
Der Persische Golf kommt nicht zurück – Energiewelt für immer verändert
Die Annahme, der Krieg zwischen den USA und Iran werde irgendwann enden und die Straße von Hormus wieder in den Normalzustand zurückkehren, erweist sich als gefährliche Illusion. Die Zerstörung der Energieinfrastruktur im Golf ist kein Kollateralschaden eines Krieges, sondern ein gezielter Schritt hin zum zivilisatorischen Zusammenbruch. Mike Adams beschreibt die dramatischen Folgen.
Was im Februar 2026 mit US- und israelischen Schlägen gegen Iran begann, hat den wichtigsten Energiekorridor der Welt in einen Zustand dauerhafter Instabilität versetzt. Mike Adams formuliert es auf Natural News pointiert: „Der Persische Golf wird nie wieder so sein wie früher – und genau das ist es, was sie wollen“. Die physische und geopolitische Zerstörung im Golf ist so tiefgreifend, dass eine Rückkehr zu den Vorkriegs-Ausfuhren von rund 20 Millionen Barrel Öl und Produkten pro Tag auf absehbare Zeit unrealistisch erscheint.
Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Vor dem Konflikt passierten etwa 20 Prozent des weltweiten Öls und ein beträchtlicher Teil des LNG die Straße von Hormus. Seit dem 28. Februar 2026 ist der Verkehr massiv eingebrochen – zeitweise auf ein Zehntel oder weniger des Normalwerts. Aktuelle Tracking-Daten zeigen anhaltend niedrige Transitzahlen, Blockaden, Angriffe auf Schiffe und wiederholte Eskalationen. Die IEA spricht von der „größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts“. Die Erholung eines signifikanten Teils der Produktion könne bis zu zwei Jahre dauern – und das ist die optimistische Variante.
Besonders dramatisch ist der Schaden an der physischen Infrastruktur. Iranische Angriffe auf den Ras-Laffan-Komplex in Katar haben rund 17 Prozent der katarischen LNG-Kapazität für drei bis fünf Jahre lahmgelegt. Der jährliche Umsatzverlust wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt, die Wiederaufbaukosten auf 26 Milliarden. Ein späterer Explosionsunfall bei Wiederanfahrversuchen hat die Lage zusätzlich verschlimmert.
Entsalzungsanlagen, Stromnetze und Gasverarbeitungsanlagen in der Region wurden getroffen oder sind bedroht. In einer 40–50 Grad heißen Wüste ohne funktionierende Kühlung und Wasser ist der Wiederaufbau kein technisches, sondern ein zivilisatorisches Problem.
Die Folgen reichen weit über den Spritpreis hinaus. Der Ausfall von Erdgas aus dem Golf trifft die Haber-Bosch-Produktion von Stickstoffdünger. Dieselknappheit und gestörte Transportketten belasten die Landwirtschaft. Die IEA und Marktanalysten rechnen mit anhaltenden Lieferengpässen bei Öl und LNG bis weit in 2027 – mit entsprechenden Auswirkungen auf Europa, das ohnehin schon unter den selbst verordneten Russland-Sanktionen leidet. Die kumulierten Verluste an Öl aus der Region belaufen sich bereits auf über eine Milliarde Barrel.
Gezielte Zerstörung statt Unfall
Was hier sichtbar wird, ist nicht bloß ein „Krieg, der aus dem Ruder gelaufen ist“. Es ist die logische Konsequenz der US-Politik, die strategische Energiechokepoints als Spielfeld für Eskalation behandelt, ohne die langfristigen Kosten zu kalkulieren. Saudi-Arabien, die VAE und selbst die USA hätten ökonomische Anreize, den Korridor wiederzueröffnen. Doch solange die militärische Logik dominiert – Blockaden, Vergeltungsschläge, Minen und Drohungen –, bleiben diese Anreize wirkungslos. Pipelines über Land können nur einen Bruchteil der Verluste ausgleichen.
Für Europa bedeutet das: Die Hoffnung auf billige Energie aus dem Golf ist Geschichte. Die selbstzerstörerische Abkehr von russischem Gas und Öl trifft nun auf eine zweite, möglicherweise dauerhaftere Versorgungskrise. Während in Brüssel weiter Sanktionspakete verhandelt und Preisdeckel eingefroren werden, zerfällt die physische Basis der globalen Energieversorgung. Wer glaubt, nach dem nächsten Waffenstillstand werde alles wie 2025, verkennt die Dimension der Zerstörung.
Die Energiewelt nach dem US-Iran-Krieg ist eine andere. Der Persische Golf als verlässliche Quelle billiger Kohlenwasserstoffe kommt so schnell nicht zurück – und das wird die realen Lebenshaltungskosten, die Landwirtschaft und die industrielle Basis des Westens härter treffen als jede moralische Rhetorik.
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