete so schlecht bezahlt werden, dass man ihnen nicht zumuten kann, sich ausschließlich auf ihre Arbeit als Abgeordnete zu konzentrieren und auf Nebeneinnahmen zu verzichten.
Bild: Screenshot aus Video, das Insiderhandel schnell erklärt.
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Milliarden-Trades vor Trumps Iran-Ankündigung
Es ist inzwischen bekannt, dass Trump mit seinen Posts absichtlich auf Social Media Marktreaktionen auslöst, bei denen vorher er, seine Familie und viele Kongressabgeordnete mit Millionenbeträgen 15 bis 30 Minuten vorher genau in die richtigen Werte investiert sind! Bei einer Kongressabgeordneten waren es in einem Fall sogar 250 Millionen US-Dollar. Die arbeiten dann noch mit Hebeln, so dass danach enorme Summen zustande kommen! Diese Leute brauchen dann eigentlich nie wieder zu arbeiten, denn die Summen reichen für mehrere Leben! Das ist im Prinzip bewusste Manipulation von Märkten in Kombination mit Insiderhandel!
Überhaupt, der ganze Irankrieg ist nichts anderes als ein Mittel, das finanzielle US-System zu stabilisieren! Das hat alles nichts mit dem zu tun, was die Mainstream Medien erzählen, sondern ist ein ausgeklügeltes System, die USA vor den finanziellen Bankrott zu bewahren! Deswegen findet der Krieg dort statt!
Am spannendsten wäre ja, wie sich die von daheim ausrangierten Brüsselisen bereichern bzw. ihre Freindaln und Gumpeln. Es ist ja bekannt, dass dort die Lobbyisten nebenan hausen und täglich Klinken putzen. Besonders verbandelt sind Sorxsch (Migrationspakt) und Gäts (Zwangsspikung, Sonnenverdunklung, Gen-Moskitos, Laborfleisch etc.), der ja die „Leadership“ über Örschjulah hat. Zur Zeit besonders hoch im Kurs stehen Rüstungsfirmen und Windrad-Produzenten. Die Baumeister-Innung (Freimaurer?) und Dämmstofferzeuger profitieren vom Isxlierungswahn, der ebenso staatlich gefördert wird wie die E-Autos, natürlich mit eingebauten Wanzen zwecks totaler Überwachung…
Was den Insiderhandel betrifft, ist Brüssel aber wohl nicht so aktiv, zumal die Würschtln dort zu unbedeutend sind, große Kursschwankungen auslösen zu können. Oder wirken sich die Sprengungen der EUropäischen Energieinfrastruktur bzw. -versorgung durch die Ukr. auch auf die Aktienkurse aus? Nun, da Elendski ja für diesen Job hoch bezahlt wird, sollte man in diesem Zusammenhang vielleicht auch mal nachschaun, wer vor den Anschlägen welche Aktien gekauft hat.
Bei uns gibts vor allen die hemmungslosen Interessenskonfliktler, wie die C-Krise deutlich gezeigt hat. Auch so ein Bereich, mit dem man den Grad der Korruption gut messen kann.
Ich habe übrigens auch den Verdacht, dass Trump nur die Kurse schwanken lässt. Jetzt sind die Preise stark gesunken. Amerika hat die Seeblockade abgebaut, was vor einigen Wochen schon geschehen hätte müssen, als der Iran die Str.v.H. freigab, aber nein, da war Trump ja noch auf Großkotz, worauf Iran auch wieder zumachte.
Gut möglich jedoch, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, hält das Abkommen nicht. Ceterum censeo… es ist nicht gut, wenn der Iran mit Hormus dauerhaft die ganze Welt erpressen kann.
Man hat den Eindruck, es sei legitim geworden, dass sich Funktionseliten zum Schaden der Bevölkerung in erheblichem Maße bereichern. Wir sprechen nicht vonMilliönchen, sondern Milliarden. Das betrifft auch den Gesundheitsbereich.
Wenn die Politik nicht mehr zu Wachstum beitragen kann – die deutsche Industrieproduktion ist seit 2017 um 24% gefallen – dann müssen auch ihre Raubzüge proportiknal geringer ausfallen.
Das bekommen sie aber nicht hin und das delegitimiert den Staat. Das Prinzip des Amtes samt Garantenpflicht wird ad absurdum geführt.
Der Staat ist sowieso nur Marionette der Banken / des Großkapitals.