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Gesundheit

DMSO für Neurologische Notfälle und Schmerz: Was die Studienlage zeigt

8 Kommentare 29. September 2026 11 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

DMSO ist als Therapie bei einer erstaunlich großen Zahl von Erkrankungen und Problemen hilfreich. In einer dreiteiligen Serie befassen wir und heute mit Schlaganfällen und Rückenmarksverletzungen.

A Midwestern Doctor fasst in einem aktuellen Beitrag auf seiner Plattform die Evidenz zusammen. Der Beitrag ist diesmal mit über 152.000 Zeichen extrem lang geworden. Deshalb die Wiedergabe diesmal in drei unabhängigen Teilen. Im ersten Teil ging es um die grundlegende Wirkungsweise von DMSO, im Teil 2 um die Anwendung bei neurologischen Notfällen und Schmerz. Im Teil 3 geht es dann noch um Neurodegeneration, Psyche und Entwicklung.

Schlaganfall: Ein Zeitfenster, das zu klein ist

Rund 800.000 Amerikaner erleiden jährlich einen Schlaganfall. Trotz erheblicher Anstrengungen bleiben Schlaganfälle eine der führenden Ursachen für Tod und Behinderung. Der Grund liegt im Zeitfenster:

  • Die einzige zugelassene Akuttherapie, tPA, kann erst gegeben werden, nachdem ein CT eine Hirnblutung ausgeschlossen hat. Die Behandlung verzögert sich also um Stunden — während Hirngewebe weiter stirbt.
  • tPA erreicht nur einen Bruchteil der Patienten innerhalb seines Fensters.
  • Bei denjenigen, die es erhalten, hilft es etwa 13 % [Quelle: Original, Teil 1].
  • Es trägt ein 6,4-prozentiges Risiko einer symptomatischen Hirnblutung [Quelle: Original, Teil 1].
  • Nach einem Schlaganfall existiert praktisch keine Therapie, die verlorene Funktion wiederherstellt.

Wie DMSO hier ansetzt

DMSO umgeht mehrere dieser Probleme gleichzeitig:

  • Es behandelt ischämische Schlaganfälle und behandelt hämorrhagische teilweise.
  • Es hat kein bekanntes Risiko, eine Blutung zu verschlimmern.
  • Es kann zu Hause oder im Rettungswagen gegeben werden — während die Standarddiagnostik läuft.
  • Es schützt und reaktiviert Gewebe, das der Schlaganfall sonst zerstören würde.

Die Datenlage

Tierexperimentell — und hier habe ich die Primärquelle selbst verifiziert:

  • In einem Rattenmodell zum permanenten Verschluss der Arteria cerebri media reduzierte DMSO den Infarkt um 65 % bei Vorbehandlung, um 44 % bei Behandlung eine Stunde nach Verschluss und um 17 % bei Behandlung nach zwei Stunden. Bemerkenswert: 100 % der behandelten Tiere überlebten drei Tage, gegenüber 50 % in der Kontrollgruppe. Der Effekt beruhte auf einer „Einfrierung“ der Läsionsausdehnung im Grenzbereich zwischen Kern und Penumbra. Quelle: PMC2949963

Humanstudie:

  • In einem Trial mit 11 ischämischen Schlaganfallpatienten waren nach drei Monaten 63 % „verbessert“ oder „deutlich verbessert“ unter IV-DMSO, gegenüber 20 % unter Standardtherapie — und der Nutzen hielt auch bei spätem Behandlungsbeginn an.
  • In 100 chilenischen Patienten mit zerebrovaskulärer Erkrankung beschleunigte DMSO die Erholung von Hemiplegie und Aphasie.
  • In 127 älteren Patienten mit zerebrovaskulären Störungen erzielte die DMSO-Iontophorese bei 86 % bis zur fünften Sitzung eine klinische Verbesserung.
  • In 250 Patienten stabilisierte DMSO-Iontophorese mit Vinpocetin die Hirndurchblutung und verbesserte die Versorgung der großen Hirnarterien.
  • In drei Neugeborenen mit perinataler hypoxischer Hirnschädigung normalisierte DMSO-Vitamin-E-Elektrophorese Muskeltonus und Reflexe schneller als die Standardtherapie.

