US-Blockade geht weiter, Krieg weitet sich aus (Ticker 08:15 Uhr)

26. Juli 2026von 3,4 Minuten Lesezeit

Das US-Regionalkommando CENTCOM bestätigt, dass die USA ihre fast zweiwöchige, nächtliche Bombardierungskampagne gegen den Iran vorübergehend pausiert haben. Die Lage am Himmel über dem Iran blieb die zweite Nacht in Folge ruhig. Aber der Iran hat weiter die Angriffsfähigkeit der angreifenden Koalition durch gezielte Angriffe reduziert.

Die USA führten jedoch weiter Operationen zur Blockade iranischer Schiffe durch. Das US-Militär hat im Arabischen Meer unter anderem einen Öltanker unter der Flagge der Komoren (M/T Charminar) geentert und durchsucht, um das Embargo gegen iranische Häfen durchzusetzen. Zudem wurde ein Frachter aus Mosambik manövrierunfähig gemacht. Was auch Kriegshandlungen sind. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass im Hintergrund „sehr gute und produktive“ Gespräche über Mediatoren laufen, um die Feindseligkeiten beizulegen, und die Fortsetzung der Luftangriffe vom Erfolg dieser Verhandlungen abhängt. Da die USA selbst keine Angriffe flogen, waren ihre Stützpunkte in der Region primär damit beschäftigt, die iranischen Vergeltungsschläge (Drohnen- und Raketenangriffe) abzuwehren.

Angriffe auf US-Militärbasis und Infrastruktur

Schläge gegen US-Basen

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben koordinierte Angriffe auf US-Militärstützpunkte in der Region durchgeführt. Betroffen waren unter anderem der Luftstützpunkt Al-Azraq in Jordanien, die Isa Air Base in Bahrain sowie die Komplexe Camp Udairi und Ali Al Salem in Kuwait.

Zerstörung in Erbil

Ein Sprecher der iranischen Armee gab bekannt, dass bei den nächtlichen Schlägen „fast die gesamte“ US-Infrastruktur im irakischen Erbil zerstört worden sei.

Warnung an Verbündete der USA

Die Revolutionsgarden (IRGC) drohten Großbritannien direkt mit Konsequenzen und erklärte, das Land werde zum legitimen Ziel, sollte es sich militärisch an die Seite der USA stellen.

Eskalation zwischen den Huthis und Saudi-Arabien

Gegenseitiger Beschuss

Parallel zum US-Iran-Krieg kam es zu einem schweren Schlagabtausch zwischen den jemenitischen Kräften der Regierung der Nationalen Einheit (im Westen Huthis genannt) und und Saudi-Arabien.

Die jemenitischen Kräfte attackierten saudi-arabische Öleinrichtungen. Saudi-Arabien reagierte mit Luftschlägen der von ihm geführten Koalition auf die Hafenprovinz Hodeidah.

Ein Sprecher der Regierung in Sanaa dementierte Berichte über eine allgemeine Sperrung der Seestraße von Bab al-Mandab. Er betonte, dass sich die aktuelle Seeblockade ausschließlich gegen saudi-arabische Schiffe richte.

Entwicklungen in Palästina (Gaza & Westjordanland)

Angriff auf Al-Aqsa-Krankenhaus

Israelische Streitkräfte haben in den letzten Stunden das Al-Aqsa-Krankenhaus im Gazastreifen ins Visier genommen. Zudem wurde ein palästinensischer Zivilist bei einem israelischen Drohnenangriff in Gaza getötet.

Razzien im Westjordanland

Nach einem tödlichen Schusswechsel stürmten mehr als ein Dutzend israelische Militärfahrzeuge die Stadt Nablus. Zuvor wurden in der Region Nablus Beerdigungen für vier Palästinenser abgehalten, die bei Konfrontationen mit israelischen Siedlern und Sicherheitskräften getötet wurden.

Intensivierung der Einsätze

Die israelische Führung unter Benjamin Netanjahu kündigte an, die Militäroperationen gegen Dörfer im besetzten Westjordanland weiter zu verschärfen. Minister sprechen von „Gazafizierung„. Es war Israels rechtsextremer Polizei- und Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. Er forderte erst vor wenigen Tagen auf der Plattform X, Dörfer und Häuser im Westjordanland exakt so zu zerstören, „wie wir es in Gaza getan haben“. Er betonte, dass der Feind für jeden Vorfall den Verlust von Land und Häusern hinnehmen müsse und nannte dies die einzige Sprache, die man in der Region verstehe.

Auch der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich nutzt diese Rhetorik regelmäßig und treibt parallel Pläne voran, um die Palästinenser sowohl aus dem Gazastreifen als auch aus dem Westjordanland (Judea und Samaria) zur „Auswanderung“ zu bewegen und das Gebiet schrittweise zu annektieren.

Nächstes Update gegen 13:00 Uhr.

Bild: Screenshot von Video über die Angriffe der Nacht

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5 Kommentare

  1. Jan 26. Juli 2026 um 9:02 Uhr - Antworten

    Das ist die klassische Strategie von Vertreibung.

    Die USA und Sudan verhandeln über eine „Heimstatt“ der Palästinenser im Sudan. Dh sie sind offenbar nicht dagegen.

    Wenn Israel damit durchkommt, werden Vertreibungen überall stattfinden, auch im Westen und in China.

    • 1150 26. Juli 2026 um 9:26 Uhr - Antworten

      @jan,
      die vertreibungen laufen schon seit 2015,
      nur die dödel sehen es nicht, bezahlen es obendrein noch ohne zu murren und lassen sich terrorisieren

  2. Der Zivilist 26. Juli 2026 um 8:49 Uhr - Antworten

    Wer ist nun schlimmer, Trump oder Israels Ober Zionisten ?

    • Sceeneshifter 26. Juli 2026 um 9:24 Uhr - Antworten

      Die Frage erübrigt sich: es ist ein Krebsgeschwür mit Metastasen !

    • mattes 26. Juli 2026 um 9:27 Uhr - Antworten

      Es gibt keinen Unterschied.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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