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Politik

US-Botschafterin droht Griechenland offen mit Regimewechsel

11 Kommentare 28. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle – enge Verbündete von Donald Trump und frühere Verlobte von Donald Trump Jr. – hat laut einem Bericht des Wall Street Journal bei einem privaten Abendessen in Athen im März 2026 unverhohlen mit der Möglichkeit gedroht, die griechische Regierung zu stürzen: „Wir können das mit jedem Land machen.“

Im Streit mit dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou bezog sie sich auf den bevorstehenden Zusammenbruch der rumänischen Regierung und sagte: „We can do that to any country we want. We can do that here.“ (Wir können das mit jedem Land machen, das wir wollen. Wir können das auch hier machen.) Papastavrou widersprach und betonte, die USA könnten eine vom Volk gewählte Regierung nicht einfach austauschen. Guilfoyles Anwalt bestreitet die Darstellung des Gesprächs. Der Vorfall kam erst jetzt durch die WSJ-Recherche ans Licht, die vor allem die undurchsichtigen Geschäfte der Botschafterin bei Energie-Deals beleuchtet.

Hier der entsprechende Auszug aus dem WSJ, von Ben Norton auf X gepostet:

Offene Machtpolitik statt Diplomatie

Guilfoyle, die 2025 als Botschafterin bestätigt wurde, treibt in Südosteuropa aggressiv den Verkauf von US-Flüssigerdgas (LNG) voran. Sie drängt Balkan-Staaten, über die griechische Firma Aktor Group amerikanisches Gas zu kaufen. Dabei wird sie regelmäßig von dem Lobbyisten Christos Marafatsos begleitet, der für Aktor arbeitet und von manchen ausländischen Beamten fälschlich für ihren Stabschef gehalten wird. Der CEO von Aktor stellte ihr sogar einen Privatjet für Reisen nach Bulgarien zur Verfügung. Aktor landete unter anderem einen 6-Milliarden-Dollar-Deal über 20 Jahre in Albanien.

Die Äußerung über Regimewechsel ist kein Ausrutscher. Sie erinnert an Elon Musks berühmten Satz nach dem US-unterstützten Putsch gegen Evo Morales in Bolivien 2019: „We will coup whoever we want! Deal with it.“ Die USA haben eine lange Tradition der Einmischung in souveräne Staaten – von Lateinamerika über den Nahen Osten bis nach Osteuropa. Dass eine amtierende Botschafterin das so offen ausspricht, zeigt, wie wenig man sich noch um diplomatische Fassaden bemüht.

Energie-Interessen und politische Erpressung

Der Kontext ist klar: Die Trump-Administration will Europa von russischem Gas abkoppeln und US-LNG durchsetzen. Guilfoyle nutzt ihre Position, um konkrete Firmeninteressen zu fördern – unter dem Deckmantel der „Energiesicherheit“. Kritiker, darunter frühere US-Sicherheitsbeamte, nennen das „absolut problematisch“. Ein Botschafter soll nationale Interessen vertreten, nicht private Lobbyisten zu Treffen mit ausländischen Präsidenten mitbringen.

Die Reaktion in Griechenland und Rumänien ist bisher verhalten. Die griechische Regierung schweigt weitgehend. In Rumänien fiel die Regierung von Ilie Bolojan im Mai 2026 durch ein Misstrauensvotum – ob und wie die USA dabei eine Rolle spielten, bleibt Spekulation. Doch die Botschaft aus dem Mund der Botschafterin ist unmissverständlich: Souveränität gilt nur, solange sie Washingtons Wünschen entspricht.

Die Doppelmoral des Westens

Während die USA und ihre Verbündeten überall „Demokratie“ und „Regelbasierte Ordnung“ predigen, drohen ihre Vertreter offen mit der Beseitigung unbotmäßiger Regierungen. Griechenland ist ein NATO-Partner und enger Verbündeter. Wenn schon dort so gesprochen wird, wie erst in Ländern, die sich den US-Interessen widersetzen?

Der Fall Guilfoyle legt offen, was seit Jahrzehnten Praxis ist: Diplomatie als Fortsetzung von Erpressung und Einflussnahme mit anderen Mitteln. Die Medien berichten – und gehen zur Tagesordnung über. Die eigentliche Skandalon ist nicht die Aussage selbst, sondern dass sie in der heutigen geopolitischen Lage kaum noch überrascht. Solange der Westen seine Machtpolitik mit moralischen Phrasen kaschiert, bleibt die „regelbasierte Ordnung“ das, was sie immer war: ein Instrument der Stärkeren.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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Rumäniens politische Krise vertieft sich

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11 Kommentare

  1. Vivarium Eins
    Antworten

    Wenn die USA dies könnten, hätten wir in DE eine andere Regierung. Also bullshit

  2. cwsuisse
    Antworten

    Wer mit Donald Trump verlobt war hat definitiv einen an der Waffel.

  3. maxstirner
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    Nach dem 2. WK haben genau diese USA in Griechenland eine wunderhübsche Militärdiktatur installiert. Bzgl Bolivien und der moderneren Variante gibt es einen tollen Dokumentarfilm: „Our Brand is Crisis“, es geht darum, wie US-Marketingunternehmen (noch vor Morales, der davon vielleicht profitierte) einen US-Bolivianer, der nicht einmal vernünftig der Landessprache mächtig war, in das Präsidentenamt zu hieven. Am Beispiel Iran wurde ja letztens schön demonstriert, dass sie schnell den vorletzten Diktator or dessen Nachfahren für einen Regimechance zur Hand haben. Will heißen: Sogar falls wir Blackrock-Merz irgendwie abgesägt kriegen, dann kommt halt Baerbock als Mutti 3.0 recycled, die kriegt ja gerade in den USA ihr „Update“ :D

  4. Jan
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    Mit „wir“ muss nicht zwangsläufig ein Staat gemeint sein, man denke an „Unsere Demokratur“ oder das „wir“ der Obersten Ungewählten, die keinen Staat vertritt, oder die berümten Worte des größten Mediziners aller Zeiten (GröMaz), „wir“ werden 8 Mrd Menschen impfen.

  5. Jurgen
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    Die USA hatten ihr Regimewechsel ja schon und sind nur noch militärischer und CIA Handlanger…

  6. Peter Ruzsicska
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    Geld hält die Welt nach wie vor an den Eiern der Abhängigen fest – Dies eitert immer deutlicher in sämtliche Wahrnehmungshorizonte und ändert nach wie vor gar nichts.
    Wenngleich der Krug solange zum Brunnen kriecht bis er bricht…

    1. Varus
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      Pepe Escobar in den Ungeschnittenen zu den „Sekundärsanktionen“: „… Er verweist auf Länder, die amerikanische Sekundärsanktionen gegen iranische Fluggesellschaften nach seiner Darstellung zunehmend ignorieren. Er nennt unter anderem die Türkei, Malaysia, Vietnam, Usbekistan, Tadschikistan, Kasachstan und insbesondere China. … Sollte der Globale Süden amerikanische Sekundärsanktionen zunehmend ignorieren, sieht er darin einen möglichen Beginn einer langfristigen Schwächung der Dominanz des Dollars im internationalen Handel. …“ – Mir scheint, nirgends ist man derart unterwürfig wie in Westeuropa – sogar in der Türkei gleich hinter der Grenze nicht mehr.

      1. Jurgen

        Der US-Dollar schafft sich selber ab, sobald die Carry-Trades über den Yen glatt gestellt werden müssen, ist die nächste Phase erreicht. Silber liegt dann bei 200-300. Also jetzt noch kaufen und hinlegen, egal ob Mehrschwein drauf ist. Oder halt Gold kaufen, das kann man im WorstCase leichter transportieren…

    2. Jan
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      Wie wir bei Epstein gesehen haben, gibt es neben Geld offenbar noch andere Bindungsstrukturen.

  7. Konrad Kugler
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    Wann stellt sich die ganze Menschheit gegen die United States, dem Feind der ganzen Menschheit?
    „Der Amerikaner ist konservativ, er will eine Waffe haben.“ Dieser Satz erschütterte meine Einstellung zu unserem ?Schutzengel? Alle Staatssymbole sind freimaurerisch. Und das ist der Unterschied zu St. Georg im Staatswappen Rußlands.

  8. Glass Steagall Act
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    Ich denke, so etwas nennt man auch Kolonialismus. Die USA haben diesen bis in die heutige Zeit hineingetragen und bauen diesen täglich aus. Venezuela, Iran, Kuba, Grönland. Überall wird versucht die Welt in die USA zu integrieren.
    Momentan zeigt der Iran, dass der amerikanische Kolonialismus auch seine Grenzen hat! Griechenland dürfte aber nicht die Kraft haben.

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