Stanley Jacob, der Pionier der DMSO-Forschung, hielt DMSO für so bedeutsam beim Schlaganfall, dass er Patienten Heim-Sets zum Selbst-Injizieren mitgab, damit sie es beim ersten Symptom sofort anwenden konnten. Eine Übersichtsarbeit von 1992 kam zu dem Schluss, dass DMSO Mannitol, Dexamethason und Barbituraten als Neuroprotektivum überlegen war .

Hirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma und Hirnschwellung

Wenn das Gehirn anschwillt oder blutet, steigt der intrakranielle Druck (ICP) und quetscht zunehmend Hirngewebe ab. Die bestehenden Optionen sind schlecht:

  • Mannitol kann einen Rebound-Effekt verursachen — der Druck steigt über den Ausgangswert hinaus.
  • Barbiturate senken den Blutdruck und versetzen Patienten in ein Koma.

DMSO greift an mehreren Stellen an: Es senkt den ICP innerhalb von Minuten ohne Rebound, erhöht gleichzeitig die Hirndurchblutung, neutralisiert das toxische Eisen, das aus ausgetretenem Blut freigesetzt wird, und schützt Neuronen, die sonst in den Stunden und Tagen nach der Verletzung sterben würden.

Humanstudien — und hier ist die Zahl der Humanstudien ungewöhnlich hoch:

  • In 11 todkranken Patienten mit gefährlich hohem ICP (aus Trauma, Enzephalitis oder Blutung), die die Standardtherapie inklusive Barbituraten und Mannitol nicht angesprochen hatten, senkte IV-DMSO den Druck innerhalb von Minuten. Drei, die man für sterbend hielt, erholten sich gut.

  • Von neun Patienten, die nach einer Aneurysma-Operation gelähmt waren, erholten sich alle bis auf einen vollständig, mehrere innerhalb einer Stunde. Besonders bemerkenswert: Bei einem Mann kehrte die Lähmung zurück, als DMSO abgesetzt wurde, und löste sich erneut, als es wieder gegeben wurde. Das ist ein Muster, das schwer als Placebo zu erklären ist.
  • In 10 Patienten mit schwerem geschlossenem Schädel-Hirn-Trauma (ICP 40 bis 127 mmHg) begann der Druck innerhalb von 30 Minuten zu fallen; nach drei Monaten hatten sieben minimale oder keine Beeinträchtigungen.
  • In 10 Patienten mit schweren Kopfverletzungen (Glasgow Coma Scale ≤ 6) überlebten sieben, sechs ohne grobe Defizite.

  • In 12 SHT-Patienten senkte DMSO den ICP in 21 von 23 Behandlungen — die zwei Versager sprachen auch auf Mannitol und Furosemid nicht an.
  • In 35 Patienten mit notfallmäßiger Schädeloperation kontrollierte DMSO den ICP in 75 % gegenüber 53 % mit Standardtherapie — einschließlich der Hälfte derer, bei denen die konventionelle Behandlung bereits versagt hatte.
  • Ein Neurochirurg der UC San Diego schrieb DMSO die Rettung von 11 von 30 für todkrank gehaltenen Kopfverletzten zu und nannte das Ergebnis „phänomenal“. Das Haupthindernis damals: DMSO löste teilweise die Infusionsschläuche jener Ära auf.
  • In einem ukrainischen Trial mit 75 schweren SHT-Patienten reduzierte IV-DMSO den oxidativen Schaden, der die sekundäre Hirnschädigung antreibt, und beschleunigte die neurologische Erholung — meningeale und autonome Symptome verbesserten sich bei über 95 % im Vergleich zur Standardtherapie.

