
Iran – USA: Bomben und Verhandlungen
Keine 24 Stunden, nachdem die USA eine neue Welle von Luftschlägen auf den Iran flogen — und der Iran seinerseits US-Basen in Kuwait, Bahrain und Jordanien mit ballistischen Raketen eindeckte, die Straße von Hormus vollständig schloss und zwei Schiffe beschoss, die die Blockade zu durchbrechen versuchten — verkündet Donald Trump einen „great settlement“. Einen großen Durchbruch.
Die Verhandlungsmaschinerie, die parallel zur militärischen Eskalation weitersurrte, hat offenbar geliefert. Oder zumindest fast. Denn vier C-17-Transportflugzeuge der US Air Force hoben am Donnerstag in Richtung Europa ab — Ausrüstung für eine mögliche Unterzeichnungszeremonie in Genf. Vizepräsident JD Vance, so das Weiße Haus, würde die amerikanische Delegation anführen. Sondergesandter Steve Witkoff und Berater Jared Kushner sollen ihn begleiten.
Doch während die C-17 über den Atlantik fliegen, schossen US-Streitkräfte zwei iranische Drohnen ab, die versuchten, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen.
Was im Abkommen steht — und was nicht
Laut Axios, das Einblick in das Memorandum of Understanding erhielt, umfasst das sogenannte Islamabad-Abkommen — vermittelt gemeinsam von Katar und Pakistan — folgende Kernpunkte:
- Sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, ohne Transitgebühren, mit Rückkehr zum Vorkriegs-Schifffahrtsvolumen innerhalb von 30 Tagen
- Aufhebung der US-Seeblockade im Gegenzug
- 60-tägige Waffenstillstandsverlängerung, auch für den Libanon — ein Punkt, der allerdings von separaten Verhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah abhängt
- Aufnahme von Nuklearverhandlungen während dieser 60 Tage, mit einem Rahmen für die Behandlung des angereicherten Uranbestands
- Iran verpflichtet sich, niemals eine Atomwaffe zu erwerben
- Schrittweise Sanktionserleichterungen für den Iran, beginnend mit temporären Ausnahmegenehmigungen für Ölexporte über 60 Tage, die bei „gutem Willen“ in den Folgeverhandlungen ausgeweitet werden können
- Freigabe eines Teils der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte in einer ersten Phase, mit weiteren Tranchen basierend auf der Umsetzung des Abkommens
Al Arabiya hatte bereits im Mai einen Entwurf des Abkommens veröffentlicht, dessen Kernbestandteile sich mit dem aktuellen Text decken — plus einiger brisanter Details, die in der aktuellen Berichterstattung weniger prominent sind:
- 30 Tage für die technische und logistische Umsetzung der Wiedereröffnung der Meerenge, einschließlich Minenräumung
- Ein US-Verzicht auf die Forderung nach vollständiger Uranausfuhr, stattdessen die Option des „Down-Blending“ von hochangereichertem Uran im Iran selbst, unter Aufsicht von UN-Inspektoren
- Die Frage der US-Militärpräsenz in der Nähe des Iran bleibt ein Streitpunkt und wird in laufenden Verhandlungen weiter diskutiert
Widersprüchliche Signale
Was diesen „Durchbruch“ so schwer einzuordnen macht, ist die Gleichzeitigkeit von militärischer Eskalation und diplomatischer Annäherung.
Irans Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei erklärte am Donnerstagabend im Staatsfernsehen, der „Hauptteil des Verständigungstextes sei finalisiert“ — beschuldigte Washington aber zugleich, den Prozess durch „widersprüchliche Positionen“ zu stören. Die USA hätten in den letzten Tagen versucht, „ungewöhnliche Forderungen“ durchzusetzen, aber der Iran habe gezeigt, dass er sich „niemals illegitimen Bedingungen beugen“ werde.
Die erneuten US-Luftschläge vom 10. und 11. Juni kamen nicht zufällig genau dann, als das Abkommen kurz vor dem Abschluss stand. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor unverblümt erklärt, die USA würden den Iran „hart treffen“, weil die Verhandlungen nicht schnell genug vorankämen.
Trump selbst behauptete, er habe geplante weitere Angriffe abgesagt und prahlte mit einem „great settlement“. Gleichzeitig schossen US-Streitkräfte iranische Drohnen über der Straße von Hormus ab, die laut US-Angaben Handelsschiffe angreifen wollten. Iranische Staatsmedien wiederum berichteten, die eigenen Kräfte hätten auf einen Tanker gefeuert, der ohne Genehmigung der iranischen Behörden die Meerenge durchqueren wollte.
Beide Geschichten können gleichzeitig wahr sein. Beide Seiten haben ein Interesse daran, den jeweils anderen als Aggressor darzustellen, während man selbst den Frieden sucht.
Der entscheidende Faktor: Khamenei
Ein Detail, das in der Berichterstattung fast untergeht, ist das entscheidende: Das Abkommen wurde auf iranischer Seite auf hohen Ebenen gebilligt — aber wahrscheinlich noch nicht vom Obersten Führer, Mojtaba Khamenei.
Solange Khamenei nicht zustimmt, ist das Abkommen Makulatur. Einige Politiker in Teheran bereits warnen schon länger, Trump könnte bluffen, die interne Debatte ist noch nicht abgeschlossen.
Was jetzt passiert — und was schiefgehen kann
Trump hat im Mai laut einer Zählung von CNN 38 Mal behauptet, ein Abkommen stehe kurz bevor — nur um dann zu erleben, dass die Gespräche doch wieder scheiterten. Der Optimismus des vermittelnden Diplomaten, dass der Text diesmal „halten“ werde, ist mit Vorsicht zu genießen.
Die offenen Fragen sind beträchtlich:
- Was passiert mit den Milliarden eingefrorener iranischer Gelder? Teheran besteht auf sofortiger Freigabe eines Teils bei Unterzeichnung. Washington will gestaffelte Tranchen basierend auf Compliance. Ein US-Quelle außerhalb der Regierung äußerte die Sorge, dass die Frage der eingefrorenen Gelder in einem geheimen Nebenabkommen geregelt werden könnte — was die Regierung dementiert.
- Was passiert mit Israels Krieg im Libanon? Der Waffenstillstand soll auch für den Libanon gelten, aber Israel hat signalisiert, seine Operationen fortsetzen zu wollen. Ein Abkommen, das die libanesische Front nicht befriedet, ist ein Abkommen auf tönernen Füßen.
- Was ist mit dem angereicherten Uran? Das Abkommen sieht vor, dass Iran sich verpflichtet, niemals eine Atomwaffe zu erwerben. Aber die Details — Down-Blending im Land, Umfang der Inspektionen, Zeitplan — bleiben einem zweiten, detaillierteren Abkommen vorbehalten. Einem Abkommen, das unter ungleich schwierigeren Bedingungen verhandelt werden müsste.
Ägypten hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump begrüßt, dass geplante Militärschläge gegen den Iran abgesagt wurden, und die Hoffnung geäußert, dass dieser Schritt Impulse für ein umfassendes Abkommen zwischen Washington und Teheran geben werde. In einer auf X veröffentlichten Erklärung sagte das ägyptische Außenministerium, es betrachte diese Entwicklung mit „großer Zufriedenheit“ und forderte alle Parteien auf, die Gelegenheit zu nutzen, um offene Fragen auf dem Verhandlungsweg zu klären.
Der Islamabad-Deal — falls er denn zustande kommt — ist kein Friedensvertrag. Er ist ein Waffenstillstandsabkommen mit eingebautem Verfallsdatum von 60 Tagen. Ein Rahmen für weitere Verhandlungen, die noch schwieriger werden dürften als die bisherigen.
Israelische Angriffe treffen Gebiete in den libanesischen Bezirken Marjayoun und Nabatieh
Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA richteten sich israelische Luftangriffe gegen das landwirtschaftliche Gebiet Arid Dbeibine in der Nähe der südlibanesischen Stadt Dbeibine im Bezirk Marjayoun. Der gemeldete Angriff folgte auf einen nächtlichen israelischen Angriff auf die nahegelegene Stadt Khiam.
Unabhängig davon berichteten die NNA und Al Jazeera über einen israelischen Drohnenangriff auf die Stadt Jebchit im libanesischen Bezirk Nabatieh.
Es gab zunächst keine Informationen über Opfer oder das Ausmaß der Schäden.
Der Iran hat erklärt, dass der Waffenstillstand an das Ende der israelischen Invasion im Libanon geknüpft sei, und bekräftigt, dass er „seine Verbündeten nicht im Stich lassen“ werde.
Schon allein deshalb ist es höchst fragwürdig, ob es selbst zu dieser interimistischen Vereinbarung kommt.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Wer das glaubt wird seelig. Reines Wunschdenken des Trumpel und seiner USrael Clique. Die tun einfach alles um die Märkte bei der Stange zu halten und gleichzeitig groß mit abzukassieren. Oder sie drohen dem Iran mit Atomkrieg hinter der Kulisse…
Geh bitte, es gibt kein Memorandum und auch keinen Deal. Vielmehr gibt es Lob von den Geisteskranken dafür, wie oft nun schon Trump mit derselben Finte die Märkte manipuliert hat.
Diese Welt ist echt so blöd, dass sie sich all das wohl verdient hat….
…..denn wenn ich mich nicht verzählt habe, dann ist das jetzt die 8. oder 9. Runde, die dieselbe Lüge durch die „Medien“ zirkelt.
Funfact: meinen Informanten nach „verhandelt“ der Iran nicht einmal mehr mit Pakistan – sondern konzentriert sich einzig auf bilaterale Gespräche mit seinen (gesprächsbereiten) Nachbarn ohne jedwede Einbindung/Berücksichtigung der USA oder Israhell. Und denen scheint auch langsam klar zu werden, dass ihr Problem und Unruhestifter nicht Iran heißt, sondern USA & Israhell.
Das Original darf man vielleicht verlinken? https://www.theamericanconservative.com/the-iran-war-and-the-future-of-american-empire/ – Empfehlung einer hochkarätigen US-Autorin, sich aus Europa und Nahost zu verziehen: „… The United States does not need military bases and deployments in Europe or the Middle East … Managed retrenchment would also demand a narrowing of U.S. security guarantees. Even if the United States remains in NATO, it should return to a literal interpretation of Article 5 that reduces U.S. obligations and should give up all security commitments in the Middle East—a region that has brought only headaches. …“
„Iran – USA: Bomben und Verhandlungen“ so „you will own nothing and be happy“ (to die) and ISrahell will own everything.
Freimaurerei = Judaismus für Nicht-[Readacted].
Warum darf das kleine Drecksland eigentlich tun, was immer es will? Weil diese Irren dort unten völlig skrupel- und gewissenlos das durchsetzen, was sich kein normaler Mensch mit so etwas wie einem Gewissen trauen würde.
Wer voller Stolz Videos zeigt, wie andere von seinem Hund oder von ihm selbst zu Tode vergewaltigt werden, ist nicht von Gott auserwählt sondern von völlig durchgeknallten Psychopathen, die Gleichgesinnte gefunden haben, die die Drecksarbeit für sie erledigen.
Video: „Israel’s Darkest Weapon | Al Jazeera Originals“
Für mich ist ISrahell für immer unten durch, und wer heute noch diesen größten aller Dreckhaufen verteidigt, ist entweder dämlich von Geburt oder profitiert davon.
ich denke, dass bereits die Grundannahme falsch ist: „Das kleine Drecksland“ handelt nicht wirklich eigenständig und ist für genau diese Art der Kriegsführung gegründet worden und somit eigentlich nur ein nützliches Konstrukt dieser geisteskranken Sekte die wohl gegen Ende des 19.Jahrhunderts begann „aufzublühen“. Eigentlich perfekt durchdacht. Israhell darf mehr oder minder alles – durch Schuldkult gedeckt und geschützt durch die Zionisten im angloamerikanischen Raum. „Es“ ist nur ein Konstrukt und macht genau das wofür es geschaffen wurde…nicht mehr und nicht weniger
Punktlandung.