
Tucker Carlsons These: Die KI hat die Ölmärkte übernommen
Tucker Carlson hat eine der aufsehenerregendsten Theorien der jüngsten Zeit vorgelegt: Das eigentliche Schlachtfeld um das Öl sei nicht länger die physische Produktion oder klassische Spekulation – sondern künstliche Intelligenz – und wie sie manipuliert wird.
Laut Carlson dominieren Algorithmen inzwischen den Handel mit Öl-Futures. Menschliche Trader spielen eine immer geringere Rolle, die Spekulation an den Börsen ist bereits Großteils automatisiert. Regierungen müssten daher nicht mehr gezielt auf einzelne Händler einwirken. Stattdessen reiche es aus, den Informationsraum mit beruhigenden Statements zu fluten. Die KI-Systeme interpretieren diese Schlagzeilen als Signale und halten die Preise niedrig.
Die Formel der heutigen Börsenspekulation: Wer die Narrative kontrolliert, steuert die Maschinen – und damit den Preis.
Es gebe, so Carlson, keinen direkten Beweis dafür, dass die Trump-Administration bewusst so vorgehe. Trotzdem folgen entscheidende Fragen auf die Feststellung: Wenn Maschinen den Großteil der Trades ausführen – wer bewegt den Markt wirklich? Die Trader selbst? Oder jene, die die Informationen formen, von denen die Algorithmen abhängig sind?
Tucker dropped one of his most explosive theories yet:
The real battlefield in today’s oil market is actually artificial intelligence.
As algorithms now dominate oil futures trading, governments no longer need to influence human traders, as they can simply flood the information… pic.twitter.com/YqE0A3Qtm2
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) July 24, 2026
Die KI-Programme handeln nie autonom, sondern immer auf Grundlage der Daten, die sie bekommen. Es ist eine Verschiebung, die Information noch wichtiger macht – zur strategischen Waffe macht. . Beruhigende Meldungen über stabile Versorgung, diplomatische Fortschritte oder sinkende Risiken können die Maschinen dazu bringen, Positionen zu halten oder sogar zu verkaufen – und so den Preis zu drücken.
Genauso gut umgekehrt: bedrohliche Meldungen, Schlagzeilen von drohenden Engpässen lassen die Preise explodieren. Völlig unabhängig, wie die Lage in der Ölproduktion tatsächlich aussieht.
Ohne harte Beweise bleibt es eine Theorie, auch wenn Carlsons These gar nicht neu ist. Märkte bewegten sich schon immer auf Grundlage von Information, dies geschehe nun aber radikal zugespitzt: Je mehr Algorithmen den Markt beherrschen, desto anfälliger wird er für gezielte Informationssteuerung. Wer die Nachrichtenlage beeinflusst, beeinflusst indirekt die Entscheidungen der Maschinen.
Carlsons Beobachtung trifft in eine Zeit, in der Ölpreise ohnehin politisch aufgeladen sind. Geopolitische Spannungen, Produktionsentscheidungen und Energiepolitik wirken nicht mehr nur über Angebot und Nachfrage, sondern zunehmend über die digitalen Filter, die den Handel automatisieren.
Viele Beobachter sehen das bei der Trump-Regierung schon länger: Nachdem die Börsen geschlossen sind, bringt man unsichere Nachrichten, kurz vor der Öffnung der Börsen wird beruhigt. Für Carlson ist das ein entscheidender Punkt: In einem von KI dominierten Markt entscheidet nicht mehr allein, wer das Öl fördert oder kauft. Entscheidend wird, wer die Geschichten schreibt, die die Maschinen lesen.
Die Theorie ist explosiv, weil sie die Machtverhältnisse neu sortiert. Nicht die Händler an den Terminals, sondern die Architekten der öffentlichen Erzählung könnten die eigentlichen Preistreiber sein.
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Energieboss rechnet mit Öl-Knappheit
Russland dreht Deutschland Öl-Hahn zu
Leider funktioniert die KI nicht in Migrantenland, denn ich habe für den Liter Sprit gerade 3 Euro gezahlt.
Das war nicht intelligent, 2 € hätten gereicht
Klar. KI‑Programme – inklusive der vielbeschworenen „KI‑Agenten“ – handeln ungefähr so autonom wie ein Toaster mit WLAN. Sie haben keinen Willen, keine Absichten, keine Ziele, keine Motivation. Wenn man ihnen ein Ziel gibt, dann verfolgen sie es, weil man es ihnen mathematisch eingemeißelt hat, nicht weil sie morgens aufwachen und denken: „Heute erobere ich die Ölpreise.“
Sie führen Algorithmen aus, die auf Daten, Modellparametern und externen Befehlen beruhen. Punkt.
Man nennt das bei Agenten „operative Autonomie“, weil sie selbstständig Aktionen ausführen können. Das klingt dramatisch, ist aber exakt die gleiche Autonomie wie bei einem Thermostat, der selbstständig die Heizung regelt. Niemand behauptet, der Thermostat wolle die Weltherrschaft – außer vielleicht in besonders verzweifelten Kommentarspalten.
Und solange Medien oder Blogteilnehmer weiterhin Sätze produzieren wie:
„Die KI hat den Markt übernommen
Die KI entscheidet jetzt über X
Die KI will Y“
… erlaube ich mir dagegen anzuschreiben. Denn Menschen programmieren Systeme, Menschen trainieren Modelle, und Agenten führen Algorithmen aus und reagieren auf Inputs. Die KI „übernimmt“ nichts. Sie optimiert nur das, was man ihr vorgibt. Und das ändert sich nicht, wenn der Algorithmus sich „Neuronetz“ nennt – ein Name, der biologischen Neuronen ungefähr so nahe kommt wie ein Gummibärchen der Quantenphysik. Am Ende ist es eine Matrixmultiplikationsmaschine, die nicht weiß, wozu sie diese Rechnungen ausführt, aber sehr fleißig darin ist.
Die K landet bei der Maschine, das I beim Menschen. Wie gehabt.
So, das reicht jetzt wieder zur KI‑Thematik. Aber hin und wieder muß es sein. Ein paar Trolle werden sich eh gleich beschweren – die glauben dass KI sich zum Gehirn hochschwinge.