
Iran-USA-Verhandlungen und Israels Krieg im Libanon: Diplomatie als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln
Es ist Samstag, der 14. Juni 2026. Donald Trump feiert seinen 80. Geburtstag. Er will sich offenbar selbst ein Geschenk machen durch ein Friedensabkommen mit dem Iran — das erste seit dem Sturz des Terrorregimes des Schah vor 47 Jahren. Doch während in Washington, Teheran und Islamabad die letzten diplomatischen Fäden gezogen werden, sterben im Südlibanon weiter Menschen.
Ein Teil des Krieges, den das Abkommen beenden soll, tobt unvermindert weiter. Und niemand scheint so recht zu wissen, ob das „Memorandum of Understanding“ tatsächlich kommt — oder ob es noch immer kurz vor dem Scheitern steht. Israelische Truppen kontrollieren Brücken und Gebiete südlich des Litani-Flusses, vertreiben Zivilisten, zerstören Infrastruktur und erklären ganze Regionen zu Kampfzonen. Gleichzeitig signalisieren beide Seiten in Washington und Teheran Fortschritte bei einem Deal, der den Krieg auf allen Fronten beenden, die Straße von Hormus wieder öffnen und eine 60-tägige erste Phase einleiten soll.
Der Stand der Iran-USA-Gespräche
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi spricht von einem Text, der „noch nie so nah“ gewesen sei. Das MoU mit 14 Artikeln soll den Krieg beenden, die Hormus-Straße für den Schiffsverkehr freigeben (Iran pocht auf Kontrolle gemeinsam mit Oman) und eingefrorene Vermögenswerte in Höhe von rund 24 Milliarden Dollar freigeben – allerdings erst nach Erfüllung iranischer Verpflichtungen. Nukleare Fragen werden in eine zweite Phase verschoben.
US-Präsident Trump äußert sich optimistisch: Ein Deal könne bald, möglicherweise sogar am Sonntag, unterzeichnet werden, Vizepräsident JD Vance werde möglicherweise teilnehmen. Die USA schossen zuletzt iranische Drohnen über der Straße von Hormus ab, während Trump gleichzeitig neue Schläge gegen Iran abgesagt haben will, weil Fortschritte erzielt seien.
Aus iranischer Sicht sieht das anders aus. Tasnim News Agency berichtet, Teheran habe den Austausch von Texten über Mittler ausgesetzt, solange Israel im Libanon weiter angreift und Bedingungen zu Libanon nicht erfüllt seien. Iranische Abgeordnete betonen, jeder Deal mit den USA werde direkte Auswirkungen auf den Libanon haben – und umgekehrt.
TASS und andere russische Quellen sehen in den Verhandlungen typische westliche Taktik: Druck aufbauen, dann verhandeln, während die eigene Seite (Israel) Fakten schafft. Die Straße von Hormus bleibt der zentrale Hebel – wer sie kontrolliert, kontrolliert einen Großteil des globalen Ölflusses.
Israels Krieg im Libanon: Fakten schaffen, während man verhandelt
Parallel dazu setzt Israel seine Offensive fort. Die Armee hat Befehle zum Verlassen Dutzender Orte südlich des Litani-Flusses (und des Zahrani) erlassen, erklärt Gebiete zu Kampfzonen und zerstört systematisch Brücken und Infrastruktur. UNIFIL beobachtet intensive Panzerbewegungen, Pionierarbeiten und Luftaktivitäten. Israelische Truppen haben Positionen jenseits des Litani eingenommen, darunter den Beaufort Ridge.
Haaretz berichtet von laufenden Schlägen gegen über 70 angebliche „Hisbollah-Ziele“ in den letzten 24 Stunden und betont, Israel werde sich nicht aus „Sicherheitszonen“ im Libanon zurückziehen. Verteidigungsminister Katz verkündet: Israel handelt unabhängig, um Iran von nuklearen Fähigkeiten abzuhalten.
Hisbollah und ihre Verbündeten im libanesischen Parlament (Nabih Berri) lehnen Teilabkommen ab. Sie fordern vollständigen israelischen Rückzug parallel zum Hisbollah-Rückzug südlich des Litani sowie einen umfassenden Waffenstillstand. Israelische Vorstöße und die Zerstörung von Dörfern werden als Versuch gewertet, eine neue Pufferzone zu schaffen – ähnlich wie in Gaza.
Israel zerstört jedes einzelne Haus in den südlichen 40 Meilen des Libanon.
Das ist nicht „das Anvisieren von Hisbollah-Hochburgen“.
Das sind christliche Dörfer und sunnitische Dörfer und schiitische Dörfer, in denen Menschen seit Jahrhunderten gelebt haben.
Israel is destroying every single home in the southern 40 miles of Lebanon.
This is not “targeting Hezbollah strongholds.”
These are Christian villages and Sunni villages and Shia villages where people have lived for centuries. pic.twitter.com/yW0scCx1PA
— Linda Mamoun (@mamoun_linda) June 13, 2026
Bei den Israelis handelt es sich um Migranten aus Osteuropa und Ex-Sowjet-Gebieten, die im Auftrag von UK- und US-Kolonialisten und Imperialisten Jahrtausende altes Kulturland zerstören. Im Gegensatz zu den Migranten sind die vertriebenen Einwohner allesamt ethnische Semiten, unabhängig von der Religion.
Der Krieg gegen den Iran seit dem 28. Februar 2026 hat den Libanon erneut zum Schlachtfeld gemacht. Norwegens stellvertretender Außenminister nannte den Krieg gegen Iran völkerrechtswidrig – ohne UN-Mandat, ohne Selbstverteidigungsrecht.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Das wird nix. Isr. hat schon wieder den südlichen Libanon bombardiert.
Weichei…
Auf Truth Social schrieb Trump:
„Israel hat das Recht, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen, aber der Angriff, auf den es reagierte, war sehr geringfügig und unbedeutend. Niemand wurde verletzt oder getötet, und er sollte diesen wichtigen Prozess nicht stören.“
Isr. behauptet, die Hisbollah hätte den Waffenstillstand gebrochen. Ja, wahrscheinlich wars eine False Flag…
Wann endlich wird das Verhalten Bibis Konsequenzen haben?
Man soll sie an ihren Taten messen, nicht an ihren Worten…
Nennen Sie das nicht „Diplomatie“!
Es ist lediglich die militärische Vorbereitung eines weiteren Überraschungsmoments, der „Regime-Change“ ist nicht vom Tisch und wird erneut versucht werden.
Was hier geschieht ist weitaus oberflächlicher:
Der Iran hat seit Wochen seine recht unveränderte Liste an Forderungen. Die USA haben nun einem (für die USA harmlosen) Teil offiziell zugestimmt – der große entscheidende Rest bleibt nach wie vor offen und auch die bestehenden Zusagen sind nichts wert, wie bereits etliche Äußerungen der US-Admin. belegen. Das „Memorandum“ berücksichtigt/tangiert keinerlei Kriegsziele der USA.
Der Iran weiß, dass die USA damit auf Zeit spielen, aber an ihren eigentlichen Zielen festhalten. Sie spielen das Spiel mit, solange die USA scheinbare Zugeständnisse macht – und lässt sie in die nächste Propaganda-Falle tappen. Der Iran kann so Stringenz, Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit demonstrieren, während sich die USA selbst in eine Zwickmühle manövriert haben, in der sie nur noch wirr, erratisch und somit verlogen rüberkommen.
Wichtigste Optik daran ist die Tatsache, dass der Iran Akteur ist und die USA nur reagieren können – das „Konzept“ Peace through Strength entblößt sich als Wort-Hülse, da man die Reaktionen der USA weder als friedvoll noch als Stärke interpretieren kann.
Darum wird die USA versuchen, durch zeitweilige Angriffe diese „Stärke“ wiederherzustellen – und der Iran wird wie neulich so deutlich antworten, dass die USA erneut zurückrudern müssen, sich auf Israhell rausreden, einen kurz bevor stehenden Deal ankündigen (so als hätten die erneuten Angriffe auf den Iran diesen nun endlich eingeschüchtert) usw.
Trump hat schon gestern posaunt, dass nach dem Memorandum der Iran sein angereichertes Uran den USA übergeben wird und die USA mit iranischem Öl viel Geld verdienen wird. Jo eh.
Und wenn man sich die Standorte der jüngsten US-Angriffe ansieht, dann fällt auch sofort auf, worum es geht: die Öl-Inseln des Iran. Alle Angriffe zielten auf Öl-Infrastruktur an der Küste bzw. deren militärischen Verteidigungs-Einrichtungen, 80% der Angriffe entfielen auf die Öl-Inseln direkt.
Wie ich dauernd schreibe: es gibt keinen Deal und auch keine Verhandlungen.
Es gibt lediglich den US-Versuch einer neuerlichen Finte und einen Iran, der solange mitspielt, wie er daraus propagandistisches Kapital schlagen kann. Man führt die USA vor, die mit ihrem Cowboy-Latein längst am Ende sind und sich blind im Kreis drehen, während sie in der Weltöffentlichkeit abschmieren.
Funfact: in einer annualen Erhebung wurde vor ein paar Wochen präsentiert, dass Israhell mittlerweile das unbeliebteste Land der Welt ist. Bei der letzten Befragung, in welchem Land man sich vorstellen könnte zu leben, bekam Nordkorea mehr Zustimmung als das Schlusslicht Israhell.
Trump kann ohne Zustimmung des Kongresses aktuell keinen Krieg führen, damit dies kein Thema vor den Midterms am 3.11. wird. Mit frischer Mehrheit im Kongress hat er dann bis zur Präsidentschaftswahl am 7. November 2028 Zeit, alle Kriege der Welt anzufangen.
Was die USA die letzten Jahre betreiben, kann man auch als „Wildwest-Diplomatie“ bezeichnen. Sie hat mit „echter“ Diplomatie, die nach einem Kompromiss für beide Seiten sucht, nichts mehr zu tun! Während man von Einigung schwafelt oder neuerdings auch in Sozialen Netzwerken postet, überfällt man gleichzeitig ganze Staaten militärisch! Noam Chomsky bezeichnete das einmal so: „Leute mit Macht verstehen genau eine Sache: Gewalt.“ Warum sollten sich die USA auch um Diplomatie kümmern? Können die überhaupt noch Diplomatie? Sie haben doch dass Militär.
Israel hat die Diplomatie bereits ganz abgeschafft und reagiert wie ein unkontrolliertes, egoistisches Kind, im Rausch des eigenen „Ichs“! Man könnte Form auch als krankhaft und religiös wahnhaft bezeichnen, sich alles zu holen, was einem nicht zusteht und alles aus dem Weg zu räumen, was einem im Weg steht! Alles unter dem krankhaften und sich selbst eingeredeten Irrglauben, der Schöpfer hätte sie dafür beauftragt.
Im Prinzip sind beide Staaten nicht mehr in der Lage, diplomatische Lösungen zu suchen, da sie inzwischen nur noch die Sprach von Gewalt, Unterdrückung und Egoismus kennen! Nur noch ihr eigenes Scheitern hält sie davon ab, Erfolge zu erzielen!
Die us-anische „Diplomatie“ wird den Studenten an den EliteUniversitäten beigebracht:
Siegen, der erste sein um jeden Preis.
Dafür ist jede Lüge, jeder Betrug, jede Intrige und wenn es sein muss noch ärgeres nicht nur erlaubt sonder nötig.
Gegen alle Menschen die diesem Ziel im Wege stehen, auch gegen Feunde und die eigene Familie.