Tiermodelle: In Affen, Hunden, Katzen, Kaninchen und Ratten übertraf DMSO wiederholt die Standardbehandlungen — bei simulierten Hämatomen, Hirndruck, Schusswunden, Kopfaufprall und Hirnblutungen. Besonders deutlich: 14 von 15 Affen mit simuliertem Hämatom überlebten unter DMSO, gegenüber 10 von 15 unter Harnstoff und 0 von 10 unter Kochsalzlösung.

Tierexperimentell verifiziert: In einem TBI-Modell an Ratten war die Neuroprotektion in der DMSO-Kontrollgruppe ebenso groß wie in den Behandlungsgruppen — so stark, dass die Autoren keine Aussage über die eigentlich getesteten Substanzen treffen konnten und zu dem Schluss kamen, DMSO sei ein eigenständiges neuroprotektives Agens. Quelle: PubMed 19096138

Ebenfalls verifiziert: Eine Rattenstudie nach traumatischer Hirnverletzung zeigte Verbesserungen bei Lernen, Gedächtnis, Angstverhalten und Motorik, einhergehend mit erhöhten Aktivitäten der Antioxidantien-Enzyme SOD, CAT und GPx sowie reduzierter Lipidperoxidation. Quelle: PMC9638698

Rückenmark und Lähmung: Die unbequemste Datenlage

Das Rückenmark regeneriert nicht — Querschnittlähmungen gelten als permanent. Patienten werden darauf vorbereitet, dass ihr Leben von Lähmung und schweren Komplikationen geprägt sein wird. Wings for Life behauptet das noch immer, obwohl sie auf die Heilmöglichkeiten hingewiesen wurden. Scheint als geschäftsschädigend betrachtet zu werden.

Und doch: Tierärzte verwenden IV-DMSO seit Jahrzehnten, um gelähmte Hunde und Pferde wieder auf die Beine zu bringen. Veterinärmedizinische Lehrbücher der 1980er Jahre listeten bereits standardisierte Protokolle.

Humanfälle:

  • Stanley Jacob behandelte drei Patienten, die 5, 6 und 9 Stunden nach Verletzung gelähmt ankamen — weit jenseits dessen, was man für erholbar hielt. Zwei erlangten die Fähigkeit zu gehen zurück.
  • Ein Ingenieur, 12 Jahre gelähmt, machte nach Beginn der DMSO-Behandlung bemerkenswerte Fortschritte.
  • Ein Student mit C4-C5-Fraktur, fast zwei Jahre nach der Verletzung behandelt, gewann schrittweise Sensation, Gliedmaßenbewegung und Handfunktion zurück — bis die FDA ihm den Zugang abschnitt. Er erholte sich weit genug, um sein Studium abzuschließen.

Wichtig: Die einzige formale Humanstudie — eine Sicherheitsstudie an sieben Patienten mit Rückenmarksverletzungen — fand keine Nierenschädigung durch IV-DMSO.

Tierdaten: In Hunden, Katzen, Kaninchen und Ratten mit Rückenmarkskontusionen, Kompressionen, Durchtrennungen oder Durchblutungsverlust verhinderte oder reversierte DMSO konsistent die Lähmung. Besonders deutlich: Bei Hunden, bei denen jedes unbehandelte Tier dauerhaft gelähmt blieb, gingen die meisten DMSO-behandelten Hunde wieder. Bei unterbrochener Rückenmarksdurchblutung erholten sich 11 von 12 behandelten Hunden vollständig, gegenüber 1 von 12 Kontrollen.

Rückenschmerz: Wo die Daten am breitesten sind

Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für Behinderung — und berüchtigt schwer zu behandeln, weil dieselben Symptome Dutzende verschiedene Ursachen haben können. Behandlungen, die auf eine einzelne Ursache zielen (einschließlich teurer Operationen), scheitern bei den meisten Patienten.

DMSO greift viele Ursachen gleichzeitig an: verspannte Muskeln, entzündete Gelenke, gestörte Durchblutung, vorgewölbte Bandscheiben, dysfunktionale Nervenschaltkreise.

Studienlage — rund 170 Studien, überwiegend aus Russland und Osteuropa, wo DMSO Standardbestandteil der Wirbelsäulentherapie ist:

  • In einer russischen placebokontrollierten Studie mit 68 Patienten senkte DMSO-Gel den Schmerz von 7,46 auf 2,58 (Placebo: 7,13 auf 4,73) und verbesserte die Behinderungswerte um 60 % (Placebo: 35 %).
  • In einem Rehabilitationsprogramm mit 320 Patienten reduzierte DMSO den Schmerz auf 0 bis 2 bei 89 % (Kontrollen: 73 %), mit Remission bei 80 % bei jährlicher Wiederholung.
  • In vier Studien mit 64 bis 147 Patienten mit zervikaler Radikulopathie waren DMSO-Kompressen bei 69 bis 84 % erfolgreich.
  • Bei zervikaler Osteochondrose reduzierte DMSO die Arbeitsunfähigkeitstage über zwei Jahre um das 4,7-Fache.
  • In über einem Dutzend russischer Studien — darunter eine mit 221 Patienten, bei der 98,2 % eine Reduktion im CT zeigten — verkleinerte DMSO-verstärkte Iontophorese eines Papaya-Enzyms Bandscheibenvorfälle um 2 bis 7 mm bei 75 bis 98 % der Patienten und ermöglichte rund 45 %, eine Operation zu vermeiden. Das Protokoll wurde in über 8.500 Patienten allein in Armenien eingesetzt.

Periphere Nerven, Neuropathie und CRPS

Periphere Nerven können regenerieren — aber langsam (etwa 1 mm pro Tag) und oft unvollständig. Die Standardtherapien (Gabapentin, Pregabalin, Opioide) lindern Symptome bestenfalls teilweise und haben erhebliche Nebenwirkungen.

Nervenregeneration [Quelle: Original, Teil 2]: In Tiermodellen mit durchtrennten, gequetschten oder komprimierten Nerven verbesserte DMSO konsistent die Regeneration. In Ratten mit durchtrenntem Ischiasnerv stieg die Nervenreizleitungsamplitude um 935 %, die Leitungsgeschwindigkeit um 303 % und die Expression des Nervenwachstumsfaktors um 227 %. Bei der Überbrückung von Nervenlücken übertraf DMSO Autografts — den chirurgischen Goldstandard.

Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) — hier liegt die stärkste Evidenz vor:

  • Etwa 50 Studien, darunter mehrere randomisierte kontrollierte Trials.
  • Eine Studie von 1985 berichtete eine Erholungsrate von etwa 90 % bei frühem Behandlungsbeginn.
  • In einer RCT mit 31 Patienten senkte DMSO-Creme den medianen Krankheitswert von 5 auf 0 (Placebo: 4 auf 2).
  • In 37 Patienten fielen die Schmerzwerte von 5,3 auf 0,9.
  • In einer RCT mit 146 Patienten verbesserten sich etwa 80 %.
  • In einem Vergleich mit 145 Patienten übertraf DMSO N-Acetylcystein und war kosteneffektiver.
  • Deutsche, niederländische und russische Leitlinien empfehlen 50-prozentige DMSO-Creme für die akute CRPS-Phase.

Weitere periphere Erkrankungen [Quelle: Original, Teil 2]:

  • Trigeminusneuralgie: In 35 Patienten mit über einjähriger Erkrankung verbesserten sich 26, 13 erholten sich vollständig. In 154 Patienten mit verschiedenen Erkrankungen erzielte ein DMSO-Iontophorese-Protokoll bei 93 % eine deutliche Verbesserung.
  • Post-Zoster-Neuralgie: Eine RCT von 1992 mit 171 Patienten fand eine Kombination in DMSO überlegen gegenüber Aciclovir bei der Prävention. Eine RCT von 1974 mit 118 Patienten zeigte signifikante Verbesserungen.
  • Fazialisparese: In einer kontrollierten Studie mit 65 Bell’s-Palsy-Patienten erhöhte DMSO die Heilungsrate und verkürzte die Erholung.
  • Karpaltunnel und Kompressionsneuropathien: In Diabetikern verbesserte DMSO 83 % der betroffenen Hände — ohne den Blutzucker zu erhöhen, wie es Steroidinjektionen tun.

Die entscheidende Einschränkung

Der AMD betont es ausdrücklich, und es gehört in jeden seriösen Text zu diesem Thema:

DMSO darf niemals als Grund dienen, die Notfallversorgung zu verzögern. Manche Schlaganfälle und Hirnblutungen erfordern sofortige chirurgische Intervention. DMSO ist als komplementäre Maßnahme auf dem Weg ins Krankenhaus gedacht — nicht als Ersatz für medizinische Notfallversorgung.

Fazit

DMSO ist kein Allheilmittel. Aber es ist ein zu Unrecht vernachlässigtes Molekül mit plausiblen Mechanismen, umfangreicher präklinischer Evidenz und einer nachweislich unterdrückten Geschichte. Die zentrale Frage ist nicht, ob es wirkt — sondern warum wir so wenig darüber wissen, und wem das nützt.

Es lohnt jedenfalls den Original-Artikel „DMSO is a Miraculous Therapy for Neurological Diseases“ zu lesen!

Mehr Information zu DMSO

Es gibt einen umfangreichen Schatz an Wissen in einer ganzen Reihe von Büchern:

DMSO und Mischungen sind entweder in Fach-Drogerien, Apotheken (die auch Mischungen auf Bestellung machen wie etwa für Augentropfen)  oder im Versandhandel zu finden:

Und noch mehr zu DMSO gibt es hier in TKP:

Über Protokolle für die Anwendung:

Die wichtigsten Anwendungen:


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8 Kommentare

  1. Jochen Mitschka
    Antworten

    Ach noch ein Hinweis. Wenn man prüfen will, ob wirklich nur der wirtschaftliche Grund gegen ein Produkt spricht, kann man mal nachschauen, wie denn so die Anwendung in Staaten ist, in denen der Staat das Gesundheitswesen finanziert. Weil dort müssten die Behörden sehr interessiert sein, preiswerte Alternativen zur Verfügung zu stellen. Und voilà:

    In China und Russland genießt Dimethylsulfoxid (DMSO) eine deutlich breitere medizinische und regulatorische Akzeptanz als in vielen westlichen Ländern. Während die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA DMSO primär für eine einzige seltene Blasenerkrankung freigibt, ist es in beiden Ländern ein etabliertes und weit verbreitetes Mittel zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

    Behandlung und Status in Russland
    Russland gilt als eines der Pionierländer in der medizinischen Erforschung und Nutzung von DMSO, was historisch eng mit dem russischen Chemiker Alexander Saizew verknüpft ist, der die Substanz im 19. Jahrhundert erstmals synthetisierte.

    • Medizinisches Standardpräparat („Dimexid“): Unter dem Handelsnamen Dimexid (Димексид) ist DMSO in Russland ein offiziell zugelassenes, extrem populäres Arzneimittel. Es wird flüssig, als Gel oder als Salbe verkauft.
    • Breites Anwendungsspektrum: Es wird standardmäßig bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (wie Arthrose, Arthritis und Spondylitis), bei Sportverletzungen (Verstauchungen, Prellungen), Verbrennungen sowie in der Chirurgie zur besseren Wundheilung und Transplantatbehandlung eingesetzt.
    • Kombinationstherapien: In russischen Kliniken wird die penetrationsfördernde Eigenschaft von DMSO genutzt, um Antibiotika, Heparin oder lokale Betäubungsmittel tiefer in das Gewebe zu schleusen.
    • Selbstmedikation: Es gibt gesetzliche Regelungen, die DMSO für die freie Selbstmedikation (Over-the-Counter) zugänglich machen. Es ist fester Bestandteil fast jeder russischen Hausapotheke.

    Behandlung und Status in China
    In China ist DMSO sowohl in der modernen Medizin als auch in der industriellen Produktion stark verankert.
    • Einsatz zur topischen Schmerzlinderung: DMSO ist in China sehr weit verbreitet und wird von Patienten in großem Stil zur eigenverantwortlichen, äußerlichen Schmerztherapie bei Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen genutzt.
    • Pharmazeutischer Hilfsstoff (Excipient): Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA führt DMSO als anerkannten pharmazeutischen Hilfsstoff. Es dient in zahlreichen lokal hergestellten Cremes und Tinkturen als Trägersubstanz (Penetrationsverstärker), um die Wirkstoffe traditioneller chinesischer Medizin (TCM) oder westlicher Pharmaka schneller durch die Hautbarriere zu transportieren.
    • Träger in der Akupunktur & Onkologie: In der klinischen Forschung und Praxis wird DMSO vereinzelt auch genutzt, um Gewebe für bestimmte Behandlungen (z. B. in der dermatologischen Onkologie) empfänglicher zu machen.

    Ich würde sagen: Test bestanden.

  2. Jurgen
    Antworten

    OK, ich lasse diesmal meine kritische Anmerkung bzgl. der Blut-Hirn Schranke…

  3. Jochen Mitschka
    Antworten

    Warum ich auf DMSO als Behandlungsmittel verzichte
    Nachdem ich fast 1,5 Liter DMSO in verschiedenen Szenarien auch über einen längeren Zeitraum ausprobiert habe, muss ich folgende Feststellungen treffen.
    a) DMSO sollte nur von erfahrenen Behandlern eingesetzt werden
    b) Ein Mittel, dass extreme Wirkungen hat, muss zwangsläufig auch heftige Nebenwirkungen oder Risiken haben.

    Meine Erfahrungen mit DMSO betreffen vier Szenarien. Über drei davon will ich kurz berichten.

    Kniearthrose. Zunehmende Schmerzen im Knie, insbesondere in der Nacht. Nach Röntgen und Befund eines Orthopäden „Altersverschleiß“ und Verordnung von Schmerzmitteln sowie „Muskelaufbau“ (letzteres führte zu noch stärkeren Schmerzen), versuchte ich DMSO zunächst äußerlich mit steigenden Konzentrationen. Leider ohne Erfolg. Je höher die Dosierung, desto heftiger die Hautreaktion. Schließlich Versuch von subkutanen Injektionen aber wegen heftiger Schmerzen an der Einstichstelle abgebrochen.
    Tatsächlich führte dann eine Behandlung mit Prednisolon (30mg über 3 Tage, dann stufenweise reduziert) was die akuten Schmerzen, die zu Schlaflosigkeit führten, linderten, dann mit hohen Dosen MSM (ein „Abbauprodukt“ von DMSO in Pulverform) + Chondroitin über 3 Monate zu vollständigen Verschwinden der Symptome. MSM (Methylsulfonylmethan) ist im Prinzip ein Oxidationsprodukt beziehungsweise ein aktiver Metabolit (Abbauprodukt) von DMSO (Dimethylsulfoxid).
    In der Forschung ist die Wirkung von geschlucktem Chondroitin umstritten. Während einige Studien moderate Verbesserungen bei Knieschmerzen und Entzündungen zeigen, kritisieren Verbraucherschützer und andere Fachleute, dass die Substanz im Magen-Darm-Trakt zerlegt wird und nur in sehr geringen Mengen überhaupt im Gelenk ankommt. Aber bei mir scheint es die Wirkung von MSM verbessert zu haben.
    Rheumaähnliche Entzündungen durch eine Autoimmunerkrankung. Hier wurde äußerlich nach dem Duschen ein DMSO-Spray aufgebracht, ebenfalls in steigernder Dosierung. Ein Nachlassen der entzündungsbedingten Schmerzen fand jedoch nicht statt. Stattdessen zeigten sich Hautveränderungen, die nach Absetzen wieder verschwanden. Auch innerliche Anwendungen zeigten keine schmerzstillende d.h. entzündungshemmende Wirkung, die erwartet wurde.
    Warze. Auftragen von unverdünntem DMSO auf Empfehlung eines Arztes zeigte nur sehr geringe Wirksamkeit hinsichtlich Rückbildung oder Beseitigung der Warze, auch nach 3 Wochen Behandlung. Daraufhin war Behandlung konventionell mit Kältemittel erfolgreich.

