
US-Opferzahlen im Angriffskrieg gegen den Iran – Verifikation
Seit dem 28. Februar 2026 läuft der Angriffskrieg von USA/Israel gegen den Iran, der mit der Ermordung von Ajatollah Khamenei begann. Ein im April/Juni vereinbarter Waffenstillstand ist mehrfach gebrochen worden – aktuell (Stand 14.–16. Juli 2026) läuft eine neue Eskalationsrunde: Die USA haben eine erneute Seeblockade iranischer Häfen verhängt und schlagen seit Tagen wieder massiv zu, Iran antwortet mit Drohnen- und Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain, Jordanien und Katar. Genau in diesem Umfeld kursiert in alternativen Kanälen verbreitete Zahl von 200 getöteten US-Soldaten.
Was der Iran über den Krieg berichtet: Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) und ihr angeschlossene Agenturen wie Fars News melden regelmäßig eigene „Erfolgsmeldungen„, die von westlichen Kommentatoren in Anführungszeichen gesetzt werden:
- Am 12. Juli behauptete Fars News, iranische Drohnen hätten HIMARS-Raketenwerfer in Kuwait zerstört und dabei drei US-Offiziere getötet (Iran Wire, Iran International).
- Am 15. Juli meldete die IRGC über Fars, ein „US-Logistik- und Unterstützungszentrum“ in Mina Abdullah (Kuwait) sei „in Brand gesetzt und zerstört“ worden – als Vergeltung für neue US-Angriffe. Die Anlage wird als Hauptlogistikbasis des US-Militärs in Westasien bezeichnet (TASS, Al Jazeera). Tatsächlich befindet sich in diesem Gebiet ein ziviles Lagerhaus des Logistikunternehmens KGL, eines der größten Zulieferer des US-Militärs in der Region. Manche Beobachter sprechen von zwei betroffenen Zulieferern der US-Streitkräfte.
- CNN konnte per Geolocation ein brennendes Lagerhaus nahe Mina Abdullah verifizieren – wobei die genaue Nutzung und das Ausmaß der Zerstörung offenbleiben.
Internetberichte sprechen von 200 toten US-Soldaten. Dies lässt sich in keiner iranischen, russischen oder sonstigen Quelle als Einzelbehauptung finden – das dürfte eine Zuspitzung oder Verwechslung mit der Gesamtzahl verwundeter US-Soldaten seit Kriegsbeginn sein: DefenseScoop berichtete bereits im März, dass rund 200–290 US-Soldaten seit dem 28. Februar verwundet worden seien, nicht getötet.
Was die USA (CENTCOM/Pentagon) dementieren bzw. zugeben
Das US-Zentralkommando reagiert auf solche Meldungen fast im Stundentakt:
- Die Behauptung vom 12. Juli (drei getötete US-Soldaten) wurde von CENTCOM ausdrücklich als falsch zurückgewiesen: Man habe keine Berichte über getötete oder verwundete US-Soldaten in der Region, alles Personal sei „vollzählig“ (The Hill, Arab Times).
- Zur angeblichen Zerstörung des Logistikzentrums in Mina Abdullah gibt es (Stand 17.07., 12:00 Uhr) keine offizielle US-Bestätigung – CENTCOM meldete stattdessen weitere eigene Angriffswellen auf iranische Ziele, ohne auf die iranische Behauptung einzugehen.
- Zugegeben und bestätigt ist dagegen der Angriff vom 1. März 2026: Eine iranische Drohne traf ein Kommandozentrum der Army in Kuwait, sechs Reservisten der 103rd Sustainment Command wurden getötet, Dutzende verletzt. Überlebende werfen der Militärführung inzwischen öffentlich vor, Warnungen ignoriert und die Einheit ungeschützt gelassen zu haben (Washington Post, CBS News).
- Der gesamte bestätigte US-Totenzähler seit Kriegsbeginn liegt laut einer laufend aktualisierten Chronik bei 14 (Stand 14. Juli, nach Bestätigung des Todes eines vermissten Marinefliegers) (GlobalSecurity.org Kriegskalender).
- Die Wikipedia-Zusammenstellung, die sich auf westliche Angaben stützt, zu den iranischen Angriffen auf Kuwait listet insgesamt sieben getötete US-Soldaten seit Kriegsbeginn plus einen durch Freund-Feuer verlorenen Helikopter.
Es gibt reale, von US-Seite eingeräumte Verluste (v. a. der März-Angriff), aber die aktuelle Zahl von „200 getöteten Soldaten durch iranische Angriffe“ ist nicht belegt.
Wie neutrale Beobachter – insbesondere China – die Lage einschätzen
China positioniert sich in diesem Krieg konsequent als Vermittler mit eigenen wirtschaftlichen Interessen (rund 40 % der chinesischen Ölimporte laufen durch die Straße von Hormus), nicht als Faktenchecker einzelner Gefechtsmeldungen. Aus den Stellungnahmen des Außenministeriums lässt sich Folgendes herauslesen:
- Sprecher Lin Jian äußerte sich am 14. Juli „zutiefst besorgt“ über die wieder aufgeflammten Kämpfe und forderte beide Seiten zu Zurückhaltung sowie zur Wahrung des mühsam erreichten Waffenstillstands auf.
- Bereits im Mai hatte das Ministerium erklärt, der Konflikt habe „keinen Sinn“ mehr und hätte nie beginnen sollen – eine Formulierung, die sich gegen die Fortsetzung der US-Angriffe richtet, ohne Iran von Verantwortung freizusprechen.
- Zur Schifffahrtsblockade fordert Peking eine „umsichtige Reaktion“ auf die internationalen Sorgen und drängt auf rasche Wiederherstellung der freien Durchfahrt.
Bemerkenswert: China äußert sich in keiner der verfügbaren Quellen zu konkreten Opferzahlen oder zur angeblichen Zerstörung der Kuwait-Basis – Peking bewertet den Krieg ausschließlich unter der Linse von Energiesicherheit und Deeskalation, nicht als Schiedsrichter über Propagandagefechte zwischen Washington und Teheran. Das ist selbst ein Signal: Weder russische noch chinesische Staatsmedien haben die „200 Tote„-Zahl aufgegriffen, obwohl beide Länder ein Interesse an einer für die USA blamablen Darstellung hätten.
Zusammenfassung
Damit ergibt sich ein dreistufiges Bild:
- Iranische Kanäle behaupten konkrete, aber im Einzelfall unbestätigte Erfolge (drei tote Offiziere, zerstörtes Logistikzentrum).
- US-Seite bestätigt reale, aber deutlich kleinere Verluste (insgesamt 14 Tote seit Februar, davon sechs bei einem einzelnen, eingeräumten Vorfall im März) und dementiert die aktuellste konkrete Tötungsbehauptung ausdrücklich.
- Neutrale Dritte wie China machen keine eigenen Angaben zu Opferzahlen, sondern beschränken sich auf allgemeine Deeskalationsappelle – was eher gegen als für die Glaubwürdigkeit der 200er-Zahl spricht, da selbst wohlwollend gegenüber Iran eingestellte Regierungen sie offenbar nicht für zitierfähig halten.
Die Zahl „200 getötete US-Soldaten durch iranische Angriffe„, wie sie z.B. in Zusammenhang mit Pepe Escobars Auftritten verbreitet werden, findet in keiner Primärquelle – weder iranischer, amerikanischer noch chinesischer/russischer – eine Entsprechung. Am ehesten scheint eine Verwechslung mit der Zahl der Verwundeten (rund 200–290, Stand März) vorzuliegen. Damit bleibt der Krieg offensichtlich ein Krieg, in dem der Iran nach wie vor versucht, die Opferzahlen gering zu halten, um einen diplomatischen Ausweg nicht zu verbauen. Kritiker sehen darin einen Weg, der ähnlich wie bei Russland in der Ukraine, zu einem langen und auf die Dauer doch blutigen Abnützungskrieg führen könnte.
Bild: Screenshot aus Video über Angriffe auf Kuwait
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Ich glaube den Amerikanern kein Wort. Das sind notorische Lügner. Das sieht man schon am amerikanischen Präsidenten.
Nunja, seit der „neuen Runde“ hat die USA mIn 3 C17-Transportflugzeuge mit Verwundeten gefüllt, die man nach Rammstein ausgeflogen hat (bestätigt durch Flugdaten und Aussagen der US-Army). Also 3 Flüge innerhalb von den ersten 3-4 Tagen der neuerlichen Angriffe.
Und das sind nur die Verletzten, die man nicht vor Ort versorgen konnte/wollte…..und es fehlen sogar auch noch die, die man mit Sondermaschinen transportieren musste, weil ihre Verletzungen zu schwer waren.
Die Vermutung von insgesamt 200 Verletzten seit Kriegsbeginn ist pure Propaganda.
Bitte nicht naiv sein.
PS: Auch in US-Medien gab es schon Berichte über Angehörige, denen von „leichten Verletzungen“ berichtet wurde und die dann am Flughafen feststellten, dass da das eine oder andere Bein fehlte usw.
Ein gutes Auskommen mit Russland wäre ein Schlüssel zum Irankrieg.
Russlands Wege auf den Weltmarkt führen zwangsläufig durch Skagerrak und Bosporus – beides Strecken, die leicht sperrbar sind. Russland setzt daher auf den INSTC, eine Eisenbahnstrecke von Moskau über Iran und Pakistan nach Indien.
Gäbe es ein Auskommen mit der Nato, wäre Russland im Iran nicht derart verbissen. Russland kann Energie sperren, aber Nato kann die Zufahrtswege blockieren. Hier ließen sich Win-Win-Lösungen finden.
Der Ukrainekrieg ist eine Fehlentscheidung Cruella in Bes. Ohne Unterstützung wäre der Schneekönig Vergangenheit und die Ukraine längst beim Wiederaufbau – ohne Krim. Ukrainer und Russen würden weit weniger Leiden.
Religionskriege in einem Gebiet, das 20% der Welt energetisch versorgt und die Welt in Geiselhaft nimmt, sind problematisch. Aber hier ließe sich sehr viel Druck aus den Segeln nehmen, was Irans Rolle verändern würde.
Für Russland ist die Verknappung des Öls durch den Krieg am Golf jedenfalls von Vorteil, weil es die Ölpreise drastisch erhöht, und selbst mit Abschlag immer noch reichlich Profit in die Kreml-Kassen sprudelt. Während die Drohnen der Ukraine von Deutschland durch Verschuldung finanziert wird. Das muss man sich mal wirklich vor Augen halten!