
FIFA ermittelt gegen Argentinien wegen Malvinas-Banner – und begünstigt die Albiceleste systematisch?
Argentinien hat nach dem Halbfinalsieg gegen England erneut für Aufsehen gesorgt. Spieler der Albiceleste, darunter Lisandro Martínez, Nicolás Otamendi und Giovani Lo Celso, zeigten nach dem 2:1-Sieg in Atlanta ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“. Die FIFA hat daraufhin ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von zwölf Jahren, dass die Weltfußballbehörde wegen desselben Slogans gegen Argentinien ermittelt.
Das Banner bezieht sich auf den seit langem schwelenden Souveränitätsstreit um die Falklandinseln (Malvinas), der 1982 zum Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien führte. Britische Regierungsvertreter, darunter Business Secretary Peter Kyle, bezeichneten die Aktion als „egregious violation“ der FIFA-Regeln und forderten eine gründliche Untersuchung. Die FIFA selbst spricht von einem „Standardverfahren“ der unabhängigen Disziplinarkommission, die nun die Spielberichte prüft. Eine Entscheidung vor dem Finale gegen Spanien wird nicht erwartet. Argentinischs Präsident Javier Milei verteidigte die Aktion als „legitim“ und Ausdruck nationaler Gefühle.
Bereits 2014 gab es eine Geldstrafe
Bereits 2014 hatte die FIFA die argentinische Fußballvereinigung (AFA) mit 30.000 Schweizer Franken bestraft, nachdem Spieler vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien dasselbe Banner gezeigt hatten. Die damalige Begründung lautete Verstoß gegen Regeln zu politischen und diskriminierenden Äußerungen. Auch diesmal drohen Argentinien oder einzelnen Spielern Sanktionen – möglicherweise eine Geldstrafe oder Sperren.
Systematische Begünstigung durch Schiedsrichter?
Der Vorfall wirft erneut die Frage auf, ob Argentinien bei dieser Weltmeisterschaft systematisch bevorzugt wird. Eine detaillierte Datenanalyse von Phil Harper (The Digger) kommt zu dem Schluss, dass die statistischen Auffälligkeiten eine klare Sprache sprechen. Argentinien erhielt in den bisherigen Spielen trotz vergleichsweise hoher Foulzahl deutlich weniger Gelbe Karten als andere Teams. Während England auf 7,7 Fouls pro Gelber Karte kam, lag Argentinien bei 19,7 Fouls pro Karte – der höchste Wert unter den Viertelfinalisten.
Besonders auffällig sind die VAR-Entscheidungen: In fünf Spielen profitierte Argentinien viermal klar von Video-Interventionen (Gegentore annulliert, Elfmeter zugesprochen), ohne dass es nennenswerte Nachteile gab. Die Wahrscheinlichkeit für eine derart einseitige Verteilung wird statistisch mit unter 0,2 Prozent beziffert. Argentinien erhielt zudem mehr Elfmeter als jedes andere Team.
Bereits im Achtelfinale gegen Ägypten gab es scharfe Kritik am Schiedsrichtergespann. Ein ägyptisches Tor wurde wegen eines minimalen Fouls am argentinischen Torwart annulliert, während klare Fouls an Mohamed Salah im Strafraum ignoriert wurden. Ägyptens Trainer Hossam Hassan sprach von „doppelten Standards“ und einer Bevorzugung des Weltmeisters. Ähnliche Vorwürfe kamen auch aus der Schweiz nach dem Viertelfinale.
Hinzu kommt, dass Argentinien in der K.o.-Phase bislang ein ausgesprochen günstiges Los gezogen hatte und auf dem Weg ins Finale keine der absoluten Topmannschaften gegenüberstand. Die Daten deuten nicht auf Zufall hin, sondern auf ein Muster, das in der Vergangenheit bereits bei anderen Turnieren beobachtet wurde.
TKP_Bericht dazu: Schiedsrichter begünstigen Argentinien – Die Daten sprechen eine klare Sprache
FIFA zwischen Politik und Kommerz
Die FIFA steht erneut in der Kritik, Politik und Sport nicht sauber zu trennen – weder bei politischen Bannern noch bei der Schiedsrichterauswahl und -entscheidungen. Während gegen Argentinien wegen des Malvinas-Banners ermittelt wird, werfen die Zahlen zur Schiedsrichterleistung die Frage auf, ob die Weltmeisterschaft auch unter kommerziellen Gesichtspunkten (Stärkung von Starspielern und populären Teams) gesteuert wird.
Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr, wie sehr Fußball heute von geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen überlagert ist. Die Daten sprechen eine deutliche Sprache – ob die FIFA daraus Konsequenzen zieht, bleibt abzuwarten.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
„Eine detaillierte Datenanalyse von Phil Harper (The Digger) kommt zu dem Schluss,….“
Nix für ungut, aber diese „Datenanalyse“ hat Corinna-„Niveau“ – und ich meine natürlich das „Niveau“ der Pandemiker.
Die „Islas Malvinas“ sind für Argentinier argentinisch. Das wird in Argentinien auf jeder Karte so gezeigt. Die argentinische Vizepräsidentin hat das besetzten der Inseln als Piraterie bezeichnet. (Letztens gab es auf TPK einen Artikel über koloniale Ausbeutung Ägyptens, bzw. die unter Vorwänden nicht erfolgte Rückgabe geraubter Schätze. Für mich ist das mit den Inseln jedenfalls ähnlich.)
Dass die FIFA ein gewinnorientiertes Milliardenunternehmen ist, bei dem es „auch“ um Fußball geht, sehe ich auch so.
Die Analyse mit den Gelben Karten und Elfmetern hält sich in den Sozialen Netzwerken. Darum habe ich mir das einmal selbst – nach bester TPK-Manier – angesehen:
Argentinien, Spanien und Frankreich haben bisher im Turnier 6 Gelbe Karten. England hat 7 Gelbe Karten und eine Rote Karte. (Dass hier eine Mannschaft bei den Gelben Karten bevorzugt wird, ist für mich nicht zu erkennen. Im Halbfinale hatten beide argentinische Innenverteidiger auch recht früh eine Gelbe Karten erhalten. Was jedenfalls ein Nachteil ist.)
Hier auch noch die Elfmeter:
3 Elfmeter Argentinien
2 Elfmeter England (wobei England 3 Mal schießen durfte, da ein gehaltener Elfmeter wiederholt wurde.)
2 Elfmeter Frankreich
1 Elfmeter Spanien
Wie hier aus der Anzahl der Gelben Karten und den Elfmetern eine klare systematische Bevorteilung Argentiniens abgeleitet werden kann ist für mich nicht nachvollziehbar. – Ein nicht spielentscheidender Elfmeter in der Gruppenphase ist für mich auch „weniger Wert“, als ein entscheidender im Viertel- oder Halbfinale.
Zum VAR:
Fußball lebt von Emotionen und Entscheidung können immer hinterfragt werden. Das war schon immer so und wir auch immer so bleiben. Ein für mich sehr kurioses Beispiel ist, wenn man sagt, dass Argentinien bis zum Viertelfinale weniger Gelbe Karten erhalten hatte. Ein argentinischer Spieler dann – für den Schiedsrichter zuerst nicht erkennbar – aufgrund einer gegnerischen Schwalbe die Gelbe Karte bekommt. Der VAR schaltet sich aufgrund der bestehenden FIFA Regel korrekt ein, dass der falsche Spieler die Gelbe Karte bekommen hatte. Was zu Gelb Rot für den „Schauspieler“ führte. (Jemand meinte einmal: „Fußball ist auch Schauspiel und es gibt kein Fair Play“).
Elfmeter werden meines Wissens immer VAR gecheckt. Dass der – für mich – Beste Angriff mit Messi, Alvarez und Lautaro Martinez (kann man sicher auch darüber diskutieren) mehr Strafraumaktionen hat, die VAR gecheckt werden liegt in der Sache der Natur.
Oder zur Schiedsrichterbesetzung: Wenn ein Franzose das Argentinien Spiel leitet, ist es OK. Wenn ein Argentinier das Frankreich spiel leitet, beginnt das Argentinien Bashing.
Dann gibt es auch noch die Anzahl der zu reisenden Kilometer. Hier war Frankreich bevorzugt. Spanien und Argentinien ungefähr gleich. England benachteiligt.
Für mich stehen Spanien und Argentinien zur recht im Finale. Dass die Auslosung der Gruppen dahingehend geändert wurde, dass der Weltranglisten Erste und Weltranglisten Zweite nicht vor dem Finale aufeinander treffen hat jetzt auch nichts mit Bevorzugung Argentiniens zu tun. Argentinien hätte auch wie Frankreich Weltranglisten Dritter sein und dann bereits vor dem Finale auf Spanien treffen können. Genau das wollte man mit der Regeländerung verhindern. Das ist auch in anderen Sportarten üblich.
Möge der Bessere Gewinnen!
PS:
Die FIFA gewinnt auf jeden Fall 😊.
Naja, wenn ich mir die Weltkarte so ansehe, frage ich mich schon, mit welchem Grund die Imperialisten aus GB meinen, das Las Malvinas britisch wären! Die beste Antwort darauf gab die einzig wahre Legende „la mano de dios“ – ¡VIVA Diego para siempre!