
Israelische Cyber-Firma BlackCore soll Wahlen in Europa und Afrika beeinflusst haben
Eine israelische Firma namens BlackCore wird von der französischen Desinformationsbehörde Viginum beschuldigt, systematisch in Wahlen mehrerer Länder eingegriffen zu haben. Mit Bots, Datenlecks, gefälschten Vorwürfen und KI-generierten Inhalten. Betroffen sind unter anderem Frankreich, USA, Schottland und afrikanische Länder.
Laut Viginum-Chef Marc-Antoine Brillant richtete sich die Kampagne vor allem gegen pro-palästinensische Politiker und Kandidaten. Betroffen waren unter anderem die Kommunalwahlen in Frankreich (März 2026), die Wahlen in Schottland, die New Yorker Bürgermeisterwahl 2025 sowie Operationen in Angola und Togo.
Ziel: Pro-Palästina-Stimmen
In Frankreich wurden Kandidaten der linken Partei La France Insoumise (LFI) mit gefälschten Vorwürfen, Datenlecks und sogar KI-erstellten Nacktbildern attackiert. In Schottland geriet First Minister John Swinney ins Visier, der den Gaza-Krieg als „vom Menschen verursachte humanitäre Katastrophe“ bezeichnet und von möglichem Genozid gesprochen hatte. In New York soll Ähnliches beim Sieg des muslimischen Bürgermeisters Zohran Mamdani eine Rolle gespielt haben.
BlackCore beschrieb sich selbst auf seiner (mittlerweile gelöschten) Website als „elite influence, cyber and technology company“ für die „moderne Ära der Informationskriegsführung“. Das Unternehmen bot Regierungen und politischen Kampagnen Werkzeuge an, um Narrative zu formen – klassische Einflussoperationen also. Nach den ersten Medienanfragen verschwand die Online-Präsenz spurlos. Eine Stellungnahme gab es bislang nicht.
Französische Regierung fordert Erklärungen von Israel
Der französische Premierminister Sebastien Lecornu hat Israel offiziell um Aufklärung gebeten und Hilfe bei der Identifizierung der Auftraggeber verlangt. Die israelische Botschaft in Paris beteuert, Israel habe „natürlich keine Absicht“, in französische oder andere politische Prozesse einzugreifen, und warte auf Details der französischen Ermittlungen.Tatsächlich können die Auftraggeber durchaus auch in der City of London anzutreffen sein, wo ja auch die Erfinder des Zionismus und Gründer von Israel zu finden sind.
Viginum konnte bislang keine eindeutigen Auftraggeber hinter BlackCore identifizieren. Ob es sich um private Kunden, politische Interessengruppen oder indirekte staatliche Verbindungen handelt, bleibt offen – ein klassisches Merkmal von Plausibler Deniability in der Cyber- und Einflussbranche.
Doppelmoral in der Debatte um „ausländische Einmischung“
Der Fall passt in ein bekanntes Muster. Wenn russische oder iranische Akteure ähnliche Methoden anwenden, wird von „Angriff auf die Demokratie“ gesprochen, Sanktionen folgen und Sonderermittler werden eingesetzt. Bei israelischen Firmen oder pro-israelischen Kampagnen herrscht hingegen oft auffällige Zurückhaltung – zumindest in großen Teilen der etablierten Medien.
Gleichzeitig zeigt der Vorfall, wie sehr der Konflikt in Westasien inzwischen die Innenpolitik westlicher Länder vergiftet. Wer Israel oder seine Militäroperationen kritisiert, riskiert offenbar nicht nur mediale Schelte, sondern auch koordinierte Online-Kampagnen mit fragwürdigen Methoden.
BlackCore ist kein Einzelfall in der boomenden Branche der „influence operations“. Private Firmen übernehmen zunehmend Aufgaben, die früher Geheimdiensten vorbehalten waren. Die Grenzen zwischen legaler PR, Desinformation und hybrider Kriegsführung verschwimmen.
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Ich erinnere mich noch an die Aufregung und abenteuerliche Verdrehungen in gewissen Kreisen, als darüber die Rede war, dass nichtwestliche Völker diese „britische Zivilisation“ für heruntergekommen und überhaupt „minderwertig“ halten. Eher müsste man von einer dekadenten Räuberbande reden.
Schiffe mit russischem Öl piratieren die übrigens auch.
Och, wie gemein. Das würde das arme, kleine, hilflose, von allen völlig grundlos gehasste, ewige Opfer mit einer stärksten Armeen der Welt doch niemals tun.