Iranische Terroristen in Großbritannien? Zunehmend wird nun „Putin war es“ ersetzt durch „der Iran“. Dabei wird übersehen, dass der Iran durchaus legitime Gründe hätte, eine US-Basis in Großbritannien anzugreifen, von der aus ein Angriffskrieg gegen das Land geführt wird. Aber das zu schreiben, passt natürlich nicht in das „regelbasierte“ Narrativ westlicher Medien. Viel besser ist, Panik durch „iranische Terroristen“ zu verbreiten. Schauen wir uns an, was dahinter steckt.
In der Nacht zum Sonntag rief eine Farmerin die Polizei, weil drei weiße Transporter ihre Einfahrt in Whelford blockierten und vermummte Männer wegrannten. Die Vans standen unmittelbar am Zaun des Stützpunkts, von dem aus US-Bomber Iran angreifen. Fünf Männer zwischen 23 und 25 wurden festgenommen, 85 Häuser evakuiert, Bombenroboter rückten an. Am Montag waren die Männer schon wieder auf Kaution frei.
Die Beschriftung
Einer der Vans trug den Schriftzug „Fuel 2You“ in Rot und eine Handynummer. Laut The Aviationist handelt es sich um offenbar gefälschte Werbung eines Treibstofflieferanten, die Nummer ist keiner solchen Firma öffentlich zugeordnet. Die echte Firma Fuel2U bestätigte laut einem Bericht keinen Bezug zu den Fahrzeugen, deren Logo ist in Grün gehalten. „Fuel 2 You“ heißt sinngemäß „Treibstoff zu dir“ (oder für dich). Wer so etwas anbringt, will als mobiler Tankservice durchgehen, der mit Fässern und Pumpen unterwegs sein darf. Das erklärt Fässer im Wagen bei einer Kontrolle ebenso gut wie bei einem Treibstoffdiebstahl. Laut zwei Militärquellen waren tatsächlich Fässer und Zubehör in den Vans, und die Fahrzeuge standen in der Nähe eines Dieselvorrats. Und natürlich ist Treibstoff auch eine Explosivstoff!
Die Festnahme
Bewaffnete Beamte nahmen die Männer fest, auf Fotos sind sie ohne Oberkörperbekleidung zu sehen, vermutlich als Vorsichtsmaßnahme gegen Sprengstoffwesten. Von Waffen oder Widerstand der Männer berichtet keine Quelle, die ich gefunden habe.
Die Freilassung
Nach dem Terrorism Act hätte man die Männer bis zu 14 Tage festhalten können. Freigelassen wurden sie nach rund einem Tag. Der frühere Chefankläger Nazir Afzal hält es für „vernünftig anzunehmen“, dass es keine Terrorverdächtigen sind. Die Washington Post sieht darin ein Zeichen, dass die Männer nicht als unmittelbare Bedrohung galten.
Die Iran-Frage
Verteidigungsminister Streeting wollte keine Verbindung zum Iran ziehen: Es sei „viel zu früh“ für Spekulationen über Ziele und Motive, andernorts nannte er sie „unverantwortlich“. Das ist bemerkenswert, weil britische Medien den Iran-Bezug zunächst als Tatsache behandelt hatten. Die Terrorpolizei ermittelt laut AP gleichzeitig zum Iran, zu Russland und zu nichtstaatlichen Gruppen. Der Iran bestreitet jede Beteiligung.
Was gegen die Diebstahlthese, oder für eine „Deckung“ der Medien spricht
Die Behörden haben sie nicht bestätigt, die Ermittlungen laufen, und die Männer stehen unter strengen Auflagen. Zudem war auf dem Stützpunkt schon am Vortag angeblich die höchste Alarmstufe ausgerufen worden, bevor die Farmerin anrief. Trump sagte, man habe die Männer angeblich „schon lange unter Beobachtung“ gehabt, wobei jede Aussage des US-Präsidenten zu Stirnrunzeln führen dürfte. Die Polizei nennt dagegen den nächtlichen Anruf als Auslöser. Diesen Widerspruch sollten die Behörden aufklären, egal wie der Fall ausgeht.
Fazit
Fassbare Belege für einen Anschlag hat bisher niemand vorgelegt, für Diebstahl gibt es nur anonyme Quellen. Die Tarnung als Tankfirma passt zu beidem, und ein Fahrzeug im Look eines Treibstofflieferanten ist auch ein klassischer Vorwand, um in Basisnähe unauffällig zu bleiben. Natürlich könnte theoretisch auch gestohlener Treibstoff für einen Anschlag gegen die Basis genutzt werden. Bis die Behörden Anklage erheben oder die Ermittlungen einstellen, ist die Diebstahlthese eine sehr begründete Hypothese, jedenfalls deutlich „logischer“ als „iranische Terroristen“. Und auch logischer als die These eines False Flag-Anschlages, die sich darauf begründete, dass der Anruf an eine Anti-Terror-Telefonnummer unbeantwortet blieb.
Bild: Screenshot von Videobericht über den Vorfall.
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