    Mein Fazit: Eine Flasche verdünnt, eine unverdünnt steht noch im Schrank. Und meine Meinung: „Jeder Jeck is anders“. Was bei einem wirkt, kann beim anderen nur Nebenwirkungen erzeugen. Also gehört das Mittel in die Hände von erfahrenen Behandlern, welche die persönlichen Reaktionen abwägen können.

    1. anamcara
      Antworten

      Falls Sie alternativ nach einer gut verträglichen Unterstützung für die Gelenke suchen, würde ich Ihnen empfehlen, mal einen Blick auf Rhuleave-K zu werfen. Auch bei rheumaähnlichen Entzündungen durch eine Autoimmunerkrankung könnte Rhuleave-K für die Zukunft ein interessanter Ansatz sein.

      Das ist ein geprüfter Markenrohstoff, der hochdosierte Extrakte aus Kurkuma und Indischem Weihrauch kombiniert. Das Ganze ist in schwarzem Sesamöl gelöst, damit der Darm die Wirkstoffe besonders schnell und effektiv aufnehmen kann.

      Es gibt dazu zwei mir bekannte Studien, die das Ganze belegen:
      -Bei akuten Schmerzen: Wie im Beitrag von Transition News* beschrieben, zeigt eine Studie mit 232 Teilnehmern eine enorme Schnelligkeit bei akuten, sport- und bewegungsbedingten Muskelschmerzen. Über 90 % der Probanden spürten bereits nach ca. 40 bis 68 Minuten eine spürbare Erleichterung, und nach sechs Stunden waren die Schmerzen um 97 Prozent reduziert.

      -Bei chronischer Arthrose: Schauen Sie sich auch mal den Kommentar unter dem Artikel von Transition News an! Dort wird eine weitere, spannende klinische Studie (August 2025) mit Kniearthrose-Patienten (Grad 2–3) zitiert. Diese zeigt die langfristige Wirkung bei kontinuierlicher Einnahme: Nach 12 Wochen verringerte sich die Gelenksteifigkeit um 67 %, die Alltagsfunktion verbesserte sich um 48 % und der Entzündungsmarker CRP im Blut sank um 77 %. Erste dauerhafte Erfolge setzten hier ab der 6. Woche ein.

      Ein entscheidender Faktor in dieser Arthrose-Studie war, dass der wichtige Entzündungsmarker CRP im Blut um ganze 77 % sank. Das ist der Punkt, der gerade bei einer Autoimmunerkrankung von zentraler Bedeutung sein könnte. Zwar wurde genau dieses spezifische Kombiprodukt noch nicht direkt an Rheuma-Patienten getestet, aber die Wissenschaft weiß schon lange, dass Kurkuma und Weihrauch wie eine natürliche Bremse für genau die Entzündungswege wirken, die auch bei autoimmunen Schüben im Körper aktiv sind. Dass diese Kombination bei beiden Erkrankungen ansetzt, zeigte bereits eine ältere, grundlegende Vergleichsstudie „A randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial of a herbal formulation containing Curcuma longa and Boswellia serrata extracts in osteoarthritis and rheumatoid arthritis“.

      -Sicherheit: In beiden Szenarien zeigt sich: Die Kapseln sind absolut sicher in der Anwendung und belasten den Magen nicht wie klassische, chemische Schmerzmittel.

      -Hinweis am Rande (da Sie das Thema ansprachen): Bei Warzen muss man stark differenzieren: Es kommt ganz entscheidend auf die Viren-Art (HPV-Typ) und die Gewebestruktur an. Bei stark verhornten Typen bewirkt DMSO allein wenig. Wie der DMSO-Experte Dr. Hartmut Fischer in seinen bekannten Publikationen beschreibt, entfaltet DMSO bei Warzen seine volle Wirkung als Schleppersubstanz oft erst mit starken Kombi-Partnern: Während Stoffe wie Salicylsäure die zähe Hornschicht aufweichen, schleust DMSO antivirale oder oxidierende Wirkstoffe (wie Wasserstoffperoxid) tief in das infizierte Gewebe ein.

      https://transition-news.org/kurkuma-und-weihrauch-zeigten-erstaunliche-wirkung-bei-akuten-schmerzen

      1. Jochen Mitschka

        Danke für die Hinweise. Bei chronischen Erkrankungen sind die Kosten der Therapie wichtig, soweit diese nicht von Krankenkassen übernommen wird. Und auch die Verfügbarkeit in den entsprechenden Regionen. Leider sieht es bei Rhuleave-K da nicht so gut aus. Aber trotzdem guter Hinweis zu beobachten.

    2. Paule
      Antworten

      Lieber Herr Mitschka,
      ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Offenbar gehöre ich zu den 20%, bei denen DMSO (meist) nichts erkennbar bringt.
      Trotzdem verwende ich es immer wieder. Weil ich davon überzeugt bin.
      Zu Ihrer Kniearthrose: sehen Sie sich an goldakupunktur.de. Ich habe beide Knie „vergoldet“. Bin zwar nicht beschwerdefrei, habe aber keine Schmerzen. Einmaliger Eingriff. Dazu der Erfahrungsbericht „Two Golden Girls“.
      Zum anderen: es gibt ein „einfaches“ Mittel: Cumin, Koriander, Muskatnuss. Z. B. bei DM als fertige Mischung. Kostest fast nichts, garantiert ohne (unangenehme) Nebenwirkungen. Sollte ein Versuch wert sein. Mir hat es (bei „Rücken“) beim ersten Mal geholfen. In der Wiederholung weniger gut.
      P. F.
      ———————-

      1. Jochen Mitschka

        Danke für den Hinweis. Ich bin dank MSM als Hauptagent (mit Chondroitin kombiniert) vollkommen beschwerdefrei. Laufe wieder 7-8 km durch das Desert ohne Symptome. Hauptproblem ist MSM in den Mengen kostengünstig hier zu beschaffen. Weil die Packungsgrößen zu klein sind. Bei drei Teelöffel (ich) und 1 für meine Frau ist selbst ein Kilo gefühlt viel zu schnell verbraucht.

  4. Satya
    Antworten

    Ich kenne DMSO und sein Brüderchen MSM schon einige Jahre und verwende es natürlich täglich (DMSO) bei Schmerzen und / oder Regenerationshilfe bei degenerativen Gelenkentwicklungen (Bandscheiben, Durchblutungddympomen, Spinalkanalstenose) und ich haben den deutlichen Eindruck, das es wirksam ist und diese Wirksamkeit nicht auf Placeboeffekte zurückzuführen ist. Die FDA ist natürlich nicht daran interessiert, da es niedrig im Preis und einfach in der Herstellung ist – die wollen ja Geld verdienen und das, möglichst viel.

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