Skip to content
Technologie

Deutschland kauft Putzroboter

3 Kommentare 29. September 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

In keinem Land der Welt sind Haushaltsroboter so beliebt wie in Deutschland. Rund 16 Prozent der Haushalte besitzen einen Saug- oder Mähroboter.

Deutsche Gründlichkeit? Die Bundesrepublik liegt in der Verbreitung von Haushaltsrobotern weltweit an erster Stelle. Mit 16 Prozent, die angeben, mindestens einen Saug- oder Mähroboter zu besitzen, führt sie vor Frankreich und Indien (je 14 Prozent), China (13 Prozent) und den USA (12 Prozent). Im Vereinigten Königreich waren es 10 Prozent.

Trotzdem ist der Roboter weiterhin kein Massenphänomen. Statista betont, dass in keinem der untersuchten Märkte auch nur jeder Sechste einen solchen Helfer besitzt. Haushaltsroboter haben sich im Alltag durchaus etabliert, doch in die Mehrheit der Haushalte haben sie es nicht geschafft – vielleicht auch eine Geldfrage.

Technikaffine Länder wie Japan und Südkorea, zwei Länder mit einer der höchsten Dichten an Industrierobotern, liegen bei Haushaltsrobotern weit zurück: Japan bei etwa 5 Prozent, Südkorea bei 4 Prozent. Kulturelle Vorbehalte, kleinere Wohnungen und eine andere Haltung zur Hausarbeit gelten als mögliche Gründe.

Jedenfalls sind Saug- und Mähroboter, die freilich ein großer Gewinn für Big Data und die Überwachungsökonomie sind, vom Technikspielzeug zum Massenprodukt geworden. Sie sind billiger, besser und nützlicher geworden. Sie kartografieren Wohnungen, umfahren Kabel, leeren sich selbst und wischen zusätzlich. Und die Deutschen scheinen sie ganz besonders zu mögen. 2024 wurden am deutschen Markt rund 850.000 Saugroboter mehr verkauft als im Vorjahr, ein Plus von knapp 11 Prozent. Der Umsatz stieg sogar um mehr als 25 Prozent auf 507 Millionen Euro. Konsumenten greifen häufiger zu teureren Geräten. Die Produkte dürften ohnehin nichts für ärmere Haushalte sein; das dürfte nicht überraschen. Die Geräte machen inzwischen etwa ein Prozent des Umsatzes im Markt für Home- und Consumer-Technik aus.

Eine Studie von Oliver Wyman und der gfu zeigt zudem eine emotionale Bindung: 47 Prozent der deutschen Nutzer schreiben ihrem Roboter eine eigene Persönlichkeit zu, 40 Prozent sehen ihn als Teil der Familie. Mehr als die Hälfte gibt ihm einen Namen.

Trotzdem heißt 16 Prozent auch: In vier von fünf Haushalten putzt noch ein Mensch ohne Hilfe durch Robert. Wischmopp und klassischer Staubsauger bleiben Standard. Dabei stehen humanoide Haushaltsroboter bereits in den Startlöchern. Sie sollen dann auch kochen und Wäsche machen. Bisher sind sie aber nur Marketing. Wird auch bei diesen „Helfern“ Deutschland am offensten sein?


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter. 

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 



Die Roboter kommen!

Im Inneren des Booms der humanoiden Roboter in China

Teile diesen Artikel

3 Kommentare

  1. Amokimpfender Amtsarzt
    Antworten

    Der kolumbianische Philosoph Nicolás Gómez Dávila meinte, dass Dummheit ungefähr in gleichem Maße zu bemessen sei wie die Begeisterungsfähigkeit eines Menschen für Technik.
    q.e.d.

  2. cwsuisse
    Antworten

    In Japan und Korea ist es streng untersagt mit evt. schmutzigen Schuhen in Wohnräumen herumzulatschen und vierbeinige Kacker sind nicht so beliebt. Da wird es nicht so dreckig.

    1. 1150
      Antworten

      @,
      :-)) und in china kauft man einen hund nur zum abendessen
      ich finde, dass ist die richtige einstellung zum mobilen feuchtigkeitsspender

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Entdecke mehr von tkp.at

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen