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Politik

Wiederaufnahme voller Bombenangriffe auf den Iran nach den Midterms – Axios

4 Kommentare 30. September 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

US-Beamte gehen davon aus, dass Präsident Donald Trump nach den Zwischenwahlen im November eine Rückkehr zu „größere Kampfhandlungen“ gegen den Iran anordnen könnte. Die von Katar vermittelten Gespräche der vergangenen Tage haben kaum Fortschritte gebracht.

Das berichtet Axios am 29. September 2026 unter Berufung auf mehrere mit den Verhandlungen vertraute Quellen- Iranische Seite und US-Administration bleiben auf diametralen Positionen. Teheran verlangt die vollständige Umsetzung des im Juni unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU): Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen, Sanktionserleichterungen und Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. Erst danach kämen weitere Gespräche über nukleare Fragen in Betracht. Washington hingegen fordert zuerst konkrete iranische Zugeständnisse beim Atomprogramm.

Am Montag traf der katarische Vermittler Ali al-Thawadi in New York den iranischen Außenminister Abbas Araghchi und dessen Team. Besprochen wurde ein zweiseitiger katarischer Kompromissvorschlag, der beide Kernforderungen verbinden sollte. Am Abend setzte al-Thawadi die Gespräche in Washington mit Trumps Schwiegersohn und Sondergesandtem Jared Kushner fort; Vizepräsident JD Vance nahm kurzzeitig teil. Ein Durchbruch blieb aus. Eine Quelle formulierte es klar: „Es ist festgefahren. Die Iraner stellen Forderungen, die die USA nicht akzeptieren können, und die USA glauben, sie hätten die Oberhand, sodass kein Kompromiss nötig ist.“

Bereits am Vortag hatte Trump einen früheren Axios-Bericht, wonach die USA Sanktionserleichterungen und die Freigabe eingefrorener Mittel angeboten hätten, scharf zurückgewiesen. Auf Truth Social schrieb er: „Axios hat gerade einen Artikel veröffentlicht, wonach „Trump“ dem Iran eine Lockerung der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Gelder angeboten habe. Das ist nicht wahr. Ich habe ihnen GAR NICHTS angeboten!“ und nannte den Bericht einen „HOAX“.

Die iranische Haltung bleibt unverändert hart. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, erklärte am Dienstag in Teheran, Trump stecke in einer „Zwickmühle“: Er könne weder verhandeln noch kämpfen. Die iranischen Bedingungen seien übermittelt worden, Trump sei jedoch unfähig, eine Entscheidung zu treffen. Die USA hätten aus Verzweiflung zur „Luftbelagerung“ gegriffen. Die Aussagen sind bei Press TV dokumentiert.

Bereits am 25./26. September hatte das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Beamte berichtet, Trump habe Irans Sieben-Tage-Waffenstillstandsvorschlag abgelehnt und seinen Mitarbeitern gesagt, er erwarte eine Wiederaufnahme der Bombardierungen nach den Midterms. Teheran hatte angeboten, die Straße von Hormus wieder zu öffnen und Nukleargespräche aufzunehmen, wenn die USA die Blockade iranischer Häfen beenden. Trump äußert öffentlich, Iran „flehe“ um einen Deal nach den Wahlen, der das Atomprogramm abbauen würde; privat bleibt er skeptisch, ob Teheran Zusagen einhalten würde.

Hintergrund und Widersprüche

Der Konflikt begann am 28. Februar 2026 mit gemeinsamen US-israelischen Angriffen. Ein pakistanisch vermitteltes MoU im Juni sollte eine 60-tägige Wiederöffnung der Straße von Hormus und Verhandlungen ermöglichen. Die USA hielten sich  einzige der vereinbarten Verpflichtungen; die Meerenge wurde erneut blockiert. Iran nutzt die Kontrolle über die strategische Ölroute weiterhin als Druckmittel. Gleichzeitig fordert Washington nukleare Konzessionen, ohne zuerst die eigenen Zusagen aus dem MoU zu erfüllen.

Die katarischen, pakistanischen und ägyptischen Vermittler drängen Iran zu Zugeständnissen. Teheran verweist auf die vielen  gebrochenen amerikanischen Zusagen und verhandelt aus einer Position, die die Kontrolle über Hormus als zentrales Faustpfand sieht. Trump schwankt öffentlich zwischen Drohungen, „vernichten“ zu können, und der Behauptung, Iran werde bald aufgeben. Gleichzeitig deuten die anonymen US-Quellen auf eine bewusste Zurückhaltung bis nach den Midterms hin – ein Muster, das bereits in früheren Phasen des Konflikts sichtbar war.

Wirtschaftliche und strategische Dimension

Die Straße von Hormus bleibt der neuralgische Punkt. Vor der Eskalation flossen dort rund 20 Prozent des seegestützten globalen Ölhandels. Die anhaltende Unsicherheit hält die Preise volatil und belastet vor allem asiatische Importeure. Eine erneute Eskalation nach den Wahlen würde diese Kosten weiter treiben – und gleichzeitig die Frage aufwerfen, ob die USA die Munitionsvorräte und die regionale Unterstützung für eine längere Kampagne tatsächlich bereitstellen können und wollen.

Die aktuellen Berichte aus Axios, dem Wall Street Journal und iranischen Quellen zeichnen dasselbe Bild: Die Diplomatie ist festgefahren, weil es eine von Trump und der iranischen Seite unterschriebene Vereinbarung gab, die von der US-Seite ebenso nicht eingehalten wurde wie frühere Verträge. Trump hatte schon 2015 den vom UN-Sicherheitsrat bechlossenen Vertrag gebrochen und danach wiederholt Verhandlungen als Auftakt zu Angriffen genutzt. Der Iran verlangt daher zuerst echte Handlungen der USA gemäß der letzten unterschriebenen Vereinbarung, bevor man weitere Verhandlungen für sinnvoll hält.

Die USA glauben, Zeit und Druck auf ihrer Seite zu haben. Iran sieht sich in der Position, die Bedingungen des gebrochenen MoU einfordern zu können. Ob Trump nach den Midterms tatsächlich den Befehl zur Wiederaufnahme der vollen Bombenkampagne gibt oder erneut den Kurs ändert, bleibt – wie so oft in diesem Konflikt – ungewiss. Die anonymen Beamtenaussagen und Trumps öffentliche Zurückweisungen zeigen jedenfalls, dass die USA für sinnvoll halten, die Situation in der Schwebe zu belassen. Sehr zu Schaden der Wirtschaft sehr vieler Länder.

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Bild: Official White House Photo by Molly Riley

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4 Kommentare

  1. Glass Steagall Act
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    Eines ist zumindest sicher, dieser Krieg kostet die USA deutlich mehr als den Iran! Und dass die Nerven in den USA blank liegen, erkannt man an den hektischen Vorschlägen Trumps gegenüber dem Iran. Auch nach den Midterm-Wahlen wird sich nichts grundlegendes ändern! Lediglich der Ölpreis wird nochmal neue Höhen erklimmen. Die Amis sollten schon mal Preistafeln über 9.99 US-Dollar pro Gallone für ihre Tankstellen produzieren! Letztendlich reißen die USA die ganze Welt mit in ihren selbst produzierten Abgrund! Aber das könnte auch der bewusste Hebel für eine neue Weltordnung sein.

  2. Jurgen
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    Ich bin gesannt auf die Folgen der Ablauf der Frist zum Memorandum. Ob Trump (=die Zionisten) sich da nicht massiv verkalkuliert hat? Wir werden es ab morgen sehen…

  3. 1150
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    ich glaube nicht, dass die räuberbande gegen den iran etwas grosses unternimmt.
    kuba liegt vor der haustür, ist praktisch wehrlos und bringt image, zumindest bei den exilkubanern
    und endlich wieder einen herzeigbaren militärischen erfolg für die beste armee des planlosen fliehens

    1. Varus
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      Bisher macht Neo-Caligula alles, was ihm die Yoden befehlen. Vielleicht unternehmen die Iraner was, wenn die illegale Seeblockade anhält? Läuft heute nicht eine wichtige Frist aus?

      Andere Front des gleichen Weltkriegs – Larry Johnson heute in den Ungeschnittenen: „Ein Krieg zwischen Europa und Russland wird „unvermeidlich““. Er wäre vermeidbar ohne hiesige Unterwürfigkeit der „Eliten“ und Fußvolk-Apathie